Hallo zusammen, ich bräuchte mal eure Erfahrungen.
Ich leide schon länger unter körperbezogener Angst und starkem Katastrophisieren, aktuell besonders mit Fixierung auf Darm/Enddarm. Ich google viel, kontrolliere ständig und suche immer wieder Rückversicherung. Nach dem Absetzen von Duloxetin im März ist das rückblickend wieder stärker geworden. Momentan habe ich zusätzlich zwei kleine Analfissuren, körperlich geht es eigentlich schon besser – im Kopf kreisen aber ständig Gedanken über Chronifizierung, OP, Inkontinenz. Mein Körper reagiert auf den Stress- also alles ein Kreislauf. Meine Therapeutin meint, wir schaffen das ohne Medikamente, mein Psychiater würde dagegen einen erneuten medikamentösen Versuch empfehlen. Ich selbst stehe gerade ziemlich dazwischen und bin seit ein paar Tagen sogar bei meinen Eltern, weil mir das Aushalten der Angst momentan schwerfällt. Hat jemand ähnliche Erfahrungen mit körperbezogener Angst und kann berichten, was euch wirklich geholfen hat – mit oder ohne Medikamente?
Dankeschön 🙏🏻
• • 21.09.2026#1
2 Antworten ↓
alles_roger Mitglied
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@Meyer Hey, aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die goldene Mitte tatsächlich ein guter Weg ist. Bevor man psychische Probleme direkt anspricht, muss die psychische Widerstandskraft gestärkt werden. In dieser ersten Phase hilft z.B. eine tiefenpsychologische Therapie dabei, aktuelle Probleme im Alltag besser zu verstehen. Man lernt, eigene Stärken zu aktivieren und verlässliche Wege zu finden, um mit der Angst umzugehen. Man baut sich sozusagen ein stabiles Fundament auf. Erst wenn dieses stabil genug ist und man sich im Alltag sicherer fühlt, folgt der eigentliche Schritt der Therapie. In dieser Phase wird "das Problem" gezielt verarbeitet, damit es in der Gegenwart nicht mehr so viel Macht über einen selbst und die eigenen Gefühle hat. Ein Medikament kann in dieser Zeit als eine Art „Notfall-Brücke“ dienen. Es ist dafür gedacht, in extremen Krisenmomenten die Spitzen der Angst abzufangen. Allerdings bringt ein Medikament auch Risiken mit sich, allen voran ein hohes Risiko für eine schnelle körperliche und seelische Abhängigkeit. Deshalb darf es wirklich nur sehr selten, punktuell und unter strenger ärztlicher Kontrolle eingenommen werden. Maßgeblich ist die Therapie mit all ihren Facetten und Möglichkeiten. Dir alles Liebe!