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201118.07




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Hi,

mich würden Erfahrungen mit Betablockern (besonders Propranolol / Dociton) interessieren.
Habe es früher mal genommen und jetzt seit einer Woche wieder. Nur 10mg täglich, ab morgen nur 5mg.
Mich beruhigen sie sehr, gerade was das Herzrasen angeht.
Dämpfen bei mir soziale Ängste und zwar deutlich. 10mg gilt schon als geringe Dosis, habe jetzt in der englischen wikipedia gelesen: ab 5mg gegen soziale Ängste, Lampenfieber, Zittern etc. wirksam.

Jemand Erfahrung damit ?


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  18.07.2011 20:50  
Hallo, habe leider keine Erfahrung damit, aber vor ein paar Wochen im "arte" eine Sendung gesehen über posttraumatisches Belastungssyndrom. In einer Klinik in Göttingen haben die eine Studie gemacht mit angeblich guten Erfahrungen.
Fürchte mich vor den Nebenwirkungen. Wie ist das bei Dir?
Bin hoch interessiert und würde es schon ganz gerne ausprobieren.
LG Honigsdachs





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  18.07.2011 21:18  
@ honigdachs,

über diese vielversprechenden Forschungen mit Propranolol habe ich auch einen Artikel gelesen.
Es wird sogar behauptet, dass Propra in der Lage ist Angst, die an bestimmte Erinnerungen geknüpft ist zu löschen. Die Forscher von der Uni Amsterdam glauben, dass Propra neue Hoffnung für Menschen mit Phobien und Panikstörungen bedeuten kann.

Wie auch immer, bei mir wirkts und Nebenwirkungen sind gering. Vorwiegend Müdigkeit und leichte Benommenheit. Wer eh schon niedrigen Blutdruck hat sollte aufpassen.
Aber immer noch besser als Blutdruck 160/100 und Puls 90 den halben Tag. Bei starker Aufregung oder Streß habe ich 10mg genmmen. Blutdruck und Puls gehen halt runter und die Angst nimmt ab.
Morgen werde ich 5mg nehmen, falls mir das genügen würde, wäre das ein Traum...



  19.07.2011 14:02  
Betablocker unterdrücken maximal die körperlichen Symptome, also Herzrasen, Zittern, Schwitzen etc., mehr aber nicht. Gegen Angst im psychiatrischen Sinne wirken sie null. Das kannst Du zwar anders empfinden, weil sich durch körperliche Symptome auch die Angst verstärken kann, darum kommt es einem auch so vor, als wirken sie gegen Angst. Ist aber im Sinne der Angstauslöser nicht so.

Ich kenne keinen Psychiater, der bei Angststörung noch was von Betablockern hält, im Gegenteil, weil sie letztlich auch nur noch zu Depression führen können oder diese verschlimmern. Und auch mehret Kardiologen sagten mir schon, BB nur noch, wenn es wegen Herz notwendig ist, aber nicht nur mal eben so bei körperlich harmlosem Herzrasen.

Und auch psychisch bedingten hohen Blutdruck bekämpft man nicht mit BB. Studien hin, Studien her, BB sind heute in vielen Bereichen nicht mehr zeitgemäß.



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  19.07.2011 15:45  
Hallo, ich habe das in dem Bericht im Arte so verstanden, dass man einem traumatisierten Menschen, eine einzige Gabe von einem Betablocker gibt, um ihn für eine EMDR-Sitzung vorzubereiten. Viele sind ja in einem extrem schlechten psychischen Zustand, dass eine Therapie gar nicht möglich ist. Ich bin schwerst traumatisiert, und wenn ich mir vorstelle, ich sitze bei einem Therapeuten mit Herzrasen u.s.w., dann könnte man mich bestimmt ganz leicht retraumatisieren. Insofern ist die Idee vielleicht doch nicht so dumm mit einer einzigen Gabe des Medikaments. Wissen tu ich es natürlich auch nicht. Betablocker gegen Herzrasen einfach so zu geben finde ich allerdings fatal und einen ärztlichen Kunstfehler.
Nehme zur Zeit übrigens Dystologes und was soll ich sagen, es hilft mir wirklich. Bin wesentlich ruhiger, aber nicht müde, schlafe wieder durch und das Beste, habe kein Herzrasen oder Zittern mehr. Außerdem kann ich erstmals seit zwei Jahren wieder mit meinen angstauslösenden Situationen üben.
Trotzdem, sollte jemand Erfahrung mit EMDR ( vorher 1 Betablocker) haben, bitte unbedingt melden, mein Leidensdruck ist groß genug.
LG Honigdachs



  19.07.2011 16:52  
Man muss sich eben auch überlegen, ob man nun gegen alles was nehmen muss. Klar gibt es Leute, die nehmen gegen Herzrasen Betablocker (ohne organische Ursache), für die Psyche ein AD und vielleicht abends noch ein müde machendes AD oder vielleicht auch ein NL, Seroquell z.B. An den Ursachen ändern alle diese Medikamente aber nichts, ohne die Pillen sind die Probleme meist wieder da.

Klar kann es auch darum gehen, überhaupt erstmal fit für eine Psychotherapie zu sein. Aber mein Gott, ich bin auch 10 Monate jede Woche zur Therapie quer durch Berlin gefahren und hatte fast immer Panikattacken in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Und wie man sieht, ich lebe noch. Und genommen hab ich nie was regelmäßig.





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  19.07.2011 21:06  
Hi,

grundsätzlich sind BB Mittel gegen hohen Blutdruck und eine hohe Herzfrequenz. Soweit ist alles klar. Aber ein Einsatzbereich sind auch Angsstörungen. Die Wiederaufnahme von Adrenalin und Noradrenalin wird verhindert und somit wird der Mensch ruhiger. Aber sonst ist man klar im Kopf. Das schaffen die meisten Antidepressiva und Psychopharmaka die so verkauft und hier im Forum besprochen werden nicht.
Also sollte man die Kirche im Dorf lassen und vorurteilsfrei an die Debatte rangehen.
Leute bei denen sich die Angst in hohem Blutdruck und Herzrasen äußert könnten eine erste Hilfe bekommen um die alltäglichen Situationen auszuhalten, an sich zu arbeiten und mittelfristig die Angst zu verlieren.
Ich meine, was probieren wir alles aus, vom pflanzlichen Zeug bis zur Chemo-Keule und wie wenig hilfts oft. Vom Psychiater verschrieben...

Aber eigentlich interessieren mich persönliche Erfahrungen und weniger graue Theorie

Danke1xDanke


  19.07.2011 22:01  
Kein guter Psychiater wird bei ausschließlich psychischen Störungen einen BB empfehlen, ganz sicher nicht. Das wächst meist auf dem Mist von Hausärzten, war ja bei mir vor 2 Jahren auch so. Und die Psychiater und Kardiologen sagten dann, absetzen die BB, weil ich nichts mit dem Herz hab.

Und sorry, bitte nicht BB verharmlosen! Das sind z.T. Medikamente mit enormen Nebenwirkungen. Man ist seit einigen Jahren in der Psychiatrie längst zu der Einsicht gekommen, gerade BB verursachen oft psych. Erkrankungen, auch Depressionen und Angststörungen. Und viele Leute haben dauerhaft mit Müdigkeit, Schwindel oder Atemproblemen etc. zu tun.

Bei mir fingen die psychischen Probleme nämlich auch erst mit Blutdrucktabletten und BB an, zum Glück muss ich davon heute nichts mehr nehmen. Ich hatte mehrere BB vor Jahren durch und ich hatte bei allen schlimmste Panikattacken, bekam dauerhaft schlecht Luft und die Poten. war auf null.

Und einfach mal den Beipackzettel von z.B. einem der neuesten BB Nebivolol und dem AD Trazodon vergleichen. Der Beipackzettel des BB ist 5 mal länger, was die Nebenwirkungen angeht. Und der von Metoprolol (BB) ist 10 mal länger als der von Tavor.

BB sollte man wirklich nur bei Herzkrankheit nehmen, KHK z.B., künstliche Herzklappe oder was auch immer oder bei hohem Blutdruck, aber NUR, wenn er sich nicht allein mit Blutdrucktabletten regulieren lässt. Die medizinischen Leitlinien habe sich die letzten Jahre etwas geändert, gerade auch in der Kardiologie und beim Thema BB.

Und was bedeutet Chemokeule? Als erstmal sind BB auch Chemokeulen und bei genauer Betrachtung könnten BB auch als AD betrachtet werden. Schließlich greifen BB auch in Botenstoffe ein, auch in den Hirnstoffwechsel und mehr. Was anderes machen AD auch nicht.



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  20.07.2011 11:42  
Hi

Ich hatte ne Dosis von 160 mg Propranolol was leider garnichts brachte, nun soll ich es mit Primidon versuchen.
Das Propranolol hatte ich aber nicht wegen dem Blutdruck bekommen, der war in ordnung, sondern wegen nem Tremor.



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  20.07.2011 11:50  
Nachtrag:

Gegen die Ängste hat es überhaupt nicht geholfen, und die Depris die ich habe sind dadurch sogar noch schlimmer geworden!


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