Zitat:Das sie für Ängste und Panik nicht geeignet sind is ja klar. Nur jemandem der Herzrasen aufgrund seiner Ängste hat, bis zu einer Therapie Antidepressivum zu verschreiben, wovon als Hauptnebenwirkung (HERZRASEN) meist hervortritt oder Herzstolpern ist ja auch wenig sinnvoll oder ??
Herzrasen ist relativ.
Letzte Woche lief im MDR die Sendung "Hauptsache gesund" und da sprach eine Professorin als Gast auch über Herzrasen etc. Und sie sagte auch, sein Herz quasi schlagen zu spüren (was ja bei Angstpatienten oft ein Problem ist), ist normal und kein Grund für irgendwelche Medikamente, auch nicht bei Herzrasen.
Es kommt halt darauf an, ist es eine körperliche Ursache (Störung am Herz), psychisch oder was auch immer. Entscheidend ist hier, ob es körperlich/organisch ist und wenn dem so ist, dann ist ein BB sicher sinnvoll.
Bei vielen ist es aber so, die hatte immer Puls zwischen z.B. 65 und 75 und plötzlich immer zwischen 85 und 100. Organische Ursachen werden nicht gefunden, Herz und alle Untersuchungen i.O., Blutdruck eigentlich auch. Und dann ist aber eine Angststörung oder was auch immer da. Und dann ist es doch klar. Der Puls wird hier von der Psyche auf Trab gehalten und sehr sehr oft ist das auch so.
Und da sollte man dann keinen BB verschreiben, sondern mal die Kondition betrachten. Viele fangen nämlich an, sich dann mit ihren Angststörungen zu schonen.
Klar, man kann seine Angststörung fein pflegen, sich immer schön schonen und Medikamente futtern, auch BB. Das ist aber der falsche Weg.
Mir hat damals die Kardiologen im Krankenhaus nach dem Herzkatheter ganz klar gesagt: "Ihr Herz ist 100% i.O., auch wenn Ihr Puls immer zwischen 90 und 100 ist, für ein gesundes Herz ist das kein Problem und da müssen Sie sich nicht mit Betablockern belasten. Setzen Sie die Metoprolol ab, verzichten Sie auf Alk., schränken Sie das Rauchen ein und machen Sie was, vielleicht Joggen".
Einen Teil davon hab ich umgesetzt und der Puls sank um 10-15 die Minute und ist heute quasi normal. Ich hätte auch alles so lassen können und weiter BB nehmen, mit Ende 30.
Zitat:Was nimmt man den als Ersatz von Betablockern ?
Überall ist das nicht Thema. Bei Herzpatienten gibt es da oft keine Alternativen, aber darum ging es mir auch nicht. Oft wird BB aber als Monotherapie eingesetzt, weil der Blutdruck vielleicht 130/100 ist, es geht also meist um den 2. Wert. Und hier könnte man mal sehen, ob man nicht mit einem Blutdruckmedikament ausreichende Erfolge hätte. Vielleicht einen ACS-Hemmer in geringer Dosis oder Blopress, was sehr wenige Nebenwirkungen hat und auch relativ neu ist. In den USA ist da erstmal immer ein Diuretika angesagt, also Wassertablette. Das ist dort in der Blutdrucktherapie sehr beliebt.
Wenn es um Puls und Psyche geht, da gibt es ja nun echt erstmal genug, was man versuchen kann, bevor man zu BB greift. Was auf pflanzlicher Basis. Oder mal Weißdorn versuchen.
Und AD ist auch nicht gleich AD, da gibt es doch große Unterschiede, auch was die Nebenwirkungen angeht. Ich muss nur immer schmunzeln, wenn Leute meinen, ein BB ist immer harmloser als ein AD. Das stimmt nämlich nicht.
Nur mal am Beispiel von Metoprolol:
Zitat:Nebenwirkungen
Insbesondere zu Beginn der Behandlung kann es gelegentlich zu zentralnervösen Störungen wie Müdigkeit, depressiven Verstimmungen, Schwindelgefühl, Verwirrtheit, Kopfschmerzen, Schwitzen, Albträumen oder verstärkter Traumaktivität, Schlafstörungen und Halluzinationen kommen.
Vorübergehend kann es gelegentlich zu Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Leibschmerzen, Verstopfung, Durchfall) kommen.
Gelegentlich können allergische Hautreaktionen wie Rötung, Juckreiz, Exantheme, Hautausschläge bei Lichteinwirkung (fotosensitivität) auftreten.
Gelegentlich kann es zu Missempfindungen (Parästhesien) und Kältegefühl an den Gliedmaßen, selten auch zu Muskelschwäche oder Muskelkrämpfen kommen.
Auch eine Verstärkung der Beschwerden bei Patienten mit peripheren Durchblutungsstörungen - einschließlich Patienten mit Verkrampfungen der Fingerschlagadern (Raynaud-Syndrom) - wurde beobachtet.
Die Behandlung mit "Metoprolol ratio 50 Tabletten" kann in seltenen Fällen zu verstärktem Blutdruckabfall, anfallsartiger, kurz dauernder Bewusstlosigkeit (Synkopen), Herzklopfen (Palpitationen), starker Verminderung der Herzfrequenz (Bradykardie), Störungen der Erregungsleitung von den Herzvorhöfen zu den Herzkammern (atrioventrikuläre Überleitungsstörungen) oder Verstärkung einer Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) mit krankhaften Flüssigkeitsansammlungen (peripheren Ödemen) und/oder zu Atemnot bei Belastung (Belastungsdyspnoe) führen.
In vereinzelten Fällen ist bei Patienten mit anfallsweise auftretenden Schmerzen in der Herzgegend (Angina Pectoris) eine Verstärkung der Anfälle nicht auszuschließen.
Infolge einer möglichen Erhöhung des Atemwegswiderstandes kann es bei Patienten mit Neigung zu Verkrampfungen der Atemwege (bronchospastischen Reaktionen) insbesondere bei obstruktiven Atemwegserkrankungen zu Atemnot kommen.
Selten wurden Mundtrockenheit, Augenbindehautentzündungen (Konjunktivitis) oder verminderter Tränenfluss (dies ist beim Tragen von Kontaktlinsen zu beachten) sowie in Einzelfällen Sehstörungen beobachtet.
"Metoprolol ratio 50 Tabletten" kann die Symptome einer schweren Schilddrüsenüberfunktion (Thyreotoxikose) maskieren.
In seltenen Fällen kann eine bisher nicht in Erscheinung getretene Zuckerkrankheit (latenter Diabetes mellitus) erkennbar werden oder eine bereits bestehende Zuckerkrankheit sich verschlechtern. Nach längerem strengen Fasten oder schwerer körperlicher Belastung kann es bei gleichzeitiger "Metoprolol ratio 50 Tabletten"-Therapie zu Zuständen mit erniedrigtem Blutzucker (hypoglykämische Zustände) kommen. Warnzeichen eines erniedrigten Blutzuckers - insbesondere erhöhte Herzfrequenz (Tachykardie) und Zittern der Finger (Tremor) - können verschleiert werden.
Vereinzelt wurden Libido- und Potenzstörungen beobachtet.
Unter der Therapie mit "Metoprolol ratio 50 Tabletten" kann es zu Störungen im Fettstoffwechsel kommen. Bei meist normalem Gesamtcholesterin wurde eine Verminderung des HDL-Cholesterins und eine Erhöhung der Triglyzeride im Blut beobachtet.
Bei Langzeittherapie mit "Metoprolol ratio 50 Tabletten" wurde in Einzelfällen eine Erkrankung der Gelenke (Arthropathie) beobachtet, wobei ein oder mehrere Gelenke betroffen sein können (Mono- und Polyarthritis).
In Einzelfällen kann es zu einer Erhöhung der Leberenzyme (GOT, GPT) im Blut oder zum Auftreten einer Leberentzündung (Hepatitis) kommen.
Desweiteren wurden in Einzelfällen Haarausfall, Hörstörungen oder Ohrensausen, Gewichtszunahme, Persönlichkeitsveränderungen (z.B. Gefühlsschwankungen, kurz dauernder Gedächtnisverlust), eine Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie) oder der weißen Blutkörperchen (Leukopenie), ein allergischer Schnupfen (Rhinitis allergica) oder eine Induratio P. plastica (Peyronie's disease) beobachtet.
Besondere Hinweise:
Beta-Rezeptorenblocker (z.B. "Metoprolol ratio 50 Tabletten") können in Einzelfällen Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris) auslösen, die Symptome dieser Erkrankung verschlechtern oder zu schuppenflechteeähnlichen (psoriasiformen) Hautausschlägen führen.
Beta-Rezeptorenblocker können die Empfindlichkeit gegenüber Allergenen und die Schwere anaphylaktischer Reaktionen, d. h. akuter allergischer Allgemeinreaktionen erhöhen. Bei Patienten mit schweren Überempfindlichkeitsreaktionen in der Vorgeschichte und bei Patienten unter Therapie zur Schwächung bzw. Aufhebung der allergischen Reaktionsbereitschaft (Desensibilisierungstherapie) kann es daher zu überschießenden anaphylaktischen Reaktionen kommen.
Das ist heftiger als bei manch einem AD und selbst die Packungsbeilage von Tavor ist dagegen ein Witz.
Jeder Mensch reagiert anders, aber ich weiß von vielen Ärzten, genug Patienten haben nach Langzeiteinnahme von BB dann eben doch etliche dieser Nebenwirkungen, bestimmte Werte verschlechtern sich etc.