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@Stef1 Da befindest Du Dich in einem ganz schönen Schlamassel und ich versuche das mal, nach meiner Sicht der Dinge aufzudröseln.
Zitat von Stef1: Diese Medikamente mussten kontinuierlich täglich eingenommen werden
Zitat von Stef1: Es ist natürllich bekannt und anerkannte Tatsache, das man selektive Serotonin Wiederaufnahmehemmer,
die ich seit 2011/12 einnahm, unter keinen Umständen, in meinem Fall trotz bestehender
gesundheitlicher Einschränkungen und vor allem gänzlich ohne ärztliche Beobachtung
aprupt absetzen darf, weil dies mit sehr hohen Risiken verbunden ist, und natürlich eine völlige
Demaskierung der Grunderkrankung bewirkt.
Zitat von Stef1: D.h. es liegt hier mindestens eine erblich / genetisch bedingte Komponente vor, die eine
medikamentöse Dauerbehandlung aus meiner Sicht zwingend erforderlich macht, da in diesem Falle
jegliche psychotherapeutische Ansätze bisweilen nur ergänzend, aber nicht ersetzend wirken
können, da das Grundproblem, auf welchem die anderen Probleme schlussendlich aufbauen und die
im Laufe der Jahrzehnte entstanden sind, mit einer hohen Wahrscheinlichkeit im neurochemischen
Bereich anzusiedeln sind und eine erbliche Ursache haben.
Abgesehen von dem ganzen rechtlichen Drumherum (wie oft muss ein Arzt den Patienten sehen, um die Medikamente weiter zu verschreiben etc.) hast Du in meinen Augen eine völlig falsche Sichtweise auf Deine Erkrankung. Du nimmst sie als vererbt und gegeben und nur mit Medikamenten behandelbar hin. Das ist aber nicht nicht so. Ja, es mag eine genetische Disposition geben. Das bedeutet aber noch lange kein unabänderliches Schicksal. Die Neurotransmitter-Mangelhypothese ist schon lange vom Tisch. Und die Behandlungsleitlinien für Depressionen und Angsstörungen sind schon lange von einer Dauermedikamentierung weg (auch wenn die meisten Ärzte das aus Bequemlichkeit anders handhaben). Du schreibst von PTBS - das wird definitiv nicht vererbt, sondern "passiert" einem im Leben.
Medikamente heilen nicht. Sie können bis zu einem gewissen Grad stabilisieren, um einen therapeutischen Ansatz zu ermöglichen. Das A und O um da raus zu kommen, ist die Arbeit an sich selbst, ob mit oder ohne Therapie. Du wirst niemals aus Deiner Agoraphobie durch Medikamente rauskommen. Das schaffst Du nur durch harte und konsequente Arbeit an Dir selbst.
Und ja, abruptes Absetzen nach jahrelanger EInnahme ist der super GAU. Aber nicht, weil es eine Demasierung der Grunderkrankung bewirkt, sondern weil dein Gehirn durchdreht. Es fehlen plötzlich Neurotransmitter, die jahrelang künstlich zugeführt werden. Das führt zu einem schweren Absetzsyndrom. Die Symptome dafür sind der Grunderkrankung sehr ähnlich, welhalb die Ärtze dann sofort von einem Aufflammen der Grunderkrankung sprechen und empfehlen, das Medikament wieder einzunehmen. So kommt man natürlich nie da runter.
Zitat von Stef1: weil dies einen Vor-Ort-Besuch in dem
Gemeindepsychiatrischen Zentrum erfordert hätte, was für mich aufgrund der
gegebenen Angst- und Panikstörung bzw PTBS nicht mehr möglich war.
Dann mach es möglich. Arbeite daran. Such Dir erneut einen Therapieplatz. Verlass jeden Tag das Haus - jeden Tag einen Schritt mehr. Erst nur einen Schritt vor die Haustür, dann zwei, dann drei. Dann die Straße runter. Anders wird es nicht gehen.
Zitat von Stef1: und habe den Eindruck, das die an mir auf Kosten meiner Gesundheit ihren Frust ablassen / ein Exempel statuieren wollen. Ich habe mir - absolut nichts - zu Schulden kommen lassen, auch nicht "je nach Sichtweise".
Das ist Quatsch. Aber Du bist halt ein "unbequemer" Patient, weil Du durchs Raster fällst. Unser System ist darauf ausgelegt, dass der Patient zum Arzt geht und nicht umgekehrt. Und Du hast Dich auf die Position zurückgezogen, dass Du es nicht kannst und Du willst daran auch nichts ändern. Da kannst Du Dich anwaltlich durch alle möglichen Instanzen klagen, aber es wird nichts nutzen. Entweder, Du gehst wieder in eine Klinik und lässt Dich nochmal stationär behandeln oder Du schaffst es irgendwie zum Arzt. Das System wird sich nicht für Dich drehen und wenden.
Wie muss ich mir denn Dein Leben generell vorstellen? Was machst Du den ganzen Tag? Wovon lebst Du wenn Du das Haus nicht verlassen kannst? Wer kauft für Dich ein? Was machst Du, wenn Du mal einen medizinischen Notfall hast?