Zitat von Roman87:Nicht das Rumexperimentieren mit Psychopharmaka erzeugt den genannten Effekt, sondern elektrische Stimuli/Impulse oder die Applikation chemischer Substanzen (z.B. Pilocarpin: Das Mittel, das Puppilen erweitert, das auch in Jaborandiblättern zu finden ist) insbesondere im Bereich des lymbischen Systems - und bekannt ...
Zuerst mal vielen Dank Roman für den interessanten Beitrag.
👍 Zitat: Aber besonders interessant ist der folgende Ausschnitt: "Depressive Symptome sind häufig verknüpft mit Stoffwechselveränderungen im Gehirn (neurobiologischer Regelkreis). Dies erklärt auch die Wirksamkeit von antidepressiven Medikamenten bei Depressionen. Ein Modell, das psychosoziale und neurobiologische Einflußfaktoren einbezieht, ist das Kindling-Modell: Belastende Lebensereignisse können neurobiologische Hirnreaktionen auslösen (z.B. die vermehrte Ausschüttung des Stresshormons Cortisol), die, wenn sie einmal begonnen haben, selbständig auch ohne Anlaß weiterlaufen und neurobiologische Regelkreise verstärken, die dann für sich wiederum depressive Symptome bedingen. Ein genetischer Faktor kann zu diesen neurobiologischen Überempfindlichkeiten gegenübern psychosozialen Belastungen beitragen. Auch bestimmte Persönlichkeitseigenschaften (z.B. vermehrte Langeweile oder vermehrte Ängstlichkeit) können den Beginn einer solchen Wechselwirkung bedingen mit bereits in der Kindheit erworbenen oder vererbten biologischen Faktoren."
Das kann ich (aus eigener Erfahrung) so bestätigen. Ich hatte auch diese Vermutung. Stress (wie auch immer der Aussieht. Kann auch positiver Stress sein) bewirkt ein extrem erhöhter Cortisol Spiegel Morgens, der sich erst nach mehrere Tagen wieder normalisiert.
Zitat: Nicht das Rumexperimentieren mit Psychopharmaka erzeugt den genannten Effekt, sondern elektrische Stimuli/Impulse oder die Applikation chemischer Substanzen
Genau betrachtet, sind Psychopharmaka chemischer Substanzen die genau diesen Reiz bewirken. Das ist nur meine Meinung aus meiner persönlich Karriere mit Psychopharmaka. Mit jede Änderung (Dosis, Medikament) muss sich das ZNS neu anpassen (ausbalancieren) und reagiert zunehmend gereizt. Mit jede Änderung die ich vornahm wurden die Nebenwirkungen schlimmer und länger andauernd.
Zitat: Psychopharmaka sind nicht so schlecht, wie manche es vermitteln, weil zu viele Faktoren eine Rolle spielen, weshalb die Therapie nicht funktioniert.
Das ist natürlich Höchs individuell. Ich will nicht behaupten Psychopharmaka ist "Teufelzeug". Meine persönliche Erfahrung ist es, dass sie mich nicht weitergebracht hat und ich es mir sehr schwer tue davon loszukommen. Nach 15 Jahre Psychopharmaka bin ich kein Stück weiter. Sogar das Gegenteil.
Ich bin der Meinung, dass Therapie am besten funktioniert, wenn das Medikament raus ist. Ausgenommen "Verhaltenstherapie" - um bestimmte Muster zu erkennen, ändern, anders damit umzugehen mach des mMn. sinn eine "Verhaltenstherapie" schon während der medikamentöse Behandlung anzugehen. Was ohne medikamentöse Unterstützung ohnehin für viele betroffene gar nicht möglich wäre.
schönen Gruß
Nikko