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Panische Angst vor Trennung, Partnerin depressiv

201828.02




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Öhm. Ich hab's getan. Ich habe ihr gesagt wir brauchen eine Auszeit und ich gehe. Hab ihr Zeit gelassen, es zu verdauen, bin noch zu meinem Arzttermin.

Er hat sich lange Zeit gelassen, mir zugehört und mir dann empfohlen, noch heute meine Sachen zu packen und einen Urlaub von ihr zu nehmen, zum Wohle aller Beteiligten. Die Benzos soll ich bei akuter Panik weiterhin nehmen aber möglichst verzichten, er stimmte mir außerdem zu, dass ich wahrscheinlich nicht wirklich unter Depressionen leide und auch in dieser Richtung keine Therapie suchen soll sondern mich eher in Richtung der Panik und ihrer Ursachen zu orientieren.
Er verschrieb mir jedoch ein AD das eher in Richtung Ängste abzielt (um die Benzos nicht so verlockend erscheinen zu lassen) und überließ mir die Wahl, es auszuprobieren. Werde ich eventuell tun, doch mir ist der Name gerade nicht präsent und ich habe mich noch nicht mit dem Mittel beschäftigt. Außerdem hat er mich für eine weitere Woche krank geschrieben. So bleibt mir für die nächsten Tage der Kampf mit dem Amt erspart.

Und irgendwie hat sich das, was er gesagt hat, sehr sinnvoll angehört und ich habe ihm vertraut. Ich habe meinen Vater angerufen, ob ich eine Weile mit Hund auf seiner Couch kampieren kann, ich hätte meinen Job verloren und bräuchte einer Auszeit von meiner Partnerin. Zu ihm hatte ich monatelang keinen Kontakt. Er sagte ja klar. Ich bin nach Hause, teilte meiner Freundin meinen Entschluss fest und packte ein paar Sachen zusammen. Sie weinte. Versprach, sich gut um unsere Katze zu kümmern. Sie wollte sich nicht verabschieden. Jetzt sitze ich hier, auf der Couch meines Vaters, Hund friedlich schlummernd neben mir, und fühle erstmals, seit Monaten, so etwas wie pure, reine Erleichterung.

Und schäme mich gleichzeit in Grund und Boden. Ich fühle mich wie ein absolutes Monster. Wie kann ich ihr das antun ...

Auf das Thema antworten


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Bergisches Land :)
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Status: Online online
  28.02.2018 01:09  
Alles richtig gemacht!
Du hast ihr jetzt auch die Luft gegeben mal in sich zu gehen. Vielleicht ist das, bei allem Schmerz, für sie auch entlastend. Wenn auch nicht auf den ersten Blick spürbar.
Genieße ohne schlechtes Gewissen deine Erleichterung. Auch wenn ich deine Scham verstehe. Aber deine Gefühle sind völlig ok!
Ich wünsche dir eine gute und erholsame Nacht!

Danke1xDanke


2241
13
Kreis Aachen
888

Status: Online online
  28.02.2018 03:05  
Hi!
Das ist ja schon Klasse was du da mitmachen musstest, deine Freundin erinnert mich etwas an mich als ich so 13- 16,17 war :) ich war auch extrem aufbrausend, hab geschlagen ( sogar meinen damaligen Freund), jeder war alles Schuld außer ich natürlich war ja klar! Hatte null Antrieb, hab mich teils selbst verletzt, wollte eigentlich nur noch sterben usw. Ich hab das durch meine Borderline Erkrankung gehabt in dem Alter galt ich als komplett schwer erziehbar, das Jugendamt wurde damals eingeschaltet und selbst das konnte mich absolut nicht bändigen. Ich war richtig fies! Vielleicht hat sie sowas in der Art auch würde definitiv besser passen als Depressionen und bei Borderline kommt es ja auch auf die Form an, der Erkrankung.
Ich weiß nicht wie sie ihre Kindheit erlebt hat, ob es traumatische Ereignisse gab usw das schlimme ist aber das es bei dieser Erkrankung eine Zeitlang super funktioniert kann auch Jahre sein und irgendwann kommt der Knall und man explodiert und wird zum Monster wenn man Pech hat. Leid tat mir auch vieles aber in den Momenten interessiert es einen = Null.
Es ist definitiv schon mal gut das ihr erstmal getrennt seid für ein paar Tage zumindest schon mal :)
Eins glaube ich dir aber nicht so ganz wenn ich mal so ehrlich sein darf ;) sie muss schon definitiv vorher irgendwie ein Verhalten gehabt haben was darauf schließen lassen könnte das sie zB eher die aufbrausende Person ist usw, weil vom lieben Mauerblümchen auf einmal zur Furie zu werden passt so gar nicht ins Bild was du beschreibst, es gibt immer irgendwelche Anhaltspunkte auch eine psychische Erkrankung kommt meist nicht von jetzt auf gleich sondern fängt immer mit irgendwelchen Symptomen an ;) du hast es vielleicht einfach durch deine Liebe zu ihr nicht gesehen oder sehen wollen. ;)
Oder dadurch weil du ja eh mehr nach ihrer Nase tanzt und dir scheinbar mehr Gedanken um sie als andersrum machst kann es auch sein das sie es einfach gut unterdrücken konnte in deiner Gegenwart :)
Ich wünsche dir auf jeden Fall das du zur Ruhe kommst, klare Gedanken fassen kannst und nochmal über alles nachdenken wirst und zu einem Entschluss kommen wirst der für beide gut ist. Eine lange Beziehung heißt nicht immer das es das Beste ist um für immer zusammen sein zu müssen da hatte deine Freundin schon Recht bei der Aussage! Und heiraten unter diesen Umständen würde ich auch von abraten :)

Alles Gute und LG!



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Bodensee
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  01.03.2018 22:38  
@seventeen
Wie gehts dir denn nun?





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  02.03.2018 01:43  
@resalu Danke, dass du fragst. Mäßig. Ich hadere sehr mit der Trennung, denn sie fordert, ich soll zurück kommen oder endgültig, für immer, mit ihr Schluss machen. Bei meiner Mutter geht es mir jedoch halbwegs besser, für mich ist es gut so. Doch zu Hause sitzt die Liebe meines Lebens und sieht keinen Sinn darin, ohne mich weiterzuleben. Wie geht man damit um? Wird sie sich umbringen, weil ich weg bin? Sie glaubt nicht, mich jemals wiederzusehen, aber sie hasst mich andererseits so sehr, dass sie sich ein Wiedersehen gar nicht vorstellen kann. Aber eine Trennung eben auch nicht, dann will sie sich umbringen. Ich habe ihr gesagt, dass sie für sich selbst die Entscheidung treffen muss, was in der Zukunft passiert. Ich kann ihr nicht sagen, was sie will.

Sie sieht die räumliche Trennung als zusätzlichen Messerstich meinerseits. Es sei grausam, dass ich sie sitzen lasse in der Zeit, wo sie mich am meisten braucht, und mich dann auch noch weigere, mit ihr Schluss zu machen.

Ich bin so sehr hin und her gerissen. Wie kann ich, als Teil des Problems, ihren Schmerz lindern? In meinem Kopf geht das nicht. Egal wie ich es drehe und wende, wenn ich jetzt zurückgehe, sie hasst mich einerseits, kann andererseits ohne mich nicht sein. Was soll ich denn machen? Was soll ich da denn für eine Entscheidung treffen?





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  02.03.2018 02:14  
Darf ich hier von woanders zitieren? Ich fühle mich immer noch wie vor den Kopf geschlagen. Falls nicht erwünscht, bitte löschen.

zitiert von Grenzwandler.org:
"Das vermutlich auffälligste Verhaltensmuster im zwischenmenschlichen Bereich ist die Nähe- Distanzproblematik. Dieses typische Borderline-Phänomen führt zu einer intensiven Angst vor dem Alleinsein (obgleich sie es selber sind, die befriedigende und insbesondere langfristige Kontakte auf Dauer unmöglich machen) und damit zur ständigen Auslösung von Beziehungsstörungen im zwischenmenschlichen Bereich.

Dabei bemühen sich Borderliner geradezu verzweifelt tatsächliches oder erwartetes Verlassenwerden zu vermeiden. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sie häufig vorübergehende Abwesenheit mit offenkundiger Verlassenheit verwechseln. Eine Trennung oder der Verlust gewohnter zwischenmenschlicher Beziehungen bedroht sie mit einer grundlegenden Veränderung ihres Selbstbildes (was bin ich), der Affekte (Gemütsregungen), des Denkens und gesamten Verhaltens.

Das Verlassenwerden wird dabei häufig/meist zur selbst erfüllenden Prophezeiung, nämlich dann, wenn der Partner diese furcht-gesteuerte Spannung nicht mehr aushalten, von Frustrationen, Demütigungen, Kränkungen oder regelrechten Attacken durch Borderline-Betroffene ganz zu schweigen. Deshalb versuchen Borderliner wichtige Bezugspersonen dauerhaft an sich zu binden, können aber auch die dann drohende Nähe, ja Geborgenheit nur mit zwiespältigen Empfindungen ertragen. Auch das löst bei Ihnen Angst oder Scham aus.

Das geht u. a. darauf zurück, dass dieses Verlassen-Werden für sie bedeutet, unwert oder gar böse zu sein. Das haben Borderliner in frühster Kindheit gelernt und können es nicht ertragen.

Diese borderline-typische Über-Sensibilität (krankhaft ausgeprägte Empfindlichkeit) bzw. Über-Ängstlichkeit vor dem Verlassenwerden äußert sich nicht nur in den erwähnten Reaktionen, sie kann sich bis zu unangemessener Wut steigern und damit alles zertrümmern, selbst wenn es dafür keinen Nachvollziehbaren Grund gibt.

Diese unterschiedlichen, für Außenstehende kaum verstehbar und in Einklang zu bringenden Gefühle werden aber von Borderlinern oft gar nicht konkret wahrgenommen, sondern meist als äußerst quälende, diffuse, Spannungszustände erlebt, die einfach kommen und gehen, ohne dass man darauf einen nachhaltigen Einfluss ausüben kann."





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  02.03.2018 09:55  
Sie bombardiert mich weiter mit SMS. Sagt, sie kann und wird sich nicht mehr um die Katze kümmern. Ich soll gucken, dass ich ihn loswerde. Dazu konstant Vorwürfe, Unverständnis, Hass und Wut, abgewechselt mit Verzweiflung und "bitte komm zurück". Ich will sie nicht blocken, hatte nur auf eines gezählt: dass sie sich um unsere Katze kümmert. Jetzt muss ich gucken, was ich mache.



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  02.03.2018 10:15  
Kann die Katze Übergangsweise in deinZimmer ziehen?
Nciht so richtig schön aber vielleicht das Beste.

Lass dich nicht einwickeln. SIE war diejenige, die gesagt hat, sie kann dich nicht mehr ertragen, sie hat kein autonomes Leben mehr.

Und mal ehrlich, willst du so weitermachen?
Das ist emotionale Erpressung, was sie da gerade abzieht!





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  02.03.2018 10:31  
Das wäre vielleicht sogar machbar, aber dann ist sie ganz alleine. Und hat nicht mehr das Gefühl, dass sie noch gebraucht wird. Das wollte ich vermeiden ... wenn ich die Katze jetzt zu mir hole, kann ich nicht einschätzen, ob sie nicht wirklich vom Balkon springt.

Sie war auch diejenige, die Schluss gemacht hat. Jetzt gerade ist ihr das alles egal, sie will nur, dass der Schmerz aufhört. Danke, dass du mir noch mal vor Augen geführt hat, dass nichts hier grundlos passiert.

Ich will nicht weitermachen wie bisher. Angenommen ich fahre jetzt zu ihr, dann sind wir vielleicht 15 Minuten glücklich, uns wiederzuhaben - und dann geht das Kopfkino los und das Gedankenkarussell und dann hab ich sowieso wieder verloren, dagegen komme ich nicht an wenn es mir nicht super gut geht. Dann merkt sie das, wird wieder wütend weil sie sich nicht unterstützt/verstanden fühlt und im Endeffekt sind wir wieder da, wo wir jetzt sind.

Und das kann ich, und vor allem will ich, nicht so fortführen.



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  02.03.2018 10:35  
Wenn du den Eindruck hast, dass sie sich wirklich etwas antun wird (und das nicht nur ganz leere Drohungen sind) dann musst du ihr den RTW auf den Hals schicken!
Denn dann braucht sie Hilfe. Aber nicht deine.
Denk daran, du bist nicht für das, was sie tut oder nicht tut verantwortlich. Das ist sie ganz allein - sie ist erwachsen.

Danke1xDanke

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