Zitat von Ulli-Online: Was versteht ihr darunter. Habt ihr selber Weltschmerz?
Was hilft?
Weltschmerz ist ein zuerst von Jean Paul geprägter Begriff für
ein Gefühl der Trauer und schmerzhaft empfundener Melancholie, das jemand über seine eigene Unzulänglichkeit empfindet, die er zugleich als Teil der Unzulänglichkeit der Welt, der bestehenden Verhältnisse betrachtet.
Ich wusste bisher nicht, dass Jean Paul diesen Begriff geprägt hat.
Die Beschreibung finde ich passend. Allerdings dürfte dieser Weltschmerz nicht unbedingt für jeden erfahrbar sein, abhängig von der psychischen Verfassung, die wiederum ja auch ihren Ursprung in einer wie auch immer erfolgten Prägung gefunden haben kann.
Der shizoide Mensch, besonders wenn eine entsprechende Persönlichkeitsstörung vorhanden ist, wird wohl eher weniger Weltschmerz empfinden, da er sich ja selbst genug ist und auch keinen besonderen Wert darauf legt, mit anderen zu interagieren.
Der narzisstisch veranlagte oder gestörte, dürfte ebensowenig Interesse haben, sich mit der Welt auseinanderzusetzen, außer sie füttert ihn nicht mehr mit dem, was sein Ego braucht.
Der depressive kennt, meiner persönlichen Erfahrung nach, zumindest mal den „Schmerz“ beziehungsweise eine Traurigkeit, die mitunter in Verzweiflung mündet und bisweilen unerträglich ist, oder zumindest so erscheint. Da bietet sich dann auch eine entsprechende Sichtweise an, die „Weltumfassend“ gesehen werden kann. Und alleine auf Fakten basierend, ja durchaus nachvollziehbar ist. Inwieweit man sich dann darin verliert, ist aber auch etwas, dass eventuell davon abhängt, wie selbstwirksam man in der Depression nich agieren und reagieren kann.
Ist Angst das vorherrschende Problem, so kann ich zumindest für mich selbst sagen, dass meine Ängste mit zwar im Grunde immer als berechtigt erscheinen und es teilweise ja auch waren, allerdings die Art, wie sehr ich mich in sie hineingesteigert habe, leider weniger „gesund“ und vor allem wenig rational war. Vor allem die Angst vor etwas, dass ich ohnehin nicht selbst beeinflussen kann. Da bin ich mittlerweile recht gut heraus gekommen und kann meine Ängste zumindest so im Griff halten, dass sie nicht mein Leben bestimmen.
Persönlich verschließe ich nicht die Augen vor dem „Schmerz, der auf der Welt herrscht“ und auch nicht vor dem wie der Mensch zu diesem beiträgt, aber es hilft mir zumindest, mein Augenmerk auch auf „Gutes“ zu richten, wenn es stattfindet.