Zitat von berliner:Hat hier jemand Erfahrung mit dem Modell von "inneren Anteilen" oder dem "inneren Kind" ?
Dass man in der Therapie so eine Art "Spaltung" feststellt, dass man irgendwie ambivalent ist, verschiedene, sich entgegenstehende Interessen hat ? Oder das man die Angst sozusagen als Anteil sieht (oder eben z.B. als das innere Kind, oder so, dass sehr energisch Forderungen stellt) und "abspaltet", und sie dadurch dann mit mehr Abstand betrachten kann ? Also z.B. "ach, das kenne ich ja, das ist nur die Angst" oder "das macht sie nur schon wieder, weil..." ?
Also z.B. das man die Angst als Methode des Anteils versteht.
Ja. Das ist ein sehr geläufiges Modell, um greifbar(er) zu machen, dass wir meist ambivalenten Motivationen ausgesetzt sind. Das "innere Kind" ist sozusagen der Klassiker, man geht oft noch viel weiter und spricht von einem "inneren Team" - da hat man dann z.B. einen Ängstlichen, einen Kontrolleur, einen Antreiber, vielleicht einen Abwerter oder was auch immer. Die Idee dahinter ist, diese einzelnen Anteile mit mehr Distanz betrachten zu können und ihnen situationsangemesseneren Spielraum zu geben. Wer morgens zur Arbeit muss, kann eben nicht ausgerechnet dann kindlichen Bedürfnissen nachgeben. Aber die Idee ist auch, die einzelnen Anteile zu würdigen. Eigentlich sollte man dann das innere, ängstliche Kind nicht missachten, sondern beruhigen - so als stünde da, außerhalb von einem selbst, tatsächlich ein verängstigtes Kind. Das schafft dann Distanz zur Angst. Alles in allem ist es aber nur ein psychologischer "Trick", nichts Großartiges oder Weltbewegendes. Wenn's hilft - gut.
Zitat von berliner:Glaubt ihr, dass man davon schizophren wird ?
Nein, und das brauche ich nicht zu glauben, das weiß ich. BTW ist es nicht möglich, durch Denken oder Phantasieren oder solche Modelle schizophren zu werden...
Liebe Grüße
Christina