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sandracookie

sandracookie
Mitglied

Beiträge:
499
Themen:
17
Danke erhalten:
549
Mitglied seit:
Hallo zusammen,
ich weiß hier kann niemand etwas diagnostizieren, aber ich wollte mal etwas schildern, was bei mir länger schon auf tritt.
Diagnostiziert bin ich mit Depressionen/Angststörung.
Manchmal bin ich mir aber nicht mehr sicher, ob es nur das ist oder noch mehr dahinter steckt.

Ich habe so alle zwei bis drei Wochen richtige emotionale Ausbrüche. Es geht los mit extremer Reizbarkeit (die sprichwörtliche Fliege an der Wand triggert mich dann) und dann eskaliert es in Wut, hinterher Traurigkeit, teilweise Angst/Panik, totale Hoffnungslosigkeit und alles extrem negativ zu sehen.
Diese "Attacken/Phasen" kommen aus dem Nichts, überrumpeln mich und mein Umfeld und korrelieren nur selten mit äußeren Umständen (Stressauslösern). Ich erkenne mich teilweise selbst nicht wieder und hinterher frage ich mich, warum ich überhaupt so extrem reagiert habe.

Das andere Extrem, was die letzten Monate immer wieder auftaucht, ist, dass ich gar nichts mehr fühle, insbesondere keine Freude mehr und das alles wie in "Grautönen" ist. Das hält so ein bis drei Tage an, dann legt es sich wieder von alleine. Teilweise habe ich dann das Gefühl mich selbst nicht mehr zu spüren und keinen Zugang zu meinen Gefühlen zu haben - hier habe ich schon das Gefühl, dass es mit Stress zusammenhängt und eine Art Schutzmechanismus ist, weil ich ansonsten in Angst und Panik verfalle.

Kennt sowas jemand? Liegt das daran, dass ich immer noch mittendrin in einer depressiven Episode bin, trotz deutlicher Besserungen? vielleicht hat jemand Tipps/Erfahrungen, die mir helfen das besser einzuordnen.
Danke auch für's Lesen des langen Textes.

05.03.2026 x 2 #1


10 Antworten ↓

Feuerschale
@sandracookie hallo, ja ich kenne das...aber aber leider noch keine Idee zur Ursache noch zur Lösung.
Nur manchmal diese Reizbarkeit/Triggerbarkeit wo das depressive dann stark mitschwingt und negative Szenarien,
oder melancholische Gefühle; dann wieder dieses gefühllose, unverbundene eher.

Depression liegt bei mir auch vor...aber was da sonst noch dahinter steckt, keine Ahnung....
Ich denke dieses "mal hyper".....dann Schutz und zu werden, Distanz und Leere....das hängt irgendwie zusammen.
Warum das Nervenkostüm so ins "Hyper" geht ab und an...jeder Reiz sich aufbauscht und emotional ein Rattenschwanz dran hängt, das weiß ich nicht genau. 🤔

Reizfilter hatte ich gefühlt immer sehr wenige, bin bei Menschenmassen und bestimmten Dingen total geflutet.
Emotionale Steuerung (ausblenden, umlenken) geht bei mir auch sehr schwer, also nur bis zu einem gewissen Grad,
nicht schon in dem Reizflutungszustand und allem was dran hängt.

x 2 #2


A


Emotionale Ausbrüche vs Anhedonie

x 3


Greta__
Hallo du Liebe.

Hast du mal angefangen einen Zykluskalender zu führen? Du schreibst das tritt alle zwei bis drei Wochen auf. Das was du beschreibst kommt mir sehr bekannt vor, PMS, insbesondere als es langsam mit den Wechseljahren anfing. Ich war 1:1 genauso und weder mein Umfeld als auch ich haben mich wieder erkannt. Bei mir hing es mit den beginnenden Wechseljahren zu tun und war zyklusabhängig.

Vielleicht magst du mal bei dem Forum Hormonmonster.de vorbeischauen, da gibt es ähnliche Berichte und super Tipps was man wie beim Arzt z. B. durchtesten lassen sollte.

Abgestumpft, kein Zugang zu den Emotionen: Das hört sich sehr nach Dissoziation an. Das ist in der Tat ein Schutzmechanismus bei Überforderung/Reizüberflutung. Du scheinst da ein gutes Gefühl zu haben, da du das bereits mit Stress in Verbindung bringst.

x 3 #3


sandracookie
@Feuerschale
Danke für deine Antwort. Ja es ist wirklich sehr schwierig da eine Ursache festzumachen.
Ich hätte immer gerne die eine logische Erklärung für meine Symptome in der Hoffnung dann auch eine Lösung zu haben - so fühlt man sich hilflos und man kann einfach nur aushalten und abwarten. Das zerrt unwahrscheinlich an den Kraftreserven und wird schnell zu einem Teufelskreis.
Umweltreize werden mir auch schnell zu viel und gefühlt brauch ich dann doppelt so lange, um wieder runter zu fahren und überhaupt entspannen zu können - das würde dann wieder dafür sprechen, dass ich mich die letzten Jahre einfach viel zu sehr verausgabt habe.

x 2 #4


sandracookie
@Greta__
Ich hab tatsächlich auch schon einen hormonellen Zusammenhang vermutet. Die Probleme treten fast immer kurz nach dem Eisprung auf und dann bis zur bzw. teilweise auch während der Periode.
Jetzt ist es allerdings so, dass ich seit 2 1/2 Monaten Desogestrel durch nehme. Das müsste eigentlich den Zyklus verändern, da der Eisprung unterdrückt wird und irgendwie ist es damit auch schon bisschen besser geworden, aber ich habe den Eindruck, dass ich gewisse Phasen dennoch spüre, so als liefe der eigentliche Zyklus unterschwellig weiter, aber eben noch so präsent, dass es trotzdem solche Spitzen gibt 🤔 ob das möglich ist, keine Ahnung, vielleicht hat es sich auch noch nicht komplett angepasst, weil es erst wenige Monate sind.
Danke für den Tipp mit dem Forum. Ich sollte mich wohl doch auch unbedingt um einen Termin beim Endokrinologen kümmern...
Zitat von Greta__:
Abgestumpft, kein Zugang zu den Emotionen: Das hört sich sehr nach Dissoziation an. Das ist in der Tat ein Schutzmechanismus bei Überforderung/Reizüberflutung. Du scheinst da ein gutes Gefühl zu haben, da du das bereits mit Stress in Verbindung bringst.

Das ist mir in der Tagesklinik so richtig bewusst geworden. Ich musste erstmal Emotionen zu und raus lassen, bevor ich überhaupt offen war den Lösungsvorschlägen der Pflege und Therapeuten eine Chance zu geben. Das hat es nicht komplett gelöst, aber war ein erster Schritt das für die Zukunft zu erkennen und dann gegen steuern zu können.

x 1 #5


Greta__
Zitat von sandracookie:
@Greta__ Ich hab tatsächlich auch schon einen hormonellen Zusammenhang vermutet. Die Probleme treten fast immer kurz nach dem Eisprung auf und dann ...

Guten Morgen.

Oft ist es ja ein Schutz der Seele, was ansich ja gut ist. Damit man nicht überwältigt wird. Wir müssen lernen, Schritt für Schritt an unsere Themen ranzukommen, ohne uns "abzuschneiden".

Das Forum, welches ich dir empfahl, hat mir (verzeih den Ausdruck) den Ar.sch gerettet. Dort habe ich unfassbar viele Tipps, Ratschläge bekommen und konnte dann entsprechend beim Arzt nagieren. Man wird immer in die Psychoecke gesteckt, dabei ist vieles hormonell bedingt.

x 3 #6


Elly79
Zitat von sandracookie:
dass ich seit 2 1/2 Monaten Desogestrel durch nehme.

Hallo, bis die Pille sich richtig eingroovt kann es 4 bis 6 Monate dauern. Hab noch etwas Geduld.

Ich habe ganz ähnliche Probleme gehabt, das ging bei mir extrem mit Mitte 30 los. Mit 40 habe ich mit der Pille begonnen und bin ein anderer Mensch. 🤣

Reizüberflutung und damit verbundene Reizbarkeit habe ich zwar immer noch, aber das hängt mit meinem ADHS zusammen.

x 2 #7


sandracookie
@Greta__
Zitat von Greta__:
Man wird immer in die Psychoecke gesteckt, dabei ist vieles hormonell bedingt.

Ja das ist wirklich unglaublich wie wenig man da ernst genommen wird und es ist mir ein Rätsel, warum die Ärzte/Ärztinnen das nicht sehen und verstehen wollen, das sind ja mittlerweile eigentlich normale Erkenntnisse über die Biochemie des Körpers und keine bahnbrechenden neuen Erforschungen. Man könnte den Betroffenen einiges an Leid ersparen und insgesamt Kosten für's Gesundheitssystem sparen, wenn keine Ärzte Odyssee nötig wäre mit zig falschen Behandlungsansätzen 😒

x 1 #8


sandracookie
@Elly79
Danke dir, ja ich vergesse immer gerne, dass sowas gerade bei hormonellen Geschichten unwahrscheinlich viel Zeit braucht. Aber es macht auch Hoffnung, dass sich das noch weiter bessern kann.

Ich bin jetzt 33 und bei mir kamen die Probleme nach Schwangerschaft/Geburt/Abstillen - seit dem ist nichts mehr wie vorher und der Zyklus mal mehr, mal weniger auffällig (für die meisten Gynäkologen aber noch nicht auffällig genug, da sie lange keinen Behandlungsbedarf gesehen haben: "ihr zyklus ist doch regelmäßig, da kann kein Hormonmangel vorliegen" war die Standardaussage, die anderen Auffälligkeiten wurden ignoriert...

Empfindlichkeit gegenüber Reizen wird bei mir auch nie wirklich weg gehen, da bin ich einfach so veranlagt. In unserer Familie spricht bei vielen einiges für Hochsensibilität. Das vermute ich als Hintergrund. Aber ohne diese Gefühlsausbrüche und krassen Extreme würde es mir schon besser gehen, weil sowas den Akku immer direkt tiefen entleert und das auffüllen so viel länger dauert, dass die Rechnung im Alltag nicht aufgeht.

x 3 #9


Greta__
Guten Morgen.
Nach den Geburten meiner Kinder bin ich jeweils in Depressionen gefallen. Keiner kam darauf, dass es an den Hormonen lag. 😞

Erst als ich zum Nuklearmediziner ging, hat dieser die Hände über den Kopf zusammen geschlagen und mich bzgl. der Schilddrüse richtig eingestellt.

Deshalb: Geh zu den Fachärzten, die sich wirklich 24/7 um Hormone kümmern. Wärst du in der Nähe von Hannover, würde ich dir Ärzte empfehlen können.

x 1 #10


sandracookie
@Greta__
Zu Beginn der Schwangerschaft hatte ich beim Thema Schilddrüse noch Glück, dass ich eh einen Termin beim Nuklearmediziner hatte zur Kontrolle, nach dem ich einen Knoten im Bereich der Schilddrüse ertastet hatte und der Hausarzt auch der Meinung war, dass sie vergrößert war bei der Tagesuntersuchung.
Als der Termin dann war, war die Schwangerschaft ganz frisch und es war selbstverständlich, dass sämtliche Blutwerte abgeklärt wurden. Die waren damals größtenteils in Ordnung, aber im unteren Grenzbereich und aus Vorsorge durch den Hintergrund mit der Schwangerschaft sollte ich dann direkt ergänzen mit L-Thyroxin.
Das lief ne ganze Zeit gut und regelmäßig hat der Hausarzt TSH, T3, T4 im Blut überprüft. Auf Basis davon sollte ich das L-Thyroxin dann irgendwann wieder reduzieren und nur Jod Tabletten als Ergänzung nehmen.
Ich bin mir gerade nicht mehr sicher zu welchem Zeitpunkt das war, ich glaub da war mein Sohn schon auf der Welt (Mitte 2021), 11 Monate habe ich gestillt und ich habe dann so im Frühjahr 2023, als der Kleine anderthalb war erneut erste Auffälligkeiten/Probleme bekommen, die auf eine Unterfunktion hingedeutet haben.
Diesmal hatte ich aber das Pech, dass die Ärzte gewechselt haben, der Hausarzt ging in Rente und beim Nuklearmediziner war es eine Gemeinschaftspraxis, wo ich nicht wählen konnte zu wem. Die anderen Ärzte waren dann der Meinung "TSH im Normbereich = Schilddrüsenprobleme ausgeschlossen" und es waren mehrere Termine mit teils auffälligen Ultraschall/teils unauffällig und drauf Bestehen meinerseits, dass nochmal alle Werte gecheckt wurden, nötig, bis ich dann doch wieder L-Thyroxin verschrieben bekommen habe und auch Vitamin D Mangel festgestellt wurde und siehe da ein paar Symptome hat es gelindert.
Leider nicht alle, weil da aber wahrscheinlich auch viel zu viel und zu lang was aus dem Gleichgewicht geraten ist und die Sexualhormone und auch Cortisol bisher völlig außer acht gelassen wurden...

Ja mit Hannover ist es schwierig. Wären knapp drei Stunden Fahrt eine Strecke. Sowas geht mal, aber für regelmäßige Arzttermine im übervollen Alltag leider nicht wirklich praktikabel...

#11


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