Danke, liebe Schlaflose.
Ja, ich habe das früher schon öfters zu hören bekommen und bin (oder war) mir dessen also nicht ganz unbewusst. Lesen und verfassen, Wort und Schrift sind seit frühester Kindheit mein größtes (und einzig wahres) Talent gewesen. Die Sache ist bloß, dass auch dies leider mächtig nachgelassen hat, weil es mir meistens so unglaublich schwer fällt, mich zu konzentrieren und es mich inzwischen sogar gewaltige Anstrengungen kostet, vernünftige Sätze zu bilden oder längere Texte zu lesen. Bis vor einigen Jahren ist das alles kein Problem gewesen, im Gegenteil, es war Leidenschaft.

Aber eine völlig aus dem Lot geratene Psyche kann so vieles kaputt machen oder verhindern... Und hinzu kommt, dass man sich im allgemeinen Leben ja ganz anders behaupten können muss. Beim schreiben sieht niemand meine Unsicherheit oder Nervosität (aus "Komplexen" heraus) und so weiter...

Außerdem habe ich die klar vorhandenen Überlegenheiten anderer Menschen nicht live und in Farbe vor Augen, weswegen mich meine Minderwertigkeits- und Schamgefühle deutlich weniger blockieren.
Und noch etwas: die Verfasser von Zeilen mit einer weniger ausgefeilten Grammatik und Orthografie müssen mir nicht zwangsläufig darin unterlegen sein, finde ich. Denn ich glaube, dass sie sich teilweise lediglich keinen Perfektionismus dabei abverlangen und bewundere sie gelegentlich sogar dafür... weil es manchmal so... unbeschwert aussieht!

Ich war in meinem ganzen Leben noch nie richtig unbeschwert, deshalb fällt mir derlei bei anderen Menschen schnell auf.