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Ich bin erst 23 Jahre alt und fühle mich ganz schrecklich einsam.
Wegen eines Studiums bin ich von zuhause ausgezogen und im ersten Jahr war ich auch sehr fröhlich und glücklich.
Eine Freundin, die mit mir das Abitur gemacht hat, ist auch in eine Einzimmerwohnung im selben Haus gezogen.
Wir hatten sehr viel Kontakt zueinander, eigentlich habe ich fast meine komplette Freizeit mit ihr verbracht.
Irgendwann ist das ganze etwas auseinander gegangen, jetzt haben wir zwar (minimalen) Kontakt, aber da sie nun einen Freund hat, ist sie selten da.

Ich habe dann angefangen mich mit einer anderen Freundin von mir zu treffen, mit ihr habe ich mich allerdings gestritten.
Im Studium habe ich auch gleich Menschen kennengelernt mit denen ich heute noch vorallem auf dem Campus Kontakt habe.
Die meisten wohnten allerdings schon vorher in der Stadt und haben somit ihr eigenes Leben mit ihren Strukturen.
Ich konnte mich nirgends so richtig integrieren und weiß nicht was ich nun machen soll.
Ich fühle mich wirklich seit ungefähr 8 Monaten ganz schrecklich.
Ich kenne zwar ein paar Leute und wenn sich was ergibt, dann treffe ich mich mit einigen, aber es ist nichts alltägliches, niemand der regelmäßig da ist. Manchmal habe ich ein in der Woche auch einen oder 2 Tage frei, wenn ich da nichts zu tun habe und sich nichts ergibt dann bin ich den ganzen Tag alleine, was ich als wirklich bedrückend empfinde.

Ich weiß nicht was ich tun soll, damit ich wieder fröhlich bin und zufrieden im Leben.
Ich denke, dass der Kontakt zu anderen Menschen einfach lebensnotwendig ist.
Und ich möchte doch langsam etwas Struktur in meinem sozialen Leben haben.

Wie geht ihr mit solchen Situationen um?

24.08.2010 09:41 • 29.08.2010 #1


5 Antworten ↓


Hallo Cookie,

ich bin schon 24 (durch ungünstige Vergleiche mit anderen ist das "schon" manchmal wörtlich zu nehmen)

Ich kenne das Gefühl, dass andere ihr festes Leben haben, ihre Alltagsstruktur, ihren Freundeskreis, vielleicht einen Partner,... und man selbst passt da nicht rein. Habe für mich irgendwann gemerkt, dass ich die Tendenz habe, zu erwarten dass Mitmenschen jetzt plötzlich super viel Zeit mit mir verbringen weil wir uns gerade kennengelernt haben. Auch habe ich aktuell gleich wieder negative Gedanken gehabt, wenn man nicht gleich eine Antwort kam...
Weiß ja nicht, was du bisher versucht hast, aber ich würde dir raten, dran zu bleiben. Wenn du jemanden interessant findest, oder zumindest denkst, dass die Person interessant sein könnte sei aktiv und nimm Kontakt auf. Je nach Interesse könntet ihr gemeinsam Sport machen, ins Kino gehen, euch irgendwo treffen und einfach unterhalten.
Manche melden sich mehr, andere seltener. Abhängig vom Kontaktbedürfnis, aber auch dem sonstigen Freundes- und Bekanntenkreis bzw. den Aktivitäten. Wenn du selbst aktiv wirst und dich um Kontakte bemühst, werden schon Signale zurückkommen, inwieweit dein Gegenüber Interesse an dir hat.

Eine damit zusammenhängende Frage: Wie zufrieden bist du mit deinem sonstigen Leben? Hast du klare Ziele und weißt überwiegend, was du willst?
Merke da bei mir selbst eine gewisse Leere, wo ich mir mein Leben sozusagen zurückerkämpfen muss. Sei es, dass ich mich mehr engagiere, lese oder mir Gedanken über die berufliche Zukunft mache. Durch Interessen findet man einerseits wieder Kontakte (bei mir ist das u.a. wieder der Weltladen -nach ca. einem Jahr Pause), andererseits ist man zufriedener und wirkt auch auf andere interessanter, wenn man weiß, was einen selbst bewegt und Themen hat, bei denen man mitreden kann.
Jedenfalls ist es das, was ich einerseits merke und wo ich andererseits noch drauf hinarbeite.

24.08.2010 13:14 • #2



Zusammen ist man weniger allein.

x 3


Zitat:
Manchmal habe ich ein in der Woche auch einen oder 2 Tage frei, wenn ich da nichts zu tun habe und sich nichts ergibt dann bin ich den ganzen Tag alleine, was ich als wirklich bedrückend empfinde.


Kannst du denn gut mit dir selbst alleine sein?
Es klingt ein wenig so als wärst du zwanghaft auf der Suche nach Aktivität mit Anderen, hättest aber gar nichts was du mal mit dir selber alleine machen und auch genießen kannst.
Also ein Hobby das dir Spaß macht, das du nur für dich alleine machst. Das scheint dir zu fehlen?

24.08.2010 13:54 • #3


Zitat von Pilongo:
Zitat:

Kannst du denn gut mit dir selbst alleine sein?
Es klingt ein wenig so als wärst du zwanghaft auf der Suche nach Aktivität mit Anderen, hättest aber gar nichts was du mal mit dir selber alleine machen und auch genießen kannst.
Also ein Hobby das dir Spaß macht, das du nur für dich alleine machst. Das scheint dir zu fehlen?


Hey!

Nein ich kann wirklich sehr gut mit mir alleine sein, mir ist das sogar sehr sehr wichtig!
Ich brauche meist zwischen Tätigkeit A und B etwas "Pufferzeit" um mit mir selbst sein zu können, ohne mich auf andere zu konzentrieren.
Ich habe dieses Semester mit einem Sprachkurs begonnen, dort habe ich auch Kontakt zu 2- 3 Personen geschlossen, ein paar Gespräche geführt (Smalltalk) auch mal mit einem zu Mittag gegessen in einer Pause. Einen Yoga Kurs habe ich begonnen und Badminton mit einer Kommilitonin...
Ich treffe mich auch ab und an mal mit einem anderen aus meinem Studiengang...

Aber dennoch fühle ich mich sehr einsam, weil mir, so vermute ich, feste Strukturen fehlen auf die ich mich auch mal verlassen kann ohne mich ständig selbst um etwas zu kümmern, also ich meine etwas alltägliches..vertrautes...aber das habe ich mir noch nicht aufgebaut, das fehlt mir sehr.
Und wenn sich eben mal nicht ergibt, dann bin ich alleine und das finde ich schrecklich.

29.08.2010 22:43 • #4


Zitat von th_e1986:

Eine damit zusammenhängende Frage: Wie zufrieden bist du mit deinem sonstigen Leben?


Genau das meine ich, eine feste "Alltagsstruktur" fehlt, dieses ständige Ausschau halten nach Gelegenheit macht mich nicht zufrieden. Ich weiß, dass sich diese aber genau durch dieses Bemühen um Kontakt entsteht. Es ist nur mittlerweile ein Jahr rum und ich halte das nicht mehr so gut aus, wie ich merke.

Zufrieden bin ich mit den Wissenschaften die ich gewählt habe. Mein größter Traum war es studieren zu können, ich lerne sehr gerne und habe auch bis jetzt gut Ergebnisse vorzuweisen. Meinen Master möchte ich, wenn es klappt auch machen. Vielleicht sollte ich es dann mal mit einer WG probieren, so meine Gedanken im Moment.
Meine Familie ist wunderbar, zum Glück, ich fahre sie noch sehr oft besuchen. Und selbst möchte ich auch eine haben...noch nicht jetzt...aber in einigen Jahren vielleicht.

Wieso genau fühlst du in Bezug darauf eine gewisse "Leere" ?

Grüße

29.08.2010 22:52 • #5


Leere deswegen, weil ich teils noch nicht weiß, was ich im Leben will und auch nicht immer sagen kann, dass ich gerade mitten in der Suche stecke

29.08.2010 23:12 • #6




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