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Hallo,
ich leide an einer Angststörung, die ich aber durch Paroxetin und einer Verhaltenstherapie einigermaßen im Griff habe. Ich hatte eine Mädelsclique, die mir anfangs richtig toll beigestanden hat, allerdings reagierte eine Freundin auf mich immer aggressiver und schrie mich in jeder erdenklichen Situation an (wegen absoluten Kleinigkeiten). Ich bin durch die Krankheit sehr sensibel und empfindlich geworden, damit kam sie nicht klar. Das Ende vom Lied war, dass sie sagte, sie käme mit meiner Krankheit nicht klar und könne nicht mehr mit mir umgehen. Somit habe ich durch den schei. eine Freundin weniger, aber ich denke, wenn sie so reagiert, war es keine richtige Freundin, oder? Das Ganze hat mich ganz schön zurückgeworfen. Ist euch auch schon sowas passiert? Ich mache mir ein wenig Vorwürfe, dass ich´s überhaupt erzählt habe, aber ich habe ihr vertraut und hätte niemals damit gerechnet. Ich bin menschlich sooo fürchterlich enttäuscht... Wie denkt ihr darüber??
Alles Liebe vom Löttchen

11.12.2008 22:14 • 12.12.2008 #1


2 Antworten ↓


hallo löttchen!

also ich gehe jetzt mal davon aus, dass deine angststörung nach der freundschaftschließung kam.

jetzt versuchen wir das mal aus der sicht der freundin zusehen. sie scheint nicht zu wissen, wie sie mit dir umgehen soll. wenn du empfindlich reagierst wird sie das wohl oft sehr verwirren und sie muss erst lernen, wie sie sich verhalten muss um dich nicht allzusehr zu verletzen. gleichzeitig möchte sie natürlich die freundschaft so erhalten wie früher, ohne sich zu verstellen.
es ist innerhalb einer freundschaft immer schwer sich zurechtzufinden, wenn sich einer der beiden verändert.

umgang mit leuten die eine angstörung oder ein anderes problem haben, erfordert eine gutes einfühlungsvermögen. wichtig ist natürlich, dass du ihr die problematik so gut wie möglichst erklärst, damit sie dich besser versteht.

ob eure freundschaft nun was wert ist oder nicht kann ich keineswegs beurteilen, da ich die genaue sitaution nicht kenne, genausowenig kenne ich dich und deine freundin, so ist das eben nicht einfach.

zu der frage ob anderen sowas passiert... ich denk einen verlust hat bestimmt schon jeder mitmachen müssen... hab auch schon viele leute aus unterschiedlichen gründe verloren, aber auch neue gefunden. wichtig ist, dass man die zeiten genießt, in denen es gut läuft und selbst wenn man dann irgendwann verschiedene wege geht, war die freundschaft nicht sinnlos. schließlich hat man zahlreiche erfahrungen gesammelt und eine schöne zeit gehabt.

lg

12.12.2008 01:07 • #2


Das ist natürlich eine blöde Situation, aber ich kann Euch beide verstehen. Du brauchst Dir sicher keine Vorwürfe machen es erzählt zu haben, denn sich zu verstellen ist auch blöd und dafür sind Freunde ja auch da.

Ich kann es mir aber auch vorstellen, dass es für Deine Freundin nicht leicht ist. Sie kennt Dich ja noch im alten Zustand (davon gehe ich jetzt einfach mal aus) und nun bist zu plötzlich verändert. Das ist mit Sicherheit komisch und jeder Mensch geht damit ja auch anders um.

Ich habe das Glück verständnisvolle Freunde zu haben die mir auch immer zuhören und Mut zusprechen, dass ist schon viel wert. Ich kann nicht sagen wie es wäre, wenn sich davon plötzlich jemand abwenden würde.

Jedenfalls wünsche ich Euch alles Gute und vielleicht hilft es ja sich nochmal zusammenzusetzen und in aller Ruhe darüber zu reden. Wie Du Dich fühlst, wie sie sich fühlt etc. Vielleicht könnt Ihr Euch ja doch noch zusammenraufen, wenn Ihr erstmal die jeweils andere Sichtweise gehört habt?!

12.12.2008 10:30 • #3




Dr. Hans Morschitzky