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Zitat von illum: Richtig. Aber auch hier gilt doch dennoch die menschliche Fähigkeit zur Empathie oder nicht? Darum ging's mir zumindest dabei.
Dass der Mensch rein theoretisch dazu in der Lage ist Situationen emotional nachvollziehen zu können, ohne selbst betroffen zu sein.
Zitat von Sommerliebe: also wären wir wieder bei Emphatie.
Empathie im Sinne von Nachfühlen ist m. M. n. irgendwann einfach nicht mehr möglich. Das kann ich, wenn ich gleiche oder zumindest ähnliche Erfahrungen selbst gemacht habe. Und vielleicht auch, wenn jemand schlimmere Belastungen, Erfahrungen, Gefühle als ich selbst kenne ertragen muss.
Aber irgendwann klappt das nicht mehr, weil es einfach das eigene "Gefühlsvermögen" übersteigt. Mir selbst fällt es oft schwer, mich in meine Lage von vor 10 Jahren zu versetzen, wirklich zu fühlen was ich damals empfunden habe. Ich weiss aber, dass es mir extrem schlecht ging.
Und dann kommen eigentlich gut gemeinte (und auch grundsätzlich richtige) Ratschläge manchmal wie "Schlauberger" Sprüche rüber und der Betroffene fühlt sich nicht ernst genommen.
Man kann und sollte dem anderen einfach glauben und den Schmerz erst nehmen, ganz gleich ob man sich selbst einfühlen kann oder nicht. Vielen fehlt glaube ich in erster Linie Zuneigung, Offenheit, Verständnis und Vertrauen. Das ist zugegeben schwer, wenn man sich noch nicht mal untereinander sehen kann.
Aber wie soll sich jemand fühlen, der schon am Boden liegt und jeden Mut verloren hat und dann werden Aussagen und Ängste angezweifelt? Denn etwas anderes ist es ja nicht, wenn die Gefühle des anderen relativiert werden.