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Azure
Zitat von nikimiky:
Ich verstehe nicht ganz. Du schreibst das leere auch schön sein kann aber nur leere Ware nichts für dich? Wie meinst du das?



Ich hatte Jahre lang das Problem dass ich mich leer fühlte (depressiv, nichts zu sagen) und gleitete zunehmend in die Isolation (soziale Ängste)

Dabei liebe ich es, wenn sich mein Kopf mit etwas beschäftigt und interessiere mich für Dinge, benötige aber in irgendeiner Form externe Gedankenanregung.

Die sozialen Ängste entstanden dann dadurch dass ich somit gefühlt immer passiver Mitläufer war und die Tendenz hatte, mich mächtigen, charismatischen Menschen unterzuordnen.

Irgendwann begann ich für mich zu verstehen, dass ich diese innere Leere auch genießen kann: tatsächlich liebte ich es immer, alleine durch den Wald, die Natur zu ziehen, zu lesen, zu tüfteln etc. Ich akzeptiere diese Leere/Ruhe in mir einfach. Ich akzeptiere, dass manchmal keine Ideen da sind und dass ich in Gesellschaft einfach mal passiv bin - dennoch aufmerksam im Geschehen. Ich akzeptiere, dass ich manchmal mit depressiver Verstimmung ins Bett liege, obwohl ich ins Büro müsste etc. Dann definiere ich mir die Leere als Ruhe und meditiere.

Wie gesagt: nicht zu viel davon - also immer wieder aktiv aus einem Loch herausbewegen.

• x 1 #21


R
Hallo Zusammen. Ich habe hier Anfang letzten Jahres über meine Familiensituation geschrieben und möchte dazu nach langer Zeit ein Update geben.
Mein ältester Sohn bekommt seit letzten Sommer Medikamente und konnte sich schulisch enorm verbessern. Ohne wirklich große Anstrengung hat er ein super Zeugnis bekommen. Da er in der Diagnostik neben ADHS von der Intelligenz schon eher Richtung Hochbegabt eingestuft wurde, konnte er endlich sein ganzes Potential ausspielen. Der Rest seiner Entwicklung ist schwierig, was sicher auch dem Alter und der beginnenden Pubertät geschuldet ist. Aber durch fehlende Empatie und Interessen bringt er das Familienleben trotzdem in ziemliche Schwierigkeiten.
Der mittlere Sohn hat sowohl ADHS, LSR als auch Autismus diagnostiziert bekommen. Die Schulverweigerung haben wir immer noch nicht komplett in Griff bekommen. Auch mit einer Hausaufgabenbefreiung konnte er leider nicht versetzt werden und muss die Klasse wiederholen. Zum Glück haben wir für das neue Schuljahr eine I-Kraft bewilligt bekommen und damit etwas Hoffnung, dass alles besser laufen wird. Zuhause ist natürlich weiterhin viel Regulieren und auch die Schlafbegleitung unverändert ein Thema.
Mein jüngster Sohn hat nach einem Erstgespräch wie erwartet stark ausgeprägten Autismus und ist ein absoluter Härtefall für Gewohnheiten, Abläufe und Bezugspersonen. Ich bin da leider etwas außen vor und werde abgelehnt. Das macht mir wirklich zu schaffen…
Aber leider nicht als Einziges. Auch die Ehe ist letztendlich doch unter der Belastung zerbrochen. Man kann jetzt darüber streiten, ob es eine gute Lösung ist für die Kinder zusammen wohnen zu bleiben. Besonders wenn man merkt, man könnte vielleicht einen Weg zurück als Paar finden. Wir haben uns gesprochen und gehen wieder ganz normal miteinander um. Aber sie bleibt bei ihrem Selbstschutz und ich muss damit irgendwie klar kommen. Mit unseren drei Kinder wäre eine normale Beziehung schwierig aber trotzdem ist es für mich emotional die Hölle, weil da noch so viele Gefühle vorhanden sind. Keine Ahnung wie lange ich das durchhalte ohne daran zu zerbrechen…

• x 1 #22


A


Innere Leere und Verzweiflung

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Kimsy
@RoBo hallo erstmal, ich frag mal so, kurz und knapp, wie wärs mit einer Paartherapie?

• #23


R
Hallo Kimsv. Das wurde uns tatsächlich wegen der Belastung vom Jugendamt und medizinischen Dienst auch schon vorgeschlagen. Ich hätte es schon letztes Jahr gern in Anspruch genommen, aber sie möchte sich anderen, besonders fremden Menschen nicht öffnen. Das funktioniert dann leider so nicht. Für die meisten anderen Paare geht es an unserem Punkt nicht weiter und es kommt zur tatsächlichen Trennung. Uns verbinden 18 gemeinsame Jahre - die Jahre mit Kindern unter sehr schwierigen Bedingungen ohne Schuld am Scheitern als Paar zu haben. Vielleicht ist das der Grund, warum wir beide mit einem unkonventionellen Weg versuchen unseren Kindern weiter ein gemeinsames Zuhause zu bieten. Kein Streit, keine Vorwürfe, nichts - es gibt viele gute Gespräche. Das war schon lange nicht mehr möglich. Vielleicht ist es ein neuer Abschnitt, eine Art Reset ohne zu wissen, ob es für beide funktioniert. Das ist eben das Anstrengende.

• #24


Azure
Hi RoBo,

Es wird hart werden, nicht daran zu zerbrechen. Setzt dir ganz dringend Fristen, wann du es beenden willst. Prüfe kritisch ob die Situation dich oder die Kinder zerstört. Es kann sein, dass du und deine Ex die Idee vom gemeinsamen Nest jeder für sich anders interpretiert und dann wird es schwierig.

Aus eigener Erfahrung: auch die Bedürfnisse nach menschlicher Nähe sind in einer solchen Konstellation unter Umständen schwierig zu befrieden.

• #25






Dr. Reinhard Pichler
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