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Zitat von Neonsurfer:
Du mußt dich bewegen, denn sonst bewegt sich nichts. Du darfst nicht vermeiden das dir was passiert, denn sonst passiert dir nichts. Das Rad muß sich drehen, also dreh ich am Rad ... aber nur in meinen Gedanken. Wege und Möglichkeiten entstehen, werden in einer Sekunde durchdacht und wieder verworfen. Was mache ich, was soll ich, was kann ich ... und was kann ich nicht. Oder weiß ich nur nicht wie es geht? Hat es einen Sinn, einem Gedanken ins Ungewisse zu verfolgen? Springe ins kalte Wasser, sagen sie. Doch es ist stockdunkel, und ich weiß nicht mal ob da überhaupt Wasser ist. Wie viel Mut muss ich noch aufbringen, für das bisschen Leben das mir noch bleibt?

Ich bilanziere wieder, und erhalte unter dem Strich erneut ein dickes Minus. Was ich möchte bleibt unerreichbar. Was ich habe zwingt mich in die Knie. Ich berühre niemand, ich bereichere niemand, bin wertvoll für niemand. Was mache ich hier, außer Ressourcen verschwenden? Ich komme nicht vom Fleck. Bin gefangen in einem Strudel aus Zweifel und Schuld. Wofür eigentlich? ... Schuld war die bevorzugte Erziehungsmethode meiner Mutter. Seinen Kindern ein schlechtes Gewissen einreden, weil sie Kinder sind ... es ist schwer ihr das zu verzeihen. Die Wunden die sie in meine Seele geschnitten hat, sind heute Narben. Doch wie Echos aus vergangener Zeit, hallen sie in die Gegenwart und bestimmen mein Fühlen und Denken. Jetzt bin ich gefangen in einer Lebenssituation die ich nicht länger ertrage. Schuld, hält mich fest. Zweifel, lässt mich im Unklaren was danach sein wird. Beides zusammen läßt mich erstarren wie Salz.

Warum? Warum tut ich nicht was mir hilft? Warum fülle ich mein Leben nicht mit dem was mit gut tut? Warum verharre ich in einer Situation, die mich auffrisst? Warum suche ich meinen Wert im Außen, statt bei mir selbst? Warum lege ich so viel Wert auf solche Reaktionen? Ich bewege mich nicht vom Fleck, sondern verharre im Gefängnis meiner Schuldgefühle.

Das klingt nicht gut, das wirkt, wie sich sonnen im Elend der eigenen Worte durch die Macht des Ausdrucks.

#21


boomerine
Es mag zwar so klingen wie sonnen im Elend, es ist auch kein jammern, es sind Gedanken. Sowie man sich fühlt.
Es muss doch auch mal raus, bewegen ja ist das richtige Wort, nur es gibt halt auch Zeiten wo es einfach nicht geht.
Ja man möchte ja. aber es fehlt die Kraft und Energie.
Es geht wieder weiter sowie man aus den Sog wieder heraus ist.
Mir geht es ähnlich.

#22


R
Natürlich, wenn ich in einem akuten psychischen Schub bin, dann bin ich erledigt und erschossen, da geht nur noch Hilfe von außen. Aber muss ich diesen Zustand lang und breit mit ausgewähltem Ausdruck im Netz verkünden wie eine Prosaerzählung um auf diese Art und Weise Aufmerksamkeit zu erregen? Wenn ich einen Schub habe bin ich depressiv, da sind auch meine Gedanken eingefroren, da äußere ich gar nichts. Gut, dass ich keinen Schub habe und meine Gedanken hier äußern kann, kurz und bündig. Mir geht es auch ähnlich, nur liegt bei mir in einem Sog die Kommunikation komplett lahm. Ich habe dann keine Chance mein Leid ausführlich ins Netz zu schreiben.

#23






Dr. Reinhard Pichler
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