App im Playstore
Pfeil rechts
1

T

TiefblauesMeer
Mitglied

2
1
Hallo 🌼

Seit 8 Jahren bin ich nun bei meinem Therapeuten. Er ist das Beste, das mir die letzten Jahre passiert ist. Wir haben unbeschreiblich viel erlebt, hatten stets ein sehr tiefes Vertrauensverhältnis, immer professionell und doch etwas mehr als nur rein therapiebedingt.

Leider habe ich seit einigen Monaten zunehmend das Gefühl, dass etwas zerbrochen ist und dass es auch nie mehr ganz würde. Ich liebe ihn sehr, ganz ohne Romantik, er weiß das auch.
Irgendwie fühle ich, dass er sich verändert hat, vielleicht ohne, dass er das selbst bemerkt hat. Aber ganz sicher hat sich in unserer Beziehungskonstellation etwas geändert. Ich kann bei ihm nicht mehr frei atmen und Ruhe finden, was ich allerdings all die vergangenen Jahre bei ihm konnte.

Auch muss ich erwähnen, dass er einen regen Austausch mit meiner gesetzlichen Betreuerin führt, diese aber für mich seit Monaten nicht mehr erreichbar ist. Sie hat wohl eine neue Nummer, mein Therapeut schrieb ihr auf meine Bitte vor 10 Tagen bei unserem letzten Termin eine Nachricht, sie solle sich doch bitte bei mir melden. Bis heute nichts. Auch zu ihr hatte ich die letzten 8 Jahre ein sehr gutes Verhältnis.

Bei unserem letzten Termin bot er mir an, einen neuen Therapeuten für mich zu suchen. Ich bin so kurz davor, sein Angebot anzunehmen. Habe dennoch Angst vor diesem großen Schritt ins Unbekannte (habe generell große Schwierigkeiten mit Vertrauen), zudem 2028 entschieden werden soll, ob ich die Erwerbsunfähigkeitsrente auf Dauer bekomme. Auch davor habe ich Angst, ob sich der neue Psychiater / Therapeuten ebenso dafür und in meinem Sinne aussprechen würde, wie mein aktueller Therapeut.

Ich bin gerade echt am Ende und weiß nicht weiter. Nichts fühlt sich mehr gut an.

Danke fürs Lesen und eure Zeit 🌼

13.03.2026 #1


5 Antworten ↓


E
Warum, hat er dir dieses Angebot gemacht, für dich einen neuen Therapeuten zu suchen?
Hast du ihm gesagt dass du nicht mehr den gleichen Zugang hast wie früher?

Und was hat sich denn verändert?

#2


A


Therapeutenwechsel nach sehr langer Zeit

x 3


T
@Elemente Es steht schon länger im Raum, dass wir mit einer Traumatherapie starten, bisher war jedoch in meinem Leben dafür zu viel Trubel, als dass ich mich hätte darauf konzentrieren können. Und wenn ich ehrlich bin, will ich das auch gar nicht. Das sagte ich ihm, dass ich das nicht wünsche und es besser ist, an alte Wunden nicht zu rühren. Daraufhin der Vorschlag von ihm. Doch wünsche ich generell keine Traumatherapie.

Ich meine, mich schon einmal so geäußert zu haben, doch wirklich klar kommuniziert bisher nicht.

So wirklich kann ich das nicht beschreiben, doch hatte ich schon immer ein ganz feines Gespür.
Davon abgesehen störe ich mich daran, dass meine Betreuerin hinter meinem Rücken eine Unterbringung mit ihm kommuniziert, sollte sich mein Zustand nicht bessern. Ich kann ihm einfach nicht mehr vertrauen, ihm nicht mehr sagen, wenn es mir schlecht geht, weil ich Angst vor einer Unterbringung habe. Das Vertrauen ist irgendwie zutiefst erschüttert.
Ich habe 8 Jahre gebraucht, ihm soweit zu vertrauen, jetzt ist alles zerstört.

Danke für deine Antwort

#3


Windy
Zitat von TiefblauesMeer:
Und wenn ich ehrlich bin, will ich das auch gar nicht.

Na also da haben wir doch schon die Antwort. Warte einfach mal eine Weile ab, vielleicht diesen Monat und wenn du dann noch immer nicht weiter zu ihm willst, kannst ja das andere durchziehen, aber im Grunde willst du doch gar nicht und bei ihm bleiben. Vielleicht hat er einfach nur eine ungünstige Phase, die haben wir alle mal und Therapeuten sind auch Menschen, mit einem eigenen Leben.

#4


E
Ok das kann ich gut verstehen, das ist nicht in Ordnung hintenrum mit deiner Betreuerin über eine eventuelle Unterbringung zu sprechen und auch nicht von deiner Betreuerin ist das ok, das ist Übergriffig, zuerst spricht man mit dem Betroffenen und zweitens geht das ohne deine Einwilligung nicht, weil das deine Persönlichkeitsrechte verletzen tut. Du musst keine Angst haben, es gibt auch Organisationen die dir sonst helfen würden und sonst einfach mit Anwalt drohen falls mal so was im Raum stehen würde und ich rate dir ihm gleich beim nächsten mal mitzuteilen, dass so was für dich nicht in frage kommt und er dir Angst macht und du Selbstbestimmungs Recht hast.

Das ist ja oft ein Problem zwischen Patienten und Therapeuten, die sorge was man genau anspricht ohne gleich eingewiesen zu werden weil der Therapeut sich überfordert fühlt was er nun tuen soll, denn der Therapeut fühlt sich ja auch verantwortlich und muss das gut einschätzen können, also ist es doch immer schwierig das heraus zu spüren, hat der Patient einfach gerade eine schlechte Woche oder ist da was akutes.

Das feine Gespür ist wichtig und hör immer darauf was es dir mitteilen will.

Es scheint schon etwas verzwickt zu sein, auch das mit der Traumatherapie du willst nicht, doch er findet es sei wichtig, doch du möchtest nicht in alten Wunden rum graben, oder hast genug von alten Wunden rumgraben.

Du musst mehr für dich einstehen und klare Ansagen machen was du willst und was nicht, so was geht gar nicht. Deine Betreuerin meldet sich nicht mal mehr bei dir, ist ja auch kein guter Zustand.

Und das mit der Erwerbsminderungsrente ist für dich sicher auch Problematisch, müsste dein Therapeut nicht alle Akten und seine Meinung und Empfehlung darüber einem neuen Therapeuten übergeben, damit der neue weiss wo du stehst und wie es dir geht und wo er anknüpfen kann? Müsste dein jetziger Therapeut nicht trotzdem auch Stellung dazu nehmen wenn es so weit ist?

x 1 #5


Abendschein
Du liebst ihn und erwartest das er die Therapie fortsetzt? Das kann man machen, aber dazu bedarf es miteinander zu reden. Vielleicht hat er sich bedrängt gefühlt, so kann ich mir das vorstellen.

Zitat von TiefblauesMeer:
Ich liebe ihn sehr, ganz ohne Romantik, er weiß das auch.

Warum sprichst Du nicht nochmal mit ihm, wenn Du so großes Vertrauen hast?

#6






Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
App im Playstore