App im Playstore
Pfeil rechts
56

Meine Güte - ist das schlimm :
Für die Gegenwart - kann der Kopf ja garnicht frei sein: Du brauchst jemanden, wo Du das alles abgeben kannst! Das Leid, das Du erfahren hast, ist so groß und übermächtig,, das man es allein mit sich garnicht alles bewältigen oder einordnen kann. Eine erste und anonyme Hilfe wäre die Telefonseelsorge. Tel: 08001110111
Wichtig ist, daß man sich das erfahrene Leid von der Seele redet.
Alles Liebe

@Idefix13
Zitat von Idefix13:
da kann man fast auf der Straße verbluten oder zusammenbrechen und keiner bietet dir Hilfe an. mittlerweile geändert hat.

Boah, das erinnert mich an eine Situation aus der Schule, in der letzten Klasse, als zwei Mobber (weswegen ich keinen Schulabschluss habe) zu mir sagten: „Heul doch, heul doch“, als mir nachdem Musikunterricht die Kniescheibe rausgesprungen war – kurz nachdem ich mich auf eine Tischtennisplatte gesetzt hatte. Ich musste mehrfach laut nach meiner Lehrerin rufen, bis sie nach längerem Zögern endlich zur Hilfe kam. Die anderen, abgesehen von den Mobbern, haben mich nur angeschaut, als wäre nichts passiert.

Mir ist schon klar, dass mich das hier auf lange Sicht nicht glücklich machen wird. Es wird aber ein langwieriger und schwieriger Schritt. Tatsächlich hatte ich letztes Jahr schon eine Umzugsmöglichkeit, aber mit zwei Nachteilen, weswegen es sinnlos gewesen wäre. Meine gesetzliche Betreuerin wollte mich dazu überreden, in eine andere Assistenzwohnung zu ziehen. Die Wohnungen waren neugebaut und sahen super aus, und ich konnte sogar regelmäßig den Bau mitverfolgen. Das Problem war jedoch, dass die neuen Wohnungen direkt neben meiner Arbeit lagen. Dort habe ich jetzt viele negative Erinnerungen, weil ich mit schlechten Gefühlen weggegangen bin. Außerdem lebten dort viele schwer geistig beeinträchtigte Menschen, und es war oft Security vor Ort, da dort häufiger etwas passierte. Ich glaube nicht, dass ich in so einem Umfeld glücklich werden würde, denn das wirkt sich natürlich auf die Atmosphäre aus.

Ich habe wirklich nichts gegen geistig beeinträchtigte Menschen – im Gegenteil, ich habe sogar einen sehr guten Freund mit einer geistigen Beeinträchtigung, mit dem ich öfter etwas unternehme. Er macht sich über nichts Sorgen und ist völlig unbeeindruckt, wenn er sich in der Öffentlichkeit mal peinlich verhält und deswegen von Jugendlichen ausgelacht wird. Das ist ihm völlig egal, und genau das mag ich an ihm. Ich wünschte, ich wäre auch so sorglos.

Jedenfalls hat mir meine gesetzliche Betreuerin gesagt, dass sie mich höchstens bei einer Assistenzwohnung unterstützen könnte, da alles andere zu viel Aufwand wäre. Der Nachteil ist, dass man dabei die Assistenz wechseln muss und sich mit neuen Ansprechpartnern auseinandersetzen müsste. Ich werde mal schauen, welche Optionen es noch gibt. Momentan bin ich mit meinem aktuellen und neuen Betreuer sehr zufrieden, so einen guten hatte ich noch nie. Er ist auch nicht an Assistenzwohnungen gekoppelt. und ich nehme auch gerne an Kochgruppen teil die er leitet.

Ein Vorteil einer Großstadt ist übrigens, dass man höhere Chancen hat, eine Partnerin kennen zu lernen oder neue Freunde zu finden, und man auch mehr Freizeitmöglichkeiten hat. Das sollte man nicht vergessen. Die neue Wohnung sollte auf jeden Fall besser sein, sonst macht der Umzug wenig Sinn. In Hamburg gibt es auch ruhige Orte, die wirklich chillig sind, allerdings sind diese oft sehr teuer und für die meisten unbezahlbar oder eben keine Wohnung frei. Meine jetzige Wohnung ist auch schon sehr teuer - mittlerweile kostet sie, soweit ich mich erinnere, ungefähr was mit 700 Euro. Anfangs waren es 640 Euro, und das Jobcenter wollte erst nicht genehmigen, hat aber dann eine Ausnahme gemacht.
Allerdings gibt es gerade eine Sache, die wichtiger ist als eine neue Wohnung: Ich muss zuerst klären, wie es mit Geld und einer neuen Arbeit aussieht. Über die Grundsicherung werde ich nur noch bis nächsten Monat bezahlt. Länger geht das nicht, und dann heißt es wieder antanzen beim Jobcenter hurra. es sei denn, ich finde vorher etwas, was aber extrem unwahrscheinlich ist. Mein Psychiater meinte auch, dass er mich nicht so lange krankschreiben kann, etwa vier bis sechs Wochen. Ich werde aber noch einmal nachfragen, da sich die Lage inzwischen geändert hat.

A


Suizidgedanken, traumatische Lebensgeschichte Sexualität

x 3


@Nelly007 Danke für deine Worte. Und ja, man hört immer wieder davon, dass man sich in tragischen Situationen an diese Nummer wenden sollte. Ich habe auch ab und zu darüber nachgedacht, aber es kostet auch viel Überwindung, dort anzurufen. Ich weiß auch nicht, ob sie dort etwas machen können, außer zuzuhören. Zum Glück habe ich aber einen sehr guten Assistenzbetreuer, mit dem ich mich super verstehe und der auch mit Herz dabei ist. Letztens habe ich einen Assistenztermin abgesagt, weil es mir innerlich so schlecht ging. Ich werde mit ihm zwar nicht über alles im Detail sprechen, aber ich werde mit ihm über meine Lage und meine inneren Gefühle reden.

@IronIgris

Ja die guten alten Mobbingzeiten in der Schule, in der Ausbildung und selbst noch in der Bundeswehr. So im Schnitt 13 Jahre begleitete mich das Mobbing (Hänseleien, schikanieren und willkürliches Verhalten der Menschen in meiner Umgebung) Und als ich das Mobbing schon als einen festen Bestandteil in meinem Leben akzeptiert hatte, verschwand es klanglos, als ich ins Berufsleben eintrat. Und ward nicht mehr gesehen..

Hab auch dazu, so gute 6,7 Jahren später jemanden in einem anderen Forum gefunden, die hat viel ähnliches erlebt. Hab mich mit ihr ausgetauscht, intensiv und so konnten wir beide das zu einem ausreichend akzeptablen Abschluss bringen. Denn irgendwann verblassten die ewigen Träume aus Schule, Lehre und Barras, mit der Zeit. Jetzt hab ich vielleicht noch ein, zwei Albträume aus meiner Lehrzeit im Jahr hinter mich zu bringen.

Ich versteh dein Hadern, deine Abwägungen und dein Suchen nach Vor- und Nachteile. Aber manchmal kann das blinde und unwissende Vorgehen auch zielführend und das Richtige sein.
Als ich hierher zog, vor jetzt 6 Jahren, kannte ich niemand. Und meine Eltern wohnen 250 km weit woanders.
Ich will dir sagen, dass das nicht jeder kann, aber manchmal es den Mut braucht und es nicht schlecht ausgehen muss.
Du weißt wie grausam das Leben sein kann, also kann einen so einen Schritt nicht wirklich belasten.
Aber ich will dich nicht drängen. Du musst es freiwillig tun und es sollte auch dein Wunsch sein. Und deshalb, werd ich jetzt das Thema nicht mehr ansprechen und dich deine Entscheidung treffen lassen.

Guten Morgen Ironlgris!
In Deiner Frage ( ich weiss nicht, ob die was machen können...)
liegt schon eine Menge drin:
Erklärung:
1. Erstens ist man anonym. Die eigene Telefonnummer wird technisch unterdtückt.
2. Die Leute arbeiten dort ehrenamtlich mit dem Willen zu helfen
3. Wenn man das Glück hat, durch- zukommen, kann das Gespräch von Mensch zu Mensch
stattfinden. Wie gesagt, von Mensch zu Mensch
4. Man wirft seinen Kummer in den zwischen-menschlichen Raum. Dort liegt es erstmal.
5. Aber, mit dem Aussprechen der Sorgen - reflektiert man auch gleichzeitig, was man sagt.
6. Jetzt, werden einem Dinge klar,
diee einem schweigend im Alleingang, sonst verborgen geblieben wären.
7. Jetzt fasst der Mitmensch der Telefonseelsorge Deine Worte nochmal zusammen und wiederholt alles - mit seinen Worten.
8. Das ist für den Anrufer ein grosser Gewinn, denn er hat etwas hinzugewonnen. Nämlich eine andere Sichtweise auf die Dinge.
9. Als Betroffener ist man ja so
mit seinem erlittenen Schicksal verwickelt, das man nicht mehr
klar und gerecht denken kann.
10. Oftmals sitzt man - durch das Leid - seelisch im dunklen Loch und kommt aus und mit dieser Sichtweise nicht weiter. Man stagniert und tritt auf der Stelle. Jahre vergehen und es ändert sich nichts. Wie denn auch - wenn man aus evtl. Scham - alkes mit sich alleine ausmacht.
11. Man hat durch das erlittene Leid, im Geiste, einen Knoten,
wo man sich als Opfer
fälschlicherweise eine Mitschuld gibt oder sich zu blöde empfindet oder ....
12. Im Gespräch / Dialog wird dieser geistige Knoten wieder gelöst. Es werden die Dinge nun objektiv und der Gerechtigkeit entsprechend, auf den Tisch gelegt.
13. Man spürt durch diese neue Sichtweise eine seelische Befreiung und hat zum ersten Mal die Hoffnung, daß alles besser wird. Für mich besser wird !
14. Im Grunde genommen, ist die Telefonseelsorge (ob per Email oder Anruf) ein Glücksfall, denn was ist mein Gewinn?
15. Mein Gewinn ist das Korrektiv !
Damit ist gemeint, daß jemand ganz anders auf mein Leid und Schicksal schaut, als ich es selbst, als Betroffener tue.
16. Die Mitarbeiter der Telefonseelsorge sind gut ausgebildet und verfügen über ein grosses menschliches Wissen. Fakt ist aber, das sie helfen wollen ! Sie sind da, um einen Mitmenschen zu helfen - und das tun sie auch - mit großem persönlichen Einsatz und Engagement.

Lieber Ironlgris, jetzt habe ich mich doch glatt in meinen Gedanken verloren: Und das Frühstück vergessen -:)

@Nelly007 Okay, das wusste ich nicht, dass dort die Nummer automatisch unterdrückt wird. Danke für die ausführlichen Details und dass du dir die Zeit nimmst. Übrigens schon ein Zufall, dass du den gleichen Namen wie das Mädchen von damals hast.
Zitat von Nelly007:
wo man sich als Opfer
fälschlicherweise eine Mitschuld gibt oder sich zu blöde empfindet oder ....

Ja, eigentlich tragen die Betreuer die größte Schuld für die Ereignisse in der ersten WG. Sie haben das Fest ja sichtlich genossen - und dann noch ihre boshaften Sprüche. Eigentlich hätte ich da auch schon viel früher rausmüssen und nicht erst nach zwei Jahren ohne Ankündigung sofort rausgeworfen werden. Das war eigentlich ein absoluter Skandal.

Um 13 Uhr telefoniere ich mit meinem Assistenzbetreuer und werde schauen, inwieweit ich etwas preisgebe. Ich werde aber versuchen, mich zu öffnen, behalte jedoch das mit der Telefonseelsorge im Hinterkopf. Das größte Problem ist auf jeden Fall das unerfüllte Leben und dadurch die Energielosigkeit.

Auf jeden Fall ist es schön zu sehen, dass es hier noch gute Menschen gibt - das vergisst man ja sonst im Alltag. Eben war auch die unfreundliche Kassiererin wieder da. Ich habe ihr diesmal extra deutlich gemacht, dass ich ihr aus dem Weg gehe, und obwohl niemand mehr an der Kasse war, bin ich zu einer anderen rübergegangen.

Zitat von Idefix13:
Ja die guten alten Mobbingzeiten in der Schule

Jo, kenn ich auch, bei mir war es fast die ganze Grundschulzeit.

Da wo man sich sozial eigentlich entwickelt.....

Kein wunder das man jetzt so ne klatsche hat.

Sowas begleitet ein das ganze leben, und unter bestimmten sachen bekomm ich regelrechte flashbacks...

Klar arbeitet man das alles mal auf, aber trotzdem wird das nie gänzlich verschwinden.

Lieber IronIgris
Noch kurz vor Mitternacht ein paar Zeilen: Ja, das ungelebte Leben ...
Werde nicht traurig deswegen. Du könntest, wenn Du Dich darauf fixiert, das HEUTE vergessen! Wir sollen doch das HEUTE LEBEN !
Die Vergangenheit ist vorbei. Darin können wir heute GANZHEITLICH
mit Körper Geist + Seele nicht mehr leben. Nur ein Teil von uns,
vermag sich noch in der Vergangenheit zu bewegen: Unser Geist, mehr auch nicht! Mit der Zukunft ist es ähnlich! Und jetzt wird klar, wie bedeutsam das sog. Heute ist. Hier kann ich agieren mit Körper Seele Geist ! Nur im Heute oder im Hier Jetzt bin ich anwesend. Insofern ist das Heute
sehr kostbar! Wir müssen auf uns achten und uns abgrenzen.
Wenn die ehemaligen Betreuer böse Sprüche machen, sagt das mehr über ihren EIGENEN Charakter aus, als über Deine Person, die diese Bosheit EMPFÄNGT. Du bist WERTVOLL und LIEBENSWERT - und daran musst Du GLAUBEN. Dann kommt auch die ganze ENERGIE ZURÜCK.
Schmeiße die Dinge raus, aus Deinem Herzen, wo einer Dich zB schlecht machte. Glaub an Dich selbst und an Deinen Wert und höre nicht auf das, was schlecht gelaunte Menschen Dir einreden wollen. Du wirst Dich besser fühlen, wenn Du bei Dir bleibst und GUT über Dich denkst.
Alles Liebe Nelly

Ich danke dir sehr für deine Worte!


Ich habe heute Mittag 50 Minuten mit meinem Assistenzbetreuer telefoniert. Es war ein sehr gutes Gespräch. Ich habe erzählt, wie es mir geht, über mein Wohlbefinden und dass es mir schon länger so geht. Es war schließlich einer der Hauptgründe, warum es Anfang dieses Jahres auf der Arbeit nicht mehr ging, obwohl es kurz vorher noch viel Zeitpuffer gab, in denen man sich entspannen konnte, war ich trotzdem sehr träge auf der Arbeit.

Er hat mir geraten, dass ich deswegen erst einmal das Thema Ausbildung beiseitelege und mich für eine lange Zeit, circa sechs Monate, krankschreiben lasse, um mir wirklich Zeit für mich zu nehmen. Eine abgeschlossene Ausbildung wird zwar irgendwann ihren kleinen Teil dazu beitragen, dass es mir besser geht. Mein Vater und meine Schwester werden mich dafür loben, was mein großer Bruder dazu denkt, ist mir egal. Aber es wird hauptsächlich ein Mittel zum Zweck sein (finanziell).

Ich werde diese Woche zum Hausarzt gehen und ein paar Dinge abklären, unter anderem, weil ich oft 14 oder 16 Stunden schlafe und die Nacht für mich mehr oder weniger zum Tag geworden ist, was ja auch nicht gesund ist. Ich darf natürlich nicht sagen, dass ein Vitaminmangel möglicherweise seinen Teil dazu beiträgt - das mögen sie ja nicht so gern, wenn man Selbstdiagnosen stellt. Aber ich werde das auf jeden Fall auch einmal abchecken lassen.
Zitat von Nelly007:
das ungelebte Leben...

Das haben wir auch im Gespräch thematisiert, und ich habe mir vorher und danach sehr viele Gedanken darüber gemacht. Ja, das ungelebte Leben. Ich habe oft darüber nachgedacht, was ich gerne irgendwann einmal machen oder lernen würde, habe es aber nie umgesetzt. Aktuell nutze ich die wenige Zeit, in der ich wach bin oder nicht grübelnd vom Bett aus die Decke anstarre, dazu, Games zu zocken. Und dabei macht es momentan nicht einmal Spaß wie sonst, weil aktuell eine zweimonatige League in einem MMO stattfindet, bei der sehr hoher Zeitdruck herrscht und ich eigentlich nur die Belohnungen will. Aber abgesehen davon wird dieses Hobby in Zukunft eher mein kleines Nebenhobby werden, ich werde auch andere Dinge umsetzen müssen, sonst werde ich nie glücklich werden. Das hätte auch positive Auswirkungen darauf, Leute kennenzulernen, wenn ich mit mir selbst im Reinen bin.

Ich sollte damit beginnen, zu versuchen, wieder früher aufzustehen und weniger zu schlafen, was natürlich leichter gesagt als getan ist. Weniger essen und mich gesünder ernähren, wäre auch eines der Dinge, die ich als erstes angehen sollte. Das wird auch schwer für mich, aber ich werde einen Plan mit meinem Assistenzbetreuer ausarbeiten. Gleichzeitig sollte ich abnehmen und Sport treiben, um an meinem Aussehen zu arbeiten und mehr Energie zu bekommen. Ich denke, es ist ein sehr wichtiges Ziel, an meinem Aussehen zu arbeiten - so stärke ich nicht nur mein Selbstbewusstsein, sondern nehme es auch deutlich weniger persönlich, wenn Leute mich wegen meines Aussehens auslachen, solange ich selber mit meinem Aussehen zufrieden bin.

Ich könnte, wie bereits erwähnt, Sport treiben, um abzunehmen, aber auch Schritte gehen, die ich schon immer einmal als Wunsch oder Idee hatte, aber nie umgesetzt habe und die vermutlich niemand aus meinem Umfeld von mir erwarten würde. Eigentlich mag ich auch den Goth-Style bei einigen Leuten, also vom Aussehen her. Das heißt nicht, dass ich mir vorstellen könnte, extrem in diese Richtung zu gehen, aber zum Beispiel auffällige Haarfarben wie Grün, Blau oder Grau, leichte, unauffällige Schminke, die mein Gesicht verschönert, oder die Wimpern schwarz färben. Tatsächlich hat mir das ein Nachbar, mit dem ich einmal in einer Nerdkneipe war, empfohlen – mein Gesicht zu schminken, um attraktiver zu werden. Gut, er war ziemlich betrunken, aber ein bisschen etwas ist da schon dran. Und nur weil man sich als Mann schminkt, hat das nichts mit gleichgeschlechtlich zu tun. Ich habe schon viele Männer gesehen, bei denen das gut aussah. Man muss aber natürlich auch gut schminken können. Auch der große und respektierte YouTuber Gronkh färbt sich zum Beispiel oft die Wimpern schwarz oder trägt schwarzen Nagellack. Natürlich gab es, als er diese Veränderung umgesetzt hat, ein paar Hasskommentare, aber der Großteil seiner Community steht hinter ihm.

Und wenn man den passenden Haarschnitt hat, können auffällige Farben wie Grün, Blau oder Grau richtig cool aussehen. Ansonsten kann man erstmal nur Strähnen färben, zum Beispiel vorne. Letztens war einer im Rewe, der den absolut coolsten Haarschnitt mit grauer Haarfarbe hatte, Alter circa 20–24. Er hatte den Haarschnitt von einem Endgegner-Bösewicht der ersten Hauptstory von Final Fantasy 14. Wirklich 1:1 sah das so aus! Ich dachte, vor mir steht der Main Character.

Auch Armtattoos fand ich schon immer cool und wollte schon immer große und lange Armtattoos haben – zumindest auf einem Arm. Wenn man die richtige, aber sehr schwierige Wahl trifft, kann auch das das Selbstbewusstsein stärken.
Ich wollte schon immer E-Gitarre spielen oder sogar dabei singen, eher erstmal als Hobby für mich selbst, aber das wäre eines meiner besonderen Ziele. Dazu müsste ich natürlich meine englische Aussprache deutlich verbessern (deutsche Songs haben einfach keine Power, also richtig boring, ich habe aber immerhin in letzter Zeit Fortschritte gemacht) und mein englisches Verständnis erweitern, auch wenn ich zu 80% das meiste bereits verstehe. Natürlich wird sich sehr gutes, fließendes Englisch auf viele Lebensbereiche positiv auswirken und im Alltag sehr nützlich sein.

Das reicht, denke ich, erstmal an großen Zielen. Sollte ich diese Ziele wirklich aktiv umsetzen und daraus große positive Fortschritte entstehen, wird sich das sehr positiv auf meine Stimmung und Entwicklung auswirken, und meine soziale Phobie wird dadurch vermutlich deutlich weniger werden. Sollte sich jemand über meine auffällige Haarfarbe lustig machen, zeige ich einfach den Mittelfinger. Und auch Freundschaften werden durch das neue Selbstbewusstsein dann mit der Zeit
vermutlich fast von alleine entstehen.

Auch wenn der Text nicht mich ging, möchte ich auf zwei Textstellen ein wenig eingehen, wenn es erlaubt ist..

Zitat von IronIgris:
das mögen sie ja nicht so gern, wenn man Selbstdiagnosen stellt.

Wenn man den/die Richtige hat und an sie/ihn gerät dann schon, weil du dich am besten kennst. Du lebst nunmal schon dein ganzes Leben mit dir zusammen. Sie können dir nur die chemische Zusammensetzung deines Lebenssaftes oder andere Prozesse zusätzlich aufzeigen, aber wie du auf welche Dinge reagierst oder wie was handhabst, dass weißt du am besten.
Leider musste ich meinen HA zurücklassen als ich hier her zog.
Zusätzlich war er noch Diabetologe und Endokrinologe und mein Vater fährt jedes Jahr mind. einmal noch zu ihm, also über 200km einfach, nur weil er keinen gescheiten Diabetologen findet wo er jetzt wohnt.
Zitat von IronIgris:
habe oft darüber nachgedacht, was ich gerne irgendwann einmal machen oder lernen würde,

Finde ich immer sehr interessant, wenn Menschen darüber reden oder sich austauschen, weil ich dass nie hatte. Noch nichtmal darüber nachgedacht. So wie man es bei anderen Gelegenheiten hört, wenn Kinder gefragt werden, was siemal werden wollen würden.Aber wie sagte damals meine Therapeutin, dass ich wohl zu sehr mit mir selbst beschäftigt war um mit den frühkindlichen Traumata und den einhergehenden Symptomen schon genügend zu tun hatte.

Und trotzdem hat mir das Schicksal weiterhin übel mitgespielt, weil als ich mir dann einen Beruf ausgesucht hatte, klappte das nicht, also fand ich eine zweite Leidenschaft, doch auch dieser sollte wieder nicht funktionieren. Und so rieten sie mir was eh schon jeder zweite zu dieser Zeit lernte, den KFZ-Mechaniker..
Wollte eigentlich Bäcker werden und danach Schreiner, doch bei beiden machte mir meine Allergie einen Strich durch die Rechnung. Einmal Mehlstauballergie, das andere Mal die Holzstauballergie. Nur komisch dass ich auf den Bremsenstaub nicht auch reagierte.

Zitat von Idefix13:
KFZ-Mechaniker

Mein Vater hat auch Kfz-Mechaniker gelernt, gleichzeitig noch Reiseverkehrskaufmann und IT-System-Elektroniker. Er hat eine Arbeitsstelle mit einer sehr guten Position bekommen, bei der er zur damaligen Zeit über 5.000 Euro verdienen konnte. Doch dann bekam er seine Parkinson-Erkrankung, die ihn nun schon seit über 20 Jahren begleitet. Deshalb lebten wir über zehn Jahre in Armut und hatten Stress mit dem Jugendamt. Ich weiß noch, dass wir am Wochenende gar kein Essen und kein Geld mehr hatten, und ein Kiosk uns 10 Euro geliehen hat, sodass wir wenigstens Süßigkeiten und ähnliches essen konnten. Das waren noch Zeiten...
Zitat von Idefix13:
Einmal Mehlstauballergie, das andere Mal die Holzstauballergie.

Bin auch ständig am Niesen.
Zitat von Idefix13:
Wollte eigentlich Bäcker werden

Das wäre für die Zukunft auch meine Idee, was ich werden möchte. Zuvor hatte ich den Beruf des Einzelhandelskaufmanns im Kopf, weil ich nie genau wusste, was ich werden wollte. Mein großer Bruder ist auch Einzelhandelskaufmann geworden und mittlerweile Chef beim Edeka. Er hat damit auch nur angefangen, weil er keinen Plan hatte, was er machen wollte – und hat es irgendwie geschafft.

Ich habe aus meiner Schulzeit drei Praktika hinter mir im Lebensmittelgeschäft, und die waren alle schrecklich. Mein Bruder beklagt auch ständig das Lästern und das Gegeneinander-Ausspielen unter den Kollegen. Daher ist das nichts für mich. Genau das Gleiche musste ich dort auch durchmachen.

Dann habe ich mir für längere Zeit überlegt, Koch zu werden, da ich gern koche. Aber ich habe erfahren, dass der Beruf sehr stressig ist, viele dabei zu Dro. greifen, daran kaputtgehen und irgendwann aufhören. Daher lasse ich das.

Ich denke, dass im Moment Bäcker das Richtige für mich sein könnte. Ich glaube, der Beruf ist nicht so stressig, wenn man gut eingearbeitet ist und eine abgeschlossene Ausbildung hat. Und dieser herrliche Duft …

Verzeih, wenn ich das aus dem anderen Thread geholt habe
Zitat von IronIgris:
in einer schweren depressiven Phase

Aber wenn man diese Phasen zulässt, sie nicht bekämpft, sondern sie regelrecht durchlebt, sie gewähren lässt, was manchmal natürlich auch nicht einfach ist, werden sie schneller wieder verschwinden, als wenn man sich ihnen wiedersetzt und sie mit Medikamenten aufhalten und wegmachen will.
Habe auch zwei richtige Depressionen hinter mich gebracht, bis ich das lernen durfte und seitdem ich das jetzt zulasse, 5,6,7,8 Tage, dann verschwinden sie wieder und reißen einen nicht gleich für 8,9 oder sogar 13 Wochen in ihren Bann.

Wie ist das bei dir?

Und deine ganzen schlimmen Dinge, die nicht minder belastend für dich sein mögen. Vielleicht jetzt noch nicht, aber je älter der Mensch wird desto schwieriger kann es werden.
Habe viele erlebt oder gelesen, aus einem anderen Bereich der Psychologie , die in jungen Jahren alles verdrängen und vergessen, dies auch schaffen, doch dann bricht es regelrecht heraus und das Kartenhaus stürzt über sie ein. Und die schier überwältigenden Ereignisse von Damals, fressen sie wahrlich mit Haut und Haaren. Und viele bedauern dann, dass sie nicht schon früher, es angegangen sind, es aufzuarbeiten und so viel früher den Ausgleich hergestellt haben.

Damit will ich nicht andeuten, dass du jetzt auf der Stelle etwas unternehmen sollst. Ich wollte es einfach hier mal aufschreiben, es ausschreiben..
In jungen Jahren, so hab ich die Welt auch Mal gesehen, obwohl ich mir damals schon was vorgemacht habe, war das Zitat aus Terminator: Man ist seines Schicksals Schmied.. oder so ähnlich - ein Wegweiser dem Ich folgte.
Aber ehrlich, wolltest du das alles was dir wiederfahren ist?! Ich glaube nicht. Gut, hier könnte man differenzieren und sagen, dass man es selbst ja nicht in der Hand gehabt hat, aber jetzt. Ab jetzt werde ich alles selbst in die Hand nehmen und doch kann morgen schon etwas unvorhergesehenes passieren. War das dann auch das Schicksal - klar schon, aber wer hat es geschmiedet..?!

Zitat von Idefix13:
Wie ist das bei dir?

Bei mir ist das schon deutlich komplizierter. Ich kann den Unterschied zwischen PTBS, Angststörung und Paranoia nicht klar unterscheiden – vielleicht ist es eine Mischung. Diagnostiziert ist, wie bereits erwähnt, nur die paranoide Schizophrenie. Ich gehe sonst auch nicht wirklich auf meine intensiveren Gefühle ein. Wenn er dann seine Symptome-Checkliste durchgeht und fragt, ob ich manchmal das Gefühl habe, dass Nachbarn über mich sprechen, antworte ich mit Nein.

Der Grund, warum ich ungern etwas sagen möchte, ist, dass ich nicht noch mehr in eine Schublade gesteckt werden möchte, noch mehr Diagnosen auf dem Papier bekomme und noch mehr Medikamente nehmen muss, die noch schlimmere Nebenwirkungen verursachen, was dann wiederum auch auf die Psyche geht.

Das am meisten Traumatisierende in der ersten WG war wohl die Situation, als sich um circa 0 oder 1 Uhr nachts direkt vor meiner Zimmertür ein Mitbewohner in Begleitung anderer und mit meinem Betreuer sehr lautstark darüber unterhalten hat, ob er jetzt meine Tür aufreißen und mir eine reinhauen soll. Ich hatte extreme Angst. Erst als er nicht mehr vor meiner Tür war, habe ich vorsichtig aufgemacht. Ich fragte eines der Mädchen, was der Grund für all das sei. Der Grund, warum der eine Mitbewohner mir eine reinhauen wollte war, weil sie ihm gesagt hatte, ich hätte vor circa einem Jahr beim Zwangsurlaub während seiner Abwesenheit seine Eltern beleidigt. Was allerdings nicht stimmte – und selbst wenn, wäre das extrem lächerlich.

Jedenfalls habe ich wegen all dieser Situationen in der ersten WG angefangen, immer zu versuchen zu verstehen, was Leute um mich herum sagen. Ich habe mich gefragt, ob es um mich geht. Es hat mich krank gemacht. Und leider kamen in der zweiten WG dann tatsächlich manchmal Situationen vor, in denen das der Fall gewesen ist, weswegen ich oft nicht mehr unterscheiden konnte, ob gerade wirklich über mich geredet wurde oder nicht. Immer wenn ich nachts schlafen wollte, war eine Mitbewohnerin über mir, bei der ich oft dachte, dass es manchmal um mich ging, dass sie sich über mich ausgelassen und lustig gemacht hat. Ich konnte es zumindest teilweise feststellen, weil sie einmal wirklich sehr laut geredet hat und dabei mein Name gefallen war. Ein anderes Mal ging sie im Wohnzimmer an mir vorbei, tippte meinen dicken Bauch an, grinste mich dabei an und ging weiter.

Ich würde sagen, dass von den Erlebnissen die dritte WG am wenigsten schlimm war. Aber ich war zu dem Zeitpunkt einfach schon viel zu sehr kaputt, um noch mit mehreren Leuten zusammenzuleben. Ich geriet in einen Zustand der Verwirrung, inklusive Suizidgedanken, aufgrund des hohen Stresses, weil ich ständig mitbekommen wollte, was andere um mich herum sagen. Das haben wohl auch Mitbewohner angemerkt. Und Aufgrund dieser Verwirrung gehe ich Mal davon aus das die in den damaligen Berichten reingeschrieben haben ich würde Stimmen hören.

Bevor ich dazu komme, was mir den heutigen Tag vermiest hat, möchte ich noch sagen, was mich außerdem sehr beschäftigt. Ich konnte die Schmerzen aus der damaligen Zeit für drei bis vier Jahre beiseiteschieben, weil ich mich in die wunderschöne, liebevolle und magisch anziehende Betreuerin meiner zuletzt ehemaligen Assistenz verliebt hatte. Noch bevor ich hier eingezogen bin, hatte ich meine Schwester zum Grillen mit der Assistenz begleitet, wo ich mitkommen durfte und so gleichzeitig einen Eindruck von der Assistenz bekam. Ich war direkt angetan von der Betreuerin – von ihrer Schönheit, ihrem Charme, ihrer Stimme, ihrem Namen. Und sie hatte den leckersten Nudelsalat gemacht, den ich je gegessen habe. Die Gefühle wurden mit der Zeit natürlich immer intensiver für sie, aber ich hatte bereits ab dem ersten Tag einen Blick auf sie geworfen. Auch Sorgen auf der Arbeit oder Bedenken, dass jemand negativ über mich reden könnte, waren mir völlig egal. Wenn ich an sie gedacht habe, war ich einfach glücklich. Und das hielt circa vier Jahre an. Bis sie es beendet hat.

Zwischenzeitlich ging sie auch einmal in den Mutterschutz. Ja, richtig – sie hatte einen Mann und bekam ein Kind. Warum ich deswegen trotzdem etwas für sie empfand? Eine Beziehung stand nie zur Frage, sondern ich habe sie als meine Mutter angesehen. Eine Mutter, die ich nie hatte. Und das Schönste mit ihr war, denke ich, das gemeinsame Kochen – auch wenn es nur selten stattfand.

Mit dem Stress konnte ich während der Arbeit weiterhin gut umgehen, weil ich stark daran geglaubt habe, dass sie wiederkommt. Und sie kam wieder. Sie wurde ab da aber langsam und schrittweise mir gegenüber weniger liebevoll und schickte auch keine Sprachnachrichten mehr. Wie man in den zwei emotionalen Gesprächen am Ende, die auch zum Ende der Assistenz führten feststellen konnte war, wussten sie das ich die ganze Zeit voller Sehnsucht nur auf ihre Rückkehr gewartet hatte.

Einmal hat sie mir angeboten mitzukommen – eine ältere Frau war in der Nachbarschaft verstorben, und da ich mich über den wenigen Platz für Besucher beklagt hatte, meinte sie, ich könne mir ja mal ein kleines rotes Sitzsofa mit blauer Decke anschauen. Es hat einiges an Überredungsversuchen gebraucht, bis ich mich dazu entschieden habe, das rote Sitzsofa mit blauer Decke mit einem Mitbewohner zu mir hochzutragen. Als es dann aber schließlich in meiner Wohnung stand, war ich doch sehr unzufrieden damit und wollte es nicht mehr haben. Sie kam kurze Zeit später zu mir hoch, und ich sagte es ihr. Sie antwortete in einem sehr dominanten und bestimmenden Ton: „Das Sofa bleibt hier! Punkt aus, Ende!“ Und wie bereits erwähnt, habe ich eine Vorliebe und Schwäche für dominante Frauen – also behielt ich es ohne Widerworte. In dem Moment hat es mich sogar erregt. Solange es nicht persönlich wird, genieße ich das.

Doch hier kommt der Twist: Eine kurze Zeit später bekam ich in meiner Wohnung Kakerlaken und Bettwanzen. Das war der schlimmste Morgen, an dem ich aufwachte, langsam die Augen öffnete und dieses fette Ding in der kleinen Spalte im Küchenbereich zwischen Unterschrank und Arbeitsplatte sah. Ich habe ohnehin eine Phobie vor Spinnen, und dieses Ding sah einfach noch widerlicher aus. Ich wusste in dem Moment nicht, was das für ein Insekt ist und wie ich es wegbekomme, also entschied ich mich, es einzusaugen – keine gute Idee, wie sich später herausstellte, denn diese Viecher überleben so etwas in der Regel. Irgendwann fand ich im Schrank, wo der alte Staubsauger stand, eine tote Kakerlake, klebend an einer coolen Assassin’s-Creed-Sweatjacke. Die Jacke war noch verpackt, aber leicht geöffnet – offenbar war sie dort hineingekrabbelt. Ich konnte die Jacke danach natürlich nicht mehr anziehen. Insgesamt hatte ich nur drei Bettwanzen, aber über zwei Jahre hinweg immer wieder vereinzelt Kakerlaken in meiner Wohnung – insgesamt vermutlich etwa vierzehn. Es gab drei Kammerjäger-Termine, der dritte irgendwann nach langer Zeit mit jemand Neuem, der mich, glaube ich, ein wenig für paranoid hielt. Ich hatte aber auch Fotos gemacht usw. Und Fakt ist: Ein Mitbewohner erzählte mir später, dass bei der verstorbenen Frau wohl über 300 Kakerlaken waren. Ich war scheinbar der Einzige, der dort auf ihre Überredung hin etwas mitgenommen hatte – die restlichen Sachen gingen wohl alle in den Müll. Ich habe oft darüber nachgedacht, ob sie das irgendwie wusste und geplant hatte.

Jedenfalls hat mich die ganze Sache ziemlich paranoid gemacht. Ich begann, Nächte über Nächte ständig in den Küchenbereich zu leuchten, bis wirklich irgendwann eine schwarze Kakerlake da war, die dann schnell mit ihrem besonderen Exoskelett in eine schmale Lücke verschwand, die eigentlich viel zu eng für sie war. Und irgendwann, ein Jahr später, sah ich auf dem Weg zum WC noch einmal eine fette Kakerlake im Küchenbereich, nicht weit vom Bett entfernt. Seitdem habe ich immer ein leichtes Unwohlsein.

Später stellte sich heraus, dass die Viecher auch in mehreren Wohnungen waren, und so musste ich einmal meiner Schwester zur Hilfe eilen, als in einem Kochtopf ein fettes Exemplar mit großem Eipaket war. Ich habe mich zum Glück rechtzeitig darum gekümmert.

Aber der Gedanke, dass meine Betreuerin wahrscheinlich wusste, dass die Wohnung der verstorbenen Frau befallen war, lässt mich bis heute nicht los. Und am Ende, als die Assistenz zu Ende ging, sagte und schrieb sie mir ein paar sehr verletzende Dinge. Ich kann bis jetzt schwer einordnen, ob das wirklich Boshaftigkeit war – also etwas Persönliches – oder ob sie mich einfach nur auf Distanz bringen wollte. Sie sagte unter anderem, dass das, was ich „Liebe“ nenne (wie auch ihre Kollegin es bezeichnet hatte), in meinem Fall nicht zutreffend sei. Ich müsse sie dafür sehr gut privat kennen, und das, was ich beschreibe, könnte eher eine Bewunderung sein. Es sei aber nicht gesund, was ich empfinde. Die Hälfte davon lief nach dem Gespräch über Texte, und kurze Zeit später blockierte sie mich, nachdem ich geschrieben hatte, dass mich ihre Worte verletzt haben. Es tut immer noch weh, auch wenn es schon bestimmt fast 2 Jahre her ist. Aber ich kann nie los lassen wenn ich niemand neues gefunden habe.

Die schrecklichen Ereignisse aus der ersten WG waren mir egal in der Zeit, in der ich sie hatte, aber jetzt, wo sie weg ist, kommt alles wieder hoch – nonstop. Ich wünschte, ich hätte wieder jemanden wie sie. Jemanden, der mir Antrieb und Kraft gibt. Mein neuer Assistenzbetreuer, mit dem ich sehr zufrieden bin, sagte mir, dass es besser wäre, wenn ich ein gutes Stück weit selbst Kraft generiere, meine Ziele erreiche und selbstbewusster werde, worüber ich ja auch vor etwa zwei Tagen hier geschrieben habe. Ich weiß, dass er recht hat – dass ich erst einmal mich selbst stärken und Vertrauen in mich aufbauen muss – aber es ist so schwer. Momentan ist es selbst sehr schwer, mich um meine Wohnung zu kümmern, obwohl mir das sonst immer wichtig war.

Heute bin ich endlich mal wieder früh aufgestanden – aber auch nur, weil ich versucht habe, einen Termin beim Hausarzt zu bekommen. Morgen werde ich mit meinem Assistenzbetreuer spontan hingehen, dort erreicht man ja niemanden. Gegen 14 Uhr wollte ich eigentlich mal wieder die League in meinem MMO weitermachen, aber daraus wurde nichts. Um circa 14 Uhr klingelte es bei mir. Ich stand auf und ging zur Tür. Es waren zwei Mitarbeiter von der Hausverwaltung. Neben meinen Fenstern rechts wird ein Dach komplett neu gemacht, und es wurden sehr viele Zig. gefunden. Ich reagierte, meinem Eindruck nach, selbstbewusst auch wenn ich dem Blickkontakt größtenteils auswich. aber die werden früher oder später einen Schuldigen finden wollen. Einer meiner Ängste ist, dass ich, wenn ich verdächtigt werde, sehr nervös werde, zittere, stottere und blass im Gesicht werde – alles Symptome, die für einen Tatverdächtigen sprechen würden. Ich habe damals auch zwei extrem negative Erfahrungen machen müssen.

Ich habe danach lange gegrübelt, bin irgendwann eingeschlafen und hatte einen Albtraum, dass die Assistenz damit zu tun hätte, um mich loszuwerden, und bin dann aufgewacht. Als ich aufwachte, war es bereits dunkel. Es fand scheinbar eine Raucherparty statt oder was auch immer – über vier Stunden Lärm, Rauchen und Husten am Fenster, sehr viel Gelächter. Ich mache mir Gedanken, was wäre, wenn man es mir in die Schuhe schieben will? Ich habe eben mit meiner Schwester geschrieben – sie hat mich beruhigt, dass sie erst einmal Beweise finden müssten, dass meine Wohnung nicht wie eine Raucherbude aussieht und ich sowie meine Kleidung nicht nach Rauch stinken. Das hat mich beruhigt, ja – ich habe mir wieder zu viele Gedanken gemacht. Dieses viele Gelächter, dieses dauernde Gerede... Ich wollte immer verstehen, was gesagt wird, weil es mich so sehr an meine Zeit in der ersten WG erinnert – mit dem Mobbing und dem gezielten Kaputtmachen. Ich weiß einfach nicht, wie ich da abschalten kann, dass es mir wieder egal ist. Es raubt so viele Nerven und Energie. Und ich weiß, dass das absolut nicht gesund ist. Ich denke, es ist eine Mischung aus Paranoia und PTBS, verursacht durch das, was ich durchmachen musste.

Bevor ich zu der eigentlichen Antwort komme, möchte ich vorher noch auf dein Zitat eingehen, dass mich an Synästhesie erinnert hat.
Jetzt frage ich mich, ob du das einfach aus Lust und Laune benutzt oder ob dir das auch bekannt ist.
Sollte es nicht sein, dann hier mal ein Link(s) zur Synästhesie (und Nein!, hat nichts mit Esoterik oder so zu tun, keine Angst):
https://www.synaesthesie.org/de/synaesthesie
https://www.synesthesia.world/de/about

Bin seit circa einer Stunde zuhause. War beim Hausarzt, um die Karte einzuscannen. Anschließend habe ich mit meinem Assistenzbetreuer einen Döner gegessen, und wir haben darüber gequatscht, wie es mir so geht.
Mir macht außerdem die Isolation sehr zu schaffen. Ich war schon länger nicht mehr in der Stadt unter mehreren Menschen, und mir ist dieses extrem komische, seltsame Gefühl aufgefallen. Heute Morgen, als ich meine letzte Nachricht geschrieben habe, habe ich mich noch nicht so gefühlt. Aber jetzt ist es wieder sehr intensiv. Ich kann es nur schwer in Worte fassen – ein sehr intensives Gefühl von Seltsamkeit.

Ich kenne dieses Gefühl bereits aus der WG-Zeit und aus der Zeit, als ich meinen Vater angegriffen habe. Eben bin ich auch in einen Konflikt mit zwei Mitbewohnern geraten – das ging so schnell. Es sind zwei Mitbewohner, die ich gar nicht ausstehen kann, weil sie sich oft daneben benehmen. Jedenfalls kamen sie lachend in den Hausflur, während ich am Fahrstuhl stand, und ich dachte, sie hätten irgendetwas zu mir gesagt. Ich reagierte mit „Was wollt ihr?“.

Als sie die Treppen hochgingen, haben sie ein extrem beleidigendes Wort verwendet, das ich hier nicht wiedergeben möchte, und ich habe darauf mit den gleichen Wort reagiert und oben dann noch etwas zu ihnen gesagt. Eigentlich bin ich ja sonst ein sehr entspannter Typ, aber jetzt, wo ich mich so extrem komisch fühle, bin ich irgendwie deutlich anfälliger und handle schneller. Ich weiß nicht, was mit mir los ist, aber das ist vermutlich dieses Gefühl von Verwirrtheit, von dem ich in meiner letzten Nachricht über meine Erfahrungen gesprochen habe. Ich weiß nicht, was mit mir los ist, aber es könnte wohl eine Psychose sein, von der man spricht. Mache mir ehrlich gesagt Sorgen deswegen.
Zitat von Idefix13:
Bevor ich zu der eigentlichen Antwort komme, möchte ich vorher noch auf dein Zitat eingehen, dass mich an Synästhesie erinnert hat.
Jetzt frage ich mich, ob du das einfach aus Lust und Laune benutzt oder ob dir das auch bekannt ist.
Sollte es nicht sein, dann hier mal ein Link(s) zur Synästhesie (und Nein!, hat nichts mit Esoterik oder so zu tun, keine Angst):


Ich fühle mich gerade ziemlich erschöpft, als hätte ich einen sehr langen, anstrengenden Tag hinter mir. Ich werde mich erst mal ausruhen – fühle mich davon überfordert, werde mich aber morgen damit beschäftigen mit deinen 2 Links. Es sieht allerdings interessant aus. Mit meinem Zitat drücke ich aber einfach nur aus, dass ich die tiefen Emotionen der Musik sehr stark fühle.

Deine Ängste sind so sehr ausgeprägt und deine Paranoia auch, dass du sie in Wut und Angriffslust umwandelst, damit du dich vor jeglicher Anfeindung schützt. Was aber auch dazu führt, dass du vieles auf dich beziehst, was im ersten Moment nicht der Fall ist - so denke ich.
Das kann sich aber in so einem Umfeld nicht ändern. Du wirst immer zerrissen sein.
Weil sich dein Umfeld und deine Reaktion darauf, um dich zu schützen, immer mit all den anderen möglichen Veränderungen die du anstrebst oder umsetzen willst, beissen.


Man kann niemanden raten, dass er seine Vergangenheit aufarbeiten soll, solange sein Umfeld immer noch dem gleicht, was und wie seine Vergangenheit war oder ähnelte.
Dazu benötigt man Ruhe und Stabilität.


Morgen dann die Antwort auf deinen vorherigen Beitrag. Hatte heute einiges zu tun..

Zitat von IronIgris:
ersten WG

Also bitte könntest du mir dies etwas mehr erläutern, weil ich da immer an eine Wohngemeinschaft gedacht habe, aber scheinbar ist das was ganz anderes.. Weil du da immer noch einen Betreuer erwähnt hast oder so, der scheinbar mit im Haus ist oder Wohnung..?

Zitat von IronIgris:
Ich fragte eines der Mädchen, was der Grund für all das sei. Der Grund, warum der eine Mitbewohner mir eine reinhauen wollte war, weil sie ihm gesagt hatte, ich hätte vor circa einem Jahr beim Zwangsurlaub während seiner Abwesenheit seine Eltern beleidigt. Was allerdings nicht stimmte – und selbst wenn, wäre das extrem lächerlich.

Um das zu verstehen:
Das Mädchen, dass du gefragt hast, hat behauptet, dass Sie, diesem Typen etwas gesagt hat, was angeblich du gesagt hast über seine Eltern und dafür war er so erbost, dass er dir eine reinhauen wollte?
Wie durchgeknallt war dieses Mädchen oderverrückt..? Egal
Und wie du schon richtig beurteilt hast, wäre das lächerlich, weil das würde keinen mehr interessieren, höchstens, aber egal.
Und was bedeutet Zwangsurlaub
Tschuldige bin ein Landei, kenne mich mit den Großstadtgepflogenheiten nicht wirklich aus.
Aber was man von deinen Betreuern - wie kam es eigentlich dazu dass du solche Typen hast, ja sehen kann, sind da einige wohl auch auf der Brennsupp'n hergeschwommen..

Zitat von IronIgris:
Ich geriet in einen Zustand der Verwirrung, inklusive Suizidgedanken, aufgrund des hohen Stresses, weil ich ständig mitbekommen wollte, was andere um mich herum sagen. Das haben wohl auch Mitbewohner angemerkt. Und Aufgrund dieser Verwirrung gehe ich Mal davon aus das die in den damaligen Berichten reingeschrieben haben ich würde Stimmen hören.

Also ging man einfach mal und weil man keinen Bock hatte genauer nachzufragen, einfach von Mundpropaganda aus (Stille Post) und hat einfach irgendwas notiert, was man aber aus deinem Text entnehmen kann, nur durch deine panische und überproportionale Angst, weil du dich schützen wolltest, davon aus dass du wohl Stimmen hören würdest.
Ja - nichts gegen deine Stadt - aber daran kann man mal wieder sehen, wie schnell doch man als einzelner in einer Großstadt durch das System fällt und ausbaden darf, was andere vergurkt haben.


Was die Kakerlaken-Geschichte betrifft, gehe ich mal von der Vermutung aus, dass Sie das nicht absichtlich gemacht hat. Nur durch deine überbesorgte Art und deiner Paranoia, hast du dich da so hineingesteigert und kannst auch heute noch nicht davon lassen, weil dein Umfeld - wie ich dir schon im vorigen Beitrag schrieb - weiterhin - wie heisst der neumodische Ausdruck dafür - toxisch ist.

Du müsstest mal raus da. Damit du wieder zur Ruhe kommst, damit du alles aus einer entrückten Position dir anschauen kannst.
Dein bisheriges Leben.
Damit du erkennen würdest, was war einst, was danach, was kam dann und was wird noch kommen dürfen.

Zitat von IronIgris:
Einer meiner Ängste ist, dass ich, wenn ich verdächtigt werde, sehr nervös werde, zittere, stottere und blass im Gesicht werde – alles Symptome, die für einen Tatverdächtigen sprechen würden. Ich habe damals auch zwei extrem negative Erfahrungen machen müssen.

Also noch sind sie es, die dir das Beweisen müssen. Da spielt es keine Rolle, ob du nervös bist, zitterst, du einen Eindruck machst, dass sie dich ertappt hätten. Solange sie keine Beweise vorlegen können, dürfen sie wieder die Biege machen. *Winkewinke..

Zitat von IronIgris:
Und ich weiß, dass das absolut nicht gesund ist. Ich denke, es ist eine Mischung aus Paranoia und PTBS, verursacht durch das, was ich durchmachen musste.

Du erkennst es schon selbst, handelst aber nicht. Sondern stellst deine familiären Bindungen über deine Bedürfnisse. Deine Schwester oder dein Vater, haben nicht deine Ängste, deine Symptome jeden Tag, klar auch sie werden was haben, aber dann doch nicht so ausgeprägt wie du, weshalb sie wohl viel besser klarkommen, mit dem Umfeld, in dem ihr alle lebt.
Aber dich frisst es regelrecht auf.
Mitglied werden - kostenlos & anonym

@Idefix13 Guten Morgen erst einmal. Ich hatte mich gestern um 18:50 Uhr nach meiner letzten Nachricht direkt hingelegt. Mir ist aufgefallen, dass ich seit gestern Morgen nichts getrunken habe und auch in den zwei Tagen davor wenig. Das kann auch Verwirrung hervorrufen. Ich werde mal versuchen, deutlich mehr zu trinken und weniger zu schlafen, und dann mal schauen, wie es mir so geht. Später werde ich auf jeden Fall noch etwas einkaufen.
Zitat von Idefix13:
Also bitte könntest du mir dies etwas mehr erläutern, weil ich da immer an eine Wohngemeinschaft gedacht habe, aber scheinbar ist das was ganz anderes.. Weil du da immer noch einen Betreuer erwähnt hast oder so, der scheinbar mit im Haus ist oder Wohnung..?

Richtig, es ist eine Wohngemeinschaft – aber mit anwesenden Betreuern. Diese gibt es in unterschiedlichen Formen, und die, die ich meine, sind keine Studenten-WGs. Die ersten zwei, in denen ich war, waren WGs für Jugendliche mit Betreuung. Dann gibt es noch WGs für Erwachsene mit Betreuung, zum Beispiel therapeutische Einrichtungen – eine solche war die dritte WG, in der ich war. Ich war dort allerdings nur wegen einer gerichtlichen Auflage. Freiwillig war ich nie in einer WG.
Zitat von Idefix13:
Um das zu verstehen:
Das Mädchen, dass du gefragt hast, hat behauptet, dass Sie, diesem Typen etwas gesagt hat, was angeblich du gesagt hast über seine Eltern und dafür war er so erbost, dass er dir eine reinhauen wollte?

Korrekt. Und ich merke, dass mir negative Menschen – sei es in jeglicher Form, vom Unhöflich- oder Assi-Sein bis hin zu so einem Verhalten, mir nicht gut tun.
Zitat von Idefix13:
Und was bedeutet Zwangsurlaub

Dass die Betreuer mit der WG, also mit allen Mitbewohnern, in den Urlaub fahren und einen zwingen mitzukommen. Ich war gezwungen, mit den beiden in einem Zimmer zu schlafen, und die halbe Nacht über haben sie Rap-Musik angemacht und Sprachmemos mit Leuten aufgenommen. Immerhin ging der Urlaub nicht lange – nur sehr wenige Tage, sonst hätten sie mich gleich einweisen können.
Zitat von Idefix13:
Also ging man einfach mal und weil man keinen Bock hatte genauer nachzufragen, einfach von Mundpropaganda aus (Stille Post) und hat einfach irgendwas notiert, was man aber aus deinem Text entnehmen kann, nur durch deine panische und überproportionale Angst, weil du dich schützen wolltest, davon aus dass du wohl Stimmen hören würdest.
Ja - nichts gegen deine Stadt - aber daran kann man mal wieder sehen, wie schnell doch man als einzelner in einer Großstadt durch das System fällt und ausbaden darf, was andere vergurkt haben.

Ja, so ist es. Genau deswegen vertraue ich Ärzten so wenig und hasse Krankenhäuser nur noch mehr, weißt du... Und die zwei kurzen Aufenthalte, die ich hatte, in der Zeit, als ich in der therapeutischen Einrichtung war – da haben die auch fast nichts mit mir gemacht. Ich war ständig auf dem Zimmer, und man war mit einem Haufen Leuten zusammen, alle sehr unterschiedlichen Alters und mit verschiedenen Diagnosen. Einmal wollte sich eine alte Frau mitten in der Nacht zu mir ins Bett legen oder an meinen Schrank mit meinen Wertsachen – sie hatte Demenz. Aber du kannst dir sicherlich vorstellen, dass solche Krankenhausaufenthalte absolut nicht gut für meine Diagnose sind. Es war auch mehr so ein „Zeit absitzen“ für zwei bis drei Wochen, bis ich wieder in der WG war.

Mein Vater berichtete von seinem Aufenthalt, den er hatte, dass Schizophrenie-Erkrankte nicht ernst genommen werden und wie am Fließband behandelt werden. Dagegen war die Jugendpsychiatrie, in der meine Diagnose gestellt wurde, gaaaanz anders. Die erste Zeit war schlimm – klar, als ich reinkam, hatte ich krasse Dinge zu verarbeiten, und mir ging es extrem schlecht. Aber nach drei bis vier Wochen (ich war zwei Monate dort) ging es mir besser, und ich konnte dort auch sehr gute Erfahrungen machen. Dort wurde für ein Miteinander gesorgt. Man hat darauf geachtet, dass diejenigen, die einigermaßen wieder „klar“ denken konnten, gemeinsam am Tisch saßen zum Essen. Man hat gemeinsam gekocht oder ist zusammen einkaufen gegangen. Das fand ich alles sehr gut. Und vor allem, dass alle im jugendlichen Alter waren, hat mir sehr gefallen.

Soweit ich mich erinnere, war das eine geschlossene Station – die Tür war immer zu, und in meiner Anfangszeit habe ich auch einmal versucht abzuhauen um mich vergraben zu gehen. Aber wenn ich die Zeit dort so vergleiche mit dem, was man so von geschlossenen Erwachsenenpsychiatrien hört, war das ein extremer Unterschied.

Zitat von Idefix13:
Was die Kakerlaken-Geschichte betrifft, gehe ich mal von der Vermutung aus, dass Sie das nicht absichtlich gemacht hat. Nur durch deine überbesorgte Art und deiner Paranoia, hast du dich da so hineingesteigert und kannst auch heute noch nicht davon lassen, weil dein Umfeld - wie ich dir schon im vorigen Beitrag schrieb - weiterhin - wie heisst der neumodische Ausdruck dafür - toxisch ist.

Du müsstest mal raus da. Damit du wieder zur Ruhe kommst, damit du alles aus einer entrückten Position dir anschauen kannst.
Dein bisheriges Leben.
Damit du erkennen würdest, was war einst, was danach, was kam dann und was wird noch kommen dürfen.


Ja, vermutlich hast du recht. Und ich sollte wohl am besten auch nochmal mit einem Profi sprechen, also bezüglich Aufarbeitung, die aktuelle Situation und was er empfiehlt. Ist natürlich nicht so einfach, da etwas zu finden, aber ich frage meine Pia mal nach Optionen.
Zitat von Idefix13:
Man kann niemanden raten, dass er seine Vergangenheit aufarbeiten soll, solange sein Umfeld immer noch dem gleicht, was und wie seine Vergangenheit war oder ähnelte.
Dazu benötigt man Ruhe und Stabilität.

Macht Sinn. Naja, zumindest etwas in diese Richtung sollte ich tun, denn der Umzug wäre ein langer Prozess. Spreche das aber mit meinem Assistenz-Betreuer an. Aber so ein Umzug alleine reicht nicht aus, damit ich glücklich werde. Da muss ich wirklich meine Ziele angehen, die ich erwähnt habe.

Zitat von Idefix13:
Du erkennst es schon selbst, handelst aber nicht. Sondern stellst deine familiären Bindungen über deine Bedürfnisse. Deine Schwester oder dein Vater, haben nicht deine Ängste, deine Symptome jeden Tag, klar auch sie werden was haben, aber dann doch nicht so ausgeprägt wie du, weshalb sie wohl viel besser klarkommen, mit dem Umfeld, in dem ihr alle lebt.
Aber dich frisst es regelrecht auf.

Meine Schwester ist natürlich auch mega genervt vom Umfeld, aber ja, für mich ist das noch schlimmer. Nur ist es eben schwer, ein Umfeld zu finden, das wirklich entspannt ist. Vielleicht kann ich nochmal mit meinem Assistenzbetreuer über Assistenzwohnungen sprechen. Vielleicht gibt es hier ja auch welche in der Nähe.

Was mir aber immer noch am meisten wehtut, ist die Sache mit der Betreuerin. Ich habe sie gestern auch reden und lachen hören. Was mich besonders verletzt, ist, dass sie es erst anders bei mir probiert haben. Sie sagten am Anfang des letzten Gesprächs, sie habe einfach keine Zeit mehr für mich, weil sie weniger Stunden arbeitet, wegen ihres Kindes und weil sie die Leitung übernimmt. Daher mache sie keine PAs mehr mit Klientinnen und Klienten. Nachträglich habe ich erfahren, dass sie doch noch ab und zu etwas mit Klientinnen und Klienten macht. Es ist eigentlich extrem selten, dass ich sie höre und noch viel seltener, dass ich sie sehe. Aber es tut trotzdem weh. Sie war am Ende auch so böse zu mir. Vermutlich ist es wieder mein Kopf, der mir sagt, sie meint es persönlich, obwohl es vermutlich nicht so ist. Es ist schwierig, da positiv zu bleiben, weil es mir immer noch nahegeht, denn sie ist für mich immer noch eine wundervolle Frau. Ich glaube, dass ich auch nach einem Umzug und nach Gesprächen darüber nicht wirklich damit abschließen kann, sondern erst, wenn ich jemand Neues kennenlerne. Hoffentlich wird das dann jemand sein, der mir wirklich gut tut.

Zitat von IronIgris:
Und ich merke, dass mir negative Menschen – sei es in jeglicher Form, vom Unhöflich- oder Assi-Sein bis hin zu so einem Verhalten, mir nicht gut tun.

Nun ich denke, keiner kann solche leiden, bzw. will solche in seiner dirketen Umgebung.
Zitat von IronIgris:
und einen zwingen mitzukommen. Ich war gezwungen, mit den beiden in einem Zimmer zu schlafen

Kenne mich ja mit solchen Methoden zu wenig aus, aber auf welcher rechtlichen Grundlage beruht es, dass sie dich zwingen könnten, mit in ihren Urlaub, zu nehmen. War er für die Zeit dein Vormund oder wie? Wie alt warst du da, wenn ich fragen darf?
Zitat von IronIgris:
vertraue ich Ärzten so wenig und hasse Krankenhäuser nur noch mehr

Oh.., da bist du wahrlich nicht der Einzige. Habe mit dieser Fachwelt in Weiß auch so meine Kämpfe ausgefochten und dass sie immer alles besser wissen und ich als Patient gar nichts weiß, stand immer groß und breit auf ihrem unsichtbaren Schild, dass sie imaginär vor sich hielten.
Weshalb ich auch nur Verdachtsdiagnosen bekommen habe und erst die letzten 3 mir Wohlwollender gegenüberstanden, doch da war der Schaden schon angerichtet und das war damals so in deinem Alter. Und da war dann schon Schicht im Schacht.
Habe mich dann sehr viel mit mir auseinander gesetzt, mir einige Infos zu den Krankheiten aus dem Netz gezogen, aber auch da höllisch aufgepasst, weil man auch da wieder sehr differenzieren muss.
Bücher oder Fachliteratur habe ich bisher abgelehnt. Mich mehr auf menschliche Aussagen und Erfahrungen gestützt und damit gearbeitet. Und mit 35 dann auch endlich eine Therapeutin aufgesucht, weildie Ängste immer größer wurden und die Agoraphobie und die Begleiterkrankungen, so massiv wurden, dass ich zuhause kaum mehr rauskam.

Aber mit vielem habe ich mich schließlich arrangiert, weil auch sie da zwar gute Ansätze hatte, nur haben wir dann komplett einen anderen Bereich eingeschlagen, der für andere Gebiete notwendig waren.
Schwierig dass so zu beschreiben, wenn man gewisse Dinge nicht erwähnen will.
Zitat von IronIgris:
mit meinem Assistenz-Betreuer an

Was ich immer noch nicht verstehe. Vielleicht liegt das an der Sache, dass ich mich doch gewehrt habe, meinen Mund aufgemacht habe, dass ich kommuniziert habe, ich weiß es nicht. (Hast ja schon geschrieben, dass du früher es nicht gewagt hast, was dagegen zu sagen..)
Warum hast du einen Assistenz-Betreuer und warum musst du mit dem über alles reden, bevor du handeln kannst. Ich verstehe das nicht wirklich.
Versteh mich nicht falsch, aber mir erschließt sich nicht warum es sich für mich so anhört, als würdest du den nach seiner Erlaubnis fragen?
Zitat von IronIgris:
die Sache mit der Betreuerin

Sorry, aber das hört sich so an, als würdest du nach einem Mutterersatz suchen. Aber du auch Bindungsprobleme haben. Doch dafür weiß ich eindeutig zu wenig.
Ich hatte eine Mutter, die liebevoll, warmherzig, freundlich und toll zu fremden Kindern war. Zuhause war sie zu schnell überfordert. Und heute nach all den Jahren, wenn mal wieder so ein Thema auf den Tisch kommt, dann kommen so Aussagen wie, stimmt nicht oder sie war noch jung und sie wusste es nicht besser und sie tat ihr Möglichstes.. oder ihr Lieblingszitat: Daran, kann ich mich nicht mehr erinnern..!

Zitat von Idefix13:
Kenne mich ja mit solchen Methoden zu wenig aus, aber auf welcher rechtlichen Grundlage beruht es, dass sie dich zwingen könnten, mit in ihren Urlaub, zu nehmen. War er für die Zeit dein Vormund oder wie? Wie alt warst du da, wenn ich fragen darf?

Ich war da circa 16. Und er durfte mich auch nicht allein in der WG lassen. Und ich konnte nirgendwo anders hin. Mein Vater war da glaube ich gerade bei einer Reha-Maßnahme daher kam ich bei ihn auch nicht rein.
Zitat von Idefix13:
Agoraphobie

Kannst du mich genauer aufklären, wie das bei dir ist? Vielleicht habe ich das zu einem sehr kleinen Teil auch, ich weiß nicht. Wobei ich eher stark davon ausgehe, dass es die soziale Phobie ist. Aber in gewissen Dingen ähneln sie sich ja. Meistens bin ich in Menschenmengen oder in Einkaufszentren gelassen, aber oft auch unsicher. Also Mal ja Mal nein. Gestern zum Beispiel im Einkaufszentrum war es hin und wieder etwas unangenehm, dann wieder gelassener – ein ständiges Hin und Her. Je nachdem was für Menschen ich begegne. Momentan bin ich ja auch ziemlich isoliert, daher ist das derzeit natürlich stärker, was die soziale Phobie betrifft.

Zitat von Idefix13:
Warum hast du einen Assistenz-Betreuer und warum musst du mit dem über alles reden, bevor du handeln kannst. Ich verstehe das nicht wirklich.
Versteh mich nicht falsch, aber mir erschließt sich nicht warum es sich für mich so anhört, als würdest du den nach seiner Erlaubnis fragen?

Ich hatte zuerst überlegt, ob ich nach dem Ende der letzten Assistenz wieder einen Assistenzbetreuer haben möchte. Meine gesetzliche Betreuerin hatte mich dazu überredet. Im Nachhinein war es aber eine gute Entscheidung. Er ist sehr nett und mit Herz dabei – anders als die anderen. Es ist gut, jemanden zu haben, mit dem ich sprechen kann und der mir hilft. Er hat mich gestern zum Beispiel auch zum Hausarzt begleitet, was gut war. Normalerweise gehe ich immer allein dorthin, aber es gibt seltene Phasen wie gestern, in denen ich mich besonders unwohl fühle, gerade weil mein Zustand im Moment nicht so gut ist. Ich frage ihn nicht um Erlaubnis für irgendetwas – es kommt von mir selbst.
Zitat von Idefix13:
Sorry, aber das hört sich so an, als würdest du nach einem Mutterersatz suchen.

Ja und nein. Das Wichtigste ist, jemanden zu haben, die für mich da ist. Bei der ich mich geborgen fühlen kann. Bei der ich meine Sorgen loswerden kann. Das wäre z.B. eine Mutter. Also die Betreuerin war wie eine Mutter für mich. Das heißt jedoch nicht, dass nur eine Mutter dir das Gefühl von Geborgenheit geben kann. Das kann auch die Partnerin. Bei einer Partnerin wäre das Verhältnis natürlich anders - da wäre das ein Geben und Nehmen. Die Liebe ist da sehr wichtig für mich und dass man sich gegenseitig alles anvertrauen kann und dass man gegenseitig füreinander da ist, sowohl in guten als auch in schlechten Zeiten. Und dass man sehr viel gemeinsam macht. Das wäre natürlich schon anders und deutlich intensiver als das, was ich für meine Betreuerin empfunden habe.
Zitat von Idefix13:
Aber du auch Bindungsprobleme haben. Doch dafür weiß ich eindeutig zu wenig.

Wenn du damit meinst, dass ich mir ohne einer Frau kein glückliches Leben vorstellen kann, dann ja, habe ich das. Aber das ist auch ein großes Thema für sich. Es gibt auf jeden Fall viele Männer wie auch Frauen, die ohne Partnerschaft nicht können – manche schon immer, andere erst nach einer Trennung.

Dann gibt es in der heutigen Zeit wiederum viele Männer, die lieber Single bleiben möchten. Ich denke jedoch, dass „Bindungsprobleme“ sowohl positive als auch negative Seiten haben können.

Positiv ist es, wenn du deinen Partner oder deine Partnerin gefunden hast – dann kann der Drang, eine Beziehung führen zu wollen, sich durchaus positiv auswirken, weil sie (oder er) das Wichtigste für dich auf der Welt ist.
Negativ wird es aber, wenn der Partner oder die Partnerin dir gar nicht guttut und die Beziehung sehr toxisch ist. Das beobachte ich zum Beispiel bei meinem Bruder. Beide sind ziemlich narzisstisch.

Schon die Beziehung davor war schlimm – die Frau war ziemlich psychisch instabil, hat ihn geschlagen, gegen Türen getreten usw. Obwohl diese Beziehung schon lange sehr ungesund war und ihm nicht guttat, konnte er erst nach zwei bis drei Jahren loslassen. Das war extrem schwer für ihn, weil er nicht allein sein wollte. Die nächste und aktuelle Beziehung ist leider genauso schlimm. Auch sehr toxisch – sie ist eigentlich genauso schlimm wie die vorherige. Sie haben sich gegenseitig geschlagen, sie hat seinen PC umgeworfen, Milch mit Müsli und Energydrinks über die Tastatur gekippt usw. Wir haben ihm schon so oft gesagt, dass er Schluss machen muss. Er hat es teilweise eingesehen, aber auch gesagt, dass er nicht mehr allein sein kann.

Das ist wirklich der Punkt, an dem Bindungsprobleme ungesund werden. Einmal kam sogar eine große Gruppe von Kollegen, die ihr beim Auszug geholfen haben – sie wollte spontan ausziehen und die Beziehung beenden. Einen Tag später ist sie wieder eingezogen. Leider blieb das Verhältnis extrem schwierig, und ich glaube, Anfang dieses Jahres (oder war es doch letztes Jahr?) haben sie tatsächlich geheiratet.

Ja, sie haben geheiratet, obwohl wir alle davon abgeraten haben. Und beim Kurzurlaub hat sie dann sogar am Verlobungsort mit Scheidung gedroht. Sie streiten sich leider täglich. Es würde mich nicht wundern, wenn es irgendwann endgültig vorbei ist und er alles extrem bereut und vielleicht vorher noch ein Kind bekommen...

A


x 4


Pfeil rechts




Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
App im Playstore