Erst einmal vielen Dank für eure lieben Antworten.
Ja ich weiß, dass ich an mich denken muss. Im Moment weiß ich aber nicht wie überhaupt. Ich hänge im Moment so sehr in der Depression, dass ich total fertig bin. Ich habe jetzt auch noch 10 Tage im Krankenhaus gelegen, deshalb die späte Reaktion. Ich kann einfach nicht mehr. Ich glaube nicht, dass ich so einfach ohne Medis klar komme. Ich habe schon vor vielen Jahren Psychotherapie gemacht, was für eine Zeit auch ganz gut war, aber dann lief es wieder nicht mehr. Ich war immer gegen Medikamente, aber irgendwann habe ich mich dann entschlossen, mich in einer Psychiatrie einstellen zu lassen. Es hat eine Weile gedauert, aber dann war die Kombination ganz gut und es ging mir echt richtig gut. So gut hatte ich mich in meiner Haut noch nie gefühlt. Das hielt auch lange an. Ich konnte Kontakte halten, was mir vorher nie so recht gelungen war, hatte Freunde. Ja, es ging mir gut. Aber dann hat mich das Leben mächtig eingeholt. Meine Mama starb ganz plötzlich und ich bin mit meinem Bruder in das Haus meiner verstorbenen Eltern gezogen. Ich hab erst mal alles gemacht, einschließlich Umbau und so. Ich wollte meiner Tochter helfen, insbesondere wegen meiner Enkelin. Ich wusste zu dem Zeitpunkt aber nicht, dass sie nicht mehr clean war. Ich glaubte sie habe den Dro. auch durch ihre Tochter ganz hinter sich gelassen. Ich baute für sie eine Wohnung aus, weil sie eine Interferontherapie machen wollte und ich nach allem, was ich über diese Therapie wusste, sicher war, dass Daniela dann echt Hilfe brauchen würde. Von ihren Rückfällen hat sie mir natürlich nichts erzählt. Ich hätte sie dann nicht einziehen lassen, weil ich aus der Vergangenheit wusste, dass ich das nicht mehr verkraften kann. Aber sie zog ein und lieferte mir dann bald das volle Programm, natürlich mit viel Lügerei dabei und so weiter. Dann starb auch noch mein Partner, mit dem ich aber nicht mehr zusammenlebte. Ich habe viel mit ihm gestritten wegen Daniela, weil er wohl sah, was ich nicht sehen wollte. Ich ertrug das nicht. Ich habe das dann auch noch einigermaßen verbacken, jedenfalls glaubte ich das, aber dann fingen die körperlichen Krankheiten so richtig an. Es gab immer wieder Krankenhausaufenthalte, zwischendurch dann auch mal wieder Psychiatrie, aber ich kam nicht mehr auf die Beine. Ich tat immer noch, was ich konnte, aber das war kein Vergleich mehr zu vorher. Mein Partner fehlt mir. Dadurch, dass meine Tochter die Betreuung ihres Kindes nicht leisten konnte und ich so oft krank war, kam Janina in ein Internat. Ich leide sehr darunter, weil ich es immer wieder als mein Versagen betrachte. Ich liebe meine Enkelin so sehr. Sie ist irgendwie mein Kind. Daniela kann und will ich nicht mehr helfen. Es hat sowieso keinen Sinn. Entweder sie ändert etwas oder sie stirbt. Ich kann das, was da kommt nicht mehr verhindern. Ich habe mich körperlich und psychisch so runtergewirtschaftet, dass ich im Grunde für andere keine Kraft mehr habe. Ich weiß nicht, welche Chance ich noch habe, aber ich fühle mich so krank so ausgelaugt und ausgesaugt. Bei meiner körperlichen Krankheit weiß ich nicht, ob ich den nächsten Infekt überlebe. Ich habe Angst vor dem Winter. Nun ja, mehr als sterben kann ich nicht und das haben schon viele vor mir geschafft und egal wie, das steht ja irgendwann jedem bevor, ob nun früher oder später. Ich will nur nicht hilflos sein und nicht mehr entscheiden können. Aber noch lebe ich und noch kann ich versuchen, etwas für mich zu tun. Ich weiß nur nicht mehr wie. Meine Depressionen sind echt heftig. Ich weiß einfach nicht wirklich weiter. Aber ich freue mich immer, wenn jemand mir schreibt, mir Rat gibt und mir zeigt, dass ich nicht alleine bin. Ich meine der Rest meiner Familie steht schon hinter mir und mein Sohn und meine jüngste Tochter bemühen mich sehr, mir zu helfen, aber ich will sie auch nicht belasten, denn ich denke, dass meine Kinder erst einmal für sich selbst da sein sollten und nicht für meine Probleme. Das war mal wieder ziemlich viel.
Habt nochmals vielen Dank! Ich werde mir eure Antworten sicher noch mehrmals durchlesen. Danke!
Seid mal lieb gedrückt!
Waltraud