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F

fille
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Hallo zusammen,

mir ist vor ein paar Tagen etwas passiert und meine Ruhe ist hin. Ich war mit meinem Sohn und Enkelkindern auf dem Weg zum Spielplatz. Kurz vorher haben wir in einer ungeteerten Seitenstraße eine Person auf dem Rücken liegen sehen. Wir haben nur den Kopf und die Schultern gesehen. Ich dachte zuerst leblos. Mein Sohn hat gesagt, nein die Person bewege sich schon. Wir sind weitergegangen und ich habe mir gedacht, dass ich gleich nochmal alleine zurück gehe, um mich zu vergewissern, dass alles in Ordnung ist. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass es ein 8-jähriger Junge war.

Nach einigen Minuten wollte ich zurückgehen und habe dann vor Schreck gesehen, dass ein Krankwagen dort gestanden ist. Jetzt mache ich mir schreckliche Vorwürfe, dass ich kostbare Minuten vergehen habe lassen. Es hat sich dann herausgestellt, dass von der anderen Seite eine Familie gekommen ist und direkt daran vorbei musste. Sie haben wohl gleich den Krankenwagen geholt. Der Junge hat noch gesprochen, aber stark gezittert. Er hatte sich bei einem Gerangel mit seiner Schwester bei einem Sturz den Kopf stark angestoßen. Von der Schwester war nichts zu sehen.

Ich hatte solche Angst, dass er zum Schluss sterben muss oder bleibender Schaden, nur weil ich nicht gleich geholfen habe. Es hilft auch nichts, dass er doch zeitnah versorgt wurde. Das ist keine Entschuldigung dafür, dass wir erstmal weitergegangen sind. Ich bin so beunruhigt über mich selbst, dass ich wirklich an mir zweifle. Ich habe das Gefühl, als müsste ich mich dafür Buße tun. Nicht dafür, was ich getan habe, sondern was ich nicht getan habe. Ich habe noch nicht erfahren, was mit ihm nun ist. Weiß nur, dass er in ein Kinderkrankenhaus gebracht wurde.

16.05.2026 #1


6 Antworten ↓

E
Manchmal verhaltet man sich nicht immer rationell, besonders in Situationen wo man abgelenkt ist, oder etwas überfordert weil man gerade selber beschäftigt ist und alles schnell abläuft im Kopf, der Junge hatte Glück, dass gleich andere ihn entdeckt haben und es ist normal dass du dir gerade vorwürfe machst weil du dein Verhalten nicht mehr nachvollziehen kannst, aber in diesem Augenblick hast du dich so entschieden weil du es als nichts schlimmes eingeschätzt hattest und so ist das immer, man fällt Entscheidungen gegenüber äussere Umstände und dann hat noch dein Sohn gesagt es sei alles gut er bewege sich noch. Ich bin sicher wenn so eine Situation wieder eintreffen würde, dann würdest du dieses mal anders handeln wegen deiner Erfahrung die du nun gemacht hast und was nun mit dem Kind weiterlauft hat nichts mit dir zu tun, es wurde wie du sagst Zeitnah von anderen Personen entdeckt und ins Spital gebracht.

x 1 #2


A


Selbstvorwürfe, schlechtes Gewissen

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Schlaflose
Du solltest lieber froh sein, dass du nicht wegen unterlassener Hilfeleistung angeklagt wirst. Wenn jemand beobachtet hätte, dass du vorbeigegangen bist und man dich irgendwie identifiziert hätte, hättest du ein richtiges Problem und nicht nur dein schlechtes Gewissen.

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F
@Schlaflose

Das ist mir klar. Aber ich mache kein Geheimnis daraus und habe es sogar den Personen, die den Krankenwagen geholt erzählt, dass ich vorher schon etwas gesehen habe. Ich bin aber nicht vorbei gegangen, sondern der Junge war in einer Seitenstraße etwas weiter weg und die andere Familie ist von der anderen Seite direkt vorbeigegangen.

Das ist keine Entschuldigung und ich bin dann ja auch zurückgegangen. Nachdem dann bereits ein Krankenwagen da war, bin ich nicht mehr bis hin gegangen, da ich bereits erfahren habe, dass einige Personen dort waren.

#4


Schlaflose
Dann ist doch alles gut und es liegt kein Grund vor, sich Vorwürfe zu machen. Ich hätte einzig und allein Angst gehabt, dass man mich belangen kann, weil ich nicht sofort eingegriffen habe.
Zitat von fille:
Ich habe das Gefühl, als müsste ich mich dafür Buße tun.

Was genau meinst du damit? Das hört sich sehr nach krankhafter Selbstbestrafung oder selbstverletzendem Verhalten an.

#5


F
Zitat von Schlaflose:
Was genau meinst du damit? Das hört sich sehr nach krankhafter Selbstbestrafung oder selbstverletzendem Verhalten an.


Ja stimmt! Mein Fell ist ziemlich dünn geworden.

Ich hatte mal einen ähnlichen Vorfall. Eine Bekannte hatte einen Schlaganfall. Sie ist aber am Tisch sitzen geblieben und hat mich angeschaut. Ich habe den Krankenwagen gerufen. Aber ich machte mir Vorwürfe, dass ich Minuten gebraucht habe, bis ich das realisiert habe. Später hat sie mir erzählt, dass sie von einem Krankenhaus zum nächsten gebracht wurde, bis was gemacht wurde. Dadurch ist viel mehr kostbare Zeit vergangen.

Ich hatte auch mal ein ähnliches Erlebnis mit einem Kind. Habe auch damals ein Kind auf dem Boden liegen sehen. Bin hin gegangen und gefragt, ob es ihm schlecht ginge. Er hat dann gesagt, nein er ruhe sich nur aus. An das habe ich auch neulich gedacht. Aber lieber einmal zu viel, als zu wenig gefragt!

#6


Falko78
Es ist sicherlich nicht korrekt gewesen, einfach weiter zu gehen. Aber es ist doch menschlich, dass man schockiert und teilweise auch überfordert. Das ist menschlich - man handelt nicht immer rational.

Zum Glück kamen noch andere Leute hinzu, somit konnte dem Jungen geholfen werden.

#7






Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
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