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Sonnenzauber

Sonnenzauber
Mitglied

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Ich war mir unsicher hier nochmal ein Thema zu eröffnen, aber ich denke mir ist es wichtig.

Ich merke eine Hilflosigkeit seit einigen Monaten, und auch eine große Unsicherheit.

Mein Nervensystem ist quasi im Dauer Alarm Zustand, dadurch entsteht viel Anspannung. Dinge die ich früher gerne gemacht habe, wie lange Fahrrad Touren oder See Ausflüge machen mir keinen Spaß mehr. Auch die Spaziergänge, sind mir jetzt wo es so warm geworden ist zu anstrengend.

Ich bewege mich in einem Zustand des Funktionierens, Haushalt einkaufen, kochen, Medikamente organisieren, Filme schauen, am Balkon sitzen.

Alles wiederholt sich, gerade zum Wochenende will meine Mutter mich immer besuchen, ich versuche aber Freunde zu organisieren, was nicht so leicht ist, da die auch nicht immer Zeit haben. Es ist als könnte ich ohne sie nicht überleben.

Ich warte bis jemand kommt, der nett zu mir ist und mich rettet.

Ich frage mich, wo sind meine erwachsenen Anteile?

Es ist Sommer, ich liebe ihn,
Eigentlich. Mittlerweile habe ich ein Problem mit Lärm, Hitze, wenn fremde Menschen mir zu nahe kommen.

Irgendwie habe ich mittlerweile das gleiche Nervensystem wie meine Mutter, dass ich viele viele Jahre komplett reguliert nicht hatte.

Sich selber nicht beruhigen zu können, ist ein Zustand der Erstarrung. Und des eingesperrt seins.

05.06.2026 x 10 #1


37 Antworten ↓
P

Pauline333
Mitglied

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Alles das, was man nicht mehr (oft) macht, verkümmert. Fähigkeiten bauen sich ab.

Wenn du keine Spaziergänge und Fahrradfahrten mehr machst, weil sie dir jetzt zu anstrengend sind, kann es sein, dass sie demnächst eine Hürde darstellen und du sie gar nicht mehr machst.
Wenn du Menschen vermeidest, weil alles zu laut ist, kann deine Fähigkeit, Menschen zu ertragen, weiter abnehmen.
Wenn du immer Menschen um dich brauchst, die dich vermeintlich retten, schützen oder am Leben halten, verlierst du immer mehr die Fähigkeit, dies selbst zu tun.

Es ist ein schmaler Grad. Denn es gibt natürlich Situationen im Leben, wo man weniger machen muss, sich zurückziehen muss, um in Ruhe zu heilen.
Mit diesem Rückzug kann aber auch recht schnell ein Verlust der Fähigkeit einhergehen, diese Dinge zu tun oder Situationen zu meistern.

Fahr Fahrrad und geh spazieren, auch wenn es heiß ist, höre nicht auf damit.
Gehe weiter unter Menschen, notfalls mit Ohrstöpseln und Sonnenbrille, um dich vor Reizen zu schützen, aber lebe dieses Stück Normalität.

Versuche am Wochenende immer erwas länger allein zu sein.

Tue andere Dinge, die deine Komfortzone erweitern. Das ist oft unangenehm, erweitert aber deinen Handlungsspielraum, macht dich sicherer in weiteren Dingen und erweitert oder aktiviert deine erwachsenen Anteile.

Denn ein Erwachsener unterscheidet sich von einem Kind, in dem er unangenehme Dinge trotzdem tut, weil er ziel- oder werteorientiert handelt.
Kinder handeln aus dem Gefühl in dem Moment heraus, also z.B. aus Neugier, Lust oder Angst. Vermeidungsverhalten kommt mEn immer aus den kindlichen Anteilen.

23.05.2026 09:14 • x 5 #5


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Nervensystem - Ich kann mich nicht mehr regulieren

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1660
@Sonnenzauber
Hallo
Nimmst Du Medikamente?

x 1 #2


Greta__
Guten Morgen.

Du sprichst mir aus der Seele. Ich habe hier im Forum ein Tagebuch, in meinem Thema geht es auch um erstarrt sein, eingefroren. Auch ich frage mich wo meine erwachsenen Anteile sind.

Ich hab leider keine Antwort oder einen Rat, aber du bist damit nicht allein.

x 3 #3


koenig
Zitat von Sonnenzauber:
Mein Nervensystem ist quasi im Dauer Alarm Zustand,

Mir geht es auch so.

Viele Dinge werden zu Bergen, die ich immer wieder überwinden muss. Es strengt an.

x 3 #4


P
Alles das, was man nicht mehr (oft) macht, verkümmert. Fähigkeiten bauen sich ab.

Wenn du keine Spaziergänge und Fahrradfahrten mehr machst, weil sie dir jetzt zu anstrengend sind, kann es sein, dass sie demnächst eine Hürde darstellen und du sie gar nicht mehr machst.
Wenn du Menschen vermeidest, weil alles zu laut ist, kann deine Fähigkeit, Menschen zu ertragen, weiter abnehmen.
Wenn du immer Menschen um dich brauchst, die dich vermeintlich retten, schützen oder am Leben halten, verlierst du immer mehr die Fähigkeit, dies selbst zu tun.

Es ist ein schmaler Grad. Denn es gibt natürlich Situationen im Leben, wo man weniger machen muss, sich zurückziehen muss, um in Ruhe zu heilen.
Mit diesem Rückzug kann aber auch recht schnell ein Verlust der Fähigkeit einhergehen, diese Dinge zu tun oder Situationen zu meistern.

Fahr Fahrrad und geh spazieren, auch wenn es heiß ist, höre nicht auf damit.
Gehe weiter unter Menschen, notfalls mit Ohrstöpseln und Sonnenbrille, um dich vor Reizen zu schützen, aber lebe dieses Stück Normalität.

Versuche am Wochenende immer erwas länger allein zu sein.

Tue andere Dinge, die deine Komfortzone erweitern. Das ist oft unangenehm, erweitert aber deinen Handlungsspielraum, macht dich sicherer in weiteren Dingen und erweitert oder aktiviert deine erwachsenen Anteile.

Denn ein Erwachsener unterscheidet sich von einem Kind, in dem er unangenehme Dinge trotzdem tut, weil er ziel- oder werteorientiert handelt.
Kinder handeln aus dem Gefühl in dem Moment heraus, also z.B. aus Neugier, Lust oder Angst. Vermeidungsverhalten kommt mEn immer aus den kindlichen Anteilen.

x 5 #5


YellowFerrum
Interessant, dass dich deine Probleme zur Frage führen, wo deine erwachsenen Anteile sind. Denn vom ersten Eindruck her hat das nicht viel miteinander zu tun. Es wird tiefliegender sein und du spürst es. Das Kind, das sich allein unsicher fühlt.

Hast du denn bewusst Ängste vor den Dingen oder ist es nur Unlust und Ermattung? Was meinst du damit, dass du dich nicht beruhigen kannst und im Alarmzustand bist?

#6


Kruemel_68
Zitat von Pauline333:

Es ist ein schmaler Grad. Denn es gibt natürlich Situationen im Leben, wo man weniger machen muss, sich zurückziehen muss, um in Ruhe zu heilen.
Mit diesem Rückzug kann aber auch recht schnell ein Verlust der Fähigkeit einhergehen, diese Dinge zu tun oder Situationen zu meistern.

Das ist der Punkt, an dem ich auch am meisten rumknacke. Ich finde es extrem schwierig, die Balance zu finden. Zudem noch ein überstarker Kritiker im Kopf sitzt, der sofort in die Bresche "Du musst" springt. Dann ist es extrem schwierig für mich abzuwägen - ist es jetzt der überstarke Kritiker mit seinem Programm oder fordert es der Körper von mir?

x 2 #7


Windy
Tut mir leid zu lesen, daß es dir so schlecht geht und wünsche dir natürlich, daß es bald wieder besser wird. Was mir besonders aufgefallen ist:
Zitat von Sonnenzauber:
Es ist als könnte ich ohne sie nicht überleben.

Vielleicht ist es an der Zeit, die Beziehung zu dir selbst zu ändern und zu verbessern. Freunde sind eine wunderbare Unterstützung, aber letztendlich, muß man lernen sich selbst unterstützen zu können, bzw. sich selbst das geben zu können, was man von ihnen erwartet.

Zitat von Sonnenzauber:
Irgendwie habe ich mittlerweile das gleiche Nervensystem wie meine Mutter,

Geht mir ganz ähnlich, vor allem was das Schlafen angeht, da bin ich genau der gleiche Typ wie sie. Also dünne Nerven können durchaus vererbt sein.

x 2 #8


P
Zitat von Kruemel_68:
Zudem noch ein überstarker Kritiker im Kopf sitzt,

Erkennst du diesen nicht eventuell an der Tonalität?
Wenn es mir schlecht geht, kann ich diesen Antreiber oder inneren Kritiker oder ewigen Leistungsbringer gut überhören. Er oder sie verwendet ja gewisse Worte (du mussr etc), vielleicht "klingt" die Srimme auch eher abtreibend.
Ich höre dann auf die fürsorgliche Stimme, die so klingt wie ich gerne meine Mutter hätte reden hören oder wie eine gute Freundin sprechen würde. Die einem rät, sich auszuruhen als Beispiel aber ebenso dann auch irgendwann dazu rät, wieder aktiver zu werden.

#9


Kruemel_68
Zitat von Pauline333:
Erkennst du diesen nicht eventuell an der Tonalität? Wenn es mir schlecht geht, kann ich diesen Antreiber oder inneren Kritiker oder ewigen Leistungsbringer gut überhören. Er oder sie verwendet ja gewisse Worte (du mussr etc), vielleicht "klingt" die Srimme auch eher abtreibend. Ich höre dann auf die ...

Hm, gute Frage. Ich glaube eher nicht. Ich "höre" das nicht im eigentlichen Sinn, sondern das sind einfach Gedanken, die in meinem Kopf sind. Und da meine Seele bei mir immer noch sehr unterrepräsentiert ist, ist die Tonalität im Kopf immer noch ziemlich harsch 😎

x 1 #10


Greta__
Ich höre auch nichts, also im Sinne von Stimmen. Meist sind es die Gedanken und wie sich mein Körper fühlt. Dieser sendet viele Symptome und dann bin ich regelrecht erstarrt und bin zu nichts mehr fähig. Ich kann mich nicht erinnern wann ich das letzte Mal etwas gemacht habe, was ich immer gern gemacht habe. 🫤

#11


Sonnenzauber
Meine Mutter will mich immer besuchen kommen und ich tendiere dazu sie anzurufen weil ich auch so negative Gedanken habe.

#12


sensibelchen98
Liebe @Sonnenzauber
ich habe mich in deinen Worten wieder gefunden. Besonders das auf Rettung warten und der Frage nach den Erwachsenen Anteilen. Ich bin auch seit Monaten nur noch im survival Mode und total verloren darin, dein Beitrag hat mich deshalb sehr berührt.
Danke dafür, auch wenn ich nichts sinnvolles oder aufbauendes dazu beitragen kann tut es, so blöd es klingt, gut zu hören dass andere ähnliches erleben und man nicht die einzige Person ist der es so ergeht. Es kann sich sehr einsam anfühlen.

x 3 #13


Sonnenzauber
Ich will auch gar nichts groß unternehmen bei der Hitze aber ich bin sehr angespannt.

x 2 #14


P
@Greta__ und @Kruemel_68
Ok, "hören" können das wohl die wenigsten. Aber die Gedanken bestehen ja quasi aus Worten und anhand derer ist die Tonalität schon zum Teil abzulesen.

Z.B. "Du nusst jetzt aber noch unbedingt xy machen, sonst passiert z!"
Versus
"Vielleicht müsstest du einmal x tun/lassen, dann klappt es mit z bestimmt besser"

Da kann man schon raushören, "wer" da "sendet".

#15


Sonnenzauber
@Pauline333 ich habe auch Angst vor meiner Mutter weil sie so viel redet und mich nicht versteht. Auf der anderen Seite will ich dass sie mich rettet. Aber oft beleidigt sie mich und hält mich klein.

#16


Schlaflose
Zitat von Sonnenzauber:
Auf der anderen Seite will ich dass sie mich rettet.

Was genau würdest du unter Rettung verstehen?

#17

Mitglied werden - kostenlos & anonym

P
Zitat von Sonnenzauber:
@Pauline333 ich habe auch Angst vor meiner Mutter weil sie so viel redet und mich nicht versteht. Auf der anderen Seite will ich dass sie mich ...

Ja, über dieses Dilemma hatten wir vor Längerem auch an anderer Stelle mal geschrieben. Schade, dass es immer noch so ist.

#18


Sonnenzauber
@Schlaflose weniger einsam, weniger Schmerzen.

#19


Sonnenzauber
@Pauline333 naja Menschen ändern sich nunmal nicht. Bzw. schiebt sie alle Verantwortung von sich.

#20


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Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
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