Liebe Leidgenossen,
ich muss mich mal wieder melden, da es mir wieder schlechter geht, und ich von diesem Forum hier profitiere.
Kurz zu mir: Ich bin 33, arbeite 100% und bin Single, alleinstehend, alleinlebend.
Mir geht es seit einigen Monaten leider nicht gut. Angefangen hat alles mit zunehmenden persönlichen Problemen auf der Arbeit und in meinen Beziehungen:
1. Probleme auf der Arbeit: Mein Vertrag läuft in ca. 1 Jahr aus und ich stehe vor der Frage, ob ich versuche, mich anzustrengen, um in dem gleichen Betrieb zu bleiben und die "Karriereleiter" hochzuklettern, oder ob ich den Betrieb wechsle, in eine weniger kompetetive Einrichtung, und dann halt einen ganz "normalen" 9-to-5-Job annehme, und meine Karriere-Ambitionen auf der Arbeit ein wenig an den Nagel hänge.
2. Zudem gab es im Freundeskreis Streitereien - das hat mich sehr aus der Bahn geworfen, da mir Freundschaften sehr viel Stabilität geben, es aber auch immer wieder zu Streitereien kommt, weil ich sensible auf Abweisungen/Respektlosigkeiten reagiere - dies wurde einem sehr gutem Freund etwas zu viel, und er hat sich von mir distanziert. Da mir Beziehungsabbrüche immer sehr weh tun, hat mich das in ein tiefes Loch geworfen.
Nunja, die Kombination aus immer weniger Sinnerfüllung auf der Arbeit durch meinen auslaufenden Arbeitsvertrag und meine schwindenden Karriere-Ambitionen, und die freundschaftlichen Brüche hat mich irgendwie in eine tiefe Sinnlosigkeit bzw. Verbindungslosigkeit und eine extreme Einsamkeit geworfen. Ich fühle mich aktuell nirgens so richtig verbunden mit dem Leben, habe keine wirkliche Richtung und auch keine wirkliche Orientierung. Ich sitze oft jeden Abend nach der Arbeit alleine zuhause und weiß nicht so recht, was ich mit meiner Zeit anfangen soll - früher konnte ich mich aufmuntern mit Karriereambitionen, oder aber Gesprächen mit meinem besten Freund - beides ist nun weg, und ich falle regelrecht jeden Abend in ein Loch herein. Dieses Loch wird nun jedoch immer anstrengender auszuhalten, sodass mich immer mehr Gedanken der Lustlosigkeit und der Langeweile, sowie auch der Sinnlosigkeit plagen. Diese Gedanken gehen in die Richtung von
"Nichts macht mir mehr Spaß"
"Was machst du denn jetzt heute Abend wieder?"
"Wie geht dein Leben denn jetzt weiter? Du kannst unmöglich für den Rest deines Lebens in diesem Trott hier untergehen"
Dann laufe ich alleine durch die Wohnung, höre manchmal Podcasts, gelegentlich rufe ich jemanden an, aber es ändert leider nichts an der Grundsituation dieser extemen Langeweile und Verbindungslosigkeit. Ich fühle mich einfach orientierungslos, ziellos und ohne wirkliche Richtung, ich kann es nicht anders beschreiben.
Psychische Symptome:
Im Rahmen dieser tiefen Lustlosigkeit und Sinnlosigkeit habe ich nun verschiedene psychische Symptome entwickelt, die ich auch schon kenne, und die verstärkt auftreten, wenn es mir schlecht geht, bzw. ich nicht in etwas intensiv eingebunden bin.
1. Angstattacken: Diese kommen den Tag übe verstreut, tlw. wenn ich den besagten ehemaligen besten Freund sehe, teilweise wenn ich merke, wie einsam und lustlos ich bin.
2. Hypochondrische Ängste: Das ist mit das schlimmste. Allein das Schreiben dieses Textes hier macht mir wieder unfassbare Angst, dass ich eine schwere Depression entwickeln könnte, vollständig die Kontrolle über meine Psyche verliere, nie wieder Antrieb oder Lust empfinden kann -> das steigert sich dann in eine Panik rein, da dies ja klassische Depressions-Symptome sind, ich aber Angst vor Depression und Kontrollverlust habe usw.
Die hypochondrischen Ängste betreffen jedoch auch andere Erkrankungen, wahlweise Schizophrenie ("Werde ich verrückt" - insbesondere bei Angstattacken/Panikattacken habe ich das sehr starke, diese permanente Angst nun endgültig die Kontrolle über meine Psyche zu verlieren). An anderen Tagen habe ich dann wieder Angst vor anderen körperlichen Erkrankungen, Krebs aller möglichen Art usw. - aber am schlimmsten ist aktuell die Angst vor der Depression bzw. das mein Leben sich nicht mehr in richtige Bahnen wird lenken lassen.
Ich habe Hobbies: ich mache Sport, ca. 2x/Woche, aber dann oft alleine - das lenkt mich für eine gewisse Zeit ab, aber auch da kommen mittlerweile immer mehr Gedanken, für was ich das eigentlich mache. Ich schreibe auch hobbymäßig, mag Musik und Filme, aber all diese Sachen mache ich ja immer alleine, oder wenn überhaupt dann mit Bekannten, aber da ich wenig Freunde habe und auch mit meiner Familie nur entfernter Kontakt besteht, bin ich halt echt sozial total vereinsamt und fühle mich dadurch natürlich noch weniger aufgehoben und verbunden.
Ich bin seit 5 Jahren in Psychotherapie - Medikamente habe ich noch nie genommen, weil ich Angst davor habe.
Vielleicht fällt ja irgendjemanden etwas ein, wie man wieder etwas mehr "Ruck" in sein Leben kriegen würde. Oder wenn jemand auf meine extremen Sorgen, eine Depression zu entwickeln eingehen könnte, würde mich das auch freuen, weil das sorgt bei mir regelmäßig für Panik- und Angstattacken. Trotzdessen das alles sehr trist und düster klingt, habe ich keine Suizidgedanken oder ähnliches - davor habe ich viel zu sehr Angst/Panik. Trotzdem, mir macht total Angst, wie düster und trist das alles klingt, wer so schreibt, der ist doch sicherlich total depressiv, oder nicht.
Naja, so viel von mir, danke für die Geduld, wenn irgendjemand die Muße hat, sich das tatsächluch durchzulesen.