Zitat von Sanin86: Von meiner KK habe ich einen Online Coach bekommen welcher aber eher semi produktiv ist
Das ist natürlich schade, aber dann hast Du das zumindest probiert. Ich finde es wichtig, Dinge zumindest auszuprobieren. Manchmal findet sich dann unverhofft doch ein Bausteinchen, was einem weiterhilft.
Zitat von Sanin86: meine Frau unterstützt mich überall.
Das ist doch super. Es ist schlimm, wenn man an der Front auch noch kämpfen muss. Meine Familie steht zum Glück auch voll und ganz hinter mir. Sie können es oft nicht nachvollziehen, akzeptieren es aber. Mit meinem Mann kann ich leider nicht ganz offen über meine Probleme sprechen, da unsere Beziehung zum teil da mit reinspielt (nicht im Sinne von "er ist Schuld daran", sondern eher wie ich mit Problemen in der Beziehung aufgrund meiner inneren Glaubenssätze umgehe). Daher muss ich da vorsichtig sein, damit er nicht das Gefühl bekommt, er sei Schuld an meinen psychischen Problemen.
Zitat von Sanin86: Sertralin habe ich aus Verzweiflung nach Rücksprache mit einem Psychiater probiert, hat aber alle Symptome gefühlt verschlimmert anfänglich. Dann nach 2 Tagen abgesetzt. Ich möchte da ohne Medikamente durch ( trust the process )
Wie bei mir. Meine Hausärztin hat mich lange bequatscht, doch mal ein "leichtes" AD zu probieren und mir Escitalopram verschrieben. Weil ich dann irgendwann total verzweifelt war, habe ich es probiert. Die ersten beiden Tabletten waren (für mich) viel zu hochdosiert und haben mir eine saubere Überdosis (vom Psychiater bestätigt) verpasst. Es hat mich 5 Wochen gekostet, wieder arbeitsfähig zu werden. Diese 5 Wochen waren die Schlimmsten in meinem Leben und viel schlimmer als das, was ich vorher an Problemen hatte. Seitdem ist nichts mehr wie vorher. Ich hatte dann noch einen Versuch mit Mirtazapin - der war insofern erfolgreich, dass ich keine Nebenwirkungen hatte und "nur" 10 kg zugenommen habe

. Geholfen hat es mir allerdings nicht. Absetzen konnte ich es allerdings auch nicht wieder, da ich unter extremen Absetzerscheinungen leide. Ich schleiche es jetzt seit über einem Jahr in Minimaldosen wieder aus.
Ich bin inzwischen zu der Einsicht gelangt, dass für mich (!) die Nebenwirkungen nicht tolerabel sind und das es mir nicht schlecht genug geht, um das zu akzeptieren. Außerdem benötige ich bei meinem Weg, den ich jetzt gehe, einen guten Zugang zu meinem Körper und meinen Gefühlen. Das geht nicht, wenn ich die mit ADs platt mache. Ich denke, dass meine Ängste und mein Zusammenbruch in 2019 einen Grund haben und mir was sagen wollen. Es gilt jetzt herauszufinden, was genau und daran zu arbeiten.