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Hotin
Zitat von Miray:
es fühlt sich eben an, wie ich mir vorstelle, wie sich ein Gehirnschaden anfühlt.

🤣 Hallo Miray, wie wird sich denn ein Hirnschaden anfühlen?
Ich bin sicher, da brauchst Du keine Angst zu haben. Bei Dir ist alles noch normal.

Zitat von Miray:
Zum Beispiel, wenn ich mit meinem Partner am Tisch sitzen und mir gerade ein Brot schmiere, und er erzählt mir etwas, muss ich entweder mit dem Brot-Schmieren aufhören oder ich kriege überhaupt nicht mit, was er sagt. Es ist mir schon passiert, dass ich, als ich versucht habe, gleichzeitig zuzuhören und "mitzudenken" wie eben in einem normalen Gespräch, die Marmelade neben das Brot zu tun.

Das braucht Dir keine Angst zu machen. Dein Brot kannst Du unterbewusst
( ohne nachzudenken) schmieren.
Und mitdenken kannst Du so richtig nur bewusst.
Du benutzt dafür zwei verschiedene Abteilungen im Gehirn.

Bei allem, was Du hier beschreibst, benutzen wir immer beide Abteilungen im Gehirn.
Durch Deinen Burnout hat sich vermutlich in der Zusammenarbeit der beiden Bereiche etwas verändert.
Das ist aber nicht schlimm. Es ist nur anderes.

Ich denke, durch den Burnout bist Du jetzt erst einmal völlig verunsichert. Nicht im Geringsten
entspricht das, was Du heute fühlst Deinem Weltbild von früher.

Zitat von Miray:
Ich dachte früher, ein Burnout oder eine Depression wäre "einfach" eine sehr starke Erschöpfung (was ja schon schlimm genug wäre),

Das wird auch genau so sein.

Zitat von Miray:
Es mach mir einfach Angst, dieses Gefühl, dass Gehirn funktioniert nicht wie sonst. I

Zitat von Miray:
.ich spüre ganz genau, das da etwas hakt, nicht so ist wie sonst, das da etwas im Kopf einfach nicht richtig funktioniert und kann es nicht beeinflussen.


Ich vermute, mit Deiner früheren Lebensanschauung, mit Deinem Glauben, Du hast endlos Kraft,
hast Du Deinen Körper und Deinen Kopf längere Zeit völlig überlastet.
Insofern kannst Du Recht haben. Noch einmal wird Dein Gehirn den gleichen Denkfehler nicht
mehr zulassen. Es wird sich wehren.

Zitat von Miray:
Das macht mir echt Angst und dann zweifle ich wieder, ob das wirklich "nur" die Psyche sein kann.

Dann zweifelst Du wie die meisten Menschen.
Eventuell solltest Du mal wieder Vertrauen aufbauen. Freundschaft schließen zwischen
Deinem Körper und Deinem Bewusstsein und Deinem Unterbewusstsein.
Die Hierarchie scheint im Moment nicht mehr eindeutig klar zu sein..

Zitat von Miray:
gleichzeitig zuzuhören und "mitzudenken" wie eben in einem normalen Gespräch,

Das ist bewusstes Denken. Das ist die Aufgabe der Führungsetage Deiner Firma "Gehirn".
Diese Abteilung wird nach wie vor noch völlig in Ordnung zu sein.
Die Geschäftsführerin der Firma Miray, die bist Du. Also ist da doch nichts kaputt.
Nur Deine Fähigkeit, früher alles immer sehr schnell und manchmal mehrere Sachen parallel
machen können, die wirst Du vermutlich erst nach und nach wieder neu aufbauen können.

x 1 #21


L
@WayOut Danke, dass du deine Erfahrungen hier so teilst. Ich erkenne mich in einigen Teilen wieder. Tatsächlich leide ist seit ca. zehn Jahren immer wieder an depressiven Verstimmungen und es wurde auch schon mal eine mittelschwere Depression diagnostiziert. Mir geht es seit dieser Tiefphase zwar wieder deutlich besser, allerdings merke ich immer wieder, dass ich in in Grubenfallen und Ängste verfalle oder insbesondere am Morgen unter deutlicher Antriebslosigkeit leide. Diese Schwere am Morgen macht mir am meisten zu schaffen. Darüber hinaus nehme ich einen Brainfog war, vergesse Dinge oder kann nicht richtig priorisieren was mir wichtig ist etc. Auch Gespräche fallen mir oft schwer, also Dinge eloquent und präzise zu kommunizieren, ich vergesse oft was ich sagen wollte oder verfange mich in unwichtigen Details. Geht es in Bezug auf die Kommunikationsthemen noch jemanden so? Habt ihr Tipps wie sich diese "Probleme" bei euch verbessert haben?

x 1 #22


A


Akutphase Burnout mit Brainfog

x 3


D
Hello

Habe ihr auch das Gefühl, überhaupt nicht mehr sozialisieren zu können ? Und auch Angst davor wegen dem ständigen Nebel ?

#23


Hope2026
Hey Miray,
ich habe die gleichen Symptomen. Bist du geheilt? Was hat Dir geholfen?

#24


M
@Hope2026 Ehrlich gesagt: Zeit. Ganz viel Zeit. Ich habe keine Medikamente genommen, aber nicht unbedingt als bewusste Entscheidung, sondern weil ich nie etwas verschrieben bekommen habe. Ich weiß nicht, ob es mit Medikamenten schneller gegangen wäre, oder ob sie mein Gehirn nicht noch mehr durcheinander gebracht hätten. Ich habe nach circa 8 Monaten auch einen Therapieplatz bekommen, da ging es mir aber schon von alleine deutlich besser. Aber Therapie kann sicher sehr hilfreich sein, insbesondere was "klassische" Symptome wie Panikattacken angeht. Im Bezug auf die eher diffusen Burnout-Symptome wie Reizempfindlichkeit, Konzentrationsschwierigkeiten usw., das ging bei mir mit der Zeit von alleine weg. Ich habe mir sehr viel Zeit gegeben und mich in ganz kleinen Schritten vorwärts bewegt. Viel rausgehen, so viel wie möglich bewegen. Aber auch nicht komplett auspowern, erstmal langsam an alles herantasten. Und ganz viel ausruhen, wenn man sich überreizt fühlt. Das ist nicht leicht, eine Balance zu finden zwischen sich nicht überfordern, aber es trotzdem zu versuchen. Aber mit der Zeit kommt das Gefühl dafür wirklich wieder. Circa 3 Monate lang ist gefühlt gar nichts passiert, in den Monaten 6-9 habe ich die größten Sprünge gemacht. Mittlerweile arbeite ich wieder Vollzeit, aber ich merke immernoch, dass ich noch etwas vulnerabel bin. Trotzdem, es ist ein Großteil der Leistungsfähigkeit wieder gekommen, das hätte ich niemals erwartet. Das Nervensystem braucht einfach sehr sehr lange, um sich von sowas zu erholen, aber es wird. Das wichtigste ist: sich Zeit geben, auch wenn es richtig schwer fällt. Nicht aufgeben!

x 1 #25


Hope2026
@Miray: was hast du denn Konkret gemacht oder nicht gemacht. Mein großes Problem ist die Belastbarkeit im Kopf ( Konzentrationsschwierigkeiten ). Hast du Nährungsergänzungsmittel genommen? Hast du Pacing (Pausen) geübt? wie? Hilft Dir die Therapie? Bist du privat normal aktiv oder machst du jetzt weniger um Energie zu sparen?
Ich freue mich zu hören, dass es Dir gut geht. Es gibt mir Hoffnung.

#26


M
@Hope2026 Was ich konkret gemacht oder nicht gemacht habe, ist individuell und hat sich auch kontinuierlich verändert. Was ich meine, ist: ich konnte zuerst beispielsweise kaum einkaufen gehen, das hat mich überfordert. Deshalb habe ich mich zuerst nach dem Einkaufen gehen immer ausgeruht. Mit der Zeit konnte ich dann nach dem Einkaufen auch noch spazieren gehen, und dann bin ich eben jedes Mal ein bisschen länger unterwegs gewesen. Irgendwann musste ich mich dann nicht mehr nach jedem Rausgehen ausruhen usw. Im Grunde würde ich sagen: schauen, was geht, und das auch machen, aber eben auch Pause machen, wenn es nicht mehr geht. Quasi die Belastung wieder trainieren. Das ist nicht dasselbe wie Pacing, denn beim Pacing geht man eben nicht genau an die aktuelle Belastungsgrenze, sondern ruht sich quasi vorbeugend aus. Das macht man ja eher, wenn man eine Fatigue-Erkrankung hat wie Long Covid, wo man ja richtige Crashs kriegt, wenn man es übertreibt. Bei einem Burnout sollte das eigentlich nicht passieren, dass langfristig alles schlechter wird, wenn man sich bei einer Tätigkeit mal übernommen hat (dann ist man eher nur ein paar Stunden ko, dann geht's aber auch wieder). D.h. man sollte sich schon auch ein bisschen fordern, aber eben nicht mit Gewalt alles durchziehen. Das muss man für dich selbst herausfinden. Und bitte daran denken, das hag jetzt bei mir funktioniert, aber jeder ist da anders. Die Therapie hilft mir persönlich beim langfristigen Ändern der Glaubenssätze und verhindert hoffentlich, dass ich mich wieder so sehr stresse. Aber meiner Meinung nach kann man diese Anfangs-Konzentrationsprobleme und Reizempfindlichkeit nach einem Zusammenbruch nicht "wegreden", da muss sich eher das Gehirn einfach erholen. Nahrungsergänzungsmittel habe ich alles mögliche ausprobiert, aber ehrlich: das hat gar nichts gebracht. Letztenendes ist die Genesung ein Marathon, kein Sprint, leider.

x 1 #27


M
@Hope2026 Und weil ich das noch nicht gesagt habe: Unbedingt am Anfang beim Arzt abklären lassen, ob da nicht irgendeine Erkrankung oder Mangel dahinter steckt. Und bei Frauen ab 40 sollte man unbedingt an Wechseljahre denken, und das mal beim Gyn abklären lassen.

x 2 #28


Hope2026
@Miray Danke. Hast du dann den Job gewechselt oder bist du zurückgegangen? hast du wieder auf 40std gemacht oder Schrittweise?

#29


M
@Hope2026 Ich war in einer sehr ungewöhnlichen Situation, da ich meinen Zusammenbruch im Ausland hatte und dann direkt zurück nach Deutschland bin, wo ich erstmal arbeitslos war. Ich habe nach 9 Monaten erst wieder gearbeitet, vorher wäre nicht gegangen. Ich weiß, dass hört sich sehr lange an, aber für mich war es das richtige. Da ich von der Arbeitslosigkeit wieder neu eingestiegen bin, war ich in einer neuen Firma, aber im selben Feld, und bin direkt wieder auf 40 Stunden. Das aber auch nur, weil ich keine Teilzeit-Stelle gefunden habe, und es war sehr hart. Hätte ich irgendwie gekonnt, hätte ich auf jeden Fall eine Wiedereingliederung gemacht. Und wenn die Firmen das anbieten würden, würde ich 30 Stunden gehen statt 40. Bei mir war vieles aus der Not heraus, aber wenn ich frei entscheiden könnte, würde ich immer den sanftesten Wiedereinstieg wählen. Man muss die Belastung wirklich erst wieder stückweise trainieren, wie bei einem gebrochenen Bein. Was den Jobwechsel angeht, das hat Vor- und Nachteile: wenn man in die alte Firma nicht zurückwill oder die Arbeitsbedingungen dort den Burnout hervorgerufen haben, kann es meiner Meinung nach problematisch werden. Andererseits ist der Wiedereinstieg in einer neuen Firma auch herausfordernd, weil man alles neu kennenlernen muss. Bei sowas kann glaube ich Therapie sehr gut helfen, dass für sich mal aufzuschlüsseln. Und wenn man gerade noch keinen Platz hat, dann definitiv in Ruhe mit einer vertrauten Person die Möglichkeiten durchgehen. Es ist ja sehr unterschiedlich, was für einen das Beste ist. Auf jeden Fall sollte man sich Zeit geben, wenn es irgendwie geht. Ich dachte am Anfang, dass ich "den Helden spielen" könnte, indem ich mich ganz schnell wieder auf die Füße hieve. Das klappt leider so nicht.

#30


A


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Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
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