14

Safira
Bist ja schon auf einem guten Weg. Diese Gefühle die dich mit dieser Frau jetzt verbinden musst du mal ganz genau unter die Lupe nehmen und dich wie ein Kind fragen und wie ein Erwachsenen fragen. Dann fühlen. Gefühle, das ist der Schlüssel. Und dann rede mit deinem Kind und frage sie wovor sie Angst hat. Stell dir das richtig bildlich vor.

Also die kindlichen und Erwachsenen Anteile filtern. Das geht mit den Gefühlen. Das ist etwas schwer zu erklären weil das so kompliziert ist.
Ich glaube das funktioniert aber nur wenn du dein Kind gefunden hast.

02.05.2019 00:18 • #61


Ich denke ich kann das gut beantworten:

Das Kind sagt:" Gib mir Sicherheit, bleib bei mir und Liebe mich"

Die Erwachsene sagt:"Mit ihr wirst du keine erfüllte Beziehung haben, da du dir nicht sicher sein kannst , das sie ehrlich und aufrichtig zu dir ist. Sie ist noch nicht so weit und weiß nicht was sie will.

Diese beiden Meiningen über sie wechseln ständig. Ich habe aber auch schon darüber nachgedacht, das es mir nicht um Sie geht, sondern um den Aspekt jemanden zu haben der einem Liebe und Zuneigung gibt. Hier wird der Knackpunkt liegen, ich will auf Biegen und Brechen eine Beziehung führen und endlich irgendwo ankommen und eine Familie gründen ..liegt vielleicht auch an meinem Alter ..meine innere Uhr tickt und alle um mich herum sind schon verheiratet und haben Kinder. Ich denke ich mache mir selbst zuviel Druck das auch haben zu müssen ..

02.05.2019 00:29 • #62


Safira
Ja es ist kompliziert. Aber dieser Zwiespalt bedeutet auch dass du mit dir nicht im Reinen bist. Dass da etwas gerade gerückt werden sollte. Obwohl ein gewisser Zwiespalt ja nichts außergewöhnlich unnormal ist. Nur je nach Intensität, wie es dein Leben beeinflusst und deine Entscheidungs Fähigkeit spielt dabei eine Rolle, also wenn du jetzt ewig hin und her eiern würdest mit ihr.
Das wäre dann eine Co-Abhängigkeit. Du hast dich aber gegen diese Beziehung entschieden.

Dann kannst du den kleines Mädchen jetzt trösten.

Wenn es doch eher die Uhr ist die tickt, dann scheint Deine Erwachsene zu leiden. Damit hat dein Kind dann weniger zu tun. Auch die Erwachsene ist mal traurig und muss getröstet werden.

02.05.2019 00:37 • #63


Zitat von Safira:
Ja es ist kompliziert. Aber dieser Zwiespalt bedeutet auch dass du mit dir nicht im Reinen bist. Dass da etwas gerade gerückt werden sollte. Obwohl ein gewisser Zwiespalt ja nichts außergewöhnlich unnormal ist. Nur je nach Intensität, wie es dein Leben beeinflusst und deine Entscheidungs Fähigkeit spielt dabei eine Rolle, also wenn du jetzt ewig hin und her eiern würdest mit ihr.
Das wäre dann eine Co-Abhängigkeit. Du hast dich aber gegen diese Beziehung entschieden.

Dann kannst du den kleines Mädchen jetzt trösten.

Wenn es doch eher die Uhr ist die tickt, dann scheint Deine Erwachsene zu leiden. Damit hat dein Kind dann weniger zu tun. Auch die Erwachsene ist mal traurig und muss getröstet werden.


Das macht es noch komplizierter jetzt weiß ich, das beide Anteile nicht im reinen sind. Wie bekomme ich das jetzt hin? Muss ich mich für einen Anteil entscheiden ? Bin komplett verwirrt jetzt

02.05.2019 00:59 • #64


Safira
Ja du musst dich für einen Anteil entscheiden. Am besten ist du bringst beide in Einklang, denn dann bist du auch im reinen und bei dir selbst. Das ist aber Schwerstarbeit wenn man das erst lernen muss.
Mir hilft auch immer eine ganz besondere Fragestellungen an mich selbst. Immer mit Gefühlen verbunden.
Was will ich? Bringt mich das weiter? Bin ich damit glücklich? Was kann ich ändern? Wie fühlt sich das an? Und so weiter und so weiter je nach Situation.

Ganz wichtig ist auch das eigene Mitgefühl zu entwickeln. Das hat bei mir wirklich sehr sehr lange gedauert und das muss man auch erst einmal alles verstehen um dann daraus etwas machen zu können. Aber du wirst das hinkriegen

Hast du schon mal das Buch "wenn Frauen zu sehr lieben" gelesen? Das ist sehr interessant.

Diese ganze Arbeit mit sich selbst ist ein Prozess. Das kann man nicht in Worte fassen. Dieses verstehen und lernen und umsetzen das dauert. Also habe Mitgefühl mit dir und erwarte nicht zuviel auf einmal von dir.

02.05.2019 01:06 • #65


Hallo,
Ich finde mich in vielen Kommentaren wieder und habe auch eine Beziehung, für meinen Partner empfinde ich nichts mehr, bringe es aber auch nicht übers Herz, ihm das zu sagen.
Kleine info zu ihm: er ist manisch-depressiv und sehr einnehmend, will viel körperliche Nähe und Kontrolle. Er hat trotz der Gemeinsamkeit Depressionen kein Verständnis für meine depressive Phase zur Zeit. Er lässt mich kaum 2 Tage am Stück mal in Ruhe, dabei würde ich das sehr begrüßen.
Info zu mir: Borderline, generalisierte Angststörung, Panikattacken. Ich halte ihn mir sehr fern. Das ganze formuliert sich sehr ambivalent. In einer Minute hasse ich ihn, in der nächsten tut es mir wahnsinnig Leid und ich will ihn dann nicht loslassen/verlieren. Wir schaden uns gegenseitig sehr.
Zusätzlich macht er es mir schwer, da er sagt, ich wäre die eine und dank mir hat er das erste Mal in zehn Jahren ein Jahr lang weder Manie noch Depression. Ich bin aber unzufrieden. Wir sind grundlegend komplett unterschiedlich, von der Musik über Interessen bis hin zu Meinungen in allen möglichen Themenbereichen. Ich weiss nicht wie ich da raus kommen soll, auch eben wegen meiner Ambivalenz in der ganzen Sache.

12.07.2019 13:40 • #66


Wo ist eigentlich der Unterschied zwischen instabiler PS (Borderline Gott, ich hasse diesen Begriff!) und Narzissmus bzw Narzisstischer PS? Oder gehört das zusammen? Wobei ich glauben würde, dass Borderliner dann zusätzlich stark ausgeprägte narzisstische Tendenzen zeigen und nicht umgekehrt...
Als Betroffener sollte man das ja wissen, vielen Dank für die Antwort.

12.07.2019 14:36 • #67


[...]Dem Narzißten fehlen die chronische offene Wut des Borderline-Patienten ebenso wie die Selbstverletzung und die schweren suizidalen Verhaltensweisen. Tatsächlich verhalten sich beide sehr unterschiedlich, wenn sie gereizt werden. Während der Narzißt in seiner Wut scharf, wenn auch mit einer verengten Perspektive argumentiert, reagiert der Borderline-Patient unter den gleichen Bedingungen aufgeregt, unlogisch und chaotisch. Kommt es bei dem ersteren eher zu kalkuliertem und anhaltendem Haß, so neigt letzterer eher zu explosiven Wutausbrüchen, die manchmal schnell wieder verflogen sein können.[...] zit. grenzwandler. org

Ich denke, das ist trotzdem nicht ganz so einfach zu unterscheiden, da es sich ja bei jedem anders äussert... hoffe dir hilft das weiter.

12.07.2019 15:52 • x 1 #68


silverleaf
Lieber DanDanDan,

es handelt sich bei diesen 2 Persönlichkeitsstörungen um zwei völlig unterschiedliche Krankheitsbilder. Beide können zwar auch komorbid auftreten, ich kenne so einige Patienten, die sowohl eine Borderline PS als auch eine narzisstische PS haben, aber von einigen wenigen symptomatischen Gemeinsamkeiten mal abgesehen sind beide Erkrankungen doch sehr unterschiedlich.

Ich habe z.B. 3 Persönlichkeitsstörungen, unter anderem eine Borderline PS und eine ängstlich-vermeidende PS. Damit unterscheide ich mich ganz massiv von Leuten mit einer narzisstischen PS, ich befinde mich quasi am ganz anderen Ende des Spektrums, und das, obwohl meine Borderline PS sehr ausgeprägt ist.

Die Borderline PS ist eine Erkrankung ist, deren Symptome ganz viele unterschiedliche Bereiche des Lebens betrifft (das DSM 5 beschreibt sie wie folgt):
Hektisches Bemühen, tatsächliches oder vermutetes Verlassenwerden zu vermeiden. (Beachte: Hier werden keine suizidalen oder selbstverletzenden Handlungen berücksichtigt, die in Kriterium 5 enthalten sind.) Bezüglich Verlassenwerden siehe Verlassenheitsneurose oder Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung.
Ein Muster instabiler und intensiver zwischenmenschlicher Beziehungen, das durch einen Wechsel zwischen den Extremen der Idealisierung und Entwertung gekennzeichnet ist.
Identitätsstörung (siehe dazu auch Identität): ausgeprägte und andauernde Instabilität des Selbstbildes oder der Selbstwahrnehmung.
Impulsivität in mindestens zwei Poten. selbstschädigenden Bereichen, z. B. Geldausgaben, Sexualität, Substanzmissbrauch, rücksichtsloses Fahren, Essanfälle. (Beachte: Hier werden keine suizidalen oder selbstverletzenden Handlungen berücksichtigt, die in Kriterium 5 enthalten sind.)
Wiederholte suizidale Handlungen, Selbstmordandeutungen oder -drohungen oder Selbstverletzungsverhalten.
Affektive Instabilität infolge einer ausgeprägten Reaktivität der Stimmung, z. B. hochgradige episodische Misslaunigkeit (Dysphorie), Reizbarkeit oder Angst, wobei diese Verstimmungen gewöhnlich einige Stunden und nur selten mehr als einige Tage andauern.
Chronische Gefühle von Leere.
Unangemessene, heftige Wut oder Schwierigkeiten, die Wut zu kontrollieren, z. B. häufige Wutausbrüche, andauernde Wut, wiederholte körperliche Auseinandersetzungen.
Vorübergehende, durch Belastungen ausgelöste paranoide Vorstellungen oder schwere dissoziative Symptome.

Darum sind die Borderline-Patienten auch alle so unterschiedlich, je nachdem, welche Symptome bei ihnen ausgeprägt sind und wie stark. Das Bild, dass die Allgemeinbevölkerung von Borderlinern hat, bezieht sich oftmals nur auf einen ganz speziellen Typus von Borderliner. Aber wenn Du Dich z.B. mal in einer Klinik umschaust und versuchst, die Borderlinepatienten nur vom Optischen oder vom beobachtbaren Verhalten her aus der Patientenmenge herauszufischen, wirst Du ganz, ganz viele übersehen. Die Kernproblematik, unter der aber fast alle Borderliner leiden, unterscheidet sich stark von der der Narzissten: die panische Angst davor, verlassen zu werden.

Das DSM 5 beschreibt die narzisstische PS wie folgt: Der Narzisst
Hat ein grandioses Gefühl der eigenen Wichtigkeit (z. B. übertreibt die eigenen Leistungen und Talente; erwartet, ohne entsprechende Leistungen als überlegen anerkannt zu werden).
Ist stark eingenommen von Fantasien grenzenlosen Erfolgs, Macht, Glanz, Schönheit oder idealer Liebe.
Glaubt von sich, besonders und einzigartig zu sein und nur von anderen besonderen oder angesehenen Personen (oder Institutionen) verstanden zu werden oder nur mit diesen verkehren zu können.
Verlangt nach übermäßiger Bewunderung.
Legt ein Anspruchsdenken an den Tag (d. h. übertriebene Erwartungen an eine besonders bevorzugte Behandlung oder automatisches Eingehen auf die eigenen Erwartungen).
Ist in zwischenmenschlichen Beziehungen ausbeuterisch (d. h. zieht Nutzen aus anderen, um die eigenen Ziele zu erreichen).
Zeigt einen Mangel an Empathie: Ist nicht willens, die Gefühle und Bedürfnisse anderer zu erkennen oder sich mit ihnen zu identifizieren.
Ist häufig neidisch auf andere oder glaubt, andere seien neidisch auf ihn/sie.
Zeigt arrogante, überhebliche Verhaltensweisen oder Haltungen.

Wie Du siehst, gibt es nur sehr wenige symptomatische Übereinstimmungen.

LG Silver

21.08.2019 02:38 • #69





Dr. Reinhard Pichler