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sandracookie
@Yuna1976
Ja ich kann vieles nachvollziehen, was du beschreibst.
Dieser Widerspruch sich eigentlich so zeigen zu möchten, wie man ist und dafür dann aber zu riskieren nicht mehr akzeptiert zu werden. Das begleitet mich schon lange.
Ich finde es furchtbar, wie viele Menschen sich es da rausnehmen ein Urteil zu fällen aufgrund ihrer eigenen Vorstellungen wie etwas zu sein hat.
Bei Ärzten habe ich bspw. oft den Eindruck, dass sie mich körperlich gar nicht mehr richtig untersuchen wollen und alles bei mir direkt auf die Psyche schieben. Da habe ich schon einige Diskussionen hinter mir, weil ich trotzdem auf die für mich wichtigen Untersuchungen bestanden habe.
Oftmals wird einem auch das Leid abgesprochen und sie denken sich "Ist doch halb so wild" nur weil man im ersten Moment nach außen ruhig wirkt.
Das du in so einer Familie aufwachsen musstet, ist wirklich heftig und ich weiß nicht, warum andere da erwarten, dass man trotzdem für seine Erzeuger dankbar sein müsste und fast schon verpflichtet wäre da generell Trauer zu empfinden.
Ja es ist hart keine zu empfinden, aber das hat ja einen driftigen Grund, da alles, was Vertrauen und Bindung betrifft leider nicht auf einem gesunden Boden wachsen konnte und dann eingegangen ist 😞
Bei meiner Familie ist es nicht so heftig. Da ist noch Bindung und Kontakt da, den ich auch halten möchte, auch wenn mich vieles verletzt hat und immer noch beschäftigt. Ich konnte auch trotzdem eine eigene Familie gründen (Mann und ein gemeinsames Kind). Aber da habe ich auch einfach andere Erfahrungen machen können und möchte auch nicht direkt vergleichen, man kann es sich nicht aussuchen, wo und unter welchen Umständen man geboren wird.
Zitat von Yuna1976:
Auf der anderen Seite allerdings aber auch sehr wütend und zutiefst traurig darüber das ich das alles nur noch für mich ganz alleine erleben darf/ kann.

Ich finde das ist verständlich, dass es dich traurig und wütend macht und auch, dass man sich dennoch Gesellschaft wünschen würde.
Ich fand meine Erfahrung in der Tagesklinik total interessant in Bezug darauf, dass da plötzlich ganz viele Menschen waren, die ähnliche Probleme und Symptome hatten wie ich und irgendwie waren alle sehr verständnisvoll miteinander (was "normalos" den "psychisch Kranken" wahrscheinlich gar nicht zutrauen würden), aber man hat einfach gemerkt, jeder wusste, wovon man spricht und man konnte es nachvollziehen und es war nicht diese Barriere da, wo man merkt, dass kein verstehen möglich ist. Das hat mir gut getan, weil ich mehr sein konnte, wie ich bin. Ich halte auch zu einigen noch Kontakt und wir treffen uns regelmäßig zum Essen. Hast du die Möglichkeit vielleicht über eine Selbsthilfegruppe oder ähnliches Kontakte zu knüpfen? Vielleicht ist da die Basis auch etwas anders, weil jeder direkt die unangenehmen Dinge thematisieren darf, die ihn begleiten.

• #21


Burn
Du Also skinpicking oder auch trichotillomanie oder Fingernägel abknabbern und Nagelhautentferner abkratzen etc. Gehört rein streng genommen nicht zum selbstverletzenden Verhalten und rein theoretisch noch nicht mal zu den Zwängen sondern es ist eine impulskontrollstörung. Aber letztendlich ist es in einigen ähnlich, nur z.b Befriedigung , Druck Abbau etc. passiert nicht im klassischen Sinn

Wie auch immer es ist tatsächlich komischerweise so, dass die impulskontrollstörungen für viele Ärzte etc. nur Nebenschauplätze sind.
Es gibt noch nicht einmal eine so richtige medikamentöse Behandlung dafür.
Darum versucht man meist rauszufinden was sonst noch mit rührt z.b Ängste Depression usw.

Als Therapieform wird Verhaltenstherapie empfohlen aber ich muss sagen dass es sehr wenig Therapeuten gibt die dann immer wieder mit einem an den Themen dran bleiben. Das muss man dann schon sehr explizit anfragen und dann immer dran bleiben, dass dies Aufmerksamkeit bekommt


Kennt ihr diese Seite:
https://www.tricks-gegen-ticks.de

Hier kann man einiges erlesen und es gibt so einen Test. Man kann sich auch anmelden und bekommt dann Tipps und Tricks zugeschickt. Es wird sogar nach einer weile nachgefragt ob man mit den Übungen klar kommt etc.

Vielleicht ist das ja noch was für den ein oder anderen.

Ansonsten kann ich mich leider nur anschließen

Meine Ventile sind Sport oder aber für die tricho habe ich es tatsächlich einigermaßen zur Ersatzhandlung geschafft.
In den schlimmen Zeiten haben mir nur kurze Haare geholfen.

Bei Fingernägeln Kunstnägel

Aber am ehesten wirklich Stress Reduktion über Sport und wenn das dann klappt zusätzlich Entspannungsübungen

Oh oder Stricken fällt mir noch ein 🤣geht nur nicht überall

• x 1 #22


A


Wer hier leidet auch unter Skin Picking?

x 3


Yuna1976
Ja, ich war mal in einer sogenannten Selbsthife Gruppe was mir aber alles andere als gut tat.

Kennst du die Werbung im Fernsehen wo es immer heißt: Mein Haus🏠, mein Yacht🛳, mein Auto🚘, meine Frau👰‍♀?

So ähnlich ging es mir in meiner damaligen Selbsthilfe Gruppe.
Da fand dann auch sofort eine Art " Wettkampf Erzählungen " statt so nach dem Motto:
Ach ja deine Geschichte ist schlimm aber warte erstmal meine ab.
Beim nächsten ging es weiter🙄.
Ja wirklich furchtbar, schrecklich und traurig was ihr da schon so in eurem Leben erdulden musstet aber ganz "ehrlich" gegen " MEINE" Geschichte ist das noch garnichts ich habe wirklich sooo grauenhafte Dinge erlebt die könnt ihr euch garnicht vorstellen...🤨🤨 und so ging das immer weiter, jeder da wollte irgendwie immer noch ein bisschen mehr gefeiert...ähh bemitleidet werden für das was er/ sie/es erlebt haben.
Ich war nur ein paar mal und kam mir dann irgendwie wie in einem falschen Film vor und fühlte mich mit meiner "so gesehenen" noch recht harmlosen Mini Lebensgeschichte ( ich war zu diesem Zeitpunkt erst mitte 30zig) ziemlich fehl am Platz.

Das war definitiv nichts für mich und auch zu denn Mitpatienten von diversen Klinikaufenthalten habe ich längst keinen Kontakt mehr.
Selbst unter diesen MitPatienten, viel ich auf und gehörte nicht wirklich dazu.
Ich Kämpfe bis heute noch mit sehr vielen Dingen aus dem zwischenmenschlichen Bereich denn ich habe aufgrund meiner schweren Kindheit s Geschichte viele Dinge nicht erlernen können die dafür notwendig gewesen wären.
Durch 2 Tiefenpsychologische Therapien, 1 Verhalten Therapie und einem Skill Training usw. habe ich mittlerweile diesbezüglich insofern aufgeholt das ich im Alltag zurecht komme mehr aber auch nicht.
Das wird leider auch bis zu meinem Lebensende so bleiben denn es gibt " Dinge" die einfach nie wieder in Ordnung gebracht werden können.
Aufgrund meiner diversen posttraumatischen, emotional und sexuell missbräuchlichen Erlebnisse von frühester Kindheit an, hat sich auch mein Gehirn etwas anders entwickelt. Das kann man sogar bei einem CT Bild erkennen.
Ich bin zb. Absolut nicht in der Lage meine Gefühle zu regulieren.
Alles was ich emotional gerade Empfinde, trage ich automatisch auch nach außen durch meine Mimik, die viele Menschen erst einmal als ziemlich kalt empfinden wenn sie mich kennen lernen, so wurde es mir einmal zurück gespiegelt als auch durch meine Stimme.
Wenn ich vom Gefühl her zb. gerade gefrustet, sauer, traurig oder sonstiges bin, dann wird das jeder andere um mich herum definitiv zu spüren bekommen, egal ob der/ die jenige nun etwas dafür kann oder nicht.
Ich bin dadurch obendrein auch noch extrem direkt und kann mich nicht künstlich verstellen und so tun als würde ich zb. eine bestimmte Person mögen wenn dem garnicht so ist.
Ich bin sehr perfektionistisch und habe extrem hohe Anforderungen an mich und ebenso an andere, denn so wurde es mir beigebracht.
Ein beliebter Satz in meiner Familie war: Kannste nix dann bist du auch nix.

Das sind nur einige Beispiele von meinem geradezu chronischem Misstrauen anderen gegenüber fange ich garnicht erst an zu erzählen.

Ich denke du kannst jetzt verstehen warum die Einsamkeit der einzig gangbare Weg zum existieren für mich ist.

Ganz ehrlich jetzt mit 50zig Jahren wünschte ich mir immer noch am besten garnicht erst geboren worden zu sein.😐

Da ich das aber nunmal bin und durch die Lektion der radikalen Akzeptanz gelernt habe damit zu leben, komme ich dennoch eigentlich recht gut mit meinem Leben zurecht.
Ich bin völlig harmlos, habe noch nie eine Straftat verübt und trinke werder Alk. noch habe ich je eine Zig. geraucht.
Mein einziges mitunter wirklich großes Laster sind Süßigkeiten 😅.
Da kann ich einfach nicht wieder stehen🤭.
Halt und Liebe geben mir stets meine Haustiere was im Moment zwei mittlerweile 6 Jahre alte süße Katzen sind.😽😽

Es stimmt wirklich das es Tieren herzlich egal ist wer du bist oder was du machst solange du sie nur gut genug behandeltst und liebst, wirst du für sie ihre ganze Welt sein.🤗

G.Yuna76

• x 1 #23


Yuna1976
Tolle Tipps Burn ich schau mir die Seite mal an.

Danke!🙂

• x 1 #24


S
@Yuna1976
Soweit ich weiß, gehört Skin Picking zu den Zwangsstörungen.
Die Uni Hamburg hat ein Selbsttraining entwickelt. Wie gut es ist, weiß ich nicht. Ich bin nur die, die das täglich ertragen muss und zusieht, wie ein geliebter Mensch sich täglich die Nagelbetten blutig reißt, beißt und kratzt, der ständig am ganzen Körper so lange kratzt, bis kleine Unebenheiten bluten, der die Finger- und Fußnägel bis aufs Fleisch runter beißt und reißt usw. Es gibt noch anderes, was dazu gehört.
Es tut mir körperlich weh, zusehen zu müssen. Aber wenn ich mit diesem Menschen zusammen sein möchte, habe ich keine Wahl.

Man kann alternatives Verhalten trainieren und langsam das zwanghafte Selbstverletzen abstellen. Handschuhe helfen z. B. Und Fummelspielzeug. Es gibt Hilfe- wenn der Betroffene das Verhalten abstellen möchte. Genau das ist aber meist das Problem, denn den Druck hat der Zuschauer, nicht der Betroffene selbst. vielleicht hilft gerade deshalb auch mal der Blick auf die nicht betroffenen Angehörigen. Letztlich ist es ein bisschen eklig, wenn jemand während der Autofahrt, am Schreibtisch oder ... an den Nägeln kaut und mit den Spuckefingern anschließend Tastatur und Stifte, Telefon... anfasst. Gepflegt und hübsch aussehen tut´s auch net.

Mich triggert inzwischen, wenn ich jemanden an der Haltestelle sehe, der gerade exzessiv Nägel kaut. Löst in mir Fluchtimpulse aus.

Bella

• #25


Burn
Hinweis auf den vorigen Beitrag
Uni HH und die Seite die ich angegeben habe, dass ist das Selbstreinigung.
Uni hh und UKE Eppendorf.

• #26


Burn
Zitat von SunnyBella:
@Yuna1976 Soweit ich weiß, gehört Skin Picking zu den Zwangsstörungen. Die Uni Hamburg hat ein Selbsttraining entwickelt. Wie gut es ist, weiß ...

☺da sagt du was mit dem Ekel kenn ich auch die Gedanken hatte ich sogar auch lange Zeit. Ich hab mir das Nägelkaurn abgewöhnt und hab über 10 Jahre durchgehalten. War sogar an dem Punkt dass ich es eklig fand, wie ich das mal tun konnte…. Tja bis zu meinem Burnout mit Panikattacken und S.Gedanken.
da hat auf einmal nichts mehr geholfen und ganz alte Verhaltensweisen kamen wieder hoch . Ich war im überlebenskampf und Selbstregulation war das letzte was noch funktionierte.

• #27


sandracookie
@Yuna1976
Oh je, so sollte es eigentlich nicht sein in einer Selbsthilfegruppe, dass man selbst da nur am konkurrieren ist und alles zu einem Wettkampf wird, das könnte ich auch nicht gebrauchen😪 Vielleicht hatte ich auch einfach Glück mit einer guten Gruppe in der Tagesklinik.
Zitat von Yuna1976:
Ich denke du kannst jetzt verstehen warum die Einsamkeit der einzig gangbare Weg zum existieren für mich ist.

Ja das sind wirklich keine einfachen Erfahrungen gewesen, die du da schilderst und die leider schlimme Spuren hinterlassen haben 😔
Zitat von Yuna1976:
Durch 2 Tiefenpsychologische Therapien, 1 Verhalten Therapie und einem Skill Training usw. habe ich mittlerweile diesbezüglich insofern aufgeholt das ich im Alltag zurecht komme mehr aber auch nicht.

Zitat von Yuna1976:
Da ich das aber nunmal bin und durch die Lektion der radikalen Akzeptanz gelernt habe damit zu leben, komme ich dennoch eigentlich recht gut mit meinem Leben zurecht.
Ich bin völlig harmlos, habe noch nie eine Straftat verübt und trinke werder Alk. noch habe ich je eine Zig. geraucht.
Mein einziges mitunter wirklich großes Laster sind Süßigkeiten .
Da kann ich einfach nicht wieder stehen

Das ist trotzdem schon eine ganze Menge und ich finde du hast da für dich ganz viel erreicht, auch wenn es sich vielleicht nach "nicht genug" anfühlt. Das war jahrelange harte Arbeit an dir selbst und davor habe ich wirklich Respekt.

Tiere sind toll, ich liebe sie auch und sie können einem wahre Liebe schenken. Wir haben auch zwei Katzen und meine Eltern hatten viele Jahre Landwirtschaft, da hatte ich schon immer einen Bezug dazu. Pferde mag ich auch sehr gerne, super sensible Tiere, die einem auch ganz viel geben können 😊

• #28


sandracookie
Da fällt mir noch ein, dass ich mir so einen Igel/Stachelmassageball besorgt habe als Skill-Training bzw. alternative Methode zum Spannung abbauen. Er verhindert das Aufkratzen nicht direkt, aber ist ein gutes zusätzliches Mittel, dass einen (Schmerz)reiz auslöst, ohne, dass ich es übertreibe bis zum Bluten 🙈
Für meinen Mann ist das auch schwierig zu zusehen, wie ich bspw. Mückenstiche immer wieder blutig kratze und er kann das nicht verstehen, weil es doch weh tut 😆😅

• #29


Sanrise
Huhu, ich mache sowas auch seit längerem und ich habe festgestellt, dass es mir hilft wenn ich meine Hände beschäftigt halte (z.B. häkel ich gerne oder wenn ich was an der Switch zocken) dann komm ich einfach nicht dazu. Natürlich ist es am Besten, wenn man was gegen den Stress tut. Was mir auch noch geholfen hat ist eine Barriere z.B. die Stelle mit einem Pflaster abdecken. Vielleicht kann man da auch eine kreative Lösung finden, dass man vielleicht irgendwas bastelt, was dem knibbeln nahekommt. 🤔 Momentan mach ich es Gott sei Dank nicht *auf Holz klopf*

• #30


Yuna1976
Danke Sandracookie, ich bin mit meiner emotionalen Entwicklung zwar schon sehr weit gekommen und habe viel an mir gearbeitet doch letztendlich lernt man ja nie aus🤗.
Ich kann alles was geschehen ist mittlerweile sehr gut reflektieren und und es macht mir nichts aus darüber offen zu reden. Warum auch ? Ich habe nichts getan wofür ich mich schämen müsste und die Dinge die passiert sind haben mir andere Menschen angetan und nicht ich mir selber.
Ich habe schweren Herzens akzeptiert das mein mist Leben nun mal so ist wie es ist und versuche jeden Tag das beste daraus zu machen☺.

Fingerspielzeuge habe ich genügend egal ob Igel oder Quetchball ich muss nur immer darauf achten das meine Katzen mich ab und zu auch mal wieder damit spielen lassen😂.

Sunybella und Burn ihr redet hier hauptsächlich vom Fingernagel Kauen und dieses Problem habe ich persönlich garnicht. Das macht nur mein mittlerweile fast 60 Jahre alter Bruder bis heute noch in schöner Regelmäßigkeit🤭.
Ich bin es nicht die mit ihm verheiratet ist insofern stört mich das nicht weiter.
Meine Probleme tauchen auch hauptsächlich im Sommer auf wenn die Haut weniger durch Kleidung geschützt ist.
Ich füge mir selber keine Wunden explizit zu sondern bearbeite nur die Wunden die durch Zufall auf meiner Haut entstanden sind. Ein Mückebstich hier eine kleine Abschürfung dort usw..
Als wirksamstes Gegenmittel gegen das ganze kleine Wunden wieder aufkratzen stellt sich doch tatsächlich mein Smartphone heraus.
Schon alleine die Zeit um meine Antworten hier zu verfassen, hindert mich am aufkratzen weil ich sowohl geistig als auch körperlich abgelenkt bin.😁
Ich sehe mir ansonsten gerne auch mal YouTube Videos an, spiele nee Runde online Romme oder ( was die effektivste Methode ist) ich lese sehr gerne eBooks. Ich bin zu einer richtigen Leseratte mutiert und lese ein Buch nach dem anderen.

Für so etwas wie stricken fehlt mir das Geschick und ich mag eigentlich auch nur Baumwollsachen tragen.
Stricksachen überhaupt nicht.

Ist halt Geschmackssache 🤗.

Hin und wieder wenn ich es mir gerade leisten kann dann mache ich auch gerne mal ein Bild mit Diamont Painting oder mit Mahlen nach Zahlen und so etwas.

Ich wollte hier nur mal einen Erfahrungsaustausch zu diesem Thema starten und sehen was dabei heraus kommt bzw. ob es eine psychotherapeutische oder eine rein Medzinische Lösung zu diesem doch anscheinend noch recht wenig als psy. Erkrankung dargelegte Erkrankung gibt.

Ich finde es sehr schön eure Erfahrungen damit zu erfahren denn am Ende kommen dabei letztendlich doch recht viele Ansichten und diverse Tipps dabei heraus 😊👍.

G.Yuna76

• x 1 #31


S
@Yuna1976

"Das wird leider auch bis zu meinem Lebensende so bleiben denn es gibt " Dinge" die einfach nie wieder in Ordnung gebracht werden können."
Warum dieses Selbst- Limit?
Natürlich kannst du die Vergangenheit nicht mehr verändern. Aber was du denkst, wo dein Fokus liegt, was vor dir liegt- kannst du beeinflussen. Und das fängt im Kopf an.

"Ein beliebter Satz in meiner Familie war: Kannste nix dann bist du auch nix."
Warum begleitet dich dieser Glaubenssatz noch immer? Glaubenssätze lassen sich löschen / ersetzen. Niemand kann dich zwingen, diesen (sorry!) Unfug zu glauben, wenn du selbst entscheidest, diesen Satz aus deinem Leben zu löschen.

Wir bestimmen unser Mindset und haben die Möglichkeit, ungesunde, hinderliche und / oder falsche Glaubenssätze zu ersetzen.

Bella

• #32


Yuna1976
Das ist leider etwas zu einfach gedacht SunnyBella.

Die Vergangenheit mag Vergangen sein doch die Erfahrungen die wir einmal in unserem Leben gemacht haben, prägen auch unsere Zukunft.

Als Beispiel: Ich glaube es gibt kein Kind das nicht mindestens einmal in seinem Leben auf eine heiße Herdplatte oder in ein Kerzenfeuer gegriffen hat nur um dann durch Schmerzen zu lernen das die Mama recht hatte und Feuer tatsächlich heiß ist und weh tut wenn man danach greift🤔😬...😅🤭.
Diese Erfahrung ist sehr prägend und in der Regel wird das Kind nun kein Feuer mehr unterschätzen und es für denn Rest seines Lebens respektieren.

Was mit der Erfahrung durch das Feuer als Beispiel, einmal gelernt wurde, betrifft auch alle weiteren Erfahrungen die wir in der Kindheit so machen.
Wir erlernen das zu viele Süßigkeiten Bauweh verursachen genauso wie wir von unseren Eltern erlernen wie Menschen miteinander/ untereinander richtig umzugehen haben.
Von Liebevollen Eltern erlernen wir wie wichtig es ist sein Gegenüber zu Respektieren, seine Wünsche ebenfalls wahr zunehmen und einen Kompromiss zwischen unseren und seinen zu finden.
All das gute das dir deine Eltern in deiner Kindheit haben zukommen lassen prägt auch dein heutiges Leben noch und das bis an dein Lebensende.
Genau das gleiche passiert allerdings auch mit denn negativen Erfahrungen die du in deiner Kindheit gemacht hast.

Das ganze bildet dann so etwas wie eine rote Linie die sich durch dein ganzes Leben zieht.

Natürlich hast du recht das man an dieser arbeiten kann und selbst alte, tief verankerte Glaubenssätze mit Hilfe von Therapeuten durch neue ersetzen kann, nur geht auch das eben nur bis zu einem gewissen Maße.
Das ist es was ich meine wenn ich sage das es Dinge gibt die sich dauerhaft eingeprägt haben und sich bis zu meinem Tod auch nicht mehr verändert werden.

Ich/ jeder kann nur versuchen das beste aus seinem Leben heraus zu holen und zu versuchen sich stetig weiter zu entwickeln.
Mein Leben für mich selber aber ganz neu zu Erfinden wird mir nicht gelingen das gelingt, wenn überhaupt, nur sehr, sehr wenigen Menschen auf der Welt.

G.Yuna76

• x 1 #33


S
@Yuna1976
Lernen - wie dein Beispiel mit der Herdplatte zeigt- und negativ behaftete Glaubenssätz sind unterschiedliche Dinge.
Lernen- auch durch Schmerz- ist wichtig und sinnvoll. Glaubenssätze nicht immer.
Inwieweit diese Glaubenssätze dein Leben heute noch prägen, entscheidest du. Dein Beispiel war der Satz: "Kanst du nix, bist du auch nix." Das hat nichts mit gesundem Lernen zu tun. Du entscheidest, ob dich dieser Satz weiter begleitet, ob du ihm Glauben schenkst oder ob du ihn durch einen anderen Satz ersetzt.

"Was mit der Erfahrung durch das Feuer als Beispiel, einmal gelernt wurde, betrifft auch alle weiteren Erfahrungen die wir in der Kindheit so machen."
Hier bin ich anderer Meinung. Was du erlebt hast, kannst du nicht ungeschehen machen. Da bin ich deiner Meinung. Aber wie du diese Erfahrungen bewertest und implementierst, liegt in deiner Verantwortung.
Das lässt sich gut nachvollziehen am Beispiel misshandelter Kinder. Sie haben in der Kindheit erlebt, dass Erziehung gleichzusetzen ist mit Gewalt. Einige dieser misshandelten Kinder werden selbst wieder zu Tätern. Andere nicht. Sie entscheiden sich bewusst gegen Gewalt in der Beziehung und holen sich Hilfe, um dieses Muster zu durchbrechen.

Ein anderes Beispiel ist die dramatisch schlechte Kindheit, die einen Mörder hervorbringt. Ein anderer, der eine genauso schlimme Kindheit hatte, mordet später nicht.
Aus einer bestimmten Erfahrung in der Kindheit folgt also nicht zwangsläufig ein katastrophales Erwachsenen- Dasein.
Oder auf das Thema Ernährung bezogen: Eltern können ihre Kinder zu veganem Leben zwingen. Bis die Kinder erwachsen sind und eine eigene Bude haben. Dann werden diese Kinder darüber nachdenken, Für und Wider abwägen und selbst entscheiden, ob Fleisch abzulehnen ist oder nicht. Unabhängig davon, was die Eltern vorgelebt und gelehrt haben.

Es gibt noch viele andere Beispiele (z. B. Religion, Politik usw.), die Eltern vorleben, ihre Kinder z. T. indoktrinieren. Was die erwachsen gewordenen Kinder mit diesem Wissen und diesen Glaubenssätzen machen, entscheiden sie selbst.

"...und sich bis zu meinem Tod auch nicht mehr verändert werden." "... wird mir nicht gelingen.."
Das ist ein selbst festgelegtes Limit. Hier liegt der Fokus auf dem "geht nicht". Dann geht es auch nicht.
Niemand arbeitet mit Energie und Motivation an einem Projekt von dem von vornherein bekannt ist, dass es sinnlos ist und erfolglos sein wird. Diesen Blickwinkel zu verändern ist eine bewusste Entscheidung- wie bei den misshandelten Kindern, die sich bewusst gegen Gewalt entscheiden und mit aller Kraft daran arbeiten, gewaltfrei zu leben / zu erziehen.

Bella

• #34


Burn
Zitat von Yuna1976:
Danke Sandracookie, ich bin mit meiner emotionalen Entwicklung zwar schon sehr weit gekommen und habe viel an mir gearbeitet doch letztendlich lernt ...

Es ist eines der Probleme
aber der Fokus ist bei mir leider die Tricho und wunden

letztendlich geht es aber nicht darum was genau Du tust… Es sind alles impulskontrollstörungen.
es muss ein Ausgleich her zwischen Anspannung und dann eben Entspannung.es braucht Stabilität

Die andere Methode hast du ja schon gut drauf 😅Ablenkung und wenn es das Smartphone ist.
Fokus umlenken

• #35


Burn
Zudem fand ich den Kommentar nicht hilfreich das es eklig ist!
Nützen tut das nämlich keinem der Betroffenen

Alle Betroffene wissen das selbst! Vielen ist es peinlich
Egal ob skinpicking, Nägel, Haare es ist eklig

Und hört es auf , nö

• #36


Yuna1976
Hallo Sunnybella und Burn

Sorry das ich erst jetzt wieder antworten kann.
Seit gestern versuche ich nun erst einmal für meinen Bruder und seine Familie da sein.
Gestern mussten sie leider ihren fast 14 Jahre alt gewordenen Familienhund einschläfern lassen nach dem er schon eine ganze Weile krank war.
Jetzt ist hier erstmal wieder Traurigkeit pur angesagt und ich bemühe mich eine Starke Schwester bzw. eine starke Tante für meine Nichte " abzugeben " weil gerade sie ja mit diesem Hund groß geworden ist. 😑😞
Ich weiß ganz genau wie sie sich jetzt fühlen denn ich habe ihren Hund ebenfalls gekannt und auch selber schon, im Laufe der Zeit 4 meiner Tiere im Alter einschläfern lassen müssen.😑

So nun zu euren Antworten!

Erstens bin ich aus Psychologischer Sicht unter anderem, das was man ein ungeliebtes Kind nennt.
Wenn du diese Begrifflichkeit einmal bei google oder Youtube eingibst dann erfährst du was das für gravierende, dauerhafte Folgen/Narben auf einer Kinderseele hinterlässt.
2. Die Einschätzung das meine diversen psy. Traumata nur sehr begrenzt behandelbar sind und ich für denn Rest meines Lebens damit zu kämpfen haben werde, ist keine willkürlich getroffene Selbsteinschätzung von mir persönlich sondern basiert auf der Faktenlage diverser Psychologen und Therapeuten was in fast jeder Epikriese die man nach einer psychotherapeutischen Behandlung mitbekommt auch schriftlich bei mir dargelegt ist.

Bestätigen tun das auch die Umstände das ich, alleine aufgrund meiner Psyche für zu 50% als Schwerbehinderung eingestuft worden bin.
Zusätzlich bin ich arbeitsunfähig seit meinem 33zigsten Lebensjahr und muss seit dem mit einer sehr kleinen EU- Rente + ergänzender Grundsicherung auskommen.
Ich ertrage "Menschenmengen" denen man im Alltag ja nunmal zwangsweise begegnet, nur noch für wenige Tage in der Woche.
Ich brauche dann immer erst einmal wieder mindestens 2 Tage alleine für mich zuhause um wieder genug Energie zum rausgehen aufgebaut zu haben.
Es gibt natürlich noch einiges mehr aber das geht zu weit finde ich und gehört hier auch nicht mehr her.

3. Der Satz: Kannste nix, biste Nix war nur eine willkürliche Auswahl aus diversen Sätzen dieser Art die ich mir in meiner Kindheit fast täglich anhören " durfte".🙄

Was die Entscheidungen für sich selbst und seinen eigenen Lebensweg betrifft bzw. an welchen Glaubenssätzen, Verhaltensweisen usw. ich weiterhin festhalten bzw. welche ich verändern möchte usw. so gestaltet sich die Fragestellung dazu für mich grundsätzlich schwierig.

Bis zu meinem 33zigsten Lebensjahr und dem in diesem Jahr stattfindenden Tod meiner Mutter war ich noch sehr stark Co abhängig von meiner ihr.

Bis zu diesem Zeitpunkt besaß ich im Prinzip noch gar keine präsente eigene Persönlichkeit.

Ich redete und dachte damals grundsätzlich und ausschließlich in einer WIR Form die mich und meine Mutter einschloss.
Ich musste vor nunmehr 17 Jahren überhaupt erst einmal lernen das Ich ein Ich sein darf dem Erkennen und die Erfüllung meiner eigenen Wünsche ebenso zusteht wie jedem anderen Menschen auch.

Bis heute fällt mir das allerdings mit unter immernoch sehr schwer.😑

G.Yuna76

• x 1 #37


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