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Hallo zusammen, ich wende mich heute an euch, weil ich aktuell wieder in einer Spirale feststecke und einfach nicht mehr weiterweiß. Ich vermute schon länger, dass ich an Zwangsgedanken leide, gemischt mit einer gehörigen Portion Hypochondrie. Das Ganze fing eigentlich schon im frühen Alter an, war aber jahrelang immer nur phasenweise da. Wenn eine Phase vorbei war, ging es mir wieder super und das Thema war vergessen. Aber wenn es mich packt – so wie jetzt –, wird es von Mal zu Mal schwieriger, da wieder rauszukommen. Hier mal ein paar Beispiele, wie sich das bei mir äußert: • Als Teenager: Nach dem Sb auf der Toilette hatte ich panische Angst, meine Mutter versehentlich zu schwängern, weil ja theoretisch irgendwo Sper. auf der Klobrille gelandet sein könnte. • In meiner ersten Wohnung: Bevor ich länger wegging, musste ich jedes Mal Fotos vom Herd und vom Stromkasten machen. Die Angst, dass sonst die Bude abfackelt, war riesig. • Beim Massieren: Eine Masseurin hat mich mal aus Versehen am Rücken leicht aufgekratzt. Tagelang hatte ich Angst, mich mit irgendetwas Schlimmem infiziert zu haben. Mein aktuelles Problem, das mich seit nun 2 Monaten täglich verfolgt: Ich hatte einen offenen Pickel am Po und war in der Sauna. Mein Kopf hat daraus die Story gestrickt, dass ich mich dort jetzt mit HIV infiziert haben könnte. Rational weiß ich ganz genau, wie unlogisch, absurd und medizinisch quasi unmöglich das ist. Aber mein Kopf erzählt mir ununterbrochen etwas anderes und die Angst fühlt sich absolut real an. Es macht mich psychisch momentan echt fertig. Kennt jemand von euch solche extremen, unlogischen Kontaminations- und Kontrollängste? Habt ihr Tipps, wie man diese Gedankenschleifen durchbrechen kann, wenn der Kopf die Realität so verzerrt? Und vor allem: Meint ihr, ich sollte das professionell therapieren lassen? Bisher dachte ich immer, ich kriege das alleine hin, weil es ja immer wieder wegging – aber aktuell bin ich einfach nur noch ratlos. Danke fürs Durchlesen und für eure Antworten!
• • 16.05.2026#1
3 Antworten ↓
Kruemel_68 Mitglied
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@AppleS Ich selber kenne das nicht, aber es gibt ganz viele Beiträge hier, in denen es ebenfalls um eine völlig irrationale Angst geht. Da Dich das ganze schon lange begleitet, würde ich auf jeden Fall für eine professionelle Therapie plädieren. Diese Art von Ängsten sind Stellvertreter für ein anderes Problem, dass tiefer liegt und nicht betrachtet werden möchte. So lange das nicht passiert, werden immer wieder diese Schübe kommen.
Die Frage ist, wie weit sie Dich im täglichen Leben beeinträchtigen und wie lange diese Schleifen dauern. Ich persönlich würde sagen, das Leben ist zu kurz um es mit so einem sch. zu verbringen. Deshalb würde ich (!) immer den Versuch einer Therapie machen, um meine Lebensqualität zu verbessern. Das macht natürlich nur Sinn, wenn Du auch bereit bist, Dir andere Dinge in Deinem Leben anzuschauen und anzupassen.
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A
Quälende Zwangsgedanken / Hypochondrie
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A
AppleS Mitglied
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@Kruemel_68 danke für deine schnelle Antwort. In den meisten Fällen hat es auch irgendwann abgeklungen, aber ich habe das Gefühl, dass es irgendwie häufiger wird. Die Lebensqualität lässt natürlich nach, da man sich mit so unnötigen Gedanken umgibt. Ich kann es ab und zu gut unterdrücken aber weiß nicht, ob dass die Dauerlösung ist.