Lieber @Hotin jetzt wirds lang
😂 ja , was kenne und was mache ich? Ich erlebe so wie Bastet und wahrscheinlich Du und alle Anderen hier im Forum - Lebenssituationen , die sehr viel Kraft verlangen.
Manchmal triffts einen und man hat genug Ressourcen und Möglichkeiten und Hilfe von Außen (optimal!
😉 )
Oft ist es aber eben nicht so optimal...... und die Situation kann so fordernd und ungewohnt sein, dass man an seine Grenzen kommt, Psychisch /Physisch.
Oder man hat Angst an seine Grenzen zu kommen..... was genau so schlimm sein kann.
Ich spreche jetzt nur für mich : ich bin in einer Situation die mich extrem herausfordert, meine Ängste vor Tod und Krankheit und Abhängigkeiten triggert.
Und mir den Blick auf das öffnet was alles nicht in meinem Leben stimmt. Und wo ich nicht so gerne hingucke.
Mir z.B. deutlich macht dass meine Beziehung nicht mehr "funktioniert" , nicht mehr trägt. Man merkt es ja dann , wenn es aus dem Alltagstrott hinausführt.
Das Wissen, dass ich wahrscheinlich an den Endpunkt der Beziehung angelangt bin - macht mir auch deutlich dass ich keinen anderen Menschen als meinen (ungeliebten) Partner habe.
Das macht mir Angst. Lässt mich an der Beziehung "kleben" obwohl wir reinen Tisch machen könnten. Ich fühle mich schwach und abhängig. Weil ich mich schwach und abhängig fühle und zu viele Kompromisse mache ( Kompromiss immer schlecht) bekomme ich Angst.
Ich bekomme körperliche Beschwerden - weil mich die Entscheidungen die getroffen werden müssen, in Stress versetzen.
Krankheit oder das Gefühl körperlich nicht "ganz " zu sein, hat mir immer schon Angst gemacht

Abhängigkeit ! Unselbstständigkeit! Schwäche! Ausgelifert! Schmerzen! keine Kontrolle! )
Ich bin in einer Situation, in der ich glaube mir keine Schwäche leisten zu können.
Einer meiner Hunde wird sterben, ist sehr krank und leidet und ich kann NICHTS dagegen tun.
Und nun gehts mir auch noch schlecht. DAS ist eine Katastrophe.
Was tue ich?
Ich versuche - so wie ich es Bastet beschrieben habe , mir Hilfe zu holen.
Ich versuche mich zu beruhigen, zu einem Teil mit richtig guten Dingen : Raus gehen, bewegen, ich lebe sehr, sehr ländlich - ich kann stundenlang unterwegs sein in einer wunderschönen Lanfschaft. Ich bin Musiksüchtig.
Mich erinnern, dass ich schon so vieles bewältigt habe von dem ich glaubte das es nicht zu bewältigen ist.
Es gibt aber natürlich auch die nicht so gelungene Beruhigung: Hektik , sich Beschäftigen bis zum Umfallen, blinder Aktionismus. Aus der Erschöpfung folgt meist : sich beobachten und jedes körperliche Symptom dramatisieren. Schlecht bis garnix Essen und sich dadurch schlecht fühlen und dadurch Angst zu bekommen krank zu sein : ein wunderbarer Zirkelschluss.....
Nicht das Tun was mir erwiesenermaßen gut tut , sondern genau das Gegenteil : auch sehr beliebt bei mir. Frage mich nicht warum.
Du hast im übrigen Recht : ich kann die schlechten Gefühle nicht wegputzen. Ich kann nur für einen kleinen Moment davor weglaufen, indem ich bis an meine körperlichen Grenzen gehe.
Das machen wirklich viele Menschen so. Stimmt. Funtioniert nicht. Stimmt auch.
Was interessant ist - dass du auch weißt : wenn man "unperfekt" sein will , muss man den Mut haben schräge Wege gehen. Und auch anecken gehört dazu.
Im übrigen ist dies auch noch etwas an dem ich arbeiten will / muss : dieses "perfekte" Bild nach Außen endlich bewußt aufzubrechen. Wahrscheinlich nimmts mir eh keiner ab.
Aber beim "Vorspielen" geht es auch wohl weniger darum die Anderen zu überzeugen.
Sondern ich möchte
mich selbst überzeugen es wäre alles prima.
Ich gebe dir auch Recht dass Angst ein wichtiges Gefühl ist , mein "fertig" bezog sich eher darauf dass man Andere mit der Aussage mundtot machen kann.
Und so das große Thema Krankheitsgewinn mal wieder im Raum steht.
Ich habe unendlich lange gebraucht mir selbst einzugestehen dass ich meine Angsterkrankung ( zu Beginn Panikattaken mehrmals am Tag , mehrmals in der Woche mit dem Krankenwagen in die Notaufnahme etc. ) auch benutzt habe um Aufmerksamkeit und Zuneigung zu erhalten.
In einer Phase meines Lebens in der ich logischer weise nicht ein zuviel an Aufmerksamkeit und Zuneigung erhielt........Das habe ich natürlich nicht bewußt entschieden. ( ach jetzt werde ich mal krank....
😋 ) Du weißt was ich meine.
Diese Einsicht, dass ich aus Einsamkeit und Not so gefühlt und reagiert habe - mir hat das geholfen mich besser zu verstehen und die Panikattaken unter meine Kontrolle zu bringen. (Keine Notaufnahmen, keine galoppierenden Attaken mit Todesangst mehr - seit Jahren ! klopf auf Holz!)
Zur letzten interessanten Frage von dir , was könnte ich mit der Erkenntnis über mein falsches "Nachtgebet" anfangen?
Dass nicht alles Angst ist - wo Angst drauf steht.
Dass man viele, sehr viele unterschiedliche Gefühle fühlt denen man nicht so gerne zuhört : einsam fühlen, alleine fühlen, abgelehnt werden, traurig sein , hilflos sein , unglücklich in einer Beziehung, Erinnerungen an Verletzungen /Demütigungen ........ wenn man das alles lange Zeit unterdrückt und wegschiebt , dann bleibt vielleicht am Schluss nur noch ein Gefühl das sich Gehör verschaffen kann : unsere liebe alte Angst .........
🤭 was meinst du ?