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Archangel77

Archangel77
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Ich weiß gerade einfach nicht mehr, wie ich aus dieser Angstspirale herauskommen soll…
Ich schreibe hier, weil ich mich momentan einfach nur noch überfordert und verunsichert fühle und vielleicht jemand von euch dieses Gefühl kennt.

Es ist dieses ständige Auf und Ab: Ein paar Stunden denke ich vielleicht, „okay, es wird schon nichts sein“, und dann kommt plötzlich wieder ein neues körperliches Gefühl oder ein Symptom – und meine Angst ist sofort wieder da.
Bei mir sind es mittlerweile so viele verschiedene Dinge, dass ich manchmal gar nicht mehr weiß, was ich überhaupt noch ernst nehmen oder einfach versuchen soll zu akzeptieren.
Ich habe:

• Schwindel
• Gangunsicherheiten
• eine unglaubliche Verspannung im Nacken und in den Schultern
• mehrmals am Tag Ameisenlaufen auf der Kopfhaut
• Kribbeln und Gänsehaut, manchmal auch an anderen Körperstellen
• Beine, die sich zittrig, schwer oder schwach anfühlen
• Flackern/Flimmern vor den Augen
• Herzstolpern
• und nachts manchmal dieses ganz komische Gefühl, als würde mein ganzer Körper vibrieren

Und dann kommt das, was wahrscheinlich viele von euch kennen:
Ich google ein Symptom.
Und plötzlich lese ich Schlaganfall. MS. ALS. Neurologische Erkrankungen.
Obwohl ich eigentlich weiß, dass das Internet bei solchen Dingen das Schlimmste ausspuckt, was man sich vorstellen kann, kann ich es manchmal einfach nicht lassen. Und danach ist die Angst natürlich noch größer.

Dabei wurde ich erst vor Kurzem wieder untersucht.
Neurologisch wurde ich inklusive EEG und MRT der HWS untersucht – ohne Befund.
Beim HNO und in der Schwindelambulanz wurden verschiedene Tests gemacht, mein Gleichgewicht untersucht und Übungen durchgeführt – ebenfalls ohne Befund.
Auch beim Augenarzt war alles unauffällig.
Mein Orthopäde hat das MRT der HWS ausgewertet, sich aber ansonsten leider nicht weiter mit meinen Beschwerden beschäftigt. Deshalb werde ich im Oktober noch einmal eine andere orthopädische Praxis aufsuchen.

Und trotzdem schafft es mein Kopf nicht, sich zu beruhigen.
Das ist für mich das Schlimmste daran.
Eigentlich bekomme ich immer wieder die Rückmeldung, dass nichts Auffälliges gefunden wurde – aber mein Kopf sagt mir trotzdem: „Vielleicht haben sie doch etwas übersehen.“
Und sobald ein neues Symptom kommt, beginnt alles wieder von vorne.

Ich beobachte meinen Körper.
Ich spüre in meine Beine.
Ich achte auf meinen Gang.
Ich horche auf mein Herz.

Ich frage mich, ob das Kribbeln gerade stärker ist.
Ich bekomme Angst vor dem nächsten Symptom.
Und je mehr ich darauf achte, desto mehr nehme ich wahr.

Manchmal wünsche ich mir einfach, ich könnte meinem Körper wieder vertrauen, ohne jede kleine Veränderung sofort als Gefahr zu sehen. 🥺

Gleichzeitig weiß ich, dass Angst, Stress, dauerhafte Anspannung und ein überreiztes Nervensystem unglaublich viele körperliche Symptome machen können. Aber dieses Wissen zu wissen und es wirklich zu fühlen und zu glauben, sind momentan zwei völlig verschiedene Dinge.

Vielleicht kennt jemand von euch genau diesen Zustand?
Kennt ihr diese Kombination aus Schwindel, Kribbeln, Gangunsicherheit, schweren oder zittrigen Beinen, Verspannungen und diesem Gefühl, ständig neue Symptome zu bekommen?

Und vor allem:
Wie habt ihr es geschafft, trotz körperlicher Symptome wieder Vertrauen in euren Körper zu entwickeln?
Ich würde mich wirklich sehr über eure Erfahrungen freuen. Nicht über Diagnosen oder darüber, welche schlimmen Krankheiten es sein könnten – davon habe ich ehrlich gesagt schon genug Angst.

Ich wünsche mir einfach einen Austausch mit Menschen, die verstehen, wie sich diese Angst anfühlt und vielleicht schon ein Stückchen weiter auf ihrem Weg sind.

Vielleicht hilft es mir und auch anderen hier schon zu wissen: Wir sind damit nicht alleine.

01.09.2026 x 2 #1


1 Antwort ↓

Luna4
Zitat von Archangel77:
Ich weiß gerade einfach nicht mehr, wie ich aus dieser Angstspirale herauskommen soll… Ich schreibe hier, weil ich mich momentan ...

Hey, ich weiß total wie du dich fühlst.

Das ganze kenne ich nur viel zu gut von mir selbst!
Ich habe bei mir festgestellt, das meine Symptome besser, oder sogar ganz verschwinden wenn ich was unternehme.
Ich zeichne gerne, wenn ich mich dann auf das zeichnen konzentriere, ist es so als wenn meine ganzen Probleme vergesse, und als würde mein Körper „schweben“. Sowas hat mir bereits oft geholfen, vielleicht wäre sowas in der Art auch etwas für dich?

Ich habe auch festgestellt: desto verrückter ich mich mache, desto mehr ich Google, und mir schon ausmale wie ich auf meinem Sterbebett liege, es auch schlimmer wird und mich meine ständige Angst beinahe beim lebendigen Leib verspeist.
Ich bin dann oftmals in einer endlosen Schleife gefangen und musste kämpfen damit ich da wieder rauskomme... ABER ich habe es geschafft. Und ich weiß wie unglaublich schwer es ist immer und immer wieder aufs Neue zu kämpfen, aber der Kampf lohnt sich. Es lohnt sich weiter am Ball zu bleiben. 💓

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