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Michigansword

Michigansword
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Hallo Liebe Community , ich habe seit langem mit einer Zwangsstörung / dem Hypochondersein zu kämpfen aber habe mich jetzt erst auf eine Website wie diese getraut. Ich werde einfach meine Gedanken niederschreiben und hoffe dass ich Anschluss oder gleichgesinnte finde.
Ich bin vor Kurzem (August) endlich ausgezogen, meine erste eigene Wohnung! Ich habe mich si gefreut, so selbstständig gefühlt und mache mir grade alles selber zunichte.
Ich hatte darauf kurz eine Pilzinfektion, ich weiss nicht wieso, Der Arzt sagt es kann einfach passieren , alles gut, einfach behandeln. Das Behandeln dauerte fast 2 Monate weil es einfach nicht besser wurde. Endlich wurde es besser, ich hatte mifh in der Zeit nicht getraut mit meiner Freundin intim zu werden und traue es mich immernoch nicht so ganz.
Seitdem habe ich Angst vor diesem Pilz. Ich kann nicht aufhoeren mir Artikel durchzulesen von Leuten die seit Jahrem unter ihm leiden (oft HIV positive Patienten, ich bin negativ, habe mich sogar testen lassen) das der Pilz ueberall lebt, im Mund, auf den Genitalien, Kopfhaut, Nägel. Seitdem ist alles ein Symptom.
Weisser Belag? - Mundsoor
Juckreiz? Hautpilz
Akne? Hautpilz.
Geschwollene Zunge? Mundsoor
Etc
Teils weiss ich ja dass es ein Teufelskreis ist in etwa so :
Ich bin nervös weil ich denke dass ich Mundsoor habe -> ich beisse mir im Stress auf der Zunge herum -> meine Zunge tut weh -> ich interpretiere es als Symptom -> ich werde nervös -> ich beisse mir auf der Zunge herum
Etc
Es wird nicht besser. Nach jedem Arztbesuch fühle ich mich nur für ein paar Stunden sicher. Es geht so weit dass ich denke dass in meiner Wohnung irgendwelche Pilze wachsen und ich sie einatme.

Ich würde gerne meine "Symptome" niederschreiben und vielleicht weiss jemand mehr dazu und kann mich von dem Pilz ablenken

-Rote Flecken im Gesicht (trockene Haut? Ich beobachte das auch bei Leuten um mich herum zu der Jahreszeit)
-Juckreiz ohne Ausschlag (psychosomatisch?)
-weisser belag vor dem Zähneputzen (Erkältung + normal nach dem Aufwachen)

Mag jemand etwas hinzufügen? Als Entschädigung hier ein schönes Bild :

23.12.2025 #1


5 Antworten ↓


martinidry
Beim Lesen spürt man diese Mischung aus Erleichterung und Kontrollverlust fast körperlich. Erst die eigene Wohnung, dieses leise „Ich hab’s geschafft“, und dann etwas, das sich darüberlegt. Nicht der Pilz selbst wirkt hier mächtig, sondern das Danach – der Moment, in dem der Körper längst wieder ruhig ist, der Kopf aber noch auf Alarm steht.

Dieses dauernde Scannen, das Misstrauen gegen den eigenen Körper, das Wissen um den Kreislauf – und trotzdem mittendrin festhängen. Das ist kein Versagen, sondern ein Nervensystem, das zu lange auf Gefahr eingestellt war. Nach einer zähen Behandlung bleibt oft weniger Angst vor der Erkrankung als vor der Erinnerung daran.

Plötzlich bekommt alles Bedeutung. Jede Empfindung ein Etikett. Dinge, die vorher einfach da waren, tragen jetzt eine Geschichte. Dass Arztbesuche nur kurz beruhigen, passt dazu. Sicherheit hält nicht, wenn der innere Detektor weiterläuft. Das wirkt brutal echt. Und ist trotzdem kein Beweis gegen dich.

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A


Nach Infektion ständiger Grübelzwang

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Michigansword
@martinidry es ist echt so hart und nimmt mir die lust am leben. Nach einem schönen Wochenende bin ich dran wieder nur zu grübeln sobald ich auf der Arbeit sitze ...vielleicht ist ein Bürojob nichts fuer mich 😛

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K
@Michigansword hallo,
ich würde das nicht als Zwangsstorung sehen, sondern eher als eine Hypokontrie.
Ich habe das selber seit Jahren, und bei mir zB kommt das aus der Kindheit.
Ich bin sehr traumatisiert worden in meiner Kindheit, und mit 11 Jahren ging das los mit den Ängsten bei mir.
Ich bin jetzt 50 das heißt schon ein paar j@hrchen her😅 aber ich kann mich sehr gut daran erinnern, ich war in ständiger Panik HIV positiv zu sein, nicht weil ich sexuelle Kontakte hatte das hatte ich nämlich nicht, aber ich hatte Angst mich mit HIV anzustecken, wenn mich jemand berührt.
Das hat dann so ausgeartet bei mir, das mir genau erklärt wurde das ich mich so nicht anstecken kann, aber gebracht hat es nichts.

Es geht denke ich nie um die Krankheit selber um die man sich Sorgen macht, sondern um ein Ur Vertrauen das einfach fehlt und das Verdrängen von anderen Dingen.
Ich hab schon die ein oder andere Therapie gemacht, und zumindest verstanden warum ich mich so verhalte.
Mach dir keine Vorwürfe denn du kannst nichts dafür.
Ich hatte eine Stiefmutter, die wollte das quasi aus mir raus erzwingen so nach dem Motto höre sofort auf Ängste zu haben usw aber das funktioniert nicht.

Warst du schon mal bei einem Psychologen?

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K
@Michigansword was mir noch einfällt, dieses kurze beruight sein nach Arztbesuchen hat mir meine Therapeutin als,, Rückversicherung,, erklärt.. man holt sich kurze Sicherheit, oder lässt sich auch im privaten Umfeld beruighen aber das hält leider nicht lange an.
Am Ende, so war es bei mir führt es zu einem regelrechten Ärzte Marathon, ein Teufels Kreis, und mir hat nur eine Therapie geholfen.

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Michigansword
@Kela193 danke für deinen Kommentar! Ich war als ich ein Teenager war für einige Zeit in Therapie und wurde mit Depressionen und einer Zwangsstörunge diagnostiziert (2 enge Verwandte haben ebenfalls eine) von daher habe ich einfach vermutet dass dies auch Teil davon ist, ich nahm auch eine Weile Sertralin was die Zwangsgedanken minderte. Ich habe aufjedenfall durch das 116117 Programm einen Termin beim Psychologen ausgemacht, da ich mich erinnerte gut mit Sertralin auszukommen. Vielleicht bringt es ja was!
Ich danke dir herzlich für das Teilen deiner Erfahrung, ich werde das mal unter die Lupe nehmen, es klingt sehr ähnlich zu dem was ich empfinde :")

#6





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Dr. Matthias Nagel
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