Ich will mich auch gar nicht abgrenzen, es geht eher darum, dass ich nicht weiß, ob das reinpasst und man soll ja möglichst nicht OT posten. Zugegebenermaßen war das vor einigen Jahren mal anders, da habei ich mir mehr Sorgen um Krankheiten gemacht, aber da hatte ich noch keine "echten" Diagnosen und habe viel gegooglet und mich verrückt gemacht. Das habe ich aber dann aus eigenem Antrieb eingestellt, weil ich befürchtete, es könnte außer Kontrolle geraten und die Probleme, die ich hatte, bekamen dann auch eine Diagnose, die als Erklärung reichte.
Ich sollte vielleicht dazu sagen, dass es in meiner Familie schon ein paar Probleme gibt. Mirgräne haben wir alle mehr oder weniger schlimm, hatte ich auch als Kind schon, nur chronisch wurde sie erst in den letzten Jahren. Meine Eltern und meine Schwestern haben sie auch. Bei der Hälfte der Familie wurde eine Glutenunverträglichkeit festgestellt, eine Schwester hat EDS. Mein Vater hat Diabetes und ist schwer krank aufgrund von Folgeschäden (schwierige Geschichte). Meine Schwester, meine Mutter, meine Oma und ich haben außerdem ziemlich üble Fußfehlstellungen (Spreizfuß, bei mir Senk- und Spreizfuß), wobei ich mit Einlagen wohl in der Hinsicht beschwerdefrei wäre - wenn ich denn mal zum Orthopäden gehen und mir welche verschreiben lassen würde.
Und ich hatte über viele Jahre Probleme mit dem Knie, weil mir, seitdem ich 12 bin, ständig die Kniescheibe herausrutschte. Später bekam ich dadurch eine Arthrose, lange hat mir die Schmerzen allerdings niemand geglaubt, bis ich mit 25 zu einem Orthopäden kam, der sich auf Knie spezialisiert hatte und 2012 hatte ich deshalb eine größere OP (MPFL Rekonstruktion). Bei mir ist die Angst vor Ärzten und fiesen Bemerkungen (und vor der OP die Angat vor dem Krankenhaus, OP und eine nicht funktionierenden Narkose) viel größer, als die Angst davor, dass ich Krebs oder MS oder ähnliches haben könnte. Ich weiß z. B., dass ich Einlagen brauche, die wollte mein Orthopäde beim letzen Termin aber noch nicht verschreiben, weil ich noch etwas humpelte, er meinte das wäre besser, wenn ich wieder normal laufen kann und dann bräuchte ich sie. Nur war ich seitdem nicht mehr da. Was mein Knie anbelangt, so machte die Mutter eines Nachhilfeschülers, die Ärztin ist, mal die Bemerkung, dass mein Lieblingssport, das Fechten, dafür nicht gut wäre, da ist die schlimmste Angst also "nur" (die ist aber ziemlich schlimm), dass mir das Fechten verboten bzw. mir davon abgeraten werden könnte, wenn das Knie nicht perfekt ausgeheilt sein sollte. Bei den Verspannungen und den Herzsymptomen weiß ich schon, dass das wohl größtenteils psychisch ist (bei den Verspannungen könnte vielleicht noch eine neue Matratze helfen, unsere ist inzwischen ein Gebirge, weil sie so alt ist).
Mir machen all diese Dinge wahnsinnig Angst, aber ausschließlich, weil ich Angst vor Ärzten habe aufgrund von negativen Erfahrungen. Ich habe Angst, dass man mich anschnauzen könnte, weil ich so lange nicht mehr da war, dass jemand mal meinen könnte, ich sei zu fett (bin leicht untergewichtig, habe da aber mal in einem Orthopädieforum gelesen, dass einer schlanken Frau gesagt wurde, sie solle erst mal 20 kg abnhemen, dann darf sie wiederkommen), davor, beim Orthopäden die Hose ausziehen zu müssen (finde ich immer entsetzlich, wenn ich was ausziehen muss und alleine das bringt mich schon in Panik), dass jemand fiese Bemerkungen wegen meiner SVV Narben macht oder dass jemand die Angststörung bemerkt und gereizt reagiert. Ich hatte z. B. mal Mass. wegen der Verspannungen und dem Zähneknirschen und beim letzten Termin machte das ein Mann aus der Praxis, der mich behandelte wie ein Kind und mir am Schluss den Kopf tätschelte. In dem Moment ginges mir so elend und ich wusste, dass ich niemals wieder Mass. wollte.