App im Playstore
Pfeil rechts
×

Lieber Forenbesucher,

dieses Forum dient dazu, Menschen zu unterstützen und Austausch zu ermöglichen. Wer Hilfe braucht, findet sie hier, und wer helfen möchte, ist willkommen. Moderatoren achten darauf, dass der Umgang respektvoll bleibt. Für eine angenehme Atmosphäre sind verständnisvolle, ermutigende und einfühlsame Beiträge explizit erwünscht. Verletzende oder verurteilende Beiträge sind nicht erlaubt.

1

J

juliadiezarte
Mitglied

Beiträge:
10
Themen:
3
Danke erhalten:
3
Mitglied seit:
Hallo zusammen,

ich fühle mich seit gestern sehr unruhig, weil ich mir um die Gesundheit meiner Mama (64) und mir (31) starke Sorgen mache. Ich würde mich über Ratschläge für mich und auch stärkende Worte freuen. Ich versuche, den folgenden Beitrag nicht allzu chaotisch zu schreiben und kurz zu halten.

Ich weiß bereits seit einiger Zeit, dass mein Opa mütterlicherseits bereits mit 50 die Diagnose eines aggressiven Magenkrebses erhielt, an dem er vier Jahre später auch verstarb. Erzählungen zufolge war er Raucher und Trinker, und irgendwie ließ mich dies als Ursache immer den Lebensstil vermuten, weshalb ich bis vor Kurzem kein erhöhtes Risiko für meine Mama und mich annahm. Im Nachhinein etwas naiv von mir, weil ich die Gefahr verdrängen wollte?
Nun erfuhr ich während eines Heimatbesuchs vor einigen Tagen von einem Großcousin, dass auch die Schwester (seine Mutter) meines Opas an einem ebenso frühen (im Alter von 46) krebsbedingten Tod verstarb. Um welchen Krebs es sich genau handelte, konnte man mir nicht sagen, ich fragte zu dem Zeitpunkt auch nicht nach.

Gestern fiel es mir dann irgendwie wie Schuppen von den Augen: was, wenn das Krebsvorkommen doch genetisch bedingt ist und meine Mama und ich mit dieser schrecklichen, im Fall Magenkrebs, schnell tödlich verlaufenden und selten rechtzeitig erkannten Krankheit diagnostiziert werden?

Weitere Risikofaktoren wären bei Mama: Mittelstarkes Übergewicht bei 74kg/166cm mit recht viel Bauchfett, nicht die beste Ernährung mit viel Zucker. Bei mir: ich hatte leider im Alter von 20-30 einen mäßig bis hohen Alk., davon die letzten Jahre sehr stark, seit einem Jahr bin ich komplett nüchtern, esse jedoch gerne salzig. Und bei uns beiden eben die potentiell genetische Prädisposition.

Dazu kommt dass bei meiner Mama vor einigen Tagen ein recht niedriger MCHC-Wert von 32,8 gemessen wurde (MCV & MCH hoher Normalbereich, Hämatokrit & -globin mittlerer Bereich). Bei einer omnivoren, nicht mehr menstruierenden Frau ein so niedriger MCHC-Wert? Könnte doch u.a. auf innere Blutungen durch Krebszellen hinweisen.
Ich habe meine aktuellen Blutwerte nicht bei mir (werde zuhause nachsehen), weiß aber, dass meine Eisenblutwerte, mitsamt MCHC, immer eher im Mangelbereich liegen (Menstruation ist nur am 1.-2 Tag relativ stark, danach deutlich leichter).
Meine Mama lässt bei einer regelmäßigen Darmspiegelung immer auch den Magen untersuchen, jedoch wäre für eine Magenkrebserkennung, der viel schneller als Darmkrebs wachsen kann, ein Zeitraum von 5-10 Jahren doch zu kurz oder? Wann ihre letzte Spiegelung stattfand, weiß ich nicht.

Ich tendiere durchaus manchmal dazu, hypochondrische Züge zu haben (zum Beispiel Angst vor Aneurysma und Alk. Pankreatitis). In dieser Situation habe ich aber wirklich das Gefühl, dass meine Angst berechtigt ist. Weil es mit meinen Eltern in der Vergangenheit oft Konflikte, auch dieses Mal, wegen meiner Gesundheitsangst gab, vermuten sie bei diesem Thema denselben Hintergrund und nehmen meine Sorgen nicht ernst.

Mir geht es deshalb wirklich sehr schlecht. Ich fühle mich ängstlich, einsam, traurig, verzweifelt und orientierungslos. Ich verspüre zum ersten Mal seit einem Jahr das Bedürfnis, Alk. zur Beruhigung zu trinken, auch wenn ich weiß, dass mir das natürlich nicht weiterhilft. Ich habe in den letzten Jahren Vieles versäumt und möchte in Zukunft noch ein schönes, langes, erfülltes Leben führen. Meine Mama muss wegen der Pflege meiner Oma derzeit viel zurückstecken und es bricht mir das Herz, wenn ich daran denke, dass ihr vielleicht nicht mehr viele Jahre bleiben. Von der Sorgen um einen eventuell zurückbleibenden Papa ganz zu Schweigen.

Eigentlich stecke ich gerade auch in der heißen Phase meiner Masterarbeit, die in den nächsten paar Monaten fertig werden muss. Krebs war gefühlt immer weit weg von mir, jetzt ist die Angst davor ganz nahe.

Folgende Fragen schwirren in meinem Kopf herum: Soll ich mich, wenn ich meine Mama nicht dazu überreden lassen kann, demnächst auf Helibacter Pylori testen und eine Magenspiegelung durchführen lassen? Soll ich bei meiner Mama auf eine weitere Magenspiegelung/Untersuchung pochen, auf die Gefahr hin, dass dies einen weiteren Streit vom Zaun bricht? Soll ich versuchen, bei meinen Verwandten mehr über den Krebs meiner Großtante herauszufinden? Soll ich meinen Nebenjob im Supermarkt kündigen um mehr Zeit mit meinen Eltern zu verbringen (bin Einzelkind, sie wohnen in BAY, ich in NRW)? Eigentlich müsste ich gerade mit Hochdruck an meiner Abschlussarbeit schreiben.

Ich danke euch fürs Lesen meiner langen Nachricht und eure Rückmeldungen.
Viele Grüße
Julia

10.06.2026 #1


2 Antworten ↓

DrSeltsam
Zwei Dinge fallen mir dazu ein:
Wenn Du momentan Druck (Abschlussarbeit) hast, kann(!) es sein dass die Krankheitsangst sowas wie ein Ventil ist. Ich kenne das jedenfalls von mir: wenn Aufgaben anstanden, zu denen ich keine Lust oder mit denen ich enormen Stress hatte, sind manchmal andere Ängste unbewusst in den Vordergrund gerückt - quasi als Alibi um mich mit der ungeliebten Aufgabe nicht beschäftigen zu müssen.
Das muss aber nicht so sein, letztlich kannst nur Du das wissen.

Das zweite:
Ich würde zum Hausarzt gehen, ihm/ihr die ganze Geschichte ganz offen erzählen (also deine Befürchtungen, was in deiner Familie vorgekommen ist usw.) und dann fragen, was seiner/ihrer Meinung nach am besten zu tun ist. Vielleicht kann er/sie dir deine Ängste nehmen oder sinnvolle Untersuchungen veranlassen. Ich würde jedenfalls nicht versuchen, das alles selbst zu analysieren und zu entscheiden. Das ist ein Fass ohne Boden, weil Du von A nach B nach C usw. kommst und überall verschiedene Meinungen zu dem Thema bekommst, die nur noch mehr verwirren.

x 1 #2


J
Hallo, @DrSeltsam ! Ich danke dir herzlich für dein Mitgefühl und deine Einordnungen. Sie beruhigen und erden mich ein wenig. Es kann wirklich sein dass ein Teil von mir sich in diese Krankheitsängste "flüchtet". Ich werde in den nächsten Tagen/Wochen versuchen, mich fokussiert der Abschlussarbeit zu widmen und zudem den Ratschlag meines Hausarztes einzuholen!

#3





Youtube Video

Dr. Matthias Nagel
App im Playstore