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hopelove
Hallo meine Lieben! Ich bin seit einigen Jahren auf der Suche nach dem richtigen Job für mich. Mit 18 habe ich die Schule abgebrochen, auf Grund von nicht diagnostizierten Panikattacken…ich dachte ich wäre einfach nur kaputt von den Schuljahren und wollte eine Auszeit. Tatsächlich sind es jetzt 10 Jahre. Zwischenzeitlich hab ich hier und da gearbeitet, aber nie etwas das sich richtig für mich anfühlte. Mein Seelenleben hat mich richtig ausgeknockt, und ich hab die letzten Jahre größtenteils damit verbracht dieses zu heilen. An sich klappt es ganz gut, ich hab große Sprünge in meinem Charakter gemacht, habe aufgehört mit Gras und Zig., habe toxische Freundschaften und Beziehungen beendet, habe angefangen mich voll und ganz zu lieben…aber die Krankheitsangst und die damit verbundene Panik ist noch ein riesen Laster.

Ich hab in den letzten Jahren ein großes Interesse an Naturheilkunde, Spiritualität und co. entwickelt. Und bin an sich ein Mensch der gerne meinen Mitmenschen helfen will mit schlechten Lebensgewohnheiten etc. Und vor wenigen Tagen habe ich ein Fernstudium entdeckt zur ganzheitlichen Ernährungsberatung. und es hat KLICK gemacht! Ich hab mir schon die Infobroschüre bestellt und hab zum ersten Mal richtig Freude an dem Gedanken mich irgendwo anzumelden und neue Türen zu öffnen…
aber mir ist auch klar dass man dann auch über verschiedene Krankheiten lernen muss, und frage mich ob ich das wohl bereuen werde? Arbeitet jemand von euch mit Gesundheitsthemen und schafft es eine Distanz zu behalten?
An sich habe ich nur Angst wenn ich Symptome verspüre die im moment keinen Sinn machen… joaa.

Würde mich über eure Meinung/Erfahrungen freuen. Liebe Grüße


(Entschuldigt wenn es die falsche Rubrik ist. )

09.09.2022 21:16 • 16.09.2022 #1


12 Antworten ↓


TheViper
@hopelove also grundsätzlich, muss das nichts schlechtes sein. Vielleicht ist es ja eine gute Gelegenheit für dich selber und eine Art Therapie für dich. Du solltest das machen was dein Herz erfreut. Das ist immer das beste

09.09.2022 21:20 • x 1 #2



Als Hypochonder im Gesundheitswesen arbeiten? Möglich?

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Schneeleopardin
Hallo, ich arbeite selbst als Hypochonder im Gesundheitswesen mit Patienten und finde, es hat zwei Seiten. Zum einen ist man als Hypochonder oft feinfühlig und empathisch, was für Patienten/Kunden natürlich gut ist, und was einem selber viel Freude im Beruf bringen kann.
Bei mir persönlich hängt es sehr stark davon ab, inwieweit ich selbst psychisch stabil bin, wenn ich eine gute Phase habe, kann ich mich gut abgrenzen. Wenn es mir schlecht geht, sind die Krankheiten/Probleme der Patienten eher wieder Futter für meine Hypochondrie...
Ich merke schon, dass sich durch meinen Beruf die Sicht aufs Leben verändert hat. Zum einen, weil man merkt, wie kostbar das Leben ist, das macht dankbar für jeden Tag, an dem man gesund ist. Mir persönlich macht es aber auch Angst, weil ich tagtäglich höre und sehe, wie schnell man durch Krankheiten/Unfälle/Verletzungen aus seinem gewohnten Leben gerissen werden kann und mit welchen Einschränkungen dies verbunden ist.
Pauschal beantworten kann man deine Frage m.M.n. nicht, ich kann hier nur für mich sprechen, v.a. habe ich nicht den gleichen Beruf wie du.
Es kann gut sein, dass du durchaus in der Lage bist, trotz Hypochondrie deine Ängste vom Berufsalltag zu trennen. Hör auf dein Bauchgefühl, wenn du dich auf den Beruf freust, ist es das Richtige. Und ich stimme TheViper zu, es kann auch eine Chance sein.
LG

10.09.2022 01:01 • x 1 #3


hopelove
@TheViper Ja das stimmt! Und wenn die positiven Gefühle überwiegen, dann ist es das vielleicht auch wert dankeschön!

10.09.2022 10:11 • #4


TheViper
@hopelove nicht dafür ich drücke dir die Daumen, du schaffst das schon

10.09.2022 10:13 • x 1 #5


hopelove
@Schneeleopardin Das mit der Empathie stimmt vollkommen, schön diese Angst mal aus dieser Perspektive zu sehen Ich denke ich werde es einfach ausprobieren, solang es mir Spaß macht. Im Endeffekt ist ja erst die Lernphase, bevor ich mit echten Menschen zusammenarbeite. Natürlich ist auch eine Ernährungsberatung nicht in Kontakt mit gravierenden Fällen wie du berichtest, deswegen auch Hut ab an dich und lieben Dank für deine Meinung!

10.09.2022 10:17 • x 1 #6


hopelove
@TheViper

10.09.2022 10:18 • #7


koenig
Ich arbeite seit knapp 1Jahr in einer Abteilung, in der ich zwar nur Diagnosen auf dem Papier sehe, psychische als auch körperliche, aber für mich ist das auch eine Herausforderung, diese nicht zu nah an mich ranzulassen. Hinzu kommen Gutachten, in den viele Lebensgeschichten zu lesen sind.
Abgrenzen ist ein Prozess, den ich immer noch erlernen. Andererseits ist man auch Mensch und ich bin sehr empathisch.

Am Anfang dachte ich, ich packe das nicht. Jetzt ist es eine Herausforderung.

10.09.2022 21:01 • x 2 #8


MattWurst
Ich bin Medizintechniker und muss gestehen,dass es mir als Hypochonder von Zeit zu Zeit doch schon recht schwer fällt.

Das war anfänglich nicht so,aber mit den Jahren wurde es schwerer.
Vieles berührt einen im Laufe der Zeit nicht mehr so,aber die Zunahme von onkologischen Erkrankungen ist unschön.

Besonders wenn jüngere Menschen involviert sind.
Aber man arrangiert sich und der Job muss gemacht werden.

Aber generell würde ich Leuten mit Hypochondrie von der Arbeit im Gesundheitssystem abraten.

10.09.2022 21:38 • x 2 #9


Angstmaschine
Vielleicht lehne ich mich jetzt etwas weit aus dem Fenster (weil ich nicht im Gesundheitssystem arbeite), aber ich habe für mich in der Vergangenheit auch gelernt, dass wenn ich den Mut finde und mich mit einer unangenehmen Sache intensiv beschäftige (wie, was, warum, welche Folgen usw.), verschwindet meine Angst vielleicht nicht unbedingt, aber sie sie wird weniger.
Einfach, weil sich dieses diffuse Wirrwarr aus Gefühlen, Symptomen, gehörten oder gelesenen Geschichten, eigene Phantasien .. also alles, was letztlich zu meinen Ängsten führt, auflöst und ich wieder klar denken und entscheiden kann.

Auch kann man glaube ich die Berufe im Gesundheitssystem nicht ganz über einen Kamm scheren. Medizintechniker stelle ich mir schon hart vor, Ernährungsberatung ist da vielleicht doch ein anderes Kaliber.

Und es ist ja auch immer noch ein Unterschied, ob man mit dem Patienten leidet (weil man das Leid des Anderen einfach nicht ertragen kann) oder nur selbst leidet weil man Angst hat an dieser oder jener Krankheit zu leiden. Letzteres kann man glaube ich besser in den Griff kriegen als das Erste.

10.09.2022 22:10 • x 1 #10


hopelove
sorry für die späte Antwort! war einige Tage offline freut mich zu sehen dass noch mehr Leute hierauf geantwortet haben!

@koenig Ich finde auch dass es was gutes hat, wenn man lernt die Diagnosen/Krankheiten von anderen nicht an sich ranzulassen, übt man eventuell die eigenen Symptome objektiver und angstfreier zu betrachten! Finde es toll dass du es als Herausforderung siehst und dich nicht hast einschüchtern lassen

@MattWurst würdest du denn sagen dass dich das durch deine Krankheitsangst mitnimmt, oder als Mensch allgemein? Ich meine, ich kann mir vorstellen dass viele (wenn nicht alle) die zum Beispiel in Krankenhäusern etc. arbeiten, es manchmal schwerer haben dadurch dass sich so viele Krankheiten etc. vermehren. Oder empfindest du dass das Wissen rund um Krankheiten, deiner Angst noch mehr Angriffsflächen gibt?

@Angstmaschine Ich bin froh dass du geschrieben hast, denn du erwähnst viele Argumente die ich mir die letzten Tage selbst gedacht habe. Meine Krankheitsangst dreht sich halt immer um Symptome die ich nicht logisch einordnen kann, und dann geht die Phantasie so durch mit mir, dass ich mir Verknüpfungen zwischen Symptomen und Krankheiten ausdenke die einfach unmöglich sind. Denke deswegen auch dass sich Wissen vielleicht sogar positiv auszahlt!
Außerdem, wie du selbst sagst, ist es ein großer Unterschied ob man als Arzt oder Ernährungsberater arbeitet.

Ich habe vor ein paar Tagen die Broschüre für das Fernstudium erhalten, und ich find die Thematik des Ganzheitlichen so schön, denn da beschäftigt man sich auch mit der Psyche, Stress co. Und ich finde dadurch könnte ich mir selbst auch einige Fragezeichen wegräumen

15.09.2022 15:27 • x 1 #11


MattWurst
@hopelove

Weißt Du,meine Achillesferse ist der Krebs.
Ich bin Hypochonder,eigentlich Onkolochonder, weil alle anderen Krankheiten sind mir eigentlich komplett egal

Das war auch schon immer so,hat aber auch etwas positives,denn dadurch bin ich zu meinem Job gekommen.

Hatte schon immer ein riesen Interesse am Medizin,der Technik etc.
Ausserdem,wollte ich den Teufel mit dem Beelzebub austreiben.

Hab da schon gefühlt echt alles gesehen,gerochen usw...
Aber wenn es heißt,wir gehen heute in die Onkologie..okeeee

Ich hatte aber auch Phasen,da war jahrelang Ruhe.
Rückblickend kann ich sagen,dass du für den Job am Menschen,eine SEHR stabile Psyche brauchst.
Nicht jeder ist dafür geeignet,viele kündigen,sind dauerkrank usw.
Dazu kommt,das du in der Pflege und auch als Assistentsarzt eigentlich nur ein Sk...e bist.

15.09.2022 19:54 • x 1 #12


hopelove
@MattWurst okay verstehe…da hat alles seine Vor- und Nachteile. Stimme zu dass eine stabile Psyche sehr wichtig ist in diesem Job. Ich werde es einfach ausprobieren und wenn ich merke es hilft mir nicht und hat größtenteils Schlechtes, dann kann ich ja immernoch was anderes machen.

Wünsche mir für dich (und jedem eigentlich), dass sich eines Tages die Krankheitsangst verabschiedet und du deinen Job in jeder Richtung genießen kannst
danke für deine Offenheit!

16.09.2022 11:05 • x 1 #13



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