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201219.06




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Hallo,

mein Name ist Anna. Für Außenstehende muss ich wie ein normaler Mensch wirken. Aber ich bin eigentlich total verzweifelt und habe sogar schon an Selbstmord gedacht.
Mein Vater hat unsere Familie verlassen, als ich noch klein war und seitdem besteht lediglic zäher Emailverkehr. Ich war früher immer total das Vaterkind. Zwar vermisse ich ihn nicht bewusst, aber ich fühle eine Lück ein mir.
Außerdem hat meine Mutter seit kurzem einen neuen Freund und vernachlässigt mich seitdem. Wenn ich mit ihr darüber reden möchte schreit sie sofort und meint ich sei eifersüchtig und solle mich mit meinen 18 Jahren nicht so kindisch benehmen.
Dann kommt noch hinzu, dass ich dieses Jahr Abitur gemacht habe und eigentlich Medizin studieren möchte. doch mit 1,9 wird das woh nichts. Ich würde gerne ins Ausland an eine Privatuni gehen. Mein Vater hätte auch die fianziellen Mittel. Doch er möchte nichts zahlen.
Dann ist mir neulich aufgefallen, dass ich eifersüchtig bin. Da gibt es ein Mädchen, die letztes Jahr Abitur gemacht hat und nun Medizin studiert. Sie ist hübsch, beliebt und intelligent. Und ich habe so einen Hass auf sie. Dabei möchte ich doch gar kein böser Mensch sein!
Mit meinen Freunden kann ich über so etwas nicht reden. Dafür ist unser Freundschaft zu oberflächlich.
Ich habe einfach das Gefühl vor den Scherben meiner Existenz zu stehen. Niemand nimt mich ernst oder kann verstehen wie ich mich fühle. Ich habe gestern gesagt, dass ich mir wünsche, dass mich ein Auto überfährt und meine Mutter hat lediglich gelacht.
Ich fühle mich furchtbar und weis nicht mehr weiter.
Ich habe auch schon bei unzähligen Psychologen angerufen und um eine Therapie gebeten, aber die sind immer voll. Ich rufe zwar immer weiter an,aber ich brauche jetzt Hilfe, sonst weis ich nicht, was ich noch mache.
Was soll ich tun?



  21.06.2012 10:45  
Hallo Anna93,

wenn ich das richtig beurteile, befindest Du Dich in einer nicht unüblichen Entwicklungskrise beim Übergang ins Erwachsen-werden. Du hast die meisten Entwicklungsaufgaben für Dein Alter abgeschlossen. Jetzt geht es um eine neue Orientierung, Abnabelung von zu Hause und einen eigenen Lebensentwurf.

Das ist schwer, bringt Dich im Augenblick sehr unter Druck, Du fühlst Dich wahrscheinlich auch überfordert. Deine Eltern kommen ihrer Verantwortung Dir gegenüber in dieser schwierigen Phase nicht adäquat nach. Das ist schade, aber im Augenblick wohl nicht zu ändern. Du fühlst Dich alleingelassen - und das zu recht.

Deshalb ist Dein Bemühen, Dir Hilfe zu hoeln, vollkommen richtig. Du brauchst sie aber jetzt, und nicht wenn in einer Praxis irgendwann mal einen freien Therapieplatz gibt. Deshalb möchte ich Dir folgendes raten:

Es gibt psychologische Beratungsstellen (z.B. für Lebensfragen - Träger ist oft die Caritas oder die Diakonie). Auch die Psychologischen Beratungsstellen für Kinder, Jugendliche und Eltern könnten Dir eventuell noch weiterhelfen.
- Wenn Du Suizidgedanken hast, oder überhaupt nicht mehr weiter weist, dann wende Dich unbedingt an die Ambulanz einer psychiatrischen Klinik. Hier bekommst Du auf jeden Fall schneller einen Termin !

Versuche auch nicht, Deine Situation nur auszuhalten, sondern werde aktiv. Falls Du eventuell noch Adressen von Psychotherapeuten brauchst, um es auch da weiter zu versuchen, schaue mal hier nach:

http://www.psychic.de/psychotherapeuten.php

Und denke daran: es gibt keinen Grund für Dich aufzugeben. Du bist am Anfang Deines Lebens und nicht am Ende ! Laufe nicht vor diesen Problemen weg, erscheinen sie auch jetzt riesengroß. Du kannst und wirst einen Weg finden !

Alles Gute für Dich und herzlichen Gruß


Bernd Remelius

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