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Schmatzinsel
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Liebe Forenmitglieder,
seit nunmehr 14 Jahren leide ich unter einer generalisierten Angststörung. Ich bin 34 Jahre alt. Das Ganze begann damals während meiner Zeit bei der Bundeswehr, als ich immer wieder Panikattacken bekam. Diese waren nicht einsatzbedingt, sondern traten scheinbar ohne konkreten Auslöser auf.
Irgendwann wurde es so schlimm, dass ich mich über die Notaufnahme in ein Zivilkrankenhaus einweisen ließ. Insgesamt war ich dort etwa sechs Monate in Behandlung: drei Monate auf der Psychosomatik, einen Monat auf der Akutpsychiatrie und zwei Monate auf der Station für affektive Störungen. Damals wurde ich auf 150 mg Venlafaxin und 150 mg Pregabalin eingestellt. Pregabalin setzte ich nach ungefähr zwei Jahren wieder ab.
Venlafaxin habe ich im Laufe der Zeit immer weiter reduziert, da ich keine depressiven Episoden mehr hatte und auch die Ängste deutlich besser geworden waren. Zuletzt war ich seit etwa einem Jahr bei 37,5 mg.
In den vergangenen Monaten traten allerdings immer wieder Panikattacken auf, insbesondere nach Belastungen oder teilweise direkt nach dem Aufwachen. Dieses unangenehme Gefühl kenne ich inzwischen seit ungefähr einem halben Jahr wieder.
Beruflich arbeite ich seit fünf Jahren als Dauernachtwache in einem Bereich für psychisch erkrankte Menschen. Bisher hat das eigentlich sehr gut funktioniert. Natürlich ist die Müdigkeit manchmal belastend und mir ist bewusst, dass Nachtarbeit nicht unbedingt gesund ist. Andererseits bin ich ein ausgesprochener Nachtmensch und mache diese Arbeit sehr gerne.
Vor etwa einem halben Jahr hatte ich dann auf der Arbeit eine gastrointestinale Blutung aufgrund einer Helicobacter-pylori-Infektion. Der Helicobacter wurde erfolgreich behandelt, allerdings habe ich weiterhin eine Pangastritis. Dadurch kommt es immer wieder zu starken Übelkeitsattacken. Aufgrund meiner Emetophobie lösen diese bei mir wiederum sehr schnell Panik aus.
Deshalb war ich seitdem auch immer mal wieder im Krankenhaus und wurde dort unter anderem mit Vomex und Novalgin behandelt. Danach wurde es meistens wieder besser.
Vor kurzem kam es dann zu einer kurzfristigen Trennung von meiner Freundin. Wir hatten aufgrund verschiedener Defizite und Unstimmigkeiten Probleme in der Beziehung. Mittlerweile nähern wir uns allerdings wieder an.
Nach diesem Vorfall bin ich zunächst ausgezogen bzw. habe meine Sachen gepackt und bin zu meinem Bruder gegangen. Dort bekam ich abends einen starken Übelkeitsanfall mit anschließender Panik. Ich hatte das Gefühl, sterben zu müssen und große Angst davor, mich übergeben zu müssen. Deshalb fuhr ich in die Rettungsstelle.
Der behandelnde Arzt war aus meiner Sicht etwas ungewöhnlich. Obwohl ich zu diesem Zeitpunkt 37,5 mg Venlafaxin und 20 mg Pantoprazol einnahm, bekam ich zusätzlich 80 mg Pantoprazol. Das konnte ich noch nachvollziehen. Gegen die Schmerzen bekam ich außerdem intravenös 3 mg Morphin.
Dieses Morphin hat mich allerdings völlig überwältigt. Kurz danach bekam ich eine Sinustachykardie mit über 150 Schlägen pro Minute. Ich war extrem panisch und zittrig. Das Ganze wurde anschließend mit 5 mg Metoprolol wieder stabilisiert.
Die Angst ist seit diesem Erlebnis jedoch nicht mehr richtig verschwunden.
Als es mir etwas besser ging, wollte ich zu meinem Bruder nach Hause. Kurz bevor wir dort ankamen, musste ich allerdings wieder umdrehen und zurück in die Klinik, weil die Angst so stark geworden war. Ich bat darum, dass man mir noch einmal hilft, was jedoch abgelehnt wurde. Stattdessen bekam ich 0,5 mg Tavor. Das ist für mich grundsätzlich nichts Unbekanntes, hat diesmal aber nur bedingt geholfen.
Anschließend bin ich zu meinen Eltern gefahren, weil deren Zuhause für mich ein sicherer Rückzugsort ist, und habe versucht, dort zu schlafen.
Mein Herzschlag beruhigte sich allerdings weiterhin nicht richtig. Über mehrere Stunden lag mein Puls teilweise bei 120 bis 130.
Am nächsten Tag ging ich deshalb zu meinem Hausarzt. Er stellte mir eine Überweisung in die Psychiatrie aus und bat zusätzlich um eine neurologische Abklärung. Bei meinem Neurologen bekam ich daraufhin die Empfehlung, dreimal täglich 1 mg Tavor Expidet einzunehmen – morgens nach dem Aufstehen, mittags und vor dem Schlafengehen.
Leider habe ich eine starke Medikamentenangst. Ich habe Tavor deshalb nur einen Tag lang genommen und es anschließend aufgrund des Abhängigkeitspotenzials und meiner Angst davor wieder abgesetzt.
Mein Neurologe empfahl außerdem, das Venlafaxin auf 75 mg zu erhöhen. Das habe ich zwei Tage lang versucht. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass sich meine Ängste dadurch noch weiter verstärken. Dadurch bekam ich wiederum noch mehr Angst und bin inzwischen wieder auf 37,5 mg zurückgegangen, die ich heute auch eingenommen habe.
Und jetzt stecke ich in einer Situation, die ich so bisher nicht kenne.
Ich habe mittlerweile so starke Ängste, dass ich kaum noch aus dem Haus gehen kann. Teilweise bekomme ich schon Panik, wenn ich nur durch die Haustür gehen möchte. Vor diesem Krankenhausaufenthalt war das überhaupt nicht so.
Ich war deshalb zwischenzeitlich noch einmal in der Notaufnahme und habe dort meine Beschwerden geschildert. Dort wurde mein Herz überwacht und schließlich kam auch ein Kardiologe dazu. Er sagte mir, dass mein Herz vollkommen in Ordnung sei und mein Körper einfach völlig überlastet sei und ich versuchen müsse, wieder herunterzukommen.
Seit zwei Tagen bin ich nun wieder bei meinen Eltern. Dort fühle ich mich zwar einigermaßen sicher, aber gleichzeitig unglaublich schwach. Ich liege fast nur noch im Bett. Ich versuche zwar spazieren zu gehen, bekomme dabei aber immer wieder Angst und breche die Versuche teilweise ab.
Gestern Abend hatte ich beispielsweise plötzlich Angst, eine Wasservergiftung zu haben – eigentlich völlig banal, aber in diesem Moment für mich absolut real und beängstigend.
Ich weiß inzwischen einfach nicht mehr, wie ich aus dieser Schleife herauskommen soll.
Das Schwierige ist auch, dass mir meine bisherigen Skills momentan kaum helfen. Früher konnte ich damit meine Angst einigermaßen regulieren, aber diesmal funktioniert es irgendwie nicht. Meine generalisierte Angst- und Panikstörung ist für mich grundsätzlich nichts Neues, aber diese aktuelle Intensität kenne ich so nicht.
Ich weiß gerade wirklich nicht mehr, was ich tun soll.
Hat jemand von euch schon einmal etwas Ähnliches erlebt? Vielleicht insbesondere nach einem traumatischen oder sehr beängstigenden Erlebnis im Krankenhaus oder nach einer starken körperlichen Reaktion auf ein Medikament?
Wie habt ihr es geschafft, aus dieser Angstspirale wieder herauszukommen?
Ich wäre wirklich sehr dankbar für eure Erfahrungen und jeden Rat.

13.08.2026 #1


1 Antwort ↓

S
Ich vermute mal das deine Situation jetzt mit der plötzlichen Erhöhung des Venlafaxin und der Reduzierung zu tun hat.
Völlig banale Ängste wie du beschreibst sind Medikamentenbedingt da hatte ich auch schon so einige von nach 6 Jahren Escitalopram Konsum.
Ich denke mal nach ein paar Tagen konstant auf der gleichen Dosierung wird sich das wieder einpendeln.
Und dann wirst du es auch wieder einfacher haben deine Skills anzuwenden.

#2





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Dr. Christina Wiesemann
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