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Zitat von Frank 007:
Hallo abb01,

ich finde es mutig, das du das Thema "Freitod" hier ansprichst. Ich denke man sollte viel offener damit umgehen und es nicht so tabuisieren.
Vielen geht es so, auch ich habe gerade in der letzten Zeit oft daran gedacht und damit meine eigenen Erfahrungen gemacht.
Erstens finde ich den "Freitod" nicht feige, wie oft gesagt wird, sorry, aber das ist eine Platitüde. Ganz im Gegenteil, die Entscheidung zu einem selbstgewählten Tod ist eigentlich keine Entscheidung, sondern ein Ausdruck absoluter Hoffnungslosigkeit und unglaublicher Not.
Aber ich möchte noch ein anderes Phänomen ansprechen, was den Selstmordgedanken an sich anbelangt. Dieser hat oft die Funktion eines Hintertürchens.Was ist wenn ich nicht mehr kann? Was ist wenn es nicht weitergeht, dann, ja dann, kann ich ja gehen! Es ist sozusagen ein geistiger Fluchtpunkt, zwar nicht schön, aber durchaus plausibel, finde ich.
Okay, das ist nur meine Meinung.
Ich finde nur, man sollte weniger angstbesetzt darüber reden können und es enttabuisieren. Denn gerade das Tabu treibt einen in die Isolation.
LG Frank


Ja Frank, so denke ich auch. Es ist unangenehm, aber es ist nötig es an(aus)zusprechen. Ich glaube auch, dass dieser Weg, der letzte Ausweg aus einer Situation ist, die hoffnungslos ist.
Die Entscheidung liegt ehe an der Person und was andere darüber denken, ist dann zweitrangig, denn die erleiden nicht die Qualen.

Sind seelische unpässlichkeiten nicht schon immer ein Tabu gewesen und werden es auch bleiben.

LG ABB

21.07.2008 12:35 • #21


Zitat von aiM:
Bei mir kommen sie auch manchmal einfach so und ohne für mich erkennbaren Grund! Beim Haare fönen, um beim Thema zu bleiben.

Hast Du grosse Angst vor der Angst?
Passiert es, dass Du denkst es geht los und dann steigerst Du Dich da rein?
Vielleicht solltest Du mal eine andere Art Therapeut aufsuchen?
Oder einen ganz anderen Ansatz der Therapie?
Nimmst Du Pillen?

Ich wünsche Dir einen guten Tag

Mia



Jetzt habe ich wieder Angst vor der nächsten Attacke. Seit Jahren nehme ich Mareen und Clomipramin, kleinste Dosis.
Ich bin Ratlos, aber vielleicht sollte ich mich wieder aufmachen zu suchen, wer helfen könnte.

Ich bin gerade auf der Arbeit, Mittagspause, und total müde von der Attacken-Nacht. Dir auch einen lieben Tag.

LG ABB

21.07.2008 12:40 • #22



Was tun bei einer attacke mitte

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aiM
@Frank: Du hast schon Recht, man sollte das Thema Freitod nicht verbannen und die Menschen dadurch zum Mundhalten zwingen. Jeder bekommt eine Gänsehaut bei dem Thema. Mir macht es sogar richtig Angst. Aber reden, bzw schreiben, kann und sollte man.
Vielleicht ist es die Hilflosigkeit die dieses Thema für Andere mit sich bringt? Wie gehe ich damit um, wenn mir das ein Mensch anvertraut? Was kann ich sagen ohne etwas falsches zu sagen? Wie kann ich helfen?Und womit?
Wie mit allen Dingen, mit denen an nicht täglich umgeht, wird man unsicher. Ich zumindest!
Trotzdem halte ich den Freitod für eine Mistidee. (ich hätte gern etwas anderes geschrieben, durfte es hier aber nicht). Ich wollte jetzt extra nicht wieder mit dem Wort feige kommen. Vielleicht ist es wirklich das falsche Wort?!?

Mia

21.07.2008 12:40 • #23


Huhu,

ich möchte mich zum Thema "Freitod" auch mal äussern...

ich als sehr streng gläubiger Mensch bin da eindeutig dagegen, auch wenn ich selber häufiger daran denke..
Man hat in seinen Leben eben seine Lektionen zu lernen und wenn Du sie jetzt abbrichst dadurch, wirst Du sie im nächsten Leben eben nochmal angehen müssen.. und das Leid wird mit jedem Mal größer..

In gewissen Situation halte ich diese Sterbehilfe wohl für angebracht, aber die Situation "ungelöstes Problem" gehört für mich da nicht zu..

Ganz zu schweigen von dem, was einem blüht wenn es nicht klappt.. Dann zieht man nämlich direkt weiter auf die Geschlossene...

21.07.2008 12:42 • #24


Frank 007
Hallo abb01, bevor ich jetzt zur Arbeit gehe ( vor der ich auch gerade Angst habe) nochmal eine kurze Antwort.
Ich denke nicht das seelische Dinge ein Tabu bleiben sollten und es liegt an uns das zu verändern.
Ich glaube, wir sollten alle miteinander viel lauter werden, damit man uns da draussen hört.
Ich habe vor einigen Monaten mein, wie ich es nenne, "Angst-Coming-out" gehabt, in einer Situation, in der ich absolut nicht mehr weiter wußte.
Jeder, der es wissen will kriegt es von mir gesagt. Ich will und kann und werde mich nicht mehr verstecken. Ja, ich habe Angst!
Ich habe nicht darum gebeten und ich nehme sie mit, wohin ich auch gehe. Sie ist mein Begleiter, der manchmal ganz schön nerven kann.
Ich versuche sie zuzulassen und anzunehmen. Ist ein Lernprozess, ich weiß, und ich habe den weiß-Gott noch nicht abgeschlossen, aber es ist ein Weg!
LG Frank

21.07.2008 12:43 • #25


aiM
@abb01

Wenn Du diese Medikamentenkombi seit Jahren nimmst, solltest Du es vielleicht einmal mit einer Änderung versuchen. Nach Absprache mit Deinem Doc versteht sich.
Mir haben eine Zeitlang auch Rescue Tropfen geholfen. Inzwischen bin ich auf Rock Rose von Bach umgestiegen. Damit komme ich besser klar.

Diese Angstanfälle kosten Kraft und machen unendlich müde und sie lähmen einen für den Rest des Tages.

Ich hoffe Du bringst Deinen Arbeitstag gut hinter Dich und kannst Dich dann zuhause erholen.

Mia

21.07.2008 12:50 • #26


Hallo ihr, ich finde es auch wichtig seine Gedanken an den Freitod zur Sprache zu bringen. Und ich kann Leute verstehen die das gemacht haben, weil sie diese Zustände nicht mehr ausgehalten haben. Es ist einfach der pure Horror, sich tagtäglich schlecht zu fühlen, mit der Panik zu leben.
Ich finde das nicht feige, sondern ein mutiger, letzter Schritt, der aus purer Verzweiflung gemacht wurde. Natürlich ist es wiederum mehr als mutig damit zu leben, jedoch hat nicht jeder diese Kraft.
Ich selber habe mir auch schon tausende Möglichkeiten durchdacht, wie ich es am schmerzlosesten und schnellsten hinter mich bringe. Weil ich einfach keine Lust mehr auf die ganzen Zustände habe.
Oder ist das LEBEN? Nein.
Ich führe ein "normales" Leben, ich gehe alleine einkaufen, alleine raus und bin bei weitem nicht so eingeschränkt durch die PAs wie so manche/r hier, dennoch ist es nicht mehr schön. Ständig diese schei. Angst im Nacken zu haben, das ständige Unwohlsein.
Ich kann an 2 Händen abzählen, wie viele Tage im Jahr es mir RICHTIG gut geht. An denen soll man sich klammern?

Jeder sollte selber entscheiden, ob und wie er den Freitod wählt.Schade nur, das man so verzweifelt sein kann, um daran zu denken. Aber ich verstehe es.
Anders wiederum sollte man die Hoffnung niemals aufgeben, das der Tag kommt an dem der Dreck wieder so schnell weg ist, wie er gekommen ist. Das ist immer mein Gedanke, an dem ich mich halte. Ist halt alles ein blöder Kreislauf, was will man machen

21.07.2008 13:23 • #27


Zitat von Frank 007:
Hallo abb01, bevor ich jetzt zur Arbeit gehe ( vor der ich auch gerade Angst habe) nochmal eine kurze Antwort.
Ich denke nicht das seelische Dinge ein Tabu bleiben sollten und es liegt an uns das zu verändern.
Ich glaube, wir sollten alle miteinander viel lauter werden, damit man uns da draussen hört.
Ich habe vor einigen Monaten mein, wie ich es nenne, "Angst-Coming-out" gehabt, in einer Situation, in der ich absolut nicht mehr weiter wußte.
Jeder, der es wissen will kriegt es von mir gesagt. Ich will und kann und werde mich nicht mehr verstecken. Ja, ich habe Angst!
Ich habe nicht darum gebeten und ich nehme sie mit, wohin ich auch gehe. Sie ist mein Begleiter, der manchmal ganz schön nerven kann.
Ich versuche sie zuzulassen und anzunehmen. Ist ein Lernprozess, ich weiß, und ich habe den weiß-Gott noch nicht abgeschlossen, aber es ist ein Weg!
LG Frank


Sehr tapfer von dir. und ich denke die Situation für einen Mann "der Angst hat" ist noch schwerer zu ertragen, da das Umfeld über "weiche Männer" lacht. Ging mir irgendwie auch so, denn nach meiner vorherigen Weltauffassung "müssen Männer" stark sein. und phy. leiden gehört zu einer Frau.

Alle Achtung

LG ABB

21.07.2008 13:40 • #28




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