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Angstzustaende
@Saina91

Angst vor der Zukunft nicht wirklich. Mein Leben ist aber relativ trist und einsam. Seit Ende Februar war ich im Home Office und habe außer wenn ich in der Berufsschule war (eine Woche im Monat) oder mal einkaufen war, keine Leute getroffen. Allerhöchstens mit meinen Onlinefreunden geschrieben.

x 2 #21


Saina91
@Angstzustaende

Das kann aber tatsächlich auch dazu führen, dass du Angst hast. Weil du Angst hast, dein Leben nicht richtig zu leben. Je mehr du unter Leute gehst und was unternimmst, desto weniger wird die Angst.

x 1 #22


A


Schreckliche Angst vorm Tod

x 3


Saina91
Und ich möchte Dich dazu ermutigen mal in die Kirche zu gehen. Wenn ich in die Kirche gehe, fühle ich mich immer sehr ruhig und geborgen.
Auch in der Bibel finde ich Trost.
Deine größte Angst ist also nicht mehr zu existieren? Also diese Vorstellung vom Nichts?

x 1 #23


Angstzustaende
@Saina91
Zu gehen und nie wieder zu kommen.

Ich bin ja vom nichts ins Leben gegangen; da kam also was. Aber jetzt gehe ich vom Leben ins unendliche nichts... Nur daran zu denken macht mir Panik.

x 2 #24


S
@Angstzustaende
Du könntest versuchen dich mehr auf das Leben zu konzentrieren als auf Gedanken an den Tod. Du lebst JETZT und kannst daran arbeiten jeden Tag das Beste aus deinem Leben zu machen. Dann wirst du so ausgefüllt sein, dass du gar keine Zeit mehr für Gedanken an den Tod hast. Und solange du so akut in der Angst steckst sind Medikamente und Psychotherapie eine gute Unterstützung.

x 2 #25


Saina91
@Angstzustaende

Also ich habe ja ab und zu auch mal diese von mir beschriebenen Ängste, aber ich stelle mir dann immer Jesus Christus vor, der heller als die Sonne scheint, mich mit seinem Antlitz und seiner unendlichen Liebe umhüllt. In seinem Reich soll es ja auch so sein, dass Jesus das Licht ist, von dem alle leben. Man hat einen neuen Körper, nicht diesen, der sich oft wie ein Gefängnis anfühlt. Man kann fliegen und alles ist unvorstellbar, also mit der eigenen Vorstellungskraft nicht zu ermessen.
Du kannst Dir auch Jesus vorstellen, wie er dir liebevoll die Hand reicht, dir sagt "Ich bin da, der Tod ist nicht mehr da, ich wische alle Tränen weg, du bist mein"
Solche Gedanken beruhigen mich dann.

Aber du schreibst, dass du nicht wiederkommst? Meinst du auf diese Welt?

x 1 #26


NeonPixie
Zitat von Saina91:
@NeonPixie Worum geht es genau in dem Buch?

Hier die offizielle Seite des Verlags zum Buch. https://www.penguin.de/buecher/irvin-d-...3442738380

Yalom ist Existenzialpsychologe und das Buch geht direkt ans Thema ohne religiöse Erklärungen oder Verharmlosung.

Der Kerngedanke ist, dass Todesangst nicht verschwinden muss, sondern dass man lernen kann mit ihr zu leben, indem man das eigene Leben bewusster gestaltet. Yalom nennt das "das Erwachen", die Konfrontation mit der eigenen Endlichkeit kann paradoxerweise dazu führen, dass man intensiver und echter lebt. Er arbeitet viel mit dem Konzept von Epikur: "Wo der Tod ist, bin ich nicht. Wo ich bin, ist der Tod nicht." Klingt abstrakt, aber ist für viele Menschen tatsächlich ein hilfreicher Rahmen. Außerdem beschreibt er, wie die Angst vor dem Tod oft eigentlich eine Angst vor dem ungelebten Leben ist, vor dem, was man noch nicht gemacht hat, nicht gesagt hat, nicht war. (Das Konzept hattest du hier ja selbst bereits angeschnitten.) Das verschiebt den Fokus von etwas Unausweichlichem zu etwas Beeinflussbarem. Für jemanden, der nicht religiös ist und trotzdem mit der Endlichkeit Frieden finden will, ist es wahrscheinlich eines der ehrlichsten Bücher zu dem Thema.

x 4 #27


NeonPixie
Zitat von Angstzustaende:
@Saina91 Angst vor der Zukunft nicht wirklich. Mein Leben ist aber relativ trist und einsam. Seit Ende Februar war ich im Home Office und habe außer wenn ich in der Berufsschule war (eine Woche im Monat) oder mal einkaufen war, keine Leute getroffen. Allerhöchstens mit meinen Onlinefreunden geschrieben.

Wenn man im HomeOffice arbeitet, muss man sehr aktiv darauf achten, sich selbst Ausgleich im Bereich Sozialleben, Bewegung usw. zu schaffen!

#28


NeonPixie
Zitat von Saina91:
Und ich möchte Dich dazu ermutigen mal in die Kirche zu gehen. Wenn ich in die Kirche gehe, fühle ich mich immer sehr ruhig und geborgen. Auch in der Bibel finde ich Trost. Deine größte Angst ist also nicht mehr zu existieren? Also diese Vorstellung vom Nichts?

Wenn er bereits christlich geprägt ist, dann ist das die eine Sache, aber ansonsten finde ich es etwas befremdlich, die Ängste einer Person hier dazu zu verwenden, für eine bestimmte Religion zu missionieren. Stell dir mal vor, hier würde jetzt jeder in den Faden kommen und ihn zu seiner Religion einladen.

x 1 #29


Saina91
@NeonPixie

Das war nicht böse gemeint. Er überlegt doch selbst, in die Kirche zu gehen. Und ich wollte ihm zeigen, was mir bei dieser Angst hilft.

Kann ja auch gern noch jemand was dazu schreiben, der Muslim, Buddhist ist usw. Ich habe nichts dagegen.

#30


NeonPixie
Zitat von Saina91:
@NeonPixie Das war nicht böse gemeint. Er überlegt doch selbst, in die Kirche zu gehen. Und ich wollte ihm zeigen, was mir bei dieser Angst hilft. Kann ja auch gern noch jemand was dazu schreiben, der Muslim, Buddhist ist usw. Ich habe nichts dagegen.

Klar, der überzeugte Anhänger einer Religion macht die Missionierung dann im besten Wissen und Gewissen. Böse ist das also nicht gemeint. Es ist aber weder neutral noch irgendwie nachprüfbar, was dann meist in einem unsachlichen und werblichem Gerangel endet. Ob das die Problemstellung des Eröffners des Threads löst, ist fraglich. Ob es dir so gefallen würde, wenn ein Buddhist so über das Christentum drüberfahren würde wie du über den Islam, wage ich zumindest spekulativ zu bezweifeln.

Wenn er eine Kirche oder Moschee aufsuchen möchte, ist das natürlich seine Wahl. Vielleicht hilft es ihm oder auch nicht.

#31


Saina91
@NeonPixie

Ich fahre nicht über den Islam her. Es ist mein persönliches Empfinden, wenn ich im Koran lese. Ich fange immer wieder an aber muss aufhören, weil mir das ständige Gedrohe Angst bereitet.
Ich habe auch schon oft gehört, dass in der Bibel schreckliches steht. Das muss man abkönnen.

#32


NeonPixie
Zitat von Saina91:
@NeonPixie Ich fahre nicht über den Islam her. Es ist mein persönliches Empfinden, wenn ich im Koran lese. Ich fange immer wieder an aber muss aufhören, weil mir das ständige Gedrohe Angst bereitet. Ich habe auch schon oft gehört, dass in der Bibel schreckliches steht. Das muss man abkönnen.

Nur hat der Eröffner des Themas hier nicht um eine bewertende Darstellung verschiedener Religionsgemeinschaften gebeten, sondern um Hilfe zu seiner Angststörung bzgl. des Todes. So, ich bin dann mal raus hier.

#33


Feuerschale
Zitat von Angstzustaende:
@Saina91 Zu gehen und nie wieder zu kommen. Ich bin ja vom nichts ins Leben gegangen; da kam also was. Aber jetzt gehe ich vom Leben ins unendliche nichts...

Ich finde den Gedanken eigentlich auch tröstlich, dass es "vor dem Leben" ja auch ging. Die Geburt hatte man nicht in der Hand. Man war da, weil es im Leben Geburt gibt aber auch Vergehen. Auch das hat man nicht in der Hand, es ist in der Natur so eingerichtet.

Vielleicht hat das Leben es ja auch so gnädig eingerichtet, dass man am Ende wieder dahin zurücksinkt, wo man hergekommen ist, also auch bewusstseinsmäßig.

Das Ich Bewusstsein- das, was also jetzt auch darum ringt, nicht zu vergehen, war ja vermutlich nicht von Anfang an da, von Geburt, sondern ist dann auch über die Zeit geworden....hauptsächlich durch den Umgang mit Menschen/Eltern.
Dann durch das spätere Leben und sich sozial zurechtfinden, wo das Ich sich scheinbar allein fühlt und um sein Überleben auch kämpft....oder gestaltet....usw.

Wegen dem Gedanken vom Zurückziehen aus der Außenwelt: Wenn ich Sterbende beobachtet hatte, hatten sie sich immer mehr von dem Außen zurückgezogen, weil dafür wohl keine Kraft mehr war und vielleicht auch, weil es nicht mehr so zählte. Wie wenn man z B sehr krank ist, dann hat man auch keinen Kopf für alles drumrum. Für manche ist es vielleicht tröstlich zu wissen, dass Angehörige dabei sind- nur da sind. Oder auch nicht.

Was am Ende genau bleibt, von dem eigenen Leben oder auch von dem inneren Bewusstsein, man weiß es nicht genau.
Ich weiß es zumindest nicht. Manche trösten sich mit dem Gedanken an ein Leben nach dem Tod, und man kann ja auch glauben was man will, vor allem wenn es einen aufbaut und es einem Mut und Kraft gibt bzw die Ängste abhält.

x 2 #34


Feuerschale
Den Ansatz, das Leben aktiv zu leben und zu gestalten, erleben, finde ich ganz interessant.

Ich hatte solche Gedanken über den Tod (als Sinnkrise) auch eher, als ich viel alleine war, viel nachgedacht hatte.
Wenn man im Leben mehr lebt, entscheidet, Dinge tut - den Alltag ausfüllt, ist das weniger vorhanden.

Das Homeoffice kann auch zu einem sehr nachdenklichen eher gelähmten Zustand führen, da die Eindrücke drumrum sehr fehlen.

x 3 #35


User_0815_4711
Zitat von Angstzustaende:
Ich bin ja vom nichts ins Leben gegangen; da kam also was. Aber jetzt gehe ich vom Leben ins unendliche nichts... Nur daran zu denken macht mir Panik.

Gerade das beruhigt mich.

Vorher war nichts, und es hat mich nicht gestört.
Nachher ist nichts (glaube ich), und es wird mich auch nicht stören.
Tod sein ist wie ewiger Tiefschlaf - man fühlt nichts.

Sterben ist schon mal ein ganz anderes Kaliber.

x 1 #36


User_0815_4711
Zitat von Saina91:
Solche Gedanken beruhigen mich dann.

So unterschiedlich sind die Menschen - gerade solche Gedanken beunruhigen mir. Deshalb glaube ich ans nichts.

Wie auch immer, Glaube ist eine sehr große Hifle gegen Todesangst. Das sterben ist dann nur mehr ein Übergang.
Und das allerbeste daran ist - wenn nachher doch nichts mehr ist, wird man es gar nicht merken. Win-win, sozusagen.

x 2 #37

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User_0815_4711
Zitat von NeonPixie:
die Konfrontation mit der eigenen Endlichkeit kann paradoxerweise dazu führen, dass man intensiver und echter lebt.

Wie wahr, wie wahr!
Der Großteil der Menschen lebt, als hätten sie noch ein paar Leben auf Reserve: "Später dann!"
Oder eben das ewige Leben in der Ewigkeit.

x 2 #38


T
@Angstzustaende Ungefähr in deinem Alter habe ich auch angefangen Angst vor dem Tod zu haben. Ich wurde früh Mutter und hatte auf einmal den Gedanken im Kopf jetzt habe ich alles erlebt jetzt musst du nur noch sterben.

Jetzt bin ich 62 und lebe immer noch. Ich denke die Angst vor dem Tod gehört zum Leben, ist überlebensnotwendig, das ist auch gut so, damit man in Gefahrensituationen handelt.

Es ist natürlich nicht schön wenn sie einem den ganzen Tag begleitet. Ich kann dir nur raten,dein Leben trotzdem zu Leben. Bewusst im hier und jetzt zu sein, wie es so schön heißt und ganz schnell eine Therapie anzufangen.


Ich habe vor drei Jahren meine Mutter beim Sterben begleitet. Sie ist mehr oder weniger einfach hinüber geglitten zum Schluß. Aber die Angst habe ich dadurch nicht wirklich verloren. Habe auch den plötzlichen Tod meines Vaters erlebt. Das war was ganz anderes.

#39


NeonPixie
Zitat von Angstzustaende:
@Saina91 Zu gehen und nie wieder zu kommen. Ich bin ja vom nichts ins Leben gegangen; da kam also was. Aber jetzt gehe ich vom Leben ins unendliche nichts... Nur daran zu denken macht mir Panik.

Das ist ja aber eine Bewertung, die du so machst. Im Buddhismus würde man das zum Beispiel als das Nirvana bezeichnen, als den letztlichen Erlösungszustand. Ich sage nicht, dass der Buddhismus hier recht hat oder so. Ist nur ein Beispiel, dass es hier rein um die Sichtweise und die Bewertung geht.

#40


A


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