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chris627
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Hallo.

Mein Name ist Chris. Ich bin 38. und lebe alleine.

Alleine. Vielleicht ein Grund, warum ich unter immer stärkeren Angstzuständen leide.

Ich versuche hier kurz zusammenzufassen, was mich beschäftigt, was ich durchgemacht habe, was ich denke und was ich fühle.

Ich fühle zurzeit. "sehr krass". Überwiegend Angst, Panik und innere Unruhe. Ein Gefühl, dass mir Schmerzen in der Brust bereitet. Ich fühle mich aber auch oft "müde" und kraftlos.

Wie kam es dazu? Im letzten halben Jahr ist bei mir einiges passiert. Ich habe einen Patensohn, der jetzt 14,5 ist. Er ist der Sohn einer guten Freundin, die ich seit 10 Jahren kenne. Sie hat noch 3 weitere Kinder. Zwei Töchter (6 und 16) und einen Sohn, der gerade 12 geworden ist.

Ich gehöre(te) quasi mit zur Familie. Besonders mit den beiden Jungs habe ich viel Zeit zusammen verbracht in den letzten Jahren. Der Älteste (Gabriel) Hat in den letzten 2 Jahren auch quasi bei mir gelebt. Wir haben ein Vater-Sohn gleiches Verhältnis gehabt. Der leibliche Vater ist eher nur der Erzeuger. Zur Mutter hatte bzw haben die Kinder ein besseres Verhältnis. Die Eltern leben getrennt.

Vor zwei Jahren kam Gabriel dann in die Pubertät. es kam in der Familie immer wieder zu Problemen mit dem Junge. Man entschied dass der Junge bei seinem Vater leben sollte. die Mutter hatte sich scheinbar mit dem neuen Ehemann "überworfen" und zog ebenfalls aus.

In dieser Zeit nahm ich mich dem Jungen an und machten mit ihm den ganzen Vater-Sohn Kram. Vor allem: Ich hörte ihn zu. Ich nahm mich seinen Problemen an. Teils auch erfolgreich. Fortan war ich quasi sei Vater. auch wenn es immer mal wieder Auseinandersetzungen gab. Damit musste ich erstmal lernen klarzukommen. Ich wuchs daran und entwickelte ein ganz neues Selbstbewusstsein. Ende letzteren Jahres veränderte sich der Junge immer mehr. Zog sich zurück und begann zu rauchen, *beep*. und dealen. Ich war nicht nur gut darin für ihn in jeder Hinsicht dazusein, sondern auch "Dinge aufzudecken". Natürlich gefiel ihm das nicht.
Wärend er bei mir lebte war der Kontakt zur Mutter. gut. aber insgesamt hätte ich mir mehr Unterstützung. In jeder Hinsicht. In Teilen war ich am Ende auch überfordert.
Ich bekam Horrovorstellungen von dem was er wohl treibt, wenn ich ihn nicht erreiche, während er draußen war. Diese Vorstellungen und Ängste waren leider begründet.

Auch dass er Anfang März dann von mir weggelaufen ist. habe ich geahnt. Er war Nachts draußen über einen längeren Zeitraum, schlief in einem Schuppen mit Kumpels, *beep* und vertickte sein Gras. Ich und die Polizei haben ihn immer wieder "eingefangen". Eine Jugendeinrichtigung nach der andere. Ich bekam noch mit, wie er auch da immer wieder abgehauen ist. Letztendlich erfolgte Anfang Juni die Einweisung in die Kinder und Jugendpsychatrie.

Das war auch das letzte was ich von seiner Mutter hörte. Seitdem nix. Ich werde geghostet. Auf Nachfragen wird nicht reagiert. Kein schönes Gefühl so im Unklaren gelassen zu werden nach allem was ich für den Jungen und für die Familie geleistet habe. Es tut unendlich weh. und ich habe Angst. Angst, dass ich etwas getan habe. Der Junge behauptete mal, dass sein Vater ihn geschlagen habe, was ich ihn damals glaubte. aber er behauptete auch ich habe ihn geschlagen. Das er das selber glaubt, glaube ich ihm. Er hatte Probleme mit der Wahrnehmung.

Ich kriege diese Ängste einfach nicht aus mir raus. Ich bin emphatisch, kann mich gut in andere Menschen hinein denken und fühlen. Ich kann . "Puzzleteile zusammensetzen". Ich wusste immer was "der Kleine" denkt und fühlt. Aber dennoch bin ich unfähig meine eigenen Gefühle zu kontrollieren. Der Kopf sagt, dass meine Angst unbegründet ist. aber da haben wir schon das nächste Problem: Ich mache mir gerne (normale) Gedanken und versuche Antworten auf die Fragen zu finden, die mich beschäftigen. finde ich keine Antworten, leide ich.

Ein Teufelskreis. Ich weiß, dass wenn ich meine Antworten bekomme, egal wie du ausfallen, es mir erstmal besser gehen wird. Aber wenn mit mir nicht gesprochen wird.

Es ist. Kompliziert.

22.08.2026 #1


3 Antworten ↓

E
Ich glaube dir macht sicher auch Angst, dass du ignoriert wirst von Menschen die dich gebraucht hatten und du gut genug warst in den schlimmsten Zeiten da zu sein für den Jungen und zum Eltern Ersatz wurdest und nun wird es dir nicht mal gedankt, aber solche Menschen stecken ja oft selber in einem tiefen Sumpf fest und nun ist der Junge durch selbst verschulden und Familien Biographie in die Psychiatrie gelandet und das ist sicher das beste was ihm passieren konnte bei den Umständen. Und für die Mutter ist es ein leichtes eventuell dir noch irgend wie schuld Gefühle zu vermitteln in dem sie dich ignoriert. Aber eins musst du wissen, es gibt Menschen die bereits im Sumpf fest stecken, oder in ihrem Leben einen Kampf führen, und solche sehen manch mal gerne Andere neben ihnen sitzen, sie ziehen darum Menschen gerne mit hinunter in ihr da sein und denken sich, wenn ich es nicht gut habe oder schwer, dann sollst du es auch schwer haben, das läuft auch unterbewusst ab und darum musst du dich von den Gedanken Lösen, du hast dein Bestes gegeben und das freiwillig, oder aus Fürsorge Pflicht und sorge für den Jungen.

Es ist Momentan besser für dich, du nimmst Abstand von dem ganzen und schaust gut zu dir, es kann sein dass irgend wann mal der Junge wen er älter ist so gar wieder auf dich zu kommt weil er erwachsener geworden ist und mehr versteht und sieht was du für ihn alles geleistet hattest, so was prägt auch und zwar positiv.

#2


A


Schmerzhafte Angstzustände

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C
Danke. Das beruhigt mich zu lesen. Allerdings... die "hoffnugsvolle Seite" in mir sagt das auch. Aber gleichzeitig kommen wieder die Gedanken und damit die Angst. Ich finde wie gesagt keine Antwort, keine Erklärung... und die brauche ich leider um DANN auf Abstand gehen zukönnen.

Ich hatte seine Mutter Anfangs ja auch darum gebeten mich auf Abstand zu halten. Bzw keine neuen Details anzusprechen die aufkamen... Aber gar keinen Kontakt mehr? Das halte ich nicht für besonders fair. Ich war so lange "Papa" und teilweise auch "Mama"... Klassenkonferenzen, Urlaube, Facharzttermine, Konfirmandenunterricht... Ich lebe jetzt sogar in einer Wohnung wo ich mit ihm zusammen leben wollte. Ich habe seine Freunde kennengelernt. Auch anständige Freunde. Ich weiß noch wie der eine mal sagte. "Kann es sein, dass Sie sich mehr um ihn kümmern, als seine richtigen Eltern?"

Ja, er fehlt mir. Das Vatersein fehlt mir. Ich weiß, dass er momentan an einem Ort ist, wo ihm geholfen wird. Sein Leben soll wieder "heller" werden.

Trotzdem mache ich mir schon vorführe, dass ich nicht eher etwas getan habe, dass es erst gar nicht so krass wird.

#3


S
Zitat von chris627:
Ich kriege diese Ängste einfach nicht aus mir raus. Ich bin emphatisch, kann mich gut in andere Menschen hinein denken und fühlen. Ich kann . "Puzzleteile zusammensetzen". Ich wusste immer was "der Kleine" denkt und fühlt. Aber dennoch bin ich unfähig meine eigenen Gefühle zu kontrollieren.

Da geht es vielleicht darum, dass du dich mal in erster Linie um dich selbst kümmerst?

#4





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Dr. Christina Wiesemann
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