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Joshij

Joshij
Mitglied

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Hallo zusammen,

ich schreibe hier, weil ich langsam wirklich wissen möchte, ob andere das auch kennen.

Ich bin fast 30 Jahre alt, männlich, körperlich gesund (war beim Arzt, Neurologen und habe auch psychotherapeutisch gesprochen – körperlich scheint alles okay zu sein). Ich bin aber schon immer eher eine ängstliche und sehr sensible Person gewesen.

Bei mir passiert Folgendes – besonders in stressigen Lebensphasen, z. B. wenn wichtige Prüfungen oder Drucksituationen anstehen. Das kann bei mir schon Wochen, Monate oder lange im Voraus inneren Stress auslösen.

Mein Hauptproblem passiert nachts:

Ich gerate manchmal in einen Zustand, in dem ich merke, dass ich irgendwie wach bin – aber mein Gehirn noch nicht richtig „online“ ist und mein Körper sich noch wie im Schlaf anfühlt.

Das Hauptgefühl ist schwer zu beschreiben, aber am ehesten so:
Als hätte ich keine Kontrolle über mein Gehirn oder meinen Zustand.
Als würde ich gleich wegtreten oder ohnmächtig werden.
Ein bisschen so, als würde man ein starkes Narkose- oder Sedierungsgefühl bekommen (z. B. wie bei Propofol) und man kann nichts dagegen tun.

In diesen Momenten bekomme ich extreme Panik und Todesangst, weil ich das Gefühl habe:
Ich verliere die Kontrolle über meinen Körper.
Ich kippe gleich weg.
Ich bin nicht richtig da.

Das Schlimme ist:
Ich schreie dann teilweise wirklich laut – nicht bewusst, sondern aus purer Panik.
Das kann nur Sekunden dauern, manchmal aber auch 1–3 Minuten.

Wenn ich dann komplett wach werde und realisiere, was passiert, geht die Angst meist relativ schnell wieder weg.
Aber manchmal bleibt das Wegtreten-Gefühl noch kurz, selbst wenn ich wach bin, und dann bekomme ich noch mehr Panik. Vermutlich hyperventiliere ich dann auch und komme schwer raus, weil mein Kopf noch nicht richtig klar funktioniert.

Mir ist aufgefallen:
In stressigen Phasen kann das sehr häufig passieren, teilweise sogar täglich.

Körperlich wurde alles abgeklärt und ich gelte als gesund.

Ich wollte fragen:
Kennt das jemand – besonders dieses Gefühl, dass das Gehirn noch nicht richtig wach ist und man keine Kontrolle hat?
Und kennt jemand dieses Schreien aus Panik, quasi dass man sich „wach schreit“?

Ich wäre wirklich dankbar für Erfahrungen oder Tipps.

Danke euch.

11.02.2026 x 1 #1


6 Antworten ↓


R
@Joshij Hallo und herzlich willkommen hier im forum. Ich hoffe du findest hier Unterstützung, die du suchst. Zu deinem Problem : ich hatte diese Symptome /Problematik über Jahre . Auch als ich in deinem Alter war. Die Einschlafphase/Übergang war auch von extremen Gefühlen der Angst, Derealisation, nicht "da" zu sein , Schreien, Atemnot etc. geprägt. Es war extrem und extrem belastend. Du bist schon einen sehr guten, wichtigen Schritt weiter als ich es war: du hast gemerkt dass es eine Reaktion auf etwas ist und du redest drüber. Ich habe das völlig alleine mit mir ausgemacht und eine Erklärung habe ich nie gesucht , ich hatte nur Angst dass ich langsam "verrückt " werde. Ich bin nicht verrückt geworden, aber aktiv habe ich mich nicht auch nicht daraus bewegt. Deshalb auch soviele Jahre des Leidens.
Ich bin mir heute sicher dass aktive intensive und zielgerichtete Entspannungsübungen,VOR dem Schlafen,aber auch über den Tag verteilt helfen werden. Es gibt auch Bücher über Schlafphänomene , die habe ich erst später gelesen. Dadurch werden viele körperliche Sensationen erklärbar und aus der Angstecke raus geholt. Du musst langsam wieder Vertrauen in deinen Körper finden und andere Muster im Kopf aufbauen. Ich weiß von mir dass ich zum einen diese Reaktionen ja schon unterbewusst erwartet habe und abgespult wie ein " Programm". Das ist sch. aber man kommt da auch wieder raus . nehme es nicht einfach hin. Man kann das beeinflussen!

x 1 #2


A


Nächtliche Panik / Schreien im Halbschlaf kennt das j

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Burn
Ich kenne das auch und kann mich dem Vorredner anschließen. Meditation ist ein Baustein bzw. Entspannung

Meta oder Yoga nidra, vipassana, bramajhama sind sehr wirkungsvoll.
Leider auch am Anfang ungewohnt , langweilig oder haben für unsere Kultur einen seltsamen Anklang. Hilft aber

Falls du die Anspannung noch aktiv loswerden musst Sport.

Die Kombi wäre ideal

x 1 #3


Joshij
@renaisa vielen Dank für die Antwort und ist irgendwie beruhigend das man nicht der einzige ist, obwohl ich das wirklich niemanden Wünsche. Ich merke bei mir sobald etwas (kann auch sehr klein sein) ansteht und ohne das ich Bewusst Anspannung und Stress fühle, bin ich viel ängstlicher. Was hast du für Entspannungsübungen gemacht die dir gut geholfen haben?

x 1 #4


Joshij
@Burn Vielen Dank für deinen Beitrag. Hast du die Übungen selber zuhause gemacht und gelernt. Ich bin nicht so in diesem Thema drin

#5


Burn
Zitat von Joshij:
@Burn Vielen Dank für deinen Beitrag. Hast du die Übungen selber zuhause gemacht und gelernt. Ich bin nicht so in diesem Thema drin ...

Beides. Wenn es für dich in den Alltag passt gibt es auch Kurse

wenn du ein self learning Typ bist dann kannst du dich von einfach bis sehr komplex in die Themen einlesen

aber wenn du schnell in die Praxis willst mach einfach mal über YouTube übungsvideos dazu
es wird da natürlich auch oft empfohlen sich nicht hinzulegen wegen dem Thema einschlafen. Meditation ist ja kein Schlaf… aber für dich gerade am Anfang und dem Thema in den Schlaf finden ohne Angst bzw. nächtlichen hochschrecken usw. Völlig unnötig

x 2 #6


R
@Joshij ich habe , LEIDER, damals garnichts getan. Wie gesagt , ich habe es einfach ertragen.
es hat unendlich lange gedauert bis ich diese Form der " Stressverarbeitung" hinter mir hatte. verlorene Zeit.
Ich möchte heute nie mehr so schicksalsergeben mit Symptomen umgehen. welche Entspannungsmethode du wählst , das musst du rausfinden.
wie schon geraten ist Yoga eine gute Sache , geführte Meditation, es gibt so vieles. Du musst ausprobieren was für dich gut ist. und es dauert. Das ist keine tablette. Ich bin heute viel draußen in der Natur , ich schaue kein TV, ich habe Rituale die mir insbesondere am Abend gut tun. Das habe ich mir mit der Zeit " erarbeitet ".

Du kannst dich einfach mal im Netz umschauen oder auch hier im Forum gibt es viele Tipps zur Meditation, Entspannungstechniken.Geh fiesen Schritt und fange einfach irgendwo an. ändere deine Abendroutinen. Kann ja nur besser werden.

x 1 #7





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Dr. Christina Wiesemann
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