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Äni2026

Äni2026
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Hallo,

ich bin ganz neu hier und kenne mich auch überhaupt nicht aus mit Foren, da ich auf solche Plattformen nie zugegriffen habe. Damit meine ich nicht, wie man sich verhält etc. das kann ich nachlesen lachen . Ich meine eher, wie man mit der (plötzlichen) Erkenntnis umgeht, dass es doch mega viele Menschen gibt - was natürlich onlie auch wesentlich erkennbarer ist als live - die gleichgesinnt sind und man doch gar nicht so anders und erst recht nicht alleine ist. Das war für mich schon einmal ein "aha"-Moment.

Ich habe hier bereits einiges gelesen und werde das im Nachgang auch weiter machen, wollte mich und mein Thema allerdings erst einmal anbringen bevor ich loslege und mich an den vielen Themen hier beteilige.

Für mich ist das eher, als hätte ich etwas Neues erfahren und "jetzt" setze ich mich mal mit dem Thema auseinander. Es ist aber eher so, dass jetzt erst vor ein paar Tagen der Punkt gekommen ist, an dem ich zugelassen habe, zu erkennen bzw. zu akzeptieren, dass da was ist, das Ärzte nicht falsch lagen und das ich es eigentlich selbst bereits schon wusste aber es eben ignoriert habe. Das trifft es auch auf den Punkt, denn ich habe es schon lange Jahre vorher ignoriert, bis mein Körper sich gegen mich oder meine Gedanken gestellt hat, in dem er körperliche Symptome gezeigt hat. Ich musste also reagieren. Ich hatte Nervenentzündungen und als das im Griff war, bin ich los und hab wieder gearbeitet. Ständig erkältet, hab ich aber einfach weiter gemacht. Dann kamen Herzstolpern dazu, was schon auch sehr bemerkbar war (atemnot, schwindel. ) auch das habe ich erst einmal ignoriert. Das wurde aber dann so schlimm, dass ich das doch lieber mal checken lassen wollte. Innerhalb der Auszeit dann Schwindel und Tinnitus. Der Schwindel wurde so stark, dass ich nicht mal mehr alleine gehen konnte. Alle Untersuchungen bis dahin ergaben nichts was man behandeln kann und einen Namen hat. Erneut auch das einigermaßen in den Griff bekommen, wurde natürlich auch nach dem Herzen geschaut. Extrasystolen - aber im Normalbereich, Herz ok. Dann erneut wieder arbeiten gegangen. Ich habe mir immer gesagt, andere haben auch Probleme, dass Leben muss weiter gehen, stell dich also nicht so an, dass wird schon weggehen. Es dauerte nicht lange, dann kam das nächste. Schmerzen im Arm, bis er sogar bewegungslos war, Taubheit in einzelnen Fingern. Meist tatsächlich nur an der Arbeit. Auch das wurde behandelt und war irgendwie gut und was hab ich gemacht? - klar, arbeiten gegangen. Mein Arzt hat immer wieder in die Richtung tendiert, dass eine psychische Überlastung (er hat sich vorsichtig ausgedrückt) vorliegt. Er denke eine Angststörung. Ich hab ihn belächelt, weil ich mir das einfach nicht vorstellen kann. Ja, ich kann mich kaum noch bewegen, habe null Freunde, bin Übergewichtig, hasse einfach so manches Theater und manche Auseinandersetzungen mit anderen Menschen, ich habe keine Hobbys, nehme immer mehr zu, ziehe mich immer mehr zurück. aber deswegen hab ich doch kein psychisches Problem. Das muss was körperliches sein.

Inzwischen bin ich wegen körperlicher Beschwerden erneut zuhause. Und auf einmal kam der Punkt, an dem ich mich belesen habe, meine Vergangenheit reflektiert habe und mich getraut habe mal darüber nach zu denken: Was wenn er nicht falsch liegt?

Es wurde nichts bisher gefunden. Ich bin tatsächlich ein Mensch der in einem nicht gesunden Ausmaß sein Leben abkapselt von der Außenwelt, ich habe an nichts Spass und fühle mich nur in meiner Wohnung super sicher. Das sind alles eindeutige Zeichen. Und das Symptome an der Arbeit (wo ich Menschen und Situationen nicht aus dem Weg gehen kann) verstärkt auftreten, ist auch ein klares Zeichen.

Natürlich tut nicht der Rücken weh, weil man Depressionen hat. Aber durch zB Angst, verkrampft man sich (läuft angestrengt, zieht den Bauch ein und atmet daher nicht frei, läuft geduckt. ) dies führt zu Verspannungen, was daher auch zu den Schmerzen führen kann.

Daher, ich bin wirklich neu, nicht nur hier, sondern auch in meinem Leben, was ich bisher unter dem Deckmäntelchen "ich mach das schon, ist einfach mal gerade so, morgen wird es anders" geführt habe. In den kommenden Tagen werde ich mit meinem Arzt sprechen und schauen, was er vorschlägt, was auch für mich in Frage kommt wie die nächsten Schritte sein werden. Dennoch habe ich mich bereits in vieles eingelesen und mich mit der Thematik auseinandergesetzt. Ich hoffe, dass mir ein Forum wie dieses unterstützend helfen wird. Bisher ist es schon schön zu sehen, dass es Gleichgesinnte gibt und man nicht alleine ist. Man daher auch auf Verständnis stoßen wird nicht wie es bei Menschen ist, die das nicht kennen und auch nicht verstehen können.

Vielleicht kann sich Jemand anschließen und hat ebenfalls klare körperliche Symptome die man nur schwer als psychisches Begleitsymptom anerkennen konnte. Ich freue mich über den Austausch und danke euch vorab schon für Antworten lachen

23.04.2026 x 6 #1


18 Antworten ↓

E
Es könnte sehr gut ein überbelastetes Nervensystem sein, deine Symptome deuten darauf hin und da hat dein Arzt eventuell die richtige Vermutung.

x 2 #2


A


Körperliche Symptome - Verstehen und akzeptieren

x 3


Äni2026
@Elemente

Danke für deine Antwort.

In den vergangenen Tagen habe ich sehr viel zu dem Thema gelesen und mir Gedanken gemacht bzw. das alles überhaupt erst einmal an mich heran gelassen. Ich denke, ich habe mich bisher regelrecht dagegen gewehrt zu akzeptieren, dass sowas wirklich durch psychische Überlastung entstehen kann. Alle meine Symptome begegnen mir in diesem Forum irgendwo und sind bei sehr sehr vielen eher Begleiterscheinungen einer psychischen Erkrankung oder Überlastung als eine körperliche eigenständige Erkrankung. Bisher kam das für mich einfach nicht in Frage.

Ich habe dann einfach mal alles aufgeschrieben und ein widerkehrendes Muster erkannt was mich echt erschrocken und erkennen lassen hat, dass ich immer wieder an diesen Punkt kommen werde und besonders das selbstberuhigen und ab morgen wird das anders nichts bringt außer, dass es über Jahre schlimmer wurde und mein Körper mehr und mehr darauf reagiert.

#3


E
Zitat von Äni2026:
@Elemente Danke für deine Antwort. In den vergangenen Tagen habe ich sehr viel zu dem Thema gelesen und mir Gedanken gemacht bzw. das alles überhaupt erst einmal an mich heran gelassen. Ich denke, ich habe mich bisher regelrecht dagegen gewehrt zu akzeptieren, dass sowas wirklich durch psychische Überlastung ...

Ich kann Verstehen dass es für dich momentan noch etwas seltsam vorkommt, das die Psyche einen so sehr aus der Bahn werfen kann, besonders auch Körperlich. Es ist ein Alarmsystem, besonders wenn man Zuwenig auf sich achtet wie es einem gerade wirklich geht, wenn man unter Stress steht oder die Psyche einfach nicht mehr mithalten kann, man dies aber selber nicht erkennt, dann kommen schnell auch die Körperliche Symptome dazu, die bremsen einen dann ab und zwingen einen sich eine Auszeit zu nehmen.
Und wenn man immer wieder über Jahren hinweg damit zu tun hat, dann geht so viel Energie verloren die man eigentlich für den Alltag und den Job benötigt und muss den Alltag mit angezogener Handbremse erledigen, das ist sehr anstrengend und alles fühlt sich nur noch wie ein Kampf an, das erschöpft einen und macht schlussendlich das Leben sehr schwer.

x 3 #4


Oliver1967
Nimmst du schon Medikamente für die Psyche?

x 1 #5


Äni2026
@Elemente

Ja, das ist wirklich etwas schwer zu glauben für mich aber ich merke wir ich mich immer mehr darauf einlassen kann und empfinde das als großen Schritt mit dieser Erkenntnis auch nun etwas daran ändern zu können.

Meine bisherige Vorgehensweise hat ja nichts geändert. Stattdessen würde ich nun sagen, dass mein Körper mich ja regelrecht und regelmäßig angefleht hat zu kapieren, dass es so nicht geht.

Ich denke das Nicht-zulassen ist auch Angst, vor Schwäche zeigen oder als Schwächling darzustehen. Aber auch Erziehung und Angst vor evtl. Sanktionen wie Abneigungen, Job verlieren etc.

Aber so weiter machen würde all das früher oder später auch mit sich bringen.

x 2 #6


Äni2026
@Oliver1967

Nein. Ich habe früher schon einmal Antidepressiva bekommen. Mein Arzt meinte sie helfen mir runter zu kommen und auch besser schlafen zu können. Aus hier bereits geschilderten Gründen zur Nichtannahme der Problematik hab ich sie gar nicht erst genommen - glaube ich mich zu erinnern. Ich habe damals gedacht, mein Arzt meint auch ich bin blöd. Er war schön früh der Ansicht das eine psychische Überlastung vor liegt jedoch hat er es nur vorsichtig angesprochen. Da ich der Meinung war, alles Unsinn, hat er auch immer das Thema sanft und vorsichtig ggü. Mir angesprochen. Als er mir die Dinger dann verschrieb und ich zuhause erst geschaut habe, was es war, hab ich ja direkt wieder dicht gemacht. Er meinte sie helfen mir zum entspannen und besser schlafen. Dann lese ich "Antidepressiva" - da war sofort alles dicht bei mir.

Naja und wie geschrieben, bin ich jetzt erst soweit zu erkennen, das ich anders darüber denken muss und vor allem es anders behandeln muss. Termin habe ich in den kommenden Tagen bei meinem Arzt, mit dem ich dann weitere Schritte bespreche. Dazu werde ich ab dann auch in das Krankengeld fallen, ich bin nun schon 6 Wochen zuhause, was natürlich auch bedacht werden muss.

#7


Oliver1967
Die Krankheit muss man akzeptieren, dann fällt vieles leichter. Hatte vor 15 Jahren einen Burnout und habe es ohne Tabletten aus dem Tief rausgeschafft. Was ich heute aber nicht nochmal machen würde weil es sehr anstrengend war und auch nie ganz weg war. Vor 8 Monaten eine Herzneurose entwickelt und diesmal Medikamente als Unterstützung genommen (Citralopram 20 mg). Nach einer schlimmen Einschleichphase von 5 Wochen (saß tagelang mit etwa 15 körperlichen Symptomen auf der Arbeit😩) führe ich wieder ein ganz normales Leben als wäre nichts gewesen.

x 4 #8


Äni2026
@Oliver1967

Sei stolz auf dich. Schön, das du für dich etwas gefunden hast, was dir hilft.

Bei mir ist der Hauptauslöser die Arbeit oder die Anwesenheit an der Arbeit. Auch etwas was für mich unfassbar ist oder war da ich eigentlich gerne meinen Job mache. Aber da bin ich einfach gezwungen zu funktionieren. Wo anders kann man einfach abhauen.

x 1 #9


Oliver1967
Habe bei meinem ersten Beruf auch gedacht das er mir Spaß macht, aber er hat mich innerlich ausgebrannt, was ich leider zu spät erkannt habe. Sind in deiner Freizeit oder bei Ablenkung die Beschwerden weniger?

x 1 #10


Äni2026
@Oliver1967

Wenn ich krankgeschrieben wurde werden die Symptome besser ja. Allerdings habe ich nicht selten über 250 Stunden im Monat gearbeitet. Als Führungskraft schnell noch mehr. Ich kann leider bis heute nicht eingrenzen in welcher Situation oder so etwas kommt oder geht. Ich nehme auch keine Angst oder Panik wegen etwas wahr. Ich habe schon versucht durch aufschreiben herausfinden zu können was evtl Auslöser sein könnten. Wenn mal was ist wie Hitze, Herzrasen oder so in einer Situation, halte ich das für ganz normal, wie bei einer Prüfung zB. Und habe mir eingeredet, das geht jedem so.

Ich habe gearbeitet, mich sonst immer mehr zurückgezogen. Keine Freunde, keine Hobbys, ich gehe nicht mehr einkaufen, verlasse kaum das Haus, werde immer dicker. Habe mir ein Gym zuhause eingerichtet, aus Angst es könnte was passieren, gehe ich nicht da dran. Haustür, arbeit, am besten so nah wie möglich parken können (500 Meter laufen überfordern mich schon körperlich aber viel mehr psychisch), an der Arbeit kein Problem mit Menschen, solange sie mich nicht komplett sehen können, nur der Kopf am Schreibtisch, zum Auto, heim. Eigentlich tut mir der Arbeitstag gut. Jeder mag mich, Vorgesetzte sind zufrieden mit mir. Alles läuft super, dass ist ein Erfolgserlebnis. Aber ich fühle mich gleichzeitig schrecklich unwohl. Dann gehen auch die Schmerzen wieder los.

Ich denke, dass ich mir so lange so viel schlechtes zugemutet habe, dass es leider einfach nicht mehr so ist, das man es gezielt eingrenzen kann zB zuhause gut, arbeit schlecht, private feier gut, Kino schlecht...

Aber mit dieser Entscheidung jetzt etwas zu tun, garantiert mir, dass ich beruflich eine große Chance jetzt verschenke. Die ist futsch mit dieser Entscheidung.

#11


Oliver1967
Du hast jetzt die große Chance etwas für dich zu tun. Das geht immer vor allem anderem.

Danach kann es ja nur noch besser werden, als wie es jetzt ist wenn ich alle deine Probleme lese.

Und besser wird es bestimmt nicht, wenn du jetzt nicht auf die Bremse trittst.

Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

Das schaffst du 👍

x 1 #12


Äni2026
@Oliver1967

Danke.

Ich habe selbst schon paar Mal regelrecht fluchtartig meinen Job gekündigt weil es da eine bestimmte Tätigkeit gibt, die ich aus Angst nicht machen kann - da muss ich mich im Übrigen wohl korrigieren! Das sind Situationen gewesen, die akut Angst und Panik ausgelöst haben,also doch, diese bestimmt Situation gibt es doch.

Reaktion ist dann, wie versteinert zu sein, Körper dauerhaft angespannt und auf Fluchtmodus, Kopfschmerzen, kurzatmig, Herzrasen oder Stolpern - dann versucht man drum herum zu kommen, Ausreden zu suchen warum man es nicht machen kann und letztlich bekommst du schon stress wenn du auf dem weg zur Arbeit bist. Das steht nicht immer auf dem Programm, daher kann man dieser Tätigkeit anfänglich ausweichen. Aber nicht ständig. Ich habe mich dann immer selbst runter gedrückt: du spinnst! Mach dich nicht lächerlich! Wie albern! Jetzt reiß dich mal zusammen!.... ich habe dann versucht innerhalb der Branche zu wechseln und chaotische Arbeitzeitenwechsel oder übermäßig viele Stunden am Stück oder Gesamt zu vermeiden. Habe dann sogar auf Nachtschicht verzichtet da ich meinte das belastet. Aber da hält sich zum einen keine dauerhaft dran und weiter hat das dennoch auch nichts geändert.

Ja ich denke aktuell auch so. Wenn ich nun wieder zur Arbeit gehe, dann verpasse ich auch die Chance etwas in mir zu ändern und es wird zeitnah wieder los gehen mit krank sein und wieder und wieder.

Allerdings habe ich auch erwas Respekt vor dem was nun auf mich zukommt.

#13


Oliver1967
Bis auf Fluchtgedanken kenne ich die anderen Symptome nur zu gut und die meisten im Forum bestimmt auch. Zieh das jetzt durch etwas zu ändern. Der Beruf läuft nicht weg. Bist du im medizinischen oder pflegerischen Bereich tätig? Hört sich so an bei den Arbeitsumständen.

x 1 #14


Äni2026
@Oliver1967

Weder noch. Ich bin in der Sicherheitsbranche. Seit über 15 Jahren in so gut wie allen möglichen Positionen bereits tätig gewesen.

#15


Oliver1967
Bestimmt auch stressig. Dann lass uns wissen was demnächst der Arztbesuch ergeben hat und kannst dich jederzeit melden bei Fragen. 😊

x 1 #16


Äni2026
@Oliver1967

Vielen Dank.

Ja morgen Vormittag ist der Termin beim Hausarzt😉

#17

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Oliver1967

Äni2026
Ein Vorteil denke ich ist, dass mein Hausarzt auch Psychotherapeut ist. Wenn nötig, würde ich die Therapie bei einem anderen Arzt machen aber für das Verständnis und den Umgang ist die erweiterte fachliche Qualifikation als erste Anlaufstelle von Vorteil.

x 1 #19


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