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YoungTreeFrog24

YoungTreeFrog24
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Hallo zusammen.
Ich möchte an dieser Stelle meine Geschichte teilen, um Ratschläge und Tipps bitten und mir einiges vielleicht auch einfach von der Seele schreiben.

Ich bin Mitte 20 und lebe seit ca. 1 3/4 Jahren mit Hypochondrie und einer Panikstörung. Gerade ist es die absolute Hölle. Es war vorher schon phasenweise wirklich schlimm, aber nicht so wie jetzt.

Meine Tage sind gekennzeichnet durch dauerhaften extremen Schwindel, Muskelschwäche, Kaltschweißigkeit, Hitzewallungen, präkollaptische Gefühle, dauerhafte Angst, Panikattacken, etc. Die Liste ist schier unendlich. Das Problem ist, dass jede Panikattacke oder heftiger Angstzustand aufgrund der Hypochondrie eine Bestätigung ist, dass ich jetzt sterbe. Herzinfarkt, Herzrhythmusstörung, Lungenembolie, innere Blutungen, Sepsis usw.

Das ganze spielt sich jeden einzelnen Tag ab. Immer ist das Gefühl da, gleich zu sterben. Dadurch bin ich mehrmals die Woche beim Hausarzt oder in der Notfallpraxis. Teilweise auch in der Notaufnahme. Ich habe in den 1 3/4 Jahren ca. 120-150 EKGs, sechs Herzechos, vier Belastungs-EKGs, mehrere MRTs, zwei Bauchsonos und unzählige Blutbilder gehabt. Ich habe ca. 15 Mal den Rettungsdienst gerufen und war bestimmt 30 Mal in der Notaufnahme.

Jedes Mal dachte ich, ich sterbe jetzt. Das war’s . Für mich ging es immer um das *beep* Überleben. Es wurde nie etwas festgestellt, mir wurde gesagt ich bin organisch gesund. Ich verlasse das Krankenhaus und es dauert einen Tag, manchmal wenige Stunden und ich denke: „Was wenn etwas übersehen wurde. Was wenn es gestern nichts war, aber das Stechen in meiner Brust gerade ist ein Herzinfarkt. Die Möglichkeit besteht ja“ und es geht von vorne los. Dann kann es sein, dass ich in einer Woche ein Mal beim Hausarzt, ein Mal in der Notfallpraxis und zwei Mal in der Notaufnahme bin. Nur damit es mir am nächsten Tag wieder genauso schlecht geht und ich denke, jetzt ist es etwas akutes. Auch ist die Vorstellung, es besteht die Möglichkeit, dass es jetzt etwas Ernstes sein könnte, für mich nicht zu ertragen.

Ich war auf einer stationären Therapie in einer Psychosomatik. Nach der ersten Panikattacke konnte ich mich nicht darauf einlassen. Ich dachte mir, man lässt mich einfach sterben und sagt mir dabei noch, ich soll mich entspannen und tief durchatmen. Das ging dann so weit, dass ich mir Troponin- und D-Dimer Schnelltests bestellt habe, um selbst zu schauen, ob ich jetzt sterbe oder nicht.

Aktuell kann ich meine Wohnung kaum verlassen, ich habe ständig Angst gleich zu sterben und weiß nicht mehr weiter. Ich habe keine Kraft mehr und würde mich am liebsten auf die Intensivstation legen lassen, um dauerhaft überwacht zu werden. Ich habe Tavor als Bedarfsmedikament, allerdings kann ich das in diesen Situationen nicht nehmen, weil ich überzeugt bin, gerade ein körperliches Problem zu haben.

Ich schäme mich massiv dafür, das Gesundheitssystem so in Anspruch zu nehmen, wenn für Außenstehende doch klar ist, dass ich Hypochonder mit Panikstörung bin. Leider kann ich das in diesen Situationen nicht annehmen und für mich geht es um Leben und Tod.

Falls jemand Erfahrungen, Hinweise oder Anregungen hat, lasst es mich gerne wissen. Ich hatte auch schon überlegt, mich in die Psychiatrie einzuweisen. Allerdings habe ich Angst, dass ich doch körperlich erkrankt sein könnte oder währenddessen akut ein Notfall auftreten könnte, der im Rahmen meines Krankheitsbildes nicht erkannt werden könnte.

31.05.2026 #1


4 Antworten ↓

Sonnenzauber
@YoungTreeFrog24 das liest sich ja leider ziemlich heftig. Ich würde an deiner Stelle den Weg in die Psychiatrie wählen. Probier mal ne Tavor zu nehmen, wenn die Beschwerden dann besser sind ist es rein psychisch. Du musst ja mal überlegen, welchen Stress die Psyche auf deinen Körper ausübt. Ich bin in deinem Fall für Psychiatrie und Medikamente. Anders kommst du aus dem Teufelskreis nicht raus.

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A


Hypochondrie und Panikstörung

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Schlaflose
Zitat von YoungTreeFrog24:
Das Problem ist, dass jede Panikattacke oder heftiger Angstzustand aufgrund der Hypochondrie eine Bestätigung ist, dass ich jetzt sterbe. Herzinfarkt, Herzrhythmusstörung, Lungenembolie, innere Blutungen, Sepsis usw.

Das ganze spielt sich jeden einzelnen Tag ab. Immer ist das Gefühl da, gleich zu sterben

Aus der Tatsache, dass du dabei noch nie gestorben bist, solltest du aber eigentlich lernen, dass das das auch weiterhin nicht passieren wird. Und wenn du dir das jedesmal vor Augen führst und die Attacken einfach über dich ergehen lässt und aushälst ohne zum Arzt zu rennen, lernt dein Gehirn, dass eigentlich keine reelle Gefahr droht und die Attacken nehmen ab und verschwinden dann ganz. War zumindest bei mir so. Nach einem halben Hahr, war der Spuk vorbei.

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Kruemel_68
Zitat von YoungTreeFrog24:
Hallo zusammen. Ich möchte an dieser Stelle meine Geschichte teilen, um Ratschläge und Tipps bitten und mir einiges vielleicht auch einfach von der Seele schreiben. Ich bin Mitte 20 und lebe seit ca. 1 3/4 Jahren mit Hypochondrie und einer Panikstörung. Gerade ist es die absolute Hölle. Es war vorher schon ...

Da hat Dich ja die Hypochondrie ganz schön im Griff. In meinen Augen besteht der erste Schritt für Dich darin, wirklich zu akzeptieren, dass du keine physische, sondern eine psychische Krankheit hast. Du bist mehr als gut untersucht und brauchst die Arzt- und Krankenhausbesuche wie ein Junkie die Dro.. Das muss dir wirklich, wirklich klar werden!

Der zweite Schritt besteht darin, die Arztbesuche zu reduzieren. Du musst lernen Strategien zu entwickeln, die Angst anders als durch eine medizinische Abklärung zu reduzieren. Dazu braucht es Therapie. Und zwar konsequent, regelmäßig und lang. Wurde Dir das nach dem stationären Aufenthalt nahegelegt? Stationäre Therapien dienen nur der Stabilisierung und um ggf. Medikamente einzuschleichen. Sie lösen nicht das Problem.

Ich würde Dir daher dringend empfehlen, dich auf die suche nach einem Therapieplatz zu machen. Da das im Moment sehr schwierig ist, würde ich ggf. nochmal einen stationären Aufenthalt zur Stabilisierung einplanen.

In der Zwischenzeit kann ich Dir nur dringend diese beiden Threads ans Herz legen. Die hat eine sehr erfahrene Userin, die leider nicht mehr hier ist, mit viel Herzblut und Geduld zusammengeschrieben. Sie enthalten alles essentielle, was einem Hypochonder helfen kann.

agoraphobie-panikattacken-f4/raus-aus-der-angst-so-schaffst-du-es-t133396.html

agoraphobie-panikattacken-f4/raus-aus-der-angst-der-hilfethread-t134640.html?hilit=WayOut#p3831865

#4


kadisha
Wenn es dir so lange so schlecht geht, hast du da nicht dran gedacht ein antidepressiva zu nehmen? Zumindest um dich erstmal zu stabilisieren? Auf jeden Fall besser als tavor zu nehmen

#5





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Dr. Christina Wiesemann
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