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8

D

Daryl Dixon
Gast

Hallo zusammen,

bin gerade etwas am verzweifeln. Es geht um einen lang ersehnten Therapieplatz.

Ich habe viel rum telefoniert und versucht einen Therapieplatz zu finden. Leider ohne Erfolg. Wenn mal jemand ans Telefon ging hieß es ich müsste mich auf die Warteliste setzten lassen, man wäre voll mit Patienten. Die meisten hatten einen Anrufbeantworter laufen au den ich auch gesprochen habe mit der Bitte um Rückruf. Auch hier ohne Erfolg.

Habe auch mehrfach versucht die Krankenkasse mit ins Boot zu holen in der Hoffnung diese würden mir helfen. Fehlanzeige. Man gab mir zwar eine Telefonnummer von der Zentralen Informationsbörse wo ich auch anrief, aber dort teilte man mir mit man könne mir nicht helfen, da es sich nicht um ein flächendeckendes Angebot handeln würde.

Nach erneutem Versuch bei der Krankenkasse Hilfe zu erwarten kam die Aussage: Wir haben alle Möglichkeiten ausgeschöpft Ihnen zu helfen. Da frage ich mich: Wie haben die mir bitte geholfen ?

Ich bin echt verzweifelt. Hat einer von euch eine Idee ?

01.07.2021 #1


30 Antworten ↓
S

Smiley-
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Hallo,

hat hier schon jemand Erfahrung mit Therapie bei Angststörungen? Erfolge, Mißerfolge, Dinge, die man beachten sollte, wenn man sich auf die Suche nach einem Therapieplatz macht?
Ich leide seit vielen Jahren unter Ängsten vor Krankheiten. Die Palette reicht von Angst vor Krebserkrankungen über HIV und HepC und Tollwut.

Früher war ich der Meinung, dass man diese Angst mit Zusammenreißen ins Lot bekommt oder zumindest im Schach halten kann. Dann habe ich gemerkt, dass diese Ängste zunehmen und zwanghaftes Verhalten noch obendrauf kommt.
Mein Hausarzt weiß es nicht, ahnt es aber wahrscheinlich. Weil ich auch Angst vorm Blutabnehmen habe, nicht vor der Spritze sondern dass ich mir dabei was einfange, und irgendwann habe ich mich ihm offenbart. Ansonsten bin ich nicht die Person, die permanent beim Arzt hockt, und auch vor Corona habe ich jetzt nicht so die große Angst, wahrscheinlich weil die Sterberate niedrig ist, im Gegensatz zu andere Krankheiten.

Mein Alltag ist inzwischen enorm belastet, weil ständig was ist, immer ist irgendeine Angst vor irgendeiner Krankheit präsent, wenn es sich wieder gibt oder abgeklärt wird, ist prompt die nächste Angst da vor etwas anderem, man kann darauf warten. Jede Unregelmässigkeit lässt mich panisch werden und da ich im mittleren Alter bin, kommt das häufiger vor, dass nicht mehr alles perfekt ist, da kommen die Zipperlein eben. Vom Kopf her weiss ich das, trotzdem habe ich dann Panik. Ich hab keine Ahnung, warum das so ist, aber ich bin nie unbeschwert, mein Partner ist mürbe, steht aber nach wie vor hinter mir. Ich ziehe mich und meine Angst seit Jahren ins Lächerliche, damit sich die Situation möglichst entspannt, aber auch das hilft mir nicht, es hilft nicht, wenn ich mich selbst auf die Schippe nehme. Inzwischen bin ich an dem Punkt angelangt, wo ich stark erschöpft bin von all der Angst und den Ritualen, dem Googlen (in der Hoffnung herauszufinden, dass es eben NICHTS Schlimmes ist, aber meistens ist bei Google ja sowieso alles Krebs), den Vermeidungshandlungen, die immer mehr ausufern. Außerdem habe ich inzwischen die Befürchtung, dass ich nicht mehr zwischen berechtigter und überzogener Angst unterscheiden kann, d.h. ich habe mittlerweile zusätzlich Angst davor, etwas zu übersehen bzw mir selbst nicht mehr zu glauben, wenn es vielleicht angeraten wäre. Diese Situation gab es vor zwei Wochen. Und das ist der auslösende Faktor, dass ich mich jetzt aktiv um einen Therapieplatz kümmere. Die Situation beschreibe ich hinter der Triggerwarnung.
Trigger

Ich war beim Zahnarzt und habe gesehen, dass an einem der Instrumente ein Rückstand geklebt hat. Kein Blut, aber es war ein Rückstand und nicht ordentlich gereinigt. Ich habe den Arzt darauf angesprochen (es kostet mich mittlerweile sehr viel Überwindung, weil ich mich für meine Ängste schäme und natürlich mitbekomme, wie übertrieben das auf andere wirkt, wie lächerlich ich mich mache, und wie sehr ich mich teilweise selbst demütige, nur damit man mich nicht noch zusätzlich beschämt). Er meinte, es wäre Desinfektionsmittel. Ich wollte das glauben um mich zu beruhigen, ich habe es geglaubt, zu Hause bekam ich Zweifel und inzwischen weiß ich, dass er gelogen hat, Desinfektionsmittel sieht man nicht und das Zeug von der Konsistenz wie Gel oder Paste. Ich hoffe, dass es nur nicht richtig gereinigt, aber trotzdem ordentlich sterilisiert war. Dennoch bleibt die Angst, dass ich mir was eingefangen habe und ich mich zu schnell habe beruhigen lassen. Ich fühle mich schuldig, dass ich mich sozusagen nicht selbst ernst genommen habe, feige war und habe Angst, "zur Strafe" jetzt die Quittung in Form von HIV oder HepC zu bekommen. Möglicherweise hat er das Instrument über die Zahnarzthelferin getauscht, da war so eine Bewegung zu ihr, aber ich bin nicht sicher, zum einen stand sie hinter mir, zum anderen bin ich in solchen Situationen extrem geflasht und nicht mehr richtig aufnahmefähig, und zu guter Letzt weiß ich ja nicht, ob sie, falls getauscht wurde, dann ein sauberes angereicht hat oder ob das dann vielleicht auch nicht okay war.
Jetzt bin ich wieder in dem Modus, dass ich zusätzlich Angst habe, meinen Partner anzustecken. Und damit läuft das volle Programm von ganz vielen Dingen, die gerade nicht möglich sind, das sind jetzt Zwangshandlungen.
Ich will daher mit meinem Hausarzt sprechen, ob ich einen Test machen kann, der letzte liegt noch nicht mal ein halbes Jahr zurück und war eher aus einer irrationalen Angst heraus und einer konstruierten Kette von Umständen, die zu etwas hätten führen können. Wenn ich nun wieder zu ihm komme, könnte es natürlich Stress geben, was mir unerträglich peinlich ist, aber ich komme sonst nicht zur Ruhe.



Am Samstag habe ich die Krankenkasse angerufen und gesagt, ich möchte einen Therapieplatz suchen, mir ist klar, dass das schon immer langwierig war und wegen Corona noch langwieriger wird, aber ich muss etwas tun, denn es wird schlimmer und vieles geht nicht mehr so wie früher, die Kreise werden enger, die Möglichkeiten, Dinge zu tun, immer weniger, ich möchte aus diesem Teufelskreis aussteigen, und das schaffe ich nicht allein. Man hat gesagt, ich sollte mich an die KV wenden, dort würde man mir ein Erstgespräch vermitteln. Dann müsste man weitersehen.

Auf der Webseite der KV habe ich Therapeuten angeschrieben und auch andere, die ich über Google in meiner Umgebung gefunden habe, insgesamt sind es acht. Die meisten haben noch nicht reagiert, es ist ja auch Wochenende. Eine hat abgesagt. Eine hat mir Gespräche zur Sortierung, Diagnostik und Beratung angeboten. Das Angebot nehme ich natürlich an. Gibt es dabei etwas zu beachten? Worum sollte ich auf jeden Fall bitten und was sollte ich mich nicht einlassen? Wenn ich jetzt noch von anderen Therapeuten solche Gesprächsangebote erhalte, kann ich die parallel annehmen oder müßte ich das nacheinander machen? Mein Ziel ist eine Verhaltenstherapie bei einer Therapeutin, wo die Chemie stimmt und wo ich vorankomme.
Es wäre schön, hier Tipps zu bekommen die mir helfen am Ball zu bleiben und bei der Suche nicht aufzugeben, vielleicht gibt es auch Tipps, wie man bei der Suche möglichst effektiv ist.

LG
Smiley

06.06.2021 16:56 • #16


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A


Hilflos - Suche nach Therapieplatz

x 3


S

Smiley-
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Nach einigen Mails, einigen Telefonaten und zwei Terminen bei einer deutlich jüngeren Therapeutin, die mir etwas überfordert schien, hat es jetzt offenbar geklappt....

Irgendwie kann ich es fast nicht glauben.... aber ich habe anscheinend einen Therapieplatz gefunden! Und nicht einfach nur ein Platz, wo man untergekommen ist, sie ist eine sehr nette Therapeutin mit einer tollen Ausstrahlung und ich habe ein richtig gutes Bauchgefühl. Und das habe ich eigentlich eher selten gehabt bei Therapeuten, nur vor 15 Jahren einmal, da hatte ich meine erste Therapeutin getroffen, es hatte gleich beim ersten Versuch geklappt. Damals hab ich nicht mal geahnt, wieviel Glück ich damit hatte.

Ich fühl mich so erleichtert. In den letzten Wochen und Monaten ging es mir wirklich schlecht, da war so eine tiefe Verzweiflung, weil ich dachte, ich komm nicht mehr aus dieser Grube raus ohne Hilfe, und Hilfe zu finden ist so schwer, Wartelisten über Jahre hinweg, ich konnte mir einfach nicht vorstellen, wie mein Leben in zwei Jahren aussehen sollte, wenn ich mir anschaue, wie es jetzt ist und wie es noch vor zwei Jahren war.

Es ist so überwältigend, ich könnte heulen, weil schon jetzt dieser Druck und die Zukunftsangst ein ganzes Stück zurückgegangen ist, ich war so verzweilfelt, jetzt traue ich mich direkt ein Stück weit zu hoffen, dass ich mit jemandem zusammen daran arbeiten kann, dass es mir bald besser geht. Ich kann es noch gar nicht richtig glauben, aber ich soll jetzt den Konsiliarbericht vom Hausarzt besorgen, und das macht man ja sicherlich nur, wenn man einen Therapieplatz hat. Ich trau mich gar nicht richtig, es zu glauben....

29.06.2021 16:14 • #29


Zum Beitrag im Thema ↓


Perle
Hallo,

hast Du es auch bei einer freien Praxis ohne Kassenzulassung versucht? Manchmal sind diese Praxen nicht so überlaufen. Allerdings musst Du im Vorwege bei Deiner Krankenkasse einen Antrag auf Kostenübernahme stellen. Wenn der Antrag bewilligt wurde, musst Du die Kosten zuerst selber begleichen aber sie werden Dir von der Kasse dann erstattet. Falls Du den Antrag stellst, solltest Du genau auflisten, bei welchen Praxen Du erfolglos angefragt hast. Es gibt dazu auch Gesetzestexte aber da müsstest Du dann selbst noch mal googeln.

LG, Martina

#2


D
Ja das habe ich auch versucht, aber auch hier fand ich keinen Platz

#3


Perle
Hast Du Dich denn auf Wartelisten setzen lassen? Manchmal hat man auch Glück, dass Patienten abspringen und man "reinrutscht". Je mehr Eisen Du im Feuer hast desto besser. Du könntest diese Wartezeit z.B. mit einer psychisch funktionellen Ergotherapie überbrücken. Hat mir persönlich sehr geholfen, mich meiner Probleme ein Stück weit bewusst zu werden und meine Gefühle darzustellen.

x 1 #4


alice01
Hallo Daryl Dixon,
in den Neuvorstellungen hat sich doch gerade eine Praxis vorgestellt:
Betreff: Nachsorge / Therapie-Zentren im Rheinland
Versuche es doch dort einmal... wäre das nichts für dich?

#5


M
Du brauchst einen guten Hausarzt der dir einen sehr dringlichen Bericht schreibt das du das dringendst auch benötigst...dann geht das alles eigentlich recht zügig also bei meiner Erfahrung.

#6


D
Hallo Daryl Dixon,
in den Neuvorstellungen hat sich doch gerade eine Praxis vorgestellt:
Betreff: Nachsorge / Therapie-Zentren im Rheinland
Versuche es doch dort einmal... wäre das nichts für dich?

Leider funktioniet dein Link nicht

#7


D
Zitat von Perle:
Hast Du Dich denn auf Wartelisten setzen lassen? Manchmal hat man auch Glück, dass Patienten abspringen und man "reinrutscht". Je mehr Eisen Du im Feuer hast desto besser. Du könntest diese Wartezeit z.B. mit einer psychisch funktionellen Ergotherapie überbrücken. Hat mir persönlich sehr geholfen, mich meiner Probleme ein Stück weit bewusst zu werden und meine Gefühle darzustellen.


Ja auf Wartelisten bin ich.

Hat dir die Ergotherapie ein Arzt verschrieben ?

#8


alice01
Schau einfach bei den Neuvorstellungen mal nach.

#9


D
Zitat von MissPanicRoom:
Du brauchst einen guten Hausarzt der dir einen sehr dringlichen Bericht schreibt das du das dringendst auch benötigst...dann geht das alles eigentlich recht zügig also bei meiner Erfahrung.


Sowas habe ich bereits vorliegen, hat mir aber nix genützt bisher.

#10


D
Zitat von alice01:
Schau einfach bei den Neuvorstellungen mal nach.


Werde leider auf die schnelle nicht fündig. Weißt du denn noch in welchem Ort bzw. Stadt das war ?

#11


alice01
Der Threat wurde gelöscht, wahrscheinlich weil Werbung hier nicht erlaubt ist...
Im ganzen Rheinland mit mehreren Praxen Köln, Bochum, Düsseldorf und Aachen

#12


D
Danke dir, werde mich mal schlau machen

#13


Perle
Hallo Daryl,

ja, die Ergotherapie wurde mir von meiner Hausärztin verschrieben! Sie konnte mir auch einige Adressen von Ergotherapeuten in meiner Nähe nennen. Sprich bitte mal mit Deinem Hausarzt.

LG, Martina

#14


D
Und was genau machen die dann ?

#15


S

Suche nach einem Therapieplatz

Hallo,

hat hier schon jemand Erfahrung mit Therapie bei Angststörungen? Erfolge, Mißerfolge, Dinge, die man beachten sollte, wenn man sich auf die Suche nach einem Therapieplatz macht?
Ich leide seit vielen Jahren unter Ängsten vor Krankheiten. Die Palette reicht von Angst vor Krebserkrankungen über HIV und HepC und Tollwut.

Früher war ich der Meinung, dass man diese Angst mit Zusammenreißen ins Lot bekommt oder zumindest im Schach halten kann. Dann habe ich gemerkt, dass diese Ängste zunehmen und zwanghaftes Verhalten noch obendrauf kommt.
Mein Hausarzt weiß es nicht, ahnt es aber wahrscheinlich. Weil ich auch Angst vorm Blutabnehmen habe, nicht vor der Spritze sondern dass ich mir dabei was einfange, und irgendwann habe ich mich ihm offenbart. Ansonsten bin ich nicht die Person, die permanent beim Arzt hockt, und auch vor Corona habe ich jetzt nicht so die große Angst, wahrscheinlich weil die Sterberate niedrig ist, im Gegensatz zu andere Krankheiten.

Mein Alltag ist inzwischen enorm belastet, weil ständig was ist, immer ist irgendeine Angst vor irgendeiner Krankheit präsent, wenn es sich wieder gibt oder abgeklärt wird, ist prompt die nächste Angst da vor etwas anderem, man kann darauf warten. Jede Unregelmässigkeit lässt mich panisch werden und da ich im mittleren Alter bin, kommt das häufiger vor, dass nicht mehr alles perfekt ist, da kommen die Zipperlein eben. Vom Kopf her weiss ich das, trotzdem habe ich dann Panik. Ich hab keine Ahnung, warum das so ist, aber ich bin nie unbeschwert, mein Partner ist mürbe, steht aber nach wie vor hinter mir. Ich ziehe mich und meine Angst seit Jahren ins Lächerliche, damit sich die Situation möglichst entspannt, aber auch das hilft mir nicht, es hilft nicht, wenn ich mich selbst auf die Schippe nehme. Inzwischen bin ich an dem Punkt angelangt, wo ich stark erschöpft bin von all der Angst und den Ritualen, dem Googlen (in der Hoffnung herauszufinden, dass es eben NICHTS Schlimmes ist, aber meistens ist bei Google ja sowieso alles Krebs), den Vermeidungshandlungen, die immer mehr ausufern. Außerdem habe ich inzwischen die Befürchtung, dass ich nicht mehr zwischen berechtigter und überzogener Angst unterscheiden kann, d.h. ich habe mittlerweile zusätzlich Angst davor, etwas zu übersehen bzw mir selbst nicht mehr zu glauben, wenn es vielleicht angeraten wäre. Diese Situation gab es vor zwei Wochen. Und das ist der auslösende Faktor, dass ich mich jetzt aktiv um einen Therapieplatz kümmere. Die Situation beschreibe ich hinter der Triggerwarnung.
Trigger

Ich war beim Zahnarzt und habe gesehen, dass an einem der Instrumente ein Rückstand geklebt hat. Kein Blut, aber es war ein Rückstand und nicht ordentlich gereinigt. Ich habe den Arzt darauf angesprochen (es kostet mich mittlerweile sehr viel Überwindung, weil ich mich für meine Ängste schäme und natürlich mitbekomme, wie übertrieben das auf andere wirkt, wie lächerlich ich mich mache, und wie sehr ich mich teilweise selbst demütige, nur damit man mich nicht noch zusätzlich beschämt). Er meinte, es wäre Desinfektionsmittel. Ich wollte das glauben um mich zu beruhigen, ich habe es geglaubt, zu Hause bekam ich Zweifel und inzwischen weiß ich, dass er gelogen hat, Desinfektionsmittel sieht man nicht und das Zeug von der Konsistenz wie Gel oder Paste. Ich hoffe, dass es nur nicht richtig gereinigt, aber trotzdem ordentlich sterilisiert war. Dennoch bleibt die Angst, dass ich mir was eingefangen habe und ich mich zu schnell habe beruhigen lassen. Ich fühle mich schuldig, dass ich mich sozusagen nicht selbst ernst genommen habe, feige war und habe Angst, "zur Strafe" jetzt die Quittung in Form von HIV oder HepC zu bekommen. Möglicherweise hat er das Instrument über die Zahnarzthelferin getauscht, da war so eine Bewegung zu ihr, aber ich bin nicht sicher, zum einen stand sie hinter mir, zum anderen bin ich in solchen Situationen extrem geflasht und nicht mehr richtig aufnahmefähig, und zu guter Letzt weiß ich ja nicht, ob sie, falls getauscht wurde, dann ein sauberes angereicht hat oder ob das dann vielleicht auch nicht okay war.
Jetzt bin ich wieder in dem Modus, dass ich zusätzlich Angst habe, meinen Partner anzustecken. Und damit läuft das volle Programm von ganz vielen Dingen, die gerade nicht möglich sind, das sind jetzt Zwangshandlungen.
Ich will daher mit meinem Hausarzt sprechen, ob ich einen Test machen kann, der letzte liegt noch nicht mal ein halbes Jahr zurück und war eher aus einer irrationalen Angst heraus und einer konstruierten Kette von Umständen, die zu etwas hätten führen können. Wenn ich nun wieder zu ihm komme, könnte es natürlich Stress geben, was mir unerträglich peinlich ist, aber ich komme sonst nicht zur Ruhe.



Am Samstag habe ich die Krankenkasse angerufen und gesagt, ich möchte einen Therapieplatz suchen, mir ist klar, dass das schon immer langwierig war und wegen Corona noch langwieriger wird, aber ich muss etwas tun, denn es wird schlimmer und vieles geht nicht mehr so wie früher, die Kreise werden enger, die Möglichkeiten, Dinge zu tun, immer weniger, ich möchte aus diesem Teufelskreis aussteigen, und das schaffe ich nicht allein. Man hat gesagt, ich sollte mich an die KV wenden, dort würde man mir ein Erstgespräch vermitteln. Dann müsste man weitersehen.

Auf der Webseite der KV habe ich Therapeuten angeschrieben und auch andere, die ich über Google in meiner Umgebung gefunden habe, insgesamt sind es acht. Die meisten haben noch nicht reagiert, es ist ja auch Wochenende. Eine hat abgesagt. Eine hat mir Gespräche zur Sortierung, Diagnostik und Beratung angeboten. Das Angebot nehme ich natürlich an. Gibt es dabei etwas zu beachten? Worum sollte ich auf jeden Fall bitten und was sollte ich mich nicht einlassen? Wenn ich jetzt noch von anderen Therapeuten solche Gesprächsangebote erhalte, kann ich die parallel annehmen oder müßte ich das nacheinander machen? Mein Ziel ist eine Verhaltenstherapie bei einer Therapeutin, wo die Chemie stimmt und wo ich vorankomme.
Es wäre schön, hier Tipps zu bekommen die mir helfen am Ball zu bleiben und bei der Suche nicht aufzugeben, vielleicht gibt es auch Tipps, wie man bei der Suche möglichst effektiv ist.

LG
Smiley

#16


S
Moin Smily

ich habe mir Psychiater aus dem Telefonbuch gesucht und da einen Termin abgemacht.
Das hat so 4 Wochen gedauert. Der Psychiater hat dann immer die Therapie gleich mitgemacht.

Oder vielleicht mal bei Deinem Hausarzt nachfragen? Der hat mich einmal quer überwiesen , weil ich nicht mehr vor die Tür wollte, weil ich solche Angst hatte. Die haben mir gleich einen gegeben. Ich glaube, da hängt auch einiges von ab, wie die Sprechstundenhilfe das einschätzt. Die eine wollte mir in 4 Wochen einen Termin geben, ich hab da dann heulend nochmal angerufen und habe gesagt, so lange kann ich das nicht aushalten.

x 2 #17

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S
Hey Portugal,

mein Hausarzt ist momentan etwas seltsam drauf, ich tippe, es hat etwas mit Stress und Corona und dem ganzen Drumherum zu tun, als Arzt ist das ja auch heftig, was derzeit abläuft. Ich kann derzeit absolut nicht einschätzen, wie er reagiert. Zumal ich noch den Test von ihm haben will.

Vor die Tür kann ich, aber es geht inzwischen so viel nicht mehr was noch vor zwei Jahren ging, das ist erschreckend.

Eigentlich würde ich gerne an einen Platz kommen, ohne mich an den verschiedensten Stellen zu offenbaren, also soweit aufzudrehen, dass das aktenkundig und nachteilig für mich wird. Ich möchte meine Probleme mit der Therapeutin besprechen, nicht mit einer Sprechstundenhilfe, der KV oder der KK.

Ich überlege, ob es vielleicht etwas gibt, was man beachten sollte, wenn man Therapeuten anschreibt. Anrufen mag ich nicht. Ich hab auch nur allgemein geschrieben von Angst- und Zwangsstörungen, die massiv zugenommen haben.

Du schreibst vom Psychiater, gibt es einen Grund, warum man dort eine Therapie macht anstelle beim Therapeuten? Hat das Vorteile oder Nachteile? Ich möchte keine Medikamente, davor habe ich nämlich auch Angst, ich kann keine Kontrolle abgeben, weil ich damit selten bis keine gute Erfahrung gemacht habe, und dadurch bekomme ich dadurch Panik.

#18


S
Zitat von Smiley-:
Du schreibst vom Psychiater, gibt es einen Grund, warum man dort eine Therapie macht anstelle beim Therapeuten?

Du, das weiß ich nicht. Aber der Psychiater kann ja nur ADS verschreiben und dann schlägt man halt zwei Fliegen mit einer Klappe.

Ich meinte nicht, mit der Sprechstundenhilfe sprechen sondern nur Termin abmachen. Die hatten zu meiner Zeit echt das sagen, wann Du überhaupt dran kommst ..... Es wurde grundsätzlich damals (vor 20/25 Jahren) gesagt, lange Wartezeit.

x 2 #19


S
Braucht man eine Überweisung?

#20


A


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Dr. Christina Wiesemann
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