Zitat von Mila40:@Justin3456 Und wie bist Du deine Angst losgeworden? Nur durch logisches Denken? Wenn es so „einfach“ wäre, wäre ich schon geheilt.
Ich bin damals auch von Kardiologe zu Kardiologe gerannt, immer in der Hoffnung, dass irgendeiner doch noch etwas findet. Irgendwann habe ich angefangen, mich intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen, und dabei festgestellt, dass ein Kardiologe nicht unbedingt der spezialisierteste Ansprechpartner ist, wenn es um die genaue Diagnostik und Behandlung von Herzrhythmusstörungen geht.
Also führte mich mein Weg schließlich in die Rhythmologie. Dort traf ich auf einen unglaublich empathischen Arzt, der einen Satz sagte, der mir bis heute im Gedächtnis geblieben ist: „Es ist nicht wichtig für Ihr Überleben, aber für Ihr Leben.“
Und genau das trifft es meiner Meinung nach auf den Punkt. Extrasystolen mögen bei einem strukturell gesunden Herzen in der Regel harmlos sein, aber das bedeutet nicht, dass der Leidensdruck nicht enorm sein kann.
Wir haben daraufhin verschiedene Therapieansätze ausprobiert, angefangen bei Betablockern über Calciumkanalblocker bis hin zu Flecainid. Ziel war es, meine Extrasystolen zu reduzieren und vor allem meine Lebensqualität zurückzugewinnen.
Gerade Flecainid wird meiner Wahrnehmung nach im deutschsprachigen Raum häufig sehr kritisch betrachtet, teilweise auch unbegründet . Dabei kann es bei entsprechender Indikation und sorgfältiger kardiologischer Überwachung eine sehr wirksame Behandlungsoption sein.
Für mich persönlich war es jedenfalls ein absoluter Wendepunkt. Seitdem habe ich praktisch keine Extrasystolen mehr und ein völlig neues Lebensgefühl gewonnen.
Was ich damit sagen möchte: Man muss sich nicht zwangsläufig damit abfinden, nur weil eine Rhythmusstörung medizinisch als harmlos eingestuft wird. Es gibt Behandlungsmöglichkeiten, und manchmal braucht es einfach den richtigen Spezialisten, der nicht nur die Befunde, sondern auch den Menschen und seinen Leidensdruck ernst nimmt.
der Arzt muss den Patienten als gesamtes betrachten und auch seinen Leidensdruck.