Thommy87
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ich (38, männlich, selbstständig) wende mich an euch, weil ich seit inzwischen über einem Jahr immer wieder – und seit einigen Monaten recht regelmäßig – mit sehr belastenden körperlichen Beschwerden zu kämpfen habe, für die bisher keine organische Ursache gefunden wurde.
Ich versuche, meine Geschichte möglichst strukturiert zu schildern:
Wie alles angefangen hat:
Die ersten stärkeren Vorfälle hatte ich 2024 in Party-/Urlaubssituationen (Mallorca, später nochmal im Sommerurlaub). Es waren jeweils Phasen mit viel Alk., wenig Schlaf, Hitze und generell körperlicher Belastung. Plötzlich bekam ich ein sehr unangenehmes Gefühl: mir wurde flau, schwindelig, ich fühlte mich benommen, hatte Kreislaufprobleme, teilweise Herzrasen und starkes Unwohlsein.
Ich musste mich hinlegen bzw. bewegen, bis es langsam besser wurde. Damals habe ich das noch auf Hitze, Alk., Schlafmangel und „Kater“ geschoben.
Verschlechterung:
2025 trat dann das erste Mal ein sehr heftiger Anfall zuhause, ohne Hitze oder Urlaub, nur nach einem Abend mit viel Alk.. Am nächsten Morgen bekam ich extremes Herzrasen, massives Unwohlsein, Benommenheit und hatte richtig Angst, dass etwas Ernstes passiert. Ich konnte mir nur helfen, indem ich die Beine hochgelegt habe. Es hat Stunden gedauert, bis es besser wurde.
Kurz danach hatte ich erneut Beschwerden – die kamen dann immer regelmäßiger– Schon unter der Dusche ging es mir so schlecht, dass ich mich danach direkt wieder hinlegen musste.
Ab da wurde mir klar, dass es nicht mehr nur „Kater/Urlaub“ ist.
Seitdem:
Die Beschwerden sind inzwischen nicht mehr nur an einzelne Tage gebunden, sondern kommen phasenweise fast täglich, in wechselnder Intensität. Es gibt gute Tage und schlechte Tage.
Meine typischen Symptome:
starkes allgemeines Unwohlsein
Magen flau, kein Appetit
innere Unruhe, Nervosität, Anspannung
gelegentlich Herzklopfen / Herzrasen
Erschöpfung, Reizbarkeit,
Ich habe keine klassischen kurzen Panikattacken, sondern eher eine dauerhafte Grundanspannung, die sich über Stunden oder den ganzen Tag zieht und mal stärker, mal schwächer ist.
Meine Smartwatch, die ich mir extra dafür gekauft habe, bestätigt das. Kurz nach dem Aufstehen habe ich plötzlich Stress -10/10 Punkten.
Was abgeklärt wurde:
großes Blutbild
EKG, Ultraschall
Magenspiegelung (ich nehme seit Jahren Omeprazol wegen Magenproblemen)
alles ohne Befund, organisch angeblich völlig gesund.
Ein Arzt meinte, es könne eine stressbedingte / psychovegetative Störung bzw. eine Anpassungsstörung sein.
Was mir auffällt:
Es wird deutlich besser, wenn:
ich regelmäßig und früh schlafen gehe
einen festen Schlafrhythmus einhalte
Stress reduziere
keinen Alk. trinke
Es wird deutlich schlechter bei:
Schlafmangel
unregelmäßigem Schlafrhythmus
Stress / innerer Anspannung
Alk. (selbst kleine Mengen)
Atemübungen helfen mir spürbar, die Symptome zu dämpfen.
Ich habe gemerkt: Wenn ich konsequent lebe (ruhiger Alltag, feste Zeiten, kein Alk.), bin ich teilweise wochenlang fast symptomfrei. Aber sobald der Rhythmus nur ein wenig kippt, kommen die Beschwerden wieder.
Belastende Lebensumstände:
Ich habe seit Jahren viel Stress (Selbstständigkeit), dazu emotionalen Stress durch langjährigen Dating-Frust und damals auch familiäre Konflikte. Ein Teil dieser Themen ist inzwischen geklärt, aber offenbar steckt meinem Nervensystem das alles noch in den Knochen.
Aktueller Stand:
Keine massiven Zusammenbrüche mehr, aber immer noch regelmäßig „schlechte Tage“, an denen ich mich benommen, innerlich unruhig und einfach krank fühle. Das zieht mich psychisch ziemlich runter, weil ich mich dann kaum belasten kann und sehr empfindlich reagiere.
Meine Fragen an euch:
Kennt jemand dieses dauerhafte Unwohlsein mit innerer Unruhe, obwohl organisch alles in Ordnung ist?
Wurde bei euch etwas Ähnliches als Angststörung, Nervensystem-Dysregulation, psychosomatische oder psychovegetative Störung eingeordnet?
Wie lange hat es bei euch gedauert, bis ihr wieder wirklich stabil wart?
Was hat euch am meisten geholfen (Therapie, Lebensstil, Medikamente, bestimmte Übungen)?
Ich freue mich sehr über Erfahrungsberichte, weil es sich oft ziemlich beängstigend und zermürbend anfühlt, obwohl „nichts gefunden wird“.
Vielen Dank fürs Lesen.
• • 13.01.2026 #1