@Suma0912
Wenn du dir einen gefallen tun willst dann vermeide bitte das Auto fahren nicht. Das hält deine Angst aufrecht. Fahre lieber selber und lasse deinen Mann mitfahren als Beifahrer am Anfang.
Ich bin durch das Vermeidungsverhalten sehr schnell in die Agoraphobie gerutscht und das ist echt nicht spaßig. Plötzlich generalisierte sich dass ganze und ich bin garnicht mehr vor die Haustüre gekommen.
Dann wird es richtig schwer diesen Teufelskreis zu unterbrechen. Ich hab dann langsam wieder geübt. Erst in der 30er Zone im Wohngebiet hoch und runter. Dann immer weiter. Die erste Fahrt länger (7 min. an die Tankstelle mit mehren roten Ampeln) war die Hölle trotz Begleitung. Ich saß am Steuer und der ganze Körper zitterte nur noch. Doch die Angst lässt nach. Übe das gezielt in kleinen Schritten aber lasse dich bitte nicht rumfahren.
Dann Schritt für Schritt bin ich immer weiter raus gefahren. Mittlerweile funktioniert es in der Stadt aber außerhalb hab ich noch Mega Probleme. Bin dann sehr nervös und merke wie die Panik anrollt, ich kriege dann einen Tunnelblick und der Kopf macht dann irgendwie dicht. Herz rast natürlich auch aber das bekomme ich nicht so mit und das stört mich auch weniger. Dieses Gefühl wenn der Kopf dicht macht, macht mir am meisten Angst und Sorg für meine Panik.
Ich habe heute was ausprobiert und es hat geholfen. Ich war allein und bin aus der Stadt kurz raus. Die Strecke ist wirklich kurz max.1-2 km raus in die 70er Zone und dann gehts aber wieder rein in die Stadt. Aber hatte vorher schon Angst davor weil ich eben auch noch alleine im Auto war. Dort angekommen war wie ich erwartet hatte die Panik am anrollen. Ich merkte schon den Tunnelblick und schrie ein ganz lautes STOPP, ICH HAB JETZT KEINE ZEIT FÜR DICH! Dieses Stopp und dabei meine eigenen Stimme zu hören holte mich ganz schnell wieder zurück ins hier und jetzt bevor der Kopf noch mehr dicht machte. Dann atmete ich bewusst tief ein und durch den Mund wieder aus sodass ein Luftstoss zu hören war. Ich sprach zu mir selbst indem ich wütend auf die Angst wurde, beschimpfte sie und sagte sie soll jetzt sofort gehen und dass ich jetzt absolut keine Lust auf sie habe.
Probiere das mal aus. Übe es am besten mehrmals am Tag weil in dem Moment der Panik fällt es einem nicht mehr ein da man sich wie gelähmt fühlt. Seine Eigene Stimme zu hören holt einen zurück. Was ich auch mache ist einfach Radio an und mitsingen. Egal ob man den Text kann oder nicht. Oder mitsummen. Hauptsache du hörst deine Stimme.
Beim Spaziergang Summe ich oder wenn Leute in der Nähe sind dann fange ich am im Kopf zu rechnen. Egal ob das Ergebnis stimmt oder nicht. Stell dir innerlich selber eine Aufgabe und löse sie. Somit beschäftigst du dein Gehirn mit anderen Aufgaben.
Meine derzeitige Übungen bestehen dadrin alle möglichen Läden zu betreten die ich mit dem Auto anfahren kann. In den kleineren Läden klappt es gut (immer in Begleitung) Heute habe ich einen größeren Betreten und die Panik kam. Bin aber nicht weiter rein gelaufen. Bin einfach stehen geblieben neben mir mein Vater. Hab mich an ihn geklammert und erst die Wand fixiert, hier ist mir das Stopp nicht eingefallen...
Im Körper lief alles ab, schwitzen, herzrasen, atembeschwerden usw... das alles macht mir nix aus. Ich will nur nicht dass mein Kopf dicht macht. Das machte es aber für einen kurzen Moment. Ich dachte nur bleib stehen, du willst nicht rausrennen. Und siehe da nach paar Sekunden beruhigte sich alles und wir sind noch in einen Einkaufsladen im Eingangsbereich reingegangen und prompt hab ich mich mit ein paar neue Schuhen gegönnt

Also zu deiner Frage warum viele die erste Panik im Auto bekommen ist so: im Auto kann man nicht einfach flüchten. Bei einer Panik will der Körper raus aus der Situation und je nachdem wo man sich grad befindet ist ein schnelles entkommen aus dem Auto nicht möglich. Man ist gezwungen sitzen zu bleiben und weiter zu fahren. Man verharrt in der Situation und durch die Symptome steigert man sich erst recht rein.
Es gibt auch Leute die ihre erste Panik beim Warten an der Kasse bekommen. Ist auch so eine Situation wo man verharren muss bis man dran ist. Man kann nicht einfach fliehen. Da gibt es viele solche Momente z.B. im Tunnel, im Kino, Menschenmassen, Aufzug usw....
Bei mir war es auch zuerst während der Auto fahrt und hat sich leider sehr schnell generalisiert. Das schränkt eben die Lebensqualität massiv ein.
Bin aber fleißig am trainieren. Was mir mehr Probleme bereitet ist das spazieren gehen. Komm einfach nicht weit weg von der Wohnung.
Ja ich habe Unterstützung von meinen Mann und meinen Eltern. Mein Mann ist ja den ganzen Tag am arbeiten. Ich schnapp mir dann meinen Papa und gehe von Laden zu Laden. Ihm macht es sogar Spaß

Für mich natürlich die reinste Hölle bis die erste Panik überwunden ist.
Am Anfang hatte ich die Panik Attacken auch zuhause. Aus heiterem Himmel kamen sie einfach. Mittlerweile habe ich sie zuhause nicht mehr. Nur noch im Zusammenhang mit der Agoraphobie eben. Ich weiß nicht wieso das so ist, hat sich aber irgendwie verändert.