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RunningFree

RunningFree
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Guten Morgen zusammen

Das was ich schreibe hört sich für euch sicher, erstmal völlig aus dem Zusammenhang gerissen an, aber ich muß einfach loswerden was mir durch den Kopf geht, weil ich mit niemanden darüber sprechen kann.

Auch wenn vieles wie Fragen formuliert ist, richtet sich das eher an mich als an euch, was nicht heißt das mich euer Blickwinkel und eure Erfahrungen nicht interessieren würden.

Zu mir, ich bin zu alt um jung zu sterben, verheiratet und Vater einer Tochter, die mein ein und alles ist.

Seit ca. 20 Jahren begleitet mich Panik, Angst und düstere Gefühle, mal mehr mal weniger, an vieles konnte ich mich im Laufe der Jahre gewöhnen dadurch das ich es akzeptieren habe, an das Gefühl das der Mann mit der Sense direkt hinter mir steht, aber nicht wirklich.


Dieses Wochenende fühlt sich noch schlimmer an als das Letzte, ich habe keine Kraft mehr den ständigen Krankheitsgefühlen zu wieder stehen, nichts fühlt sich mehr normal an, ich bin völlig überfordert, und denke ständig das ich nicht mehr kann.

Und trotzdem fährt dieser Zug immer weiter, die Uhr dreht sich immer weiter, ich weiß nicht was ich machen soll, habe ich eine Sache akzeptiert, kommt sofort die nächste, die mich erneut runter zieht und belastet.

Das Wissen das ich mir das alles selbst antue hilft mir nicht weiter, beten und die Frage womit ich das verdient habe hilft mir nicht weiter, meine Kampfkraft ist weg und hat schweren dunklen Gefühlen Platz gemacht, sag mir doch bitte wie soll ich so meine Tochter zu einem positiven Menschen erziehen, wenn ich selbst nie inneren Frieden finden kann.

Es ist wieder mitten in der Nacht, und ich sitze hier rauche eine nach der anderen und versuche die Missempfindungen und Gedanken die mich quälen in den Griff zu bekommen, ich bin auf der Suche nach einer Lösung die mein Leben verbessert, soll ich weiter arbeiten gehen auch wenn ich weiß das vieles genau von dort kommt, doch was ist die Alternative, ich bin dann Zu Hause und den ganzen Tag allein mit diesen Gefühlen, ist das eine Verbesserung?

Ich wünsche mir nicht das Paradies kein Geld oder Luxus, alles was ich mir wünsche ist innerer Frieden, noch ein paar Jahre meine Tochter aufwachsen zu sehen, ich wünsche mir das meine Frau und meine Tochter glücklich sind, und das Leben geniessen können, was muß ich nur verändern damit sich das Leben wieder anfühlt wie Leben, und nicht so als ob jeden Moment eine Katastrophe über mich herein bricht.

Ich kann mit niemanden darüber sprechen, es würde jeden nur belasten und unglücklich machen, und alle haben ihre eigenen Probleme, ich würde ihnen nur zur Last fallen.

Oft kommt mir mein Leben vor wie ein Käfig in dem ich gefangen bin, ein Käfig aus dem ich ausbrechen muß, ich sehne mich nach Freiheit, ohne zu wissen was ich mir unter Freiheit eigentlich vorstelle, es ist total paradox.

05.07.2026 #1


2 Antworten ↓

P
Herzlich willkommen hier und auf einen guten Austausch.
Du bist mit deinen Gedanken und Gefühlen hier in bester Gesellschaft. Viele hier kennen das, müssen oder musszen einen Umgang damit lernen oder haben es sogar überwunden.

Ich z.B.
Ich habe unter Angst, Panik und später Depression ab ca. 16 Jahren gelitten und den Weg raus mit Mitte 40 gefunden. Mir ging es aber nicht durchgehend 30 Jahre lang schlecht, sondern ich hatte 4 stärkere Phasen, aber zwischendurch die meiste Zeit so eine Art Grundrauschen von ängstlichen Gedanken, in die ich mich gut hätte reinsteigern können.


Zitat von RunningFree:
Das Wissen das ich mir das alles selbst antue hilft mir nicht weiter,

Das sollte dir aber weiterhelfen, denn es zeigt dir den Weg da raus: Du bist selbst der Schlüssel.
Du musst "nur" die dich belastenden Dinge aufarbeiten oder loslassen und deine Denkstruktur "umbauen".
Das ist natürlich maximal verdichtet ausgedrückt und ein sehr langer, vielschichtiger Prozess, der auch nicht immer gradlinig verläuft.

Mir hat auf meinem Weg geholfen:
- Therapie und Selbstherapie
- zeitweise Medikamente
- Verstehen warum ich bin wie ich bin und der unbedingte Wunsch frei von diesen nicht hilfreichen Denkmustern und den daraus resultierenden (unnötigen) Ängsten zu sein
- Sport
- gesundes Essen
- guter Nährstoffhaushalt
- Hobbies und Dankbarkeit für schöne Momente

Du kannst auch dein Leben verbessern, es mehr und freier genießen. Aber du musst etwas oder auch viel an deiner Lebens- und vor allem Denkweise ändern.

#2


P
Vielleicht noch hierzu:

Zitat von RunningFree:
was muß ich nur verändern damit sich das Leben wieder anfühlt wie Leben, und nicht so als ob jeden Moment eine Katastrophe über mich herein bricht.

Zu Beginn musst du "einfach" so denken. Dankbarkeit hilft da ganz stark. Schreibe dir abends z.B. 3 Dinge auf für die du am Tag dankbar warst, schaue auch untertags auf die Dinge, die dich umgeben, und versuche Dankbarkeit zu empfinden. Denke "wie schön der Wind sich anfühlt/der Vogel singt/das Essen schmeckt" (wenn es denn so ist), versuche die Zeit mit deiner Tochter zu genießen Und wenn es nur 1 Sekunde wahre Liebe und Freude ist, die du spürst. Wenn du das konsequent anwendest, wird es mehr und mehr zum Selbstläufer und du denkst von alleine so. Das nennt sich Neuroplastizität. Das Gehirn sucht immer nach den Dingen, die ihm vorgegeben werden. Wenn du nach schönen Momenten Ausschau hältst und erfreuliche Dinge denkst, übernimmt dein Gehirn irgendwann und du denkst immer automatischer so.

Zitat von RunningFree:
Ich kann mit niemanden darüber sprechen, es würde jeden nur belasten und unglücklich machen,

Das heißt, du hast auch keinen Therapeuten an der Seite? Dann würde ich das angehen.
Ich würde auch versuchen, Freund und Familie einzubinden. Vielleicht kennen sie auch solche Gefühle und können ihre Sicht schildern oder bringen dir Anteilnahme entgegen. Das ist wahnsinnig hilfreich. Natürlich musst du aufpassen, dass du niemandem zu sehr zur Last fällst, aber einen vorsichtigen Versuch würde ich immer wagen.

Gespräche und soziales Miteinander sind heilsam.

#3





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Dr. Christina Wiesemann
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