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RunningFree

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Guten Morgen zusammen

Das was ich schreibe hört sich für euch sicher, erstmal völlig aus dem Zusammenhang gerissen an, aber ich muß einfach loswerden was mir durch den Kopf geht, weil ich mit niemanden darüber sprechen kann.

Auch wenn vieles wie Fragen formuliert ist, richtet sich das eher an mich als an euch, was nicht heißt das mich euer Blickwinkel und eure Erfahrungen nicht interessieren würden.

Zu mir, ich bin zu alt um jung zu sterben, verheiratet und Vater einer Tochter, die mein ein und alles ist.

Seit ca. 20 Jahren begleitet mich Panik, Angst und düstere Gefühle, mal mehr mal weniger, an vieles konnte ich mich im Laufe der Jahre gewöhnen dadurch das ich es akzeptieren habe, an das Gefühl das der Mann mit der Sense direkt hinter mir steht, aber nicht wirklich.


Dieses Wochenende fühlt sich noch schlimmer an als das Letzte, ich habe keine Kraft mehr den ständigen Krankheitsgefühlen zu wieder stehen, nichts fühlt sich mehr normal an, ich bin völlig überfordert, und denke ständig das ich nicht mehr kann.

Und trotzdem fährt dieser Zug immer weiter, die Uhr dreht sich immer weiter, ich weiß nicht was ich machen soll, habe ich eine Sache akzeptiert, kommt sofort die nächste, die mich erneut runter zieht und belastet.

Das Wissen das ich mir das alles selbst antue hilft mir nicht weiter, beten und die Frage womit ich das verdient habe hilft mir nicht weiter, meine Kampfkraft ist weg und hat schweren dunklen Gefühlen Platz gemacht, sag mir doch bitte wie soll ich so meine Tochter zu einem positiven Menschen erziehen, wenn ich selbst nie inneren Frieden finden kann.

Es ist wieder mitten in der Nacht, und ich sitze hier rauche eine nach der anderen und versuche die Missempfindungen und Gedanken die mich quälen in den Griff zu bekommen, ich bin auf der Suche nach einer Lösung die mein Leben verbessert, soll ich weiter arbeiten gehen auch wenn ich weiß das vieles genau von dort kommt, doch was ist die Alternative, ich bin dann Zu Hause und den ganzen Tag allein mit diesen Gefühlen, ist das eine Verbesserung?

Ich wünsche mir nicht das Paradies kein Geld oder Luxus, alles was ich mir wünsche ist innerer Frieden, noch ein paar Jahre meine Tochter aufwachsen zu sehen, ich wünsche mir das meine Frau und meine Tochter glücklich sind, und das Leben geniessen können, was muß ich nur verändern damit sich das Leben wieder anfühlt wie Leben, und nicht so als ob jeden Moment eine Katastrophe über mich herein bricht.

Ich kann mit niemanden darüber sprechen, es würde jeden nur belasten und unglücklich machen, und alle haben ihre eigenen Probleme, ich würde ihnen nur zur Last fallen.

Oft kommt mir mein Leben vor wie ein Käfig in dem ich gefangen bin, ein Käfig aus dem ich ausbrechen muß, ich sehne mich nach Freiheit, ohne zu wissen was ich mir unter Freiheit eigentlich vorstelle, es ist total paradox.

05.07.2026 x 1 #1


28 Antworten ↓
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Pauline333
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Zitat von RunningFree:
Ich habe es mit Therapie versucht, hatte aber nie das Gefühl das man sich wirklich für mich interessiert,

Einen Therapeuten zu finden, bei dem man sich gut aufgehoben und gesehen fühlt und der einem deutlich weiter hilft, ist eine Rarität. Meine ersten beiden VTs haben mir deshalb auch nicht wirklich was gebracht. Zur 3. Therapie habe ich verstanden, wie ich diese Fachperson für mich nutzen kann und habe gezielte Fragen gestellt, die mir in meinen selbsttherapeutischen Bemühungen kamen. Es war dann eher wie ein Sparring, auf Augenhöhe.

Zitat von RunningFree:
außerdem kam es mir immer so vor als ob ich übertreibe, und dort völlig fehl am Platz bin,

Das geht, glaube ich, vielen Menschen mit deinem Beschwerdebild so. Man will nicht zur Last fallen. Meistens hat man das in der Kindheit antrainiert bekommen. Da hilft es, den Selbstwert zu stärken. Du darfst das nutzen, du darfst Hilfe annehmen.

Zitat von RunningFree:
Medikamente hingegen begraben meine Persönlichkeit, oder sind nur eine kurze Pause von mir selbst.

Welche hast du denn ausprobiert?

Zitat von RunningFree:
Dankbarkeit für die kleinen Dinge des Lebens empfinde ich jeden Tag, und wenn ich zurückblicke auf den Vortag, sehe ich auch oft das ich glücklich war, es eben leider nur nicht fühlen konnte.

Dieses Fühlen kann man lernen bzw wieder aktivieren. Dazu braucht es u.a. Achtsamkeit. Dazu gibt es viel Content im Netz, z.B. mehrmals täglich achtsam fragen "wie geht es mir gerade?" Und versuchen, das jeweilige Gefühl zu benennen. Oder hinschmecken beim Essen, hinfühlen und -riechen beim Duschen etc.p.p. Präsent sein, achtsam, wahrnehmen was gerade ist. So kommt man wieder ins Fühlen und kann dann hin zu."positiv fühlen " optimieren.

Zitat von RunningFree:
Für Sport und gesunde Ernährung konnte ich

Das ist schade, denn ein gesunder, leistungsfähiger Körper ist eine wichtige Basis für eine gesunde Psyche und Lebensfreude.

Zitat von RunningFree:
Komischerweise kenne ich alle meine traumatischen Erlebnisse, habe an ihnen gearbeitet, vieles verziehen, und trotzdem nie geschafft sie loszulassen, ich weiß einfach nicht wie das gehen soll.

Das ist normal. Man kann nicht einmal abschließen und dann ist es gut. Man kann sich aber entscheiden, etwas als verziehen/geklärt/abgeschlossen zu betrachten und dann dementsprechend damit umgehen (keinen Raum nehr widmen, wegschieben in die Schublade "abgeschlossen"). Mit der Zeit kommen die Themen immer seltener hoch.

Zitat von RunningFree:
Das was du Grundrauschen nennst, ist bei mir eher so als ob das Fass immer bis zum Rand gefüllt ist, und selbst ein Tropfen reicht das es überläuft, und im Moment regnet es aus Eimern.

Das muss unfassbar anstrengend sein und klingt für mich nach der Notwendigkeit von professioneller Unterstützung.
Alleine von so einem hohen Level an Überforderung und Anspannung runter zu kommem dauert sehr lange, wenn es überhaupt gut möglich ist, weil Kopf und Körper voll mit Ertragen und Aushalten beschäftigt ist und in solchen Alarmzeitem schwer Wachstum möglich ist.

05.07.2026 09:08 • x 2 #5


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A


Das Leben und ich

x 3


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Pauline333
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Vielleicht noch hierzu:

Zitat von RunningFree:
was muß ich nur verändern damit sich das Leben wieder anfühlt wie Leben, und nicht so als ob jeden Moment eine Katastrophe über mich herein bricht.

Zu Beginn musst du "einfach" so denken. Dankbarkeit hilft da ganz stark. Schreibe dir abends z.B. 3 Dinge auf für die du am Tag dankbar warst, schaue auch untertags auf die Dinge, die dich umgeben, und versuche Dankbarkeit zu empfinden. Denke "wie schön der Wind sich anfühlt/der Vogel singt/das Essen schmeckt" (wenn es denn so ist), versuche die Zeit mit deiner Tochter zu genießen Und wenn es nur 1 Sekunde wahre Liebe und Freude ist, die du spürst. Wenn du das konsequent anwendest, wird es mehr und mehr zum Selbstläufer und du denkst von alleine so. Das nennt sich Neuroplastizität. Das Gehirn sucht immer nach den Dingen, die ihm vorgegeben werden. Wenn du nach schönen Momenten Ausschau hältst und erfreuliche Dinge denkst, übernimmt dein Gehirn irgendwann und du denkst immer automatischer so.

Zitat von RunningFree:
Ich kann mit niemanden darüber sprechen, es würde jeden nur belasten und unglücklich machen,

Das heißt, du hast auch keinen Therapeuten an der Seite? Dann würde ich das angehen.
Ich würde auch versuchen, Freund und Familie einzubinden. Vielleicht kennen sie auch solche Gefühle und können ihre Sicht schildern oder bringen dir Anteilnahme entgegen. Das ist wahnsinnig hilfreich. Natürlich musst du aufpassen, dass du niemandem zu sehr zur Last fällst, aber einen vorsichtigen Versuch würde ich immer wagen.

Gespräche und soziales Miteinander sind heilsam.

05.07.2026 07:24 • x 2 #3


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Herzlich willkommen hier und auf einen guten Austausch.
Du bist mit deinen Gedanken und Gefühlen hier in bester Gesellschaft. Viele hier kennen das, müssen oder musszen einen Umgang damit lernen oder haben es sogar überwunden.

Ich z.B.
Ich habe unter Angst, Panik und später Depression ab ca. 16 Jahren gelitten und den Weg raus mit Mitte 40 gefunden. Mir ging es aber nicht durchgehend 30 Jahre lang schlecht, sondern ich hatte 4 stärkere Phasen, aber zwischendurch die meiste Zeit so eine Art Grundrauschen von ängstlichen Gedanken, in die ich mich gut hätte reinsteigern können.


Zitat von RunningFree:
Das Wissen das ich mir das alles selbst antue hilft mir nicht weiter,

Das sollte dir aber weiterhelfen, denn es zeigt dir den Weg da raus: Du bist selbst der Schlüssel.
Du musst "nur" die dich belastenden Dinge aufarbeiten oder loslassen und deine Denkstruktur "umbauen".
Das ist natürlich maximal verdichtet ausgedrückt und ein sehr langer, vielschichtiger Prozess, der auch nicht immer gradlinig verläuft.

Mir hat auf meinem Weg geholfen:
- Therapie und Selbstherapie
- zeitweise Medikamente
- Verstehen warum ich bin wie ich bin und der unbedingte Wunsch frei von diesen nicht hilfreichen Denkmustern und den daraus resultierenden (unnötigen) Ängsten zu sein
- Sport
- gesundes Essen
- guter Nährstoffhaushalt
- Hobbies und Dankbarkeit für schöne Momente

Du kannst auch dein Leben verbessern, es mehr und freier genießen. Aber du musst etwas oder auch viel an deiner Lebens- und vor allem Denkweise ändern.

x 2 #2


P
Vielleicht noch hierzu:

Zitat von RunningFree:
was muß ich nur verändern damit sich das Leben wieder anfühlt wie Leben, und nicht so als ob jeden Moment eine Katastrophe über mich herein bricht.

Zu Beginn musst du "einfach" so denken. Dankbarkeit hilft da ganz stark. Schreibe dir abends z.B. 3 Dinge auf für die du am Tag dankbar warst, schaue auch untertags auf die Dinge, die dich umgeben, und versuche Dankbarkeit zu empfinden. Denke "wie schön der Wind sich anfühlt/der Vogel singt/das Essen schmeckt" (wenn es denn so ist), versuche die Zeit mit deiner Tochter zu genießen Und wenn es nur 1 Sekunde wahre Liebe und Freude ist, die du spürst. Wenn du das konsequent anwendest, wird es mehr und mehr zum Selbstläufer und du denkst von alleine so. Das nennt sich Neuroplastizität. Das Gehirn sucht immer nach den Dingen, die ihm vorgegeben werden. Wenn du nach schönen Momenten Ausschau hältst und erfreuliche Dinge denkst, übernimmt dein Gehirn irgendwann und du denkst immer automatischer so.

Zitat von RunningFree:
Ich kann mit niemanden darüber sprechen, es würde jeden nur belasten und unglücklich machen,

Das heißt, du hast auch keinen Therapeuten an der Seite? Dann würde ich das angehen.
Ich würde auch versuchen, Freund und Familie einzubinden. Vielleicht kennen sie auch solche Gefühle und können ihre Sicht schildern oder bringen dir Anteilnahme entgegen. Das ist wahnsinnig hilfreich. Natürlich musst du aufpassen, dass du niemandem zu sehr zur Last fällst, aber einen vorsichtigen Versuch würde ich immer wagen.

Gespräche und soziales Miteinander sind heilsam.

x 2 #3


RunningFree
Hallo Pauline,

vielen Dank das du dich so eingehend mit dem beschäftigt hast was ich geschrieben habe.

Für Sport und gesunde Ernährung konnte ich mich leider nie begeistern aber Dankbarkeit für die kleinen Dinge des Lebens empfinde ich jeden Tag, und wenn ich zurückblicke auf den Vortag, sehe ich auch oft das ich glücklich war, es eben leider nur nicht fühlen konnte.

Ich habe es mit Therapie versucht, hatte aber nie das Gefühl das man sich wirklich für mich interessiert, außerdem kam es mir immer so vor als ob ich übertreibe, und dort völlig fehl am Platz bin, weißt ja, ein Indianer kennt keinen Schmerz.

Medikamente hingegen begraben meine Persönlichkeit, oder sind nur eine kurze Pause von mir selbst.

Komischerweise kenne ich alle meine traumatischen Erlebnisse, habe an ihnen gearbeitet, vieles verziehen, und trotzdem nie geschafft sie loszulassen, ich weiß einfach nicht wie das gehen soll.

Das was du Grundrauschen nennst, ist bei mir eher so als ob das Fass immer bis zum Rand gefüllt ist, und selbst ein Tropfen reicht das es überläuft, und im Moment regnet es aus Eimern.

x 1 #4


P
Zitat von RunningFree:
Ich habe es mit Therapie versucht, hatte aber nie das Gefühl das man sich wirklich für mich interessiert,

Einen Therapeuten zu finden, bei dem man sich gut aufgehoben und gesehen fühlt und der einem deutlich weiter hilft, ist eine Rarität. Meine ersten beiden VTs haben mir deshalb auch nicht wirklich was gebracht. Zur 3. Therapie habe ich verstanden, wie ich diese Fachperson für mich nutzen kann und habe gezielte Fragen gestellt, die mir in meinen selbsttherapeutischen Bemühungen kamen. Es war dann eher wie ein Sparring, auf Augenhöhe.

Zitat von RunningFree:
außerdem kam es mir immer so vor als ob ich übertreibe, und dort völlig fehl am Platz bin,

Das geht, glaube ich, vielen Menschen mit deinem Beschwerdebild so. Man will nicht zur Last fallen. Meistens hat man das in der Kindheit antrainiert bekommen. Da hilft es, den Selbstwert zu stärken. Du darfst das nutzen, du darfst Hilfe annehmen.

Zitat von RunningFree:
Medikamente hingegen begraben meine Persönlichkeit, oder sind nur eine kurze Pause von mir selbst.

Welche hast du denn ausprobiert?

Zitat von RunningFree:
Dankbarkeit für die kleinen Dinge des Lebens empfinde ich jeden Tag, und wenn ich zurückblicke auf den Vortag, sehe ich auch oft das ich glücklich war, es eben leider nur nicht fühlen konnte.

Dieses Fühlen kann man lernen bzw wieder aktivieren. Dazu braucht es u.a. Achtsamkeit. Dazu gibt es viel Content im Netz, z.B. mehrmals täglich achtsam fragen "wie geht es mir gerade?" Und versuchen, das jeweilige Gefühl zu benennen. Oder hinschmecken beim Essen, hinfühlen und -riechen beim Duschen etc.p.p. Präsent sein, achtsam, wahrnehmen was gerade ist. So kommt man wieder ins Fühlen und kann dann hin zu."positiv fühlen " optimieren.

Zitat von RunningFree:
Für Sport und gesunde Ernährung konnte ich

Das ist schade, denn ein gesunder, leistungsfähiger Körper ist eine wichtige Basis für eine gesunde Psyche und Lebensfreude.

Zitat von RunningFree:
Komischerweise kenne ich alle meine traumatischen Erlebnisse, habe an ihnen gearbeitet, vieles verziehen, und trotzdem nie geschafft sie loszulassen, ich weiß einfach nicht wie das gehen soll.

Das ist normal. Man kann nicht einmal abschließen und dann ist es gut. Man kann sich aber entscheiden, etwas als verziehen/geklärt/abgeschlossen zu betrachten und dann dementsprechend damit umgehen (keinen Raum nehr widmen, wegschieben in die Schublade "abgeschlossen"). Mit der Zeit kommen die Themen immer seltener hoch.

Zitat von RunningFree:
Das was du Grundrauschen nennst, ist bei mir eher so als ob das Fass immer bis zum Rand gefüllt ist, und selbst ein Tropfen reicht das es überläuft, und im Moment regnet es aus Eimern.

Das muss unfassbar anstrengend sein und klingt für mich nach der Notwendigkeit von professioneller Unterstützung.
Alleine von so einem hohen Level an Überforderung und Anspannung runter zu kommem dauert sehr lange, wenn es überhaupt gut möglich ist, weil Kopf und Körper voll mit Ertragen und Aushalten beschäftigt ist und in solchen Alarmzeitem schwer Wachstum möglich ist.

x 2 #5


RunningFree
Zitat von Pauline333:
Welche hast du denn ausprobiert?

Das ist alles schon lange her, erinnern tue ich mich an Opipramol das überhaupt keine Veränderung gebracht hat, und Venlafaxin, damit hatte ich mich ganz gut gefühlt, aber meine Leber fand es wohl nicht so toll.

Und Diazepam, war einfach zu schön um wahr zu sein, mir war alles 6 Stunden total egal..und dann war es wieder da, habe ich nach der ersten Einnahme gleich wieder gelassen, kam mir eher wie eine Dro. vor.


Zitat von Pauline333:
Das muss unfassbar anstrengend sein und klingt für mich nach der Notwendigkeit von professioneller Unterstützung.
Alleine von so einem hohen Level an Überforderung und Anspannung runter zu kommem dauert sehr lange, wenn es überhaupt gut möglich ist, weil Kopf und Körper voll mit Ertragen und Aushalten beschäftigt ist und in solchen Alarmzeitem schwer Wachstum möglich ist.


Ja es ist total anstrengend, da hast du recht, einen Großteil meiner Freizeit verbringe ich mit schlafen aber wo ist der Unterschied von ertragen und aushalten, zu sich bewusst seinen Ängsten zu stellen?

x 2 #6


Icefalki
Ö
Zitat von RunningFree:
Seit ca. 20 Jahren begleitet mich Panik, Angst und düstere Gefühle,


Damit bist du nicht alleine. @Pauline333 hat dir auch in meinem Sinne geschrieben.

Ich möchte dich aber noch dringend auf etwas anderes hinweisen:

Lass mal (muss man aber selbst bezahlen), beim Hausarzt Blutwerte bestimmen, die auch für Depressionen ursächlich sind.

Hier mal was zum lesen:

https://www.google.com/url?sa=i&source=...7351260000


Ich habe das am eigenem Leib erlebt: Mir ging es schlecht, dabei war Vitamin D und B im Keller und ich war wegen meiner Schilddrüse überdosiert. Nur mal so am Rande.

Mach dich da mal schlau. Meiner Meinung nach müssten Blutuntersuchung bei Depressionen und Ängsten zum Alltag gehören und lass dich da nicht von Ärzten abwimmeln, du bezahlst das ja selbst.

x 3 #7


RunningFree
Hallo Icefalki,

Vielen Dank für diesen wertvollen Hinweis, ich denke das werde ich mal in Angriff nehmen, zumal mir meine Frau schon seit langem erzählt das es auch mit Körperlichen Mangelerscheinungen zu tun haben könnte, ich wusste bis jetzt aber nicht das man das testen lassen kann.

x 1 #8


P
Zitat von RunningFree:
wo ist der Unterschied von ertragen und aushalten, zu sich bewusst seinen Ängsten zu stellen?

Im ersten Fall bleibt alles wie es ist oder wird sogar immer schlimmer, im zweiten Fall ist Verbesserung bis zu Heilung möglich.

Aber es muss der Groschen wirklich fallen, dass nur du selbst an deinem Kopfproblem etwas ändern kannst. Von außen können nur Hinweise und Impulse kommen.

x 2 #9


RunningFree
Ja, das ist mir schon bewusst, im Laufe der Jahre musste ich mich wirklich sehr vielen Situationen stellen die schlimme Ängste ausgelöst haben, und allen konnte ich den Schrecken nehmen, indem ich mich ihnen gestellt habe.

Im Moment ist es aber so das ich mich seit 11 Monaten jeden Tag diesen Ängsten stelle, die am Morgen am schlimmsten sind, der Tag ist dann zwar anstrengend aber sonst Ok.

Schlimm ist das es trotzdem am nächsten Morgen, oder auch schon in der Nacht wieder los geht, und ich nicht daran glaube das schaffen zu können, was ich mir aber jeden Tag aufs neue beweise.

Blöd ist auch das,das Wochenende nicht mehr ausreicht um runter zu fahren, vielleicht muß ich einfach aus der Situation (Job) raus, aber das würde mir dann wieder wie versagen vorkommen.

#10


Greta__
Moin und willkommen im Forum.

Ich schließe mich meinen Vorrednerinnen an.

Lass dein Blut testen, unbedingt.

Würde sich jemand das Bein brechen und deshalb in der Arbeit ausfallen, würdest du den Menschen einen Versager nennen? Sicher nicht. Von daher: Sei nachsichtig und liebevoll mit dir.

Hast du mal über eine Tagesklinik nachgedacht? Dort gehst du 5 Tage die Woche hin, morgens bis nachmittags.

Antidepressiva gibt es glaube ich so 70 verschiedene. Leider muss man manchmal ausprobieren welches zu einem passt.

x 1 #11


RunningFree
Zitat von Greta__:
Hast du mal über eine Tagesklinik nachgedacht? Dort gehst du 5 Tage die Woche hin, morgens bis nachmittags.

Tagesklinik war ich mal vor ca. 10 Jahren, fand ich gut, bis auf alles was mit Entspannungstechniken zu tun hatte, das bekomme ich nicht hin.

Einen Satz habe ich aber trotzdem mit nach Hause genommen: Egal wo es herkommt, wie bekommen wir es weg!?

Gruppentherapie fand ich auch gut

Zitat von Greta__:
Würde sich jemand das Bein brechen und deshalb in der Arbeit ausfallen, würdest du den Menschen einen Versager nennen? Sicher nicht. Von daher: Sei nachsichtig und liebevoll mit dir.

Da hast du natürlich recht, ist wohl irgendwie so ein Männer Ding, ich habe Probleme das als Krankheit anzusehen, obwohl es mich auffrisst.

x 2 #12


P
Zitat von RunningFree:
die am Morgen am schlimmsten sind, der Tag ist dann zwar anstrengend aber sonst Ok.

Das lässt mich an die Möglichkeit einer depressiven Komponente denken. Da könnte ein AD kurzfristig helfen.
Du hattest bisher noch kein SSRI.
Mir hat damals Sertralin sehr gut geholfen. Es hat mich sehr schnell wieder in Balance gebracht umd ich konnte nach 6 Monaten wieder langsam ausschleichen.

x 1 #13


User_0815_4711
Zitat von RunningFree:
Oft kommt mir mein Leben vor wie ein Käfig in dem ich gefangen bin, ein Käfig aus dem ich ausbrechen muß, ich sehne mich nach Freiheit, ohne zu wissen was ich mir unter Freiheit eigentlich vorstelle, es ist total paradox.

Für mich nicht. Einfach frei von Zwängen. Also ganz frei geht nicht, aber das Leben soll auch nicht komplett durchgetaktet sein. Und Routinen geben auch Sicherheit. Freiheit + Sicherheit, ein berühmtes Paar.

Und eventuelle neue Wege und Ziele sieht man oft erst, wenn mal ein paar Zwänge weg sind.

Du schreibst, deine Arbeit ist ein großer Faktor. Bitte erzähle mal, was dich dort belastet.

x 1 #14


kadisha
Zitat von Pauline333:
Vielleicht noch hierzu: Zu Beginn musst du "einfach" so denken. Dankbarkeit hilft da ganz stark. Schreibe dir abends z.B. 3 Dinge auf für ...

Das klingt nach Joe Dispenza. Hast du da selbst auch die Erfahrungen gemacht, dass man das Gehirn quasi umpolen kann?

#15


kadisha
Zitat von Icefalki:
Ö Damit bist du nicht alleine. @Pauline333 hat dir auch in meinem Sinne geschrieben. Ich möchte dich aber noch dringend auf etwas anderes ...

Huhu.
Wie sahen deine Schilddrüsenwerte aus, dass die überdosiert waren? Und welche Symptome hattest du? Ich habe Hashimoto, daher die Frage

#16


Icefalki
Zitat von kadisha:
Schilddrüsenwerte



Weiss ich gar nimmer. Ich war eh durch den Wind, da ich Herzrythmusstörungen hatte. Die Hausärztin (war früher im RehaBereich tätig), hat mich dahingehend untersucht und beraten.

#17

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RunningFree
Zitat von Pauline333:
Mir hat damals Sertralin sehr gut geholfen. Es hat mich sehr schnell wieder in Balance gebracht umd ich konnte nach 6 Monaten wieder langsam ausschleichen.

Ich bin starker Raucher, und komme davon nicht los, mache mir ein wenig sorgen dann von zwei Sachen abhängig zu sein, aber vielleicht heiligt der Zweck die Mittel, ich denke mal darüber nach, Danke für dein Interesse.

x 1 #18


kadisha

RunningFree
Zitat von User_0815_4711:
Du schreibst, deine Arbeit ist ein großer Faktor. Bitte erzähle mal, was dich dort belastet.

Ich arbeite im Großhandel, und bin für die Auslieferung, das Personal und die Kraftfahrzeuge zuständig.

Das bedeutet ich weiß Morgens nie wirklich was mich erwartet, ob ich genug Leute habe, genug Fahrzeuge, um alles Termingerecht auszuliefern.

Wenn ich dann da bin kann ich nach 10min sagen ob das alles klappt, und dann geht es mir meistens auch ein wenig besser.

x 1 #20


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