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Oliver1967

Oliver1967
Mitglied

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Hallo zusammen, mein erster Beitrag nachdem ich einige Wochen im Forum gelesen habe, was mir sehr geholfen hat das es noch mehr Betroffene gibt.
Hätte nie gedacht das so viele Menschen mit der Psyche Probleme haben.

Zu meiner Geschichte:

Vor ca 15 Jahren Burnout (schwere depressive Episode) weil ich damals Workaholic war und wurde von einem auf den anderen Moment außer Gefecht gesetzt.

Innerhalb eines halben Jahres ohne Medikamente und Therapie wieder zurück gekämpft.

Mehr auf mich geachtet und den Beruf gewechselt, trotzdem zwischendurch Phasen wo es mir seelisch und körperlich nicht gut ging. Konnte aber gut damit umgehen.

Vor etwa 8 Monaten einen Herzinfarkt erlitten, nach einem Stent ging es mir erstmal wieder gut und bin nach 10 Tagen wieder arbeiten gegangen weil die Arbeit so viel Freude bringt und mir gut tut.

Ich arbeite mit Menschen die durch früheren Dro. psychische Probleme haben.

Nach ca. 6 Wochen entgleiste mein Blutdruck öfter und ich habe mich so reingesteigert das er noch höher wurde.
Laufend zur Hausärztin gelaufen die mich beruhigt hat und sagt das 20% aller Infarktpatienten eine Herzneurose entwickeln.

Sie hat mir Citalopran verschrieben was ich langsam auf 20mg eingeschlichen habe. Die 6 Wochen Einschleichphase waren wirklich schlimm. Hatte fast alle Nebenwirkungen die in den Foren aufgeführt sind, incl. Panikattacken mit RTW und Notaufnahme. EKG prima, Blutwerte top.

Mittlerweile sind die Nebenwirkungen und Panikattacken verschwunden. Geblieben ist weiterhin dieses auf und ab. Es gibt Tage und Wochen wo es mir absolut spitze geht. Dann kommen wieder Tage (bis zu einer Woche), wo ich ein Engegefühl in der Brust habe und die Angst kommt wieder. Dann macht es irgendwann Klick im Kopf und alles ist wieder gut bis zum nächsten Mal.

Wenn ich abgelenkt bin, sei es auf der Arbeit oder in Gesellschaft ist das Engefühl meistens weg, in Ruhe dann direkt wieder da.

In Phasen wo es mir gut geht denke ich mittlerweile vermehrt darüber nach wann die nächste schlechte Phase wohl kommt und das belastet langsam.

Kennen vielleicht noch mehr so ein Auf und Ab?

Liebe Grüße Oliver

14.03.2026 #1


4 Antworten ↓


Astrid63
Also ich kann nur etwas zu dieser Herzangst beitragen. Eine Freundin von mir hatte einen Herzinfarkt. Sie hat etwas über ein Jahr gebraucht, um sich von den letzten Symptomen und Ängsten zu verabschieden. Deine Ärztin hat Recht. Die meisten Herzinfarktpatienten kennen diese Ängste und Beschwerden. Halte Dich daran fest, dass Deine Untersuchungen ohne Befund waren. Ansonsten hast du Dir natürlich einen harten Job ausgesucht. So sehr ich dich dafür bewundere, dass du eine so wichtige und verantwortungsvolle Tätigkeit angefangen hast, bin ich nicht sicher, wie es deiner Seele damit geht. Nimmst Du nicht viel davon mit nach Hause? Aber anscheinend tut dir deine Arbeit ja gut.

Gute und schlechte Phasen gehören wohl zu unserem Leben. Live is a roller coaster - Höhen und Tiefen. Das Problem ist, dass du Angst vor der nächsten schlechten Phase hast. Und damit machst du dir die guten Phasen kaputt. Ich denke, es hilft nur zu akzeptieren, dass es wieder eine schlechte Phase geben könnte und diese dann anzunehmen. Das schreibt sich so leicht und ich bin an der selben Stelle und versuche mich in Akzeptanz. Es ist sehr schwer. Aber es ist machbar. Davon bin ich überzeugt. Also zu der Frage: ja, ich kenne dieses auf und ab sehr gut und dachte zwischendurch sogar mal, ich sei geheilt. Ich wette, deine guten Phasen dauern jetzt immer länger und die schlechten werden weniger und kürzer. Auf alle Fälle wünsche ich dir das von herzen

#2


A


Burnout, Herzneurose, Angstzustände

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Oliver1967
Danke Astrid, ich sollte die guten Phasen genießen, durchhalten und positiv denken. Es war ja wirklich schon schlimmer, das muss ich mir immer sagen. Denke der nächste Kardiologentermin wird mir auch wieder mehr Sicherheit geben. Hatte leider erst einen. Besten Dank für deinen Denkanstoß.

#3


pupsifant
Ich hatte nach meinem (völlig unerwartetem) Herzinfarkt, der auch noch mit einem Aneurysma plus Aortenprothese kam, sowohl ewige Rekonvaleszenz als auch eine Herzneurose. Jeder Termin bei meiner sehr verständnisvollen Kardiologin hat es allerdings etwas besser gemacht.

Mittlerweile sind 1,5 Jahre vorbei und ich fühle mich zumindest wieder halbwegs sicher. Allerdings war ich wegen schwerer OP und Lungenentzündung danach auch gut ein halbes Jahr mehr oder minder dauernd eingeschränkt.

Sportliche Belastung mit akzeptablen Wattzahlen hilft übrigens auch.

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Oliver1967
Schön das du auf dem Weg der Besserung bist. Bewegung hilft mir auch gut. Wer rastet der rostet.

#5





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