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Steve64
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Moin zusammen,

habe vor einem Jahr mein sehr anstrengendes Studium abgeschlossen, diese Zeit war sehr stressig für mich. Quasi mit der letzten Prüfung, gab es einen "Crash", bei mir ging gar nichts mehr. Ich konnte nicht mehr schlafen, hatte Panik, ganz viel Probleme mit Reizen, konnte nicht mehr spazieren gehen, Hunger Gefühl war nicht mehr da, Schwindel und musste mich jeden morgen übergeben. Mein Nervensystem war völlig überreizt.
Zudem ist mein ganzer Körper angespannt.

Das ganze ist jetzt ca ein Jahr her, ich konnte lange nicht mit Leuten darüber reden. Ich bin sehr schnell wieder zur Arbeit gegangen (nach dem Motto: Stell dich nicht so an), bin aber jetzt mittlerweile soweit, dass ich einige gute Freunde und Arbeitskollegen in den Burnout eingeweiht habe. Allein dadurch, dass ich drüber geredet habe, ist schon eine Menge Druck abgefallen, und auch die Körperspannung hat sich etwas verringert, ist aber immer noch sehr hoch. Komischerweise ist direkt danach die Angst bei mir angefangen, plötzlich bin ich wegen super banalen Dingen ängstlich geworden.

Arbeiten klappt wieder einigermaßen, zudem kann ich nach der Arbeit eine Runde spazieren gehen (ca 3000 Schritte).
Bin mittlerweile mit einer Therapie angefangen und achte sehr auf mich (wenig Reize, Vermeidung von Menschenmengen etc). Zudem mache ich viele Entspannungsübungen, das ganze tut mir gut.

Auffällig ist, dass es mir nach körperlicher Überlastung sehr sehr schlecht geht. Zur körperlichen Überlastung kann z.B. schon eine Runde Rad fahren sein oder ein zu langer Spaziergang. Ich war auf einer Firmenreise (3Tage auswärts), es ging mir vorher schon sehr schlecht (Angst), währenddessen hatte ich mehrere Panikattacken mit Übelkeit, Schwindel, kein Schlaf etc., als ich wieder zu Hause war, ging 10 Tage lang bei mir nichts mehr. Konnte teilweise nichtmal aus dem Bett aufstehen. In solchen Momenten gehts mir dann auch Mental sehr schlecht. Sobald sich mein Körper wieder einigermaßen erholt, wird auch mein mentaler Zustand besser. Dabei ist besonders auffällig, dass die negativen Gedanken vor allem morgens auftreten und gegen Abend hin teilweise weniger werden.

Zudem ist sehr auffällig, dass mein ganzer Körper stark verspannt ist. Sobald ich versuche, den Rücken oder die Hüfte zu lösen, bekomme ich am nächsten Tag heftige vegetative Symptome (Hunger verschwindet, Schwindel, Übelkeit, Antriebslosigkeit, Ängste, negative Gedanken etc).

Hat mit diesem Thema, besonders der körperlichen Spannung und der geringen körperlichen Reserve, schonmal jemand Erfahrung gemacht und würde Sie mit mir teilen?

Zudem überlege ich, meinem Hausarzt nach Medikamenten zu fragen (ggf. Antidepressiva o.Ä.).

Hat auch mit diesem Thema schonmal jemand Erfahrung gemacht, besonders auf meine schwache körperliche Reserve und die verspannte Muskulatur bezogen? Kann mit solchen Medikamenten die Grundspannung des Nervensystems gesenkt werden?


Ich bin gespannt auf eure Antworten!

18.05.2026 x 1 #1


2 Antworten ↓

Windy
Deine Nervensystem wurde anscheinend dauerhaft so stark geschädigt und umgestellt, durch den Stress, daß es sich nicht mehr vollständig regenerieren können und nicht mehr so wie vorher wird. 3000 Schritte jeden Tag nach der Arbeit kommt mir etwas viel vor, als "Spaziergang", womit du deinen Körper noch zusätzlich belastest, würde da mal etwas kürzer treten und beobachten, mit was du dich am wohlsten fühlst. Die Verspannungen kommen vom übermäßig aktiven Sympathikus, den du in dieser großen Stresszeit in diese Richtung trainiert hast und womit er nicht mehr aufhört, weil er jetzt in allem mögliche Gefahren sieht, die objektiv keine sind, um dich zu schützen, damit er so etwas wie damals, nicht mehr erfahren muß. Er wehrt sich quasi mit all den Symptomen, gegen Gefahr und Überforderung und hat seine Grenzen deshalb entsprechend stark verkürzt. Die geringe körperliche Leistungsreserve, kommt von der dauerhaften Muskelanspannung, denn die verbraucht viel Energie, auch das Gehirn, mit Gefahrenortung.

Du brauchst Entspannung (Muskelentspannung) und Beruhigung. Was Medikamente betrifft, kannst du das mit deinem Arzt besprechen, auch ein Hausarzt kann Psychopharmaka verschreiben, ist aber nicht so spezialisiert, wie ein Psychiater oder Neurologe.

x 1 #2


Lokalrunde
Darf ich einmal erfragen, wer dir die Diagnose Burnout gegeben hat? Und wenn es ein Arzt war, wie sah die Therapie aus? Ich kenne persönlich drei ehemalige Arbeitskollegen, die Burnout diagnostiziert bekamen von ihrem Facharzt. Die waren über mehrere Monate AU geschrieben und in dieser Zeit in einer Rehamaßnahme. Zwei von denen waren nicht in der Lage, am Morgen aus dem Bett zu kommen. Wochenlang ging es denen so!

Und wie schaut deine Therapie heute aus, ich meine die professionell angesetzte bei Burnout? Du schreibst darüber ein bisschen wenig, fragst nach Medikamenten, auch das entscheidet nur ein Arzt!

#3





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Dr. Christina Wiesemann
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