App im Playstore
Pfeil rechts
×

Lieber Forenbesucher,

dieses Forum dient dazu, Menschen zu unterstützen und Austausch zu ermöglichen. Wer Hilfe braucht, findet sie hier, und wer helfen möchte, ist willkommen. Moderatoren achten darauf, dass der Umgang respektvoll bleibt. Für eine angenehme Atmosphäre sind verständnisvolle, ermutigende und einfühlsame Beiträge explizit erwünscht. Verletzende oder verurteilende Beiträge sind nicht erlaubt.

V

Vater36
Mitglied

Beiträge:
5
Themen:
1
Mitglied seit:
Hallo zusammen, Ich bin 36 Jahre alt, war sportlich super fit und lebe in seit 3 Jahren in Thailand. Ich habe einen Sohn der mein ein und alles ist, jedoch bei seiner Mutter lebt. Da gibt es aber keine Probleme wir verstehen uns gut und ich sehe ihn dreimal die Woche. Alles lief in meinem Leben gut, Arbeit , Privat alles.

Dann vor 3 Monaten bin ich 15km Laufen gewesen, nach dem Lauf war mir plötzlich schwindelig mein Herz hoch und runter, ich dachte ok Elektrolyte etc. Nach 1 Stunde ging es mir wieder besser, am nächsten Morgen jedoch dasselbe Problem ein Push zum herzen, mir wurde schummrig und schwindelig und ich bin in die Notaufnahme, dort wurde nix festgestellt. Am Abend wieder dasselbe diesmal hatte ich totale Panik und bin 5 Tage im Krankenhaus geblieben. Es wurden alle Untersuchungen gemacht , 48 Stunden EKG, Tilt Table Test, Herz CT, Gehirn MRT, Bluttest . Alles in Ordnung bis auf leichte Stenosis in einer Arterie die aber nix mit den Symptomen zu tun hat und hoher Blutdruck. Dennoch hörten die Attacken nicht auf nach dem Essen plötzlich das Gefühl zum Herzen wieder da , die Angst geht hoch schummrig etc. Nach 5 Tagen wurde ich ohne Diagnose entlassen und versuchte selbst zurecht zu kommen. Habe jeden Tag geweint weil ich nicht wusste was mir mir los ist, die Welt wirkte unreal , ich fühlte mich nicht da und ich hatte Angst vor weiteren Attacken.

Mittlerweile war ich in einem anderen Krankenhaus und nun beim Psychologen, er meinte es ist eine Angststörung und Panikattacken. Ich nehme nun dreimal am Tag Alprazolam , habe Lorazepam und nahm erst 6 Wochen Deanxit und nun seit 1ner Woche Zoloft.

Leider geht es mir oft sehr schlecht und ich bin total verzweifelt, ich weiß nicht was mit mir los ist, ich bekomme Heulkrämpfe , ich habe solche Angst vorm Sterben. Seit der Zoloft geht es erstmal noch schlechter die ersten Tage, ich kann kaum schlafen wache morgens mit Angst schon auf und es geht erst nach einer Alprazolam, ich habe Angst meinen Sohn zu sehen weil ich Angst habe vor ihm umzukippen oder anderes , ich habe so Angst ihn nun zu enttäuschen er fragt oft wann ich wieder komme. Schon wenn ich an ihn denke könnte ich wieder direkt weinen. Ich spüre fast den ganzen Tag wie Druck auf der Brust und die pushs zum Herzen spüre ich weiterhin, ich weiß nicht was das ist , dass macht mir Angst ist es Adrenalin oder Luft die Hochschießt, wieso spüre ich das so intensiv und wieso macht mir das richtig Panik in dem Moment. Letztens habe ich mit meiner Freundin einen Film geschaut und spürte das plötzlich wieder und bin direkt aufgesprungen.

Was habe ich nur Leute, ich habe solche Angst nie wieder normal zu werden. Auch wenn ich manchmal in ein Restaurant gehe und was esse oder auch so versuche rauszugehen, weil der Arzt meinte ich soll möglichst alles normal fortführen, aber an Sport zb ist nicht zu denken und meinen Sohn zu sehen seitdem habe ich bei der Zoloft angst, obwohl ich es nun am Dienstag probieren möchte. Ich habe immer Angst jede Sekunde das mir was passiert und ich wieder den Push zum Herzen spüre.

14.05.2026 #1


9 Antworten ↓

bory
Hi, das erinnert mich sehr an meine dunklen Stunden. Ich dachte Anfang 50, du machst Crossfit, Gewichtheben, (15km war meine hausstrecke laufen), mach mal so einen kostenlosen Herzcheck und zeig denen mal wie fit Du bist. Nach dem Ultraschall haben sie mich nicht mal mehr auf das Fahrrad gelassen. Das Herz war gesund und leistungsfähig. Aber eine Herzklappe hatte einen genetischen Fehler. Dadurch war meine Aorta statt 2,5 cm im Durchmesser fast 5cm. Wenn die dann reisst, wäre sofort schluss. Keine Rettung. Keine Hilfe. Ich komme nicht mal ans Telefon.

Ich musste 6 Jahre auf die Operation warten, weil mit Maximalpuls 120 leben weniger gefährlich war als die OP. Dadurch habe ich eine Herzneurose entwickelt, ähnlich wie Du sie beschreibst. Reinfaktisch hatte ich nichts am Herzen. Ich war noch genau derselbe wievor der Information, aber es hat KLICK in mir gemacht. Die Angst übernahm. Bluthochdruck. leichte Herzrhytmusstörungen, die vernachlässigbar waren.

Die erste Panikattacke. Agoraphobie. Irgendwann frage meine Frau dann, ob wir nicht mehr raus gehen können deshalb. Da habe ich dann mit einer Verhaltenstherapie begonnen. Nach der OP schliesslich brauchte ich immer noch Jahre, obwohl ich von allen Ärzten grünes Licht bekam. Sport machen, belasten, leben....

Es ist richtige organisch abprüfen zu lassen, aber dann muss auch gut sein.
Die Angst und die Panik versetzt deinen Körper in einen Notfallmodus. Das ist nicht gefährlich, wenn alles sonst ok ist.
Ein Therapeut kann dir helfen. Im wesentlichen aber hilfst Du dir selbst.

Meine Erinnerung sagt ich hatte zeitweilig 24/7 Angststress. Jetzt habe ich nur noch in Ausnahmefällen einen Anflug und damit kann ich immer besser umgehen.

Also: ich fühle mit Dir und möchte Dir Mut machen.

#2


A


Bitte hilft mir , Angst oder Panikattacken?

x 3


V
Mit meinem Herz ist ja angeblich soweit alles in Ordnung. Heute konnte ich meinen Sohn sehen , aber auch in den Stunden und nun danach spüre ich Schübe zum Herzen und weiß einfach nicht wo diese herkommen.

#3


NeonPixie
@Vater36

Die Schübe, die du spürst, sind sehr wahrscheinlich Adrenalinschübe, die dein Körper ausschüttet, wenn er in Alarmbereitschaft geht. Das fühlt sich physisch real an, weil es das ist. Aber es ist kein Herzproblem.

Zoloft braucht 2 bis 4 Wochen, bis es wirkt; die ersten Tage können tatsächlich schlechter sein; das ist eine bekannte Eigenschaft von diesem Medikament. Alprazolam drei Mal täglich dauerhaft ist allerdings ein Punkt, den du mit deinem Arzt besprechen solltest, da man das wohl nur kurzzeitig nehmen sollte.

Dass du deinen Sohn heute gesehen hast, obwohl du Angst davor hattest, ist ein echter Erfolg. Du hast deinen Sohn gesehen, was emotional intensiv ist, und das Nervensystem hat reagiert

#4


V
Danke Dir für deine Antwort, ja laut meinem Psychologen ist die Dauer mit dem Alprazolam erstmal auf die ersten 2 Wochen begrenzt ( obwohl ich schon davor 2 Wochen lang dies genommen habe, allerdings in deutlich geringer Dosis, einmal nur 0,25mg vor dem schlafen und dann morgens und abends diese Dosis , nun nach Umstellung auf Zoloft sind es dreimal jeweils immer 0,5mg ), Nachts habe ich auch immer Hitze Attacken und kann nicht durchschlafen wache oft auf und Zittere auch. Auch beim Aufwachen bin ich direkt ängstlich und nervös. Bin nun bei Tag 9 der Einnahme von Zoloft und habe die leichte Hoffnung das es manchmal Tagsüber seit 2 Tagen etwas besser geht, was die Derealisation etc angeht.

#5


NeonPixie
Zitat von Vater36:
Danke Dir für deine Antwort, ja laut meinem Psychologen ist die Dauer mit dem Alprazolam erstmal auf die ersten 2 Wochen begrenzt ( obwohl ich schon davor 2 Wochen lang dies genommen habe, allerdings in deutlich geringer Dosis, einmal nur 0,25mg vor dem schlafen und dann morgens und abends diese Dosis , nun nach ...

Besserung bei der Derealisation ist doch ein gutes Zeichen.

Die Nachtprobleme sind typische Begleiterscheinungen der Einschleichphase von SSRIs. Das Nervensystem reguliert sich neu und das ist unruhig. Sollte mit der Zeit besser werden, wenn nicht beim Arzt ansprechen.

Cortisol steigt morgens natürlich an und ein sensitives Nervensystem reagiert darauf. Das ist kein Zeichen, dass der Tag schlimm wird.

#6


V
Ja heute morgen war es wieder sehr schlimm, hatte Angst vor dem Tag , Druck auf der Brust und es hat sich trotz das ich ein wenig rausgegangen und gefrühstückt habe nun bis 12Uhr Mittags nicht wirklich verbessert. Ich habe Angst und bin verzweifelt das es einfach nie mehr gut wird.

#7


E
@Vater36 Das was du beschreibst klingt ehrlich gesagt sehr nach einer massiven Angst- bzw. Panikspirale, gerade weil offenbar extrem viele Untersuchungen gemacht wurden und dabei nichts Akutes gefunden wurde. Dieses „Pushen“ zum Herzen, die Angst umzukippen, das Gefühl unwirklich zu sein, ständig auf den Körper zu achten und plötzlich auf jede kleinste Veränderung extrem zu reagieren kennen tatsächlich viele Menschen mit starken Angststörungen.
Vor allem nach dem ersten heftigen Erlebnis fängt man oft an den Körper dauerhaft zu überwachen. Dann reicht irgendwann schon ein kleiner Adrenalinschub, Herzstolpern, ein Druckgefühl oder Schwindel und das Nervensystem schaltet sofort wieder in Alarmmodus. Dadurch wird alles noch intensiver und bedrohlicher wahrgenommen.
Und dass es dir morgens direkt nach dem Aufwachen schlechter geht oder du Angst bekommst deinen Sohn zu sehen, heißt nicht dass du ihn nicht liebst oder „verrückt wirst“, sondern eher dass dein Nervensystem momentan dauerhaft auf Gefahr eingestellt ist.
Dass Zoloft am Anfang erstmal alles schlimmer machen kann, habe ich übrigens schon öfter gehört. Gerade die ersten Wochen sollen wohl bei manchen ziemlich unangenehm sein, bevor es besser wird.
Wichtig ist vor allem: Du bist mit diesen Symptomen definitiv nicht alleine und viele Menschen kommen aus so einem Zustand auch wieder raus, selbst wenn es sich aktuell absolut unmöglich anfühlt.

#8


NeonPixie
Zitat von Vater36:
Ja heute morgen war es wieder sehr schlimm, hatte Angst vor dem Tag , Druck auf der Brust und es hat sich trotz das ich ein wenig rausgegangen und ...

MilanRuhe hat das gut erklärt. Was du beschreibst ist das klassische Bild einer generalisierten Angststörung mit morgendlichem Cortisol-Peak.

Die ersten 2-3 Wochen sind oft bei Zoloft wohl tatsächlich die schwersten. Das Serotoninsystem braucht Zeit um sich einzupendeln. Viele berichten genau diese Verschlechterung bevor es besser wird. Das ist pharmakologisch erklärbar und kein Zeichen dass das Medikament nicht wirkt.

#9


V
Ein kleines Update nach 2 1/2 Wochen nun auf Zoloft , der Arzt hatte mich vor knapp 5 Tagen von Alprazolam auf Domar 3mal täglich umgestellt, da er meint das bei Domar die Ups und Downs nicht so stark auftreten wie bei Alprazolam. In den letzten 2-3 Tagen spüre ich eine Verbesserung, die morgendliche Unruhe, das Unwohlsein ist zwar noch da, jedoch geht es mir tagsüber etwas besser und ich kann auch rausgehen in Restaurants oder auch meinen Sohn sehen und mit ihm spielen, was mir unfassbar wichtig ist.
Ich versuche auch oft Schwimmen zu gehen und konnte zuletzt 2km joggen ( was natürlich nix ist im Vergleich zu vor 4 Monaten wo ich Halbmarathons gelaufen bin , jedoch sah ich es schon als Erfolg an ).
Dennoch verliere ich mich oft in Sorgen das die pushs zum Herzen wieder kommen oder ob ich nicht doch irgendwas plötzlich bekommen könnte. Auch das alleine sein in der Wohnung fällt mir schwer und einfach mal entspannt auf die Couch zu setzen und zum Beispiel etwas zu lesen. Die Gedanken gehen dann immer zu meinem Körper und dem Gefühl " Was ist wenn gleich wieder was passiert, wenn ich die pushs wieder spüre und mir schummrig wird".

#10


A


x 4





Youtube Video

Dr. Christina Wiesemann
App im Playstore