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Panikker
Mitglied

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Mitglied seit:
Hallo Betroffene,

derzeit kommt alles geballt.
Zum normalen Alltagstrubel und bestehenden Ängsten habe ich zusätzliche Aufgaben und Erfüllungssorgen.
Anstehende verschobene eigene Wohnungsrenovierung, Mutter Krebsendstadium, krankes Familienumfeld, geplante Reise Pfingsten, gestern Autopanne Plattfuß. usw.

Habe Zweifel, Sorge, Beklemmung mit Agoraphobie allem gerecht zu werden. Mutter kommt 30.04. Vom Krankenhaus in Schmerzklinik und danach ist Pflegeheimplatz erforderlich.
Wohnungsauflösung, Behörden alles was überfordert. .weil ich den gesamten grossen Berg sehe.

Hat da jemand Erfahrung wie dies Stück für Stück einzeln nervlich emotional gepackt wird.
Innere Ruhe und Gelassenheit, die Kraft und Stärke für 24 Stunden zu haben ist mein grosser Wunsch.

Warum sieht man immer die ganze Last vor sich die einen belastet und Angst macht.
Mit ungelösten Problemen in Frieden leben und alle bestehende Belastungen bei Seite schieben, wie bekomme ich dies hin?

30.04.2026 #1


9 Antworten ↓

NeonPixie
Das ist objektiv viel auf einmal.

Dass man immer den ganzen Berg sieht, ist neurolgisch erklärbar. Ein überaktives Angstsystem scannt permanent nach Bedrohung und summiert. Was hilft, ist nicht den Berg wegzudenken, sondern ihn zu zerstückeln, bis er aufhört ein Berg zu sein.

Was ist das Dringendste, was bis zum 30.04. erledigt sein muss? Und was davon kannst du delegieren oder schieben? Nicht alles muss von dir gelöst werden. Gibt es Menschen in deinem Umfeld, die konkrete Aufgaben übernehmen könnten?

x 1 #2


A


BelastungsAngst Überforderung

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P
Danke NeonPixie,

Schieben tue ich schon öfters, aber dadurch ist die Aufgabe/Erledigung nicht weg.
Das Stückeln könnte mir helfen , nur die Last für heute zu tragen.
Delegieren heisst für mich Paniker, eine Begleitung, Mithelfer neben mir zu haben der mich ablenkt von meiner Angst und Sicherheit gibt meine Belastbarkeit zu tragen.

#3


NeonPixie
Was du über Delegieren sagst, ist interessant formuliert. Du meinst nicht jemanden, der die Aufgabe übernimmt, sondern jemanden, der dabei ist. Das ist aber genau genommen kein Delegieren, sondern Unterstützen.

Gibt es jemanden in deinem Umfeld, der die eine oder andere Rolle übernehmen könnte?

Schieben macht den Berg nicht kleiner, aber es verhindert, dass er sofort auf dich fällt.

Es hilft manchmal, den Tag auf 24 Stunden zu reduzieren, nicht als Motivationsspruch, sondern wirklich mechanisch. Was muss heute erledigt werden, nur heute? Alles andere existiert morgen noch, aber heute ist es nicht dein Problem.

#4


P
Das 24 Stunden Programm liest sich leicht und gedanklich absolut verständlich.
Dass nur für heute - empfinden, fühlen und akzeptieren annehmen ist nicht so einfach bei labiler emotionaler Gefahrenlage 😱

x 1 #5


NeonPixie
Zitat von Panikker:
Das 24 Stunden Programm liest sich leicht und gedanklich absolut verständlich. Dass nur für heute - empfinden, fühlen und akzeptieren annehmen ist nicht so einfach bei labiler emotionaler Gefahrenlage 😱

Bei so emotionalen Themen kann ich dir aufgrund meiner autistischen Prägung eher schlecht helfen.

#6


Feuerschale
Zitat von Panikker:
Das 24 Stunden Programm liest sich leicht und gedanklich absolut verständlich. Dass nur für heute - empfinden, fühlen und akzeptieren annehmen ist nicht so einfach bei labiler emotionaler Gefahrenlage 😱

Ich denke das ist normal, würde mir auch so gehen und ich denke auch Menschen, die "normal belastbar" sind.
Es ist ja gerade auch viel, was du alles beschreibst.

Neue Tips außer die Dinge aufteilen, das wichtigste zuerst, und wenn möglich Unterstützung holen, hab ich leider nicht.

. Wenn alles sehr viel ist, finde ich den Wunsch nach Unterstützung auch normal, käme denn jemand in Frage, noch aus der Familie z B oder ein Freund?

x 1 #7


P
Gestern war miserabler Nachmittag. Morgens war ich mit Bruder in Mutters Wohnung die aufgelöst werden muss. Haben inspiziert was noch brauchbar (Grossfamilie) verwertbar ( event. Nachmieter) und entsteht werden muss.
Kontakt DRK Kleiderladen kommt Montag, wo wir Schränke , Kommoden durchsehen.
Verträge, Versicherungen, Behörden schauen wir nächste Woche an.
Ich war sehr entspannt und fühlte mich gut dabei.
Dann zuhause fragte ich Frau : steht noch was an, oder sollen wir Eis essen gehen.
Da sie zuhause bleiben wollte, war ich im Haushalt aktiv und wurschtelte, Großeinkauf dan morgen einplanen.

Dann sagte sie für Küche streichen am Samstag fehlt Malerfolie mit Klebeband, sollen wir nach 18 Uhr zu Bauhaus.

Allein diese Aussage brachte mich in Wallung und setzt mich unter Stress. War so nervös und Pulsattacke mit Angstattacke.
Da merkte ich wie wenig Spielraum in Belastungsgrenze ich habe und mich total überfordert fühlte.

Fragte doch ist noch was zu erledigen, nein bleiben zuhaus, dann war ich mit Wäsche und GästeBetten beschäftigt.

Hatte Pulsrasen bei 100 nicht unter 88 und kam nicht runter vom Überfordrrungs-Angsttripp. 😱

Um 8 Uhr legte ich mich hin ubd spürte den Wunsch für Tränen 😢
Irgendwann waren Augen nass und es kullerten paar Tränen.
Dies hat was ausgelöst denn der Puls fiel von 84 auf 71.......und blieb unten.

Fazit ich muss nicht speziell vieles Tun, allein das Kopfkino was alles ansteht, erledigt werden soll, kratzt meine Amygdala so extrem, dass PANIK entsteht.

Wie gerne hätte ich die labile rigide Persönlichkeit weg.

#8


NeonPixie
@Panikker Weinen aktiviert den Parasympathikus. Dein Körper hat also genau das Richtige gemacht.

Bauhaus, Parkplatz, Abend, noch mehr Aufgaben und die Amygdala hat reagiert, als wäre das eine echte Bedrohung. Das ist ein übersensibilisiertes Alarmsystem nach Dauerstress. Entspannt sein beim Auflösen einer Wohnung bedeutet nicht, dass das Nervensystem es nicht registriert hat. Der Akku war vermutlich schon leer, als der Abend begann.

#9


DrSeltsam
Zitat von Panikker:
Hat da jemand Erfahrung wie dies Stück für Stück einzeln nervlich emotional gepackt wird.
Innere Ruhe und Gelassenheit, die Kraft und Stärke für 24 Stunden zu haben ist mein grosser Wunsch.

Warum sieht man immer die ganze Last vor sich die einen belastet und Angst macht.
Mit ungelösten Problemen in Frieden leben und alle bestehende Belastungen bei Seite schieben, wie bekomme ich dies hin?

Ich kenne solche Phasen nur zu gut und nicht nur einmal haben sich daraus Panikattacken und Angstzustände entwickelt.

Was mir letztlich geholfen hat- vielleicht ist irgendwas davon nützlich für dich:

1.
Alle Aufgaben und Sorgen aufschreiben. NICHT nur im Kopf "bearbeiten", sondern zu Papier bringen. So wird aus einem diffusen "Aufgabenberg"bei dem dich ständig irgendwas anderes triggert ("das noch machen, dies nicht vergessen") etwas, was bewältigt werden kann und der Kopf wird entlastet.
Dabei überlegen, was davon überhaupt wirklich gemacht werden muss, was davon dringlich ist, und was vielleicht aufgeschoben oder gar aufgegeben werden kann.

2.
Ganz wichtig: Aufgaben in kleine, zu bewältigende Teile aufteilen und planen. Was Du für morgen, übermorgen oder nächste Woche realistisch planst, ist für deinen Kopf im Grunde heute schon erledigt. Es muss nicht mehr in deinem Kopf rumspuken. Wenn Du für morgen planst Farbe zu kaufen, dann kannst Du dir heute schon sicher sein dass das übermorgen erledigt ist.

Das hört sich vielleicht etwas bescheuert an, aber Dinge die realistisch geplant werden, sind eigentlich schon erledigt. Sie müssen nur noch ausgeführt werden.

Das gibt Sicherheit und beruhigt, weil Du genau weisst, wo Du heute, morgen, nächste Woche stehst.

3.
Den Tag planen und dabei Zeitreserven für unvorhergesehnes berücksichtigen.

4.
Mache dir immer wieder klar, dass Du schon dein ganzes Leben lang immer wieder mit ungelösten Problemen zu tun hattest und zu tun haben wirst. Und dass Du bisher alle davon irgendwie gelöst hast. Es gibt KEINEN Grund anzunehmen, dass Du irgendein Problem in der Zukunft nicht gelöst bekommst.
Ganz egal was passiert, ganz egal was sich ergibt: Du wirst deine Probleme und Sorgen immer irgendwie in den Griff bekommen. Es macht heute aber keinen Sinn, sich über die möglichen Probleme von morgen Gedanken zu machen.
Löse heute die Probleme die Du heute lösen kannst und kümmere dich morgen um die Probleme von morgen.

Zitat von Panikker:
alle bestehende Belastungen bei Seite schieben

Das habe ich auch eine Zeit lang versucht, ist m. M. n. nicht die Lösung. Wenn Du sie beiseite schiebst, sind sie noch immer da und gehen dir weiter auf die Nerven und fallen dir irgendwann wieder auf die Füsse. Meist im ungünstigsten Moment.
Du musst wieder "Herr der Lage" werden indem Du die Probleme angehst, aber dich nicht von ihnen "rumschubsen" lässt.

#10


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Dr. Christina Wiesemann
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