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S

Selly-Kö
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SchreibenHallo zusammen,
ich möchte mich mal an euch wenden, weil ich im Moment wirklich nicht mehr weiterweiß und hoffe, dass sich vielleicht jemand darin wiedererkennt.
Ich habe seit einigen Jahren eine diagnostizierte Angst- und Panikstörung. Die letzten drei Jahre ging es mir aber wirklich gut. Ich hatte kaum noch Probleme und dachte, ich hätte das Schlimmste hinter mir.
Dann hat sich leider meine Schilddrüse dazwischengemischt. Ich habe meine Schilddrüsenmedikamente abgesetzt, weil ich plötzlich starke Schlafstörungen hatte und dachte, ich wäre in einer Überfunktion. Das war aber gar nicht der Fall. Mein TSH lag stattdessen bei 4,5. Vor etwa fünf Wochen habe ich die Tabletten wieder angefangen und die Dosis erhöht. Mein aktueller Wert liegt jetzt bei 2,3 und eigentlich müsste damit ja alles wieder im normalen Bereich sein.
Trotzdem habe ich seit zwei bis drei Tagen wieder Schlafstörungen und vor allem etwas, das mir unfassbare Angst macht.
Ich leide außerdem unter einer ausgeprägten Krankheitsangst. Früher hatte ich vor allem Schwindel, Herzrasen und viele andere körperliche Symptome, bei denen ich immer Angst hatte, etwas Schlimmes zu haben.
Ich wurde allerdings schon gründlich untersucht: Es wurde ein Kopf-MRT (ohne Kontrastmittel) gemacht, ich hatte ein Langzeit-EKG, eine Langzeit-Blutdruckmessung und einen Herzultraschall. Organisch wurde dabei nichts gefunden. Lediglich mein Vitamin-D-Wert und mein Ferritin sind zu niedrig. Außerdem besteht der Verdacht, dass ich noch etwas im Magen-Darm-Bereich habe. Deshalb sollte eigentlich eine Magenspiegelung gemacht werden – vor der ich allerdings große Angst habe.
Zusätzlich habe ich immer wieder starke Verspannungen und Probleme mit dem Nacken. Manchmal kribbelt sogar meine Zunge, was mich natürlich sofort wieder beunruhigt.
Was mir momentan aber am meisten zu schaffen macht, ist meine Wahrnehmung.
Ich fühle mich manchmal wie "wirr". Zum Beispiel gehe ich einkaufen, habe mir vorher genau überlegt, in welchen Laden ich möchte, und plötzlich weiß ich für einen Moment nicht mehr, wohin ich eigentlich wollte. Es fällt mir dann zwar direkt wieder ein, aber allein dieser Moment löst schon Panik aus.
Das Schlimmste ist aber, dass sich meine Umgebung manchmal fremd anfühlt. Mein Zuhause fühlt sich plötzlich ungewohnt an, sogar meine eigenen Kinder kamen mir für einen Moment fremd vor. Dadurch bekomme ich sofort riesige Angst.
Ich merke auch, dass ich plötzlich vor ganz alltäglichen Dingen Angst bekomme. Wenn ich ein Video schaue und sich das Bild verändert, erschrecke ich. Manchmal bekomme ich sogar Angst vor der Stimme meines Bruders, obwohl er mir gerade hilft. Selbst beim Lesen wirken die Zeilen oder das Schriftbild plötzlich irgendwie ungewohnt oder "komisch", und auch das löst sofort Angst aus.
Dazu kommt manchmal das Gefühl, als würde mein Kopf einfach "abschalten" wollen oder als würde ich gleich die Kontrolle verlieren. Genau das macht mir unheimliche Angst. Ich habe dann sofort die Befürchtung, verrückt zu werden oder dass etwas Schlimmes mit meinem Gehirn nicht stimmt – obwohl die Untersuchungen bisher alle unauffällig waren.
Ich habe nicht das Gefühl, den Bezug zur Realität zu verlieren. Es ist eher so, dass meine Wahrnehmung sich für mich plötzlich anders anfühlt und ich genau davor wahnsinnige Angst bekomme. Dadurch beobachte ich jede Kleinigkeit und steigere mich wahrscheinlich noch mehr hinein.
Deshalb wollte ich einfach mal fragen: Kennt das jemand von euch? Hatte jemand im Rahmen einer Angst- oder Panikstörung auch schon einmal solche Veränderungen der Wahrnehmung oder dieses Gefühl, dass alles plötzlich fremd wirkt? Vielleicht sogar zusammen mit Nackenproblemen oder anderen körperlichen Symptomen?
Mich würde wirklich interessieren, ob ich mit diesen Symptomen nicht allein bin, denn im Moment macht mir genau das am meisten Angst.
Vielen Dank schon mal fürs Lesen und für jede Antwort

31.07.2026 #1


13 Antworten ↓

Sonnenzauber
@selly-kö ja eines der Symptome bei einer Angst Störung. Depersonalisation, für mich fühlt sich die Umgebung manchmal bedrohlich an. Wenn zum Beispiel schwarze Wolken kommen, im Supermarkt bin ich auch neben der Spur wie auf Auto Pilot.

#2


A


Angst vor meiner eigenen Wahrnehmung was tun

x 3


S
@Sonnenzauber was machst du dagegen wenn ich fragen darf . Danke das du geantwortet hast . Ich kannte das schon etwas aber so heftig war es noch nie. Und dann mach ich mit wieder Gedanken alles was ich nicht kenne wirkt bedrohlich. Hab des Gefühl ich werde verrückt bzw noch mehr Angst davor

#3


Andrilg
Depersonalisierung oder Derealisation könnte eventuell passen, kommt häufig vor bei Angsterkrankungen und können einen total erschrecken.

#4


Andrilg
Wenn man weiß was es ist und dass es nichts wirklich bedrohliches ist einfach „weitermachen“ was auch immer du gerade tust, dann geht es auch wieder vorbei

x 1 #5


bory
@selly-kö Ja, ich kenne Derealisation, du stehst vollkommen neben Dir, du glaubst gerade der Wirklichkeit nicht. Autopilot und du sitzt auch noch auf dem Beifahrersitz. So schlimm wie von Dir beschrieben hatte ich es nicht, nur ein paar mal, aber das waren ziemliche Tielfpunkte und machen natürlich Angst.

Ich habe sie nicht mehr. Sie sind mit der Entlastung meines Nervenkostüms weg geblieben.

Dir herzliche Grüße und ich fühle mit Dir.

#6


S
Ich hatte sowas früher schon mal.. Aber nie so extrem. Meine ganze Wahrnehmung verändert sich. Und auf einmal bekomm ich voll Angst und dann kommt der Gedanke oh Gott du wirst irre

#7


S
@bory und hoffentlich kommt es nie mehr wieder. Danke für i Antwort.

#8


S
@Andrilg also du meinst normal weiter machen. Ich hab leider noch kein Termin bei einer Psychologin bekommen. War ja jetzt ein paar Jahre Ruhe. Will es nur weg Haben.

#9


Sonnenzauber
@selly-kö akzeptieren und weiter machen, ablenken. Auf die Atmung fokussieren. Es ist auch ein Zeichen dass dein zentrales Nervensystem, überlastet ist. Hast du auch Probleme mit Lärm, Menschen Massen, Aufzüge?

#10


S
Hatte ich vorher nicht aber Autofahrten und wenn ich dann dieses Gefühl habe ist mir alles zu viel ja Menschen machen mir nichts

#11


CosmicPancake
Erstmal muss die Schilddrüsenlage euthyreot sein. Wenn Du eine diagnostizierte Unterfunktion (Hashimoto?) hast, dann wird das bei 2,3 noch nicht der Fall sein. Wie sind ft3 und ft4? Man sagt, diese sollten im oberen Drittel des Referenzbereichs sein. Liegt ggf. eine Konversionsstörung vor?
Die Schilddrüsenhormone regelt alles. Bevor die nicht stimmen, würde ich nicht an andere Ursachen denken.

#12


S
@CosmicPancake laut meinen Endokrinologen sind auch diese Werte voll OK. Ich dachte bei 2.3 sollte es mir nicht so schlecht gehen. Ich hab mein Eisprung entweder hatte ich ihn gestern oder heute. Danke für die Info.

#13


CosmicPancake
Zitat von Selly-Kö:
@CosmicPancake laut meinen Endokrinologen sind auch diese Werte voll OK. Ich dachte bei 2.3 sollte es mir nicht so schlecht gehen. Ich hab mein ...

Gute Endokrinologen zu finden ist schwieriger als Wasser in der Sahara. Hast Du zu dem TSH von 2,3 ft3 und ft4 Werte?
Unter Substitution soll der TSH um 1 liegen, manche Betroffene haben erst gute freie Werte, wenn der TSH nicht mehr nachweisbar ist (also quasi 0)

#14


A


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Dr. Christina Wiesemann
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