Zitat von weyoun: Beispiel: ich vereinsame zunehmend. Ich habe nicht mehr viele Kontakte. Andererseits überfordert mich persönlicher Kontakt derzeit enorm, ich empfinde Gespräche momentan als so anstrengend, daß ich innerhalb kurzer Zeit dabei in Panik gerate, obwohl es ganz normale Unterhaltungen sind. Telefonieren geht momentan auch nur wenige Minuten, dann wird es mir schon zu viel und der Kopf tanzt wieder Tango.
Lieber Weyon,
verstehe. Das sind so typische Schleifen, in die das Denken bei Depressionen oder Angststörungen gerät, oder? Ich kenne solche Schleifen von mir. Kannst Du ein Ziel setzen, was nur einen kleinen Schritt beinhalten würde?
Ich meine, ein Ziel, was sozusagen dem gegenüber, dass dieser Bereich im Moment nicht so zu leben ist wie früher, dass dem erstmal radikale Akzeptanz entgegen gebracht wird. Ohne Wertung. Und überlegt wird, was könnte ein erster gangbarer Schritt sein, der die Situation für Dich minimal verbessert? Was könntest Du eventuell bewältigen, was das Gefühl vermitteln würde, etwas mehr Kontakte zu haben?
Ich meine damit nicht, dass es einfach ist, nur, dass man manchmal irgendwo feststeckt und der Verstand sagt einem, es gibt hier gar keinen Ausweg. Bei mir überwog zum Bsp. früher die Vorstellung, ich müsse bei Treffen mit anderen erzählen, wie es mir geht, wobei dann in der Regel eine Blockade einsetzte, vor der ich Angst hatte, weshalb ich das Treffen an sich verwarf. Heute habe ich nur als ein Beispiel viele Freunde und Bekannte, mit denen ich mich zum Brettspielen treffe, wofür ich im Vorfeld z.B. oft koche, so dass ich bei beidem in für mich hilfreichen Aktivitäten bin, während denen ihc mich auf etwas anderes als meine momentane Stimmung fokussieren kann. Ist der Denkansatz verständlich?
Liebe Grüße,
Nora